Kapitel 6: ṛgvede 5.6 · agniṃ tam manye yo vasur astaṃ yaṃ yanti dhenavaḥ
Agni, Heimstatt der Herden; Kehrvers um Labung für die Sänger
Jeder Vers endet im Kehrvers „Bring den Sängern Labung (iṣ) herbei“. Thema: Agni als Zufluchtsort (asta) von Kühen und Rossen, als Feuer im Ritus. V. 6, 7 und 10 sind sprachlich unsicher.
agniṃ tam manye yo vasur astaṃ yaṃ yanti dhenavaḥ / astam arvanta āśavo 'staṃ nityāso vājina iṣaṃ stotṛbhya ā bhara
Agni halte ich für den, der ein Vasu ist, zu dem als Heimstatt die Milchkühe kommen, als Heimstatt die schnellen Rosse, als Heimstatt die beständigen Kraftrosse: Bring den Sängern Labung herbei.
so agnir yo vasur gṛṇe saṃ yam āyanti dhenavaḥ / sam arvanto raghudruvaḥ saṃ sujātāsaḥ sūraya iṣaṃ stotṛbhya ā bhara
Er ist Agni, der für den Sänger ein Vasu ist, zu dem die Milchkühe zusammenkommen, zusammen die schnell laufenden Rosse, zusammen die Wohlgeborenen, die Gönner: Bring den Sängern Labung herbei.
agnir hi vājinaṃ viśe dadāti viśvacarṣaṇiḥ / agnī rāye svābhuvaṃ sa prīto yāti vāryam iṣaṃ stotṛbhya ā bhara
Agni gibt ja dem Stamm den Kraftvollen, er, der alle Menschen umfasst; Agni gibt zum Reichtum den Hilfsbereiten; er geht, erfreut, zum Wünschenswerten: Bring den Sängern Labung herbei.
ā te agna idhīmahi dyumantaṃ devājaram / yad dha syā te panīyasī samid dīdayati dyavīṣaṃ stotṛbhya ā bhara
Wir wollen dir, Agni, den Strahlenden, alterslosen Gott entzünden, wenn jenes dein preiswürdigeres Scheit am Himmel aufleuchtet: Bring den Sängern Labung herbei.
Zu dir, Agni, wird mit dem Vers die Opfergabe [gegossen], du Herr des reinen Glanzes, schön Leuchtender, Wunderbarer, Herr der Stämme, Opfergabenfahrer; dir wird geopfert: Bring den Sängern Labung herbei.
pro tye agnayo 'gniṣu viśvam puṣyanti vāryam / te hinvire ta invire ta iṣaṇyanty ānuṣag iṣaṃ stotṛbhya ā bhara
Jene Feuer [?] fördern in den Feuern alles Wünschenswerte; sie haben angetrieben, sie haben gefördert, sie streben der Reihe nach: Bring den Sängern Labung herbei. [Anm.: Vielzahl der „Feuer“ unklar (Flammen, Priester?).]
Diese deine Flammen, Agni, haben sich mächtig erwiesen [?], die Kraftvollen, die mit den Sprüngen der Hufe die Herden der Rinder [?] in Bewegung setzen: Bring den Sängern Labung herbei. [Anm.: Bildrede Flammen/Rinderherden; Einzelheiten unsicher.]
navā no agna ā bhara stotṛbhyaḥ sukṣitīr iṣaḥ / te syāma ya ānṛcus tvādūtāso dame-dama iṣaṃ stotṛbhya ā bhara
Neue [Labungen] bring uns, Agni, den Sängern, gute Wohnsitze [und] Labungen; wir wollen die sein, die dich besungen haben, mit dir als Boten in jedem Haus: Bring den Sängern Labung herbei.
ubhe suścandra sarpiṣo darvī śrīṇīṣa āsani / uto na ut pupūryā uktheṣu śavasas pata iṣaṃ stotṛbhya ā bhara
Beide Löffel mit Schmalz füllst du in deinem Mund, schön Leuchtender; füll uns auch auf bei den Lobreden, Herr der Stärke: Bring den Sängern Labung herbei.
So haben sie Agni mit Liedern, mit Weihehandlungen fortwährend [bedient?] [?]; er möge uns gute Mannhaftigkeit und die von schnellen Rossen setzen: Bring den Sängern Labung herbei. [Anm.: ajuryamuḥ unklar (Verbform von √yam mit ajura „alterslos“?).]