Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.21 Sūrya und sein Wagen mit den Falben

sukhaṃ sūrya ratham aṃśumantaṃ / syonaṃ suvahnim adhi tiṣṭha vājinam | / yaṃ te vahanti harito vahiṣṭhāḥ / śatam aśvā yadi vā sapta bahvīḥ ||

Bequem, Sūrya, besteige den strahlenreichen, / angenehmen, gut ziehenden, schnellen Wagen, / den deine besten Falben ziehen: / hundert Rosse oder sieben, viele.

sapta sūryo harito yātave rathe / hiraṇyatvacaso bṛhatīr ayukta | Bhatt. hiṇyatvacaso (misprint) / amoci śukro rajasaḥ parastād / vidhūya devas tamo divam āruhat ||

Sieben Falbinnen hat Sūrya zur Fahrt an den Wagen geschirrt, / die großen, goldhäutigen. / Losgelöst ist der Helle jenseits des Dunstraums; / nachdem der Gott die Finsternis abgeschüttelt hatte, stieg er zum Himmel.

ut ketunā bṛhatā devā āgann / apāvṛk tamo 'bhi jyotir aśrait | mss. tamobhir / divyaḥ suparṇa sthavīro vy akhyad Bhatt. suparṇaḥ / adityāḥ putro bhuvanāni viśvā ||

Empor mit hohem Banner sind die Götter [?] gekommen; / die Finsternis aufdeckend, wandte er sich dem Licht zu. / Der himmlische Schönvogel, der Altehrwürdige, hat überschaut / alle Welten, der Sohn der Aditi.

udyan raśmīn ā tanuṣe / prajāḥ sarvā vi paśyati | Bhatt. paśyati (⟨ si?) / ubhā samudrau kratunā vi bhāsi / sarvāṃ lokān paribhūr bhrājamānaḥ ||

Aufgehend spannst du die Strahlen aus; / alle Geschöpfe überschaut er. / Beide Meere erhellst du durch [deine] Willenskraft, / alle Welten überragend, leuchtend.

pūrvāparaṃ carato māyayaitau / śiśū kundānā pari yāto arṇavam | / viśvāny anyo bhuvanābhi vaste / hairaṇyair anyaṃ harito vahanti ||

Vorwärts und rückwärts gehen diese beiden durch Zauber, / die beiden Kinder, die kundānā [?], umkreisen das Meer. / Der eine hüllt alle Wesen an, / den anderen tragen die Falben mit goldenem [Geschirr].

divi tvātrir dhārayat / sūryā māsāya kartave | / sa eṣi sudhṛtas tapan / svar bhūtāvacākaśat ||

Im Himmel hat dich Atri getragen, Sūrya, / um den Monat zu machen. / Du gehst, wohlgehalten, brennend, / das Licht (svar) über das Gewordene hin überschauend.

ubhāv antau sam arṣati / vatsaḥ saṃmātarāv iva | / nanv etad itaḥ purā / brahma devā amī viduḥ ||

Beide Enden durchläuft er, / wie ein Kalb die beiden Mütter. / Wahrlich, dies kennen jene Götter dort seit früher von hier: / das Brahman.

yat samudram anu śritaṃ / tat siṣāsati sūryaḥ | / adhvāsya vitato mahān / pūrvaś cāparaś ca yaḥ ||

Was sich an das Meer angeschlossen hat, / das will Sūrya gewinnen. / Sein Weg ist ausgedehnt, groß, / der vordere und der hintere.

taṃ sam āpnoti jūtibhis / tasmān nāpa cikitsati | / tenāmṛtasya bhakṣaṃ / devānāṃ nāva rundhate ||

Ihn erreicht er mit [seinen] Antrieben; / darum zögert er nicht [?]. / Durch ihn versperren sie den Genuss / des Unsterblichen der Götter nicht [?].

ud u tyaṃ jātavedasaṃ / devaṃ vahanti ketavaḥ | / dṛśe viśvāya sūryam ||

Empor tragen ihn, den Jātavedas, / den Gott, die Banner, / die Sonne, damit alle [sie] sehen.