Kapitel 56: ṛgvede 5.56 · agne śardhantam ā gaṇam piṣṭaṃ rukmebhir añjibhiḥ
Anruf an Agni und die Marut-Schar, Rüsten des Wagens
Der Sänger ruft die Marut herbei, lässt ihr Gespann anschirren und bittet um ihr Kommen samt Lohn. Schwierig: 5.56.1 (piṣṭa 'geschmückt/zerrieben', Konstruktion mit agne), 5.56.3 (Vergleiche) und die Bilderfolge in 5.56.4.
Agni, den erstarkenden Schwarm, der mit goldenen Schmuckplatten und Salben geschmückt ist [Anm.: piṣṭa = wörtlich 'zerstoßen, zerrieben', hier eher 'verziert, bemalt'; Bezug auf die Marut-Schar unsicher, [?]] / die Stämme der Marut rufe ich heute herab, selbst vom Leuchtraum des Himmels her.
yathā cin manyase hṛdā tad in me jagmur āśasaḥ / ye te nediṣṭhaṃ havanāny āgaman tān vardha bhīmasaṃdṛśaḥ
Wie du es im Herzen [für gut] hältst, ebendahin sind meine Wünsche gegangen. / Die zu deinen Anrufen ganz nahe gekommen sind, die stärke, die Schreckliches im Anblick sind.
mīḷhuṣmatīva pṛthivī parāhatā madanty ety asmad ā / ṛkṣo na vo marutaḥ śimīvāṃ amo dudhro gaur iva bhīmayuḥ
Wie eine regenreiche, [vom Blitz?] geschlagene Erde, [so] kommt eine berauschte [Schar] von uns her. / Euer Bär, ihr Marut, ist schnaubend, die Kraft ist ein Schüttler, [wie] ein Stier, furchtbar auf Angriff bedacht. [Anm.: Wortbedeutungen unsicher: parāhatā, ṛkṣa, madantī, gaur; [?]]
Wort für Wort
mīḷhuṣmatī-iva
wie eine regnende/mit Regen versehene (Nom. Sg. f. + wie)
ni ye riṇanty ojasā vṛthā gāvo na durdhuraḥ / aśmānaṃ cit svaryam parvataṃ girim pra cyāvayanti yāmabhiḥ
Die mit Kraft nieder[stürzen] wie Rinder, die vergeblich [ausgeschirrt?] am Joch schlecht ziehen [?], / selbst festen Stein, das himmlische Gebirge, den Berg treiben sie mit ihren Fahrten fort. [Anm.: Vers 1. Halbvers sprachlich unsicher, riṇanti 'lassen fließen/lösen'.]
Wort für Wort
ni
nieder (Präverb)
ye
die (Nom. Pl.)
riṇanti
sie lassen laufen, lösen (3. Pl.) [?]
ojasā
mit Kraft (Instr. Sg.)
vṛthā
umsonst, mühelos
gāvaḥ
Rinder (Nom. Pl.)
na
wie
duḥ-dhuraḥ
die schwer zu Jochenden, schlecht am Joch (Nom. Pl.) [?]
Steh jetzt auf [Sänger] mit den Lobgesängen dieser Benetzten [?]! / Die vielfältigste der Marut, die ohnegleichen [Schar], rufe ich wie einen Schwarm von Rindern herbei.
Schirrt an, denn: die rötlichen Stuten am Wagen! Schirrt an die rötlichen Hengste an den Wagen! / Schirrt an die beiden Falben, die flinken, ans Joch, zum Ziehen, die besten Zieher ans Joch, zum Ziehen.
uta sya vājy aruṣas tuviṣvaṇir iha sma dhāyi darśataḥ / mā vo yāmeṣu marutaś ciraṃ karat pra taṃ ratheṣu codata
Und auch jener rötliche Renner, der laut Brausende, ist hier gesetzt, sehenswert. / Nicht lange soll er, ihr Marut, auf euren Fahrten zögern; treibt ihn an den Wagen an!
Den Wagen der Marut, der nach Ruhm verlangt, rufen wir jetzt herbei, / auf dem die beiden Welten, freudige [Gaben] tragend, gemeinsam mit den Marut aufgestiegen sind. [Anm.: suraṇāni 'erfreuliche Dinge' [?]]
Diese eure Kampfschar, die auf dem Wagen glänzt, die heftige, lobbegierige, rufe ich herbei, / bei der die wohlgeborene, glückliche, regenreiche [Rodasī] zusammen mit den Marut sich groß erweist.