Kapitel 12: ṛgvede 5.12 · prāgnaye bṛhate yajñiyāya ṛtasya vṛṣṇe asurāya manma
Agni, Hüter der Ordnung (ṛta), gegen Trug und Falschheit
Sechs Verse an Agni als Stier und Hüter der Ordnung (ṛta): Der Sprecher bekennt sich zu ṛta und fragt, wer die Wahrheit und wer Trug behütet. Rätselhaft sind navedāḥ (5.12.3), dhāsi (5.12.4) und der Schluss von 5.12.6 (nahuṣasya śeṣaḥ).
Dem großen, verehrungswürdigen Agni, dem Stier der Ordnung (ṛta), dem Herrn (Asura), trage ich nach vorn den Gedanken(spruch) vor, / wie gut geläutertes Schmalz in den Mund bei der Weihehandlung, [trage ich] dem Stier ein zugewandtes Lied.
ṛtaṃ cikitva ṛtam ic cikiddhy ṛtasya dhārā anu tṛndhi pūrvīḥ / nāhaṃ yātuṃ sahasā na dvayena ṛtaṃ sapāmy aruṣasya vṛṣṇaḥ
Erkenne, Einsichtiger, die Ordnung, nur die Ordnung erkenne; öffne die vielen Ströme der Ordnung [?]. / Nicht [mit] Zauber, nicht mit Gewalt, nicht mit Zwiespältigkeit (Doppelzüngigkeit) halte ich mich an die Ordnung des rötlichen Stiers.
kayā no agna ṛtayann ṛtena bhuvo navedā ucathasya navyaḥ / vedā me deva ṛtupā ṛtūnāṃ nāham patiṃ sanitur asya rāyaḥ
Womit wirst du, Agni, der Ordnung Ergebener, durch die Ordnung für uns ein [Kenner/ Neuer] des neuen Spruchs [?]? / Es weiß [?] für mich, Gott, der Hüter/ Trinker der Zeiten [die rechten] Zeiten; nicht kenne ich den Herrn dieses Gewinners von Reichtum [?] [Anm.: Vers dunkel; navedāḥ und die Beziehung der Pādas unsicher].
ke te agne ripave bandhanāsaḥ ke pāyavaḥ saniṣanta dyumantaḥ / ke dhāsim agne anṛtasya pānti ka āsato vacasaḥ santi gopāḥ
Welche sind deine Fesseln für den Feind, Agni? Welche die leuchtenden Hüter, die gewinnen wollen? / Welche behüten die Grundlage (dhāsi) des Unwahren? Welche sind Hüter des unwirklichen Wortes?
Diese deine Freunde, Agni, [die] auseinanderstrebenden, die freundlich waren, sind unfreundlich geworden. / Sie haben sich selbst mit Worten vergangen [?], indem sie dem Aufrichtigen Krummes/ Schlechtes sagten.
Wort für Wort
sakhāyaḥ
Freunde (Nom. Pl.)
te
deine (Gen.)
viṣuṇāḥ
auseinandergehend, wankelmütig (Nom. Pl.)
agne
Agni (Vok.)
ete
diese (Nom. Pl.)
śivāsaḥ
freundlich (Nom. Pl.)
santaḥ
seiend (Nom. Pl.)
aśivāḥ
unfreundlich (Nom. Pl.)
abhūvan
sie wurden (3. Pl. Aor.)
adhūrṣata
sie haben sich vergangen/ gewagt [?] (3. Pl. Aor. Med.)
Wer dir, Agni, mit Verneigung die Weihehandlung [vorträgt/ anruft], der behütet die Ordnung des rötlichen Stiers. / Sein Wohnsitz soll weit und gut zu [uns/ ihm] kommen; [er sei] Rest/ Nachkomme des sich ausbreitenden Nahuṣa [?].