Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.57 Wechselrede von Yama und Yamī (I)

o cit sakhāyaṃ sakhyā vavṛtyāṃ / tiraḥ purū cid arṇavaṃ jaganvān | / pitur napātam ā dadhīta vedhā / adhi kṣami prataraṃ dīdhyānaḥ ||

(Yamī:) Ja, ich möchte den Freund durch Freundschaft [zu mir] wenden, / der viele Fluten, das Meer, durchquert hat. / Des Vaters Enkel möge der Schöpfer (vedhā) hervorbringen, / auf der Erde eine weitere [Folge] bedenkend.

na te sakhā sakhyaṃ vaṣṭy etat / salakṣmā yad viṣurūpā bhavāti | / sahas putrāso asurasya vīrā / divo dhartāra urviyā pari khyan ||

(Yama:) Nicht begehrt dein Freund diese Freundschaft, / dass die Gleichgezeichnete (Verwandte, salakṣmā) eine Fremdgestaltige wird. / Die Söhne des Asura (Herrn), die Helden, / die Träger des Himmels, blicken weit umher.

uśanti ghā te amṛtāsa etad / ekasya cit tyajasaṃ martyasya | / ni te mano manasi dhāyy asme / janyuḥ patis tanvam ā viviśyāḥ ||

(Yamī:) Verlangen fürwahr diesen deine Unsterblichen, / auch einen Nachkommen (tyajas) des einen Sterblichen. / Dein Sinn soll in unserem Sinn niedergelegt sein; / als frauenbegehrender Gatte magst du in [meinen] Leib eingehen.

na yat purā cakṛmā kad dha nūnam / ṛtaṃ vadanto anṛtaṃ rapema | / gandharvo apsv apyā ca yoṣā / sā no nābhiḥ paramaṃ jātaman nau ||

(Yama:) Was wir früher nie getan haben – / sollen wir jetzt, da wir Ṛta sprechen, Unwahres murmeln? / Der Gandharva in den Wassern und die Wasserfrau: / sie ist unser Nabel (Ursprung), unsere höchste Verwandtschaft (?) [?].

garbhe nū nau janitā dampatī kar / devas tvaṣṭā savitā viśvarūpaḥ | / nakir asya pra minanti vratāni / veda nāv asya pṛthivī uta dyauḥ ||

(Yamī:) Schon im Mutterleib hat uns beide der Erzeuger zum Ehepaar gemacht, / der Gott Tvaṣṭṛ, Savitṛ, der Vielgestaltige. / Niemand verletzt seine Gebote; / es kennt uns beide Erde und Himmel.

ko adya yuṅkte dhuri gā ṛtasya / śimīvato bhāmino durhaṇāyūn | / āsanniṣūn hṛtasvaso mayobhūn / ya eṣāṃ bhṛtyām ṛṇadhat sa jīvāt ||

Wer schirrt heute an die Deichsel die Rinder des Ṛta (Wahrheit), / die eifrigen (śimīvat), zornigen, die Böses Vernichtenden? / Die Pfeile im Mund [tragenden], die [Schwestern-]Beraubten [?], die Wohltuenden – / wer ihnen ihre Schuldigkeit bezahlt (ṛṇadhat), der soll leben [?].

ko asya veda prathamasyāhnaḥ / ka īṃ dadarśa ka iha pra vocat | / bṛhan mitrasya varuṇasya dhāma / kad u brava āhano vīcyā nṝn ||

(Yamī:) Wer kennt den Anfang des ersten Tages? Wer hat ihn gesehen? Wer hat es hier verkündet? / Groß ist der Sitz (dhāman) von Mitra und Varuṇa. / Was willst du sagen, du Erregter (āhana), [mit] Trug [?] den Männern?

yamasya mā yamyaṃ kāma āgan / samāne yonau sahaśeyyāya | / jāyeva patye tanvaṃ riricyāṃ / vi cid vṛheva rathyeva cakrā ||

(Yamī:) Das Verlangen nach Yama, dem Zwilling (yamya), ist über mich gekommen, / um im selben Schoß (Lager) beizuliegen. / Wie eine Gattin dem Gatten will ich [ihm] meinen Leib hingeben; / wir wollen wie zwei Wagenräder [ineinander/auseinander] arbeiten [?].

na tiṣṭhati na ni miṣanty ete / devānāṃ spaśa iha ye caranti | / anyena mad āhano yāhi bhūyaṃ / tena vi vṛha rathyeva cakrā ||

(Yama:) Sie stehen nicht still, sie blinzeln nicht, diese Späher (spaś) der Götter, die hier wandeln. / Geh mit einem anderen als mir, du Erregte, weiter; / mit diesem reiße dich auseinander wie Wagenräder.

rātrībhir asmā ahabhir daśasyet Bhatt. daśasye(t) / sūryasya cakṣur muhur un mimīyāt | / divā pṛthivyā mithunā sabandhū / yamīr yamasya vivṛhed ajāmi ||

(Yamī:) Mit Nächten und Tagen mag man ihm huldigen (daśasyet), / der Sonne Auge möge immer wieder aufgehen; / Himmel und Erde, das Paar, blutsverwandt: / Yamī soll Yamas Unschicklichkeit (ajāmi, das „Nicht-Geschwisterliche“) auflösen/aufreißen [?].