Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 2

Hymne 2.2 Gegen Gift: Unschädlichmachen des Giftes

āvidya dyāvāpṛthivī / āvidya bhagam aśvinā | / āvidya brahmaṇaspatiṃ / kṛṇomy arasaṃ viṣam ||

Nachdem ich Himmel und Erde kundig angerufen habe, / kundig Bhaga [und] die Aśvin, / kundig Brahmaṇaspati – / mache ich das Gift saftlos.

arasaṃ hed idaṃ viṣaṃ / yathainad aham āśiṣam | / utainad adyāt puruṣo / bhavād id agadaḥ punaḥ ||

Saftlos ist dieses Gift wahrlich, / wie ich es [nun] gegessen habe; / und auch wenn ein Mann es äße, / würde er wieder unversehrt sein.

mā bibher na mariṣyasi / pari tvā pāmi viśvataḥ | / rasaṃ viṣasya nāvidam / udnaḥ phenam adann iva ||

Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben; / ich schütze dich ringsum von allen Seiten. / Den Saft des Giftes fand ich nicht, / wie einer, der den Schaum des Wassers äße.

apāvocad apavaktā / prathamo daivyo bhiṣak | / samakṣam indra gā iva / yā vāco viṣadūṣaṇīḥ ||

Der erste göttliche Arzt hat es weggesprochen, der Wegsprecher, / [nämlich] vor aller Augen, Indra, wie Kühe [hinausgetrieben werden] – / die Worte, die das Gift verderben [unwirksam machen].

yac ca piṣṭaṃ yac cāpiṣṭaṃ / yad digdhaṃ yac ca dehyam | / devāḥ sarvasya vidvāṃso / 'rasaṃ kṛṇutā viṣam ||

Was zerrieben und was nicht zerrieben ist, / was bestrichen ist und was zu bestreichen ist – / ihr Götter, die ihr alles wisst, / macht das Gift saftlos!