Kapitel 52: ṛgvede 5.52 · pra śyāvāśva dhṛṣṇuyārcā marudbhir ṛkvabhiḥ
Lied des Śyāvāśva an die Maruts, mit Gabenpreis an der Yamunā
Der Sänger wird aufgefordert, die Maruts zu preisen; Beschreibung ihrer Fahrt, ihrer Kraft und ihres Schmuckes. V. 10–12 sind sehr schwierig (Namenreihe, kubhanyavaḥ, tāyavaḥ); V. 17 ist ein Gabenlob (dānastuti) mit Bezug auf die Yamunā.
marutsu vo dadhīmahi stomaṃ yajñaṃ ca dhṛṣṇuyā / viśve ye mānuṣā yugā pānti martyaṃ riṣaḥ
Bei den Maruts wollen wir euren Lobgesang und die Verehrungshandlung kühn niederlegen, / [bei ihnen,] die alle Menschengenerationen den Sterblichen vor Schaden schützen.
arhanto ye sudānavo naro asāmiśavasaḥ / pra yajñaṃ yajñiyebhyo divo arcā marudbhyaḥ
Würdig, die Freigebigen, die Männer, von ganzer Kraft [?]: / Besinge die Verehrungshandlung den Verehrungswürdigen, den Maruts des Himmels. [Anm.: asāmi = ‚vollständig‘, hier wohl ‚von voller Kraft‘.]
ā rukmair ā yudhā nara ṛṣvā ṛṣṭīr asṛkṣata / anv enāṃ aha vidyuto maruto jajjhatīr iva bhānur arta tmanā divaḥ
Mit Goldschmuck, mit Waffen haben die Männer, die Erhabenen, ihre Speere entsandt; / ihnen nach [gingen] wahrlich die Blitze, die Maruts, wie Klirrende [Rauschende]; das Licht des Himmels ist aus eigenem Antrieb aufgegangen [?].
śardho mārutam uc chaṃsa satyaśavasam ṛbhvasam / uta sma te śubhe naraḥ pra syandrā yujata tmanā
Preise die Marut-Schar, die kraftvolle, die von wahrer Kraft, die Geschickte [Erhabene]. / Und ihre Männer, die Rinnenden, spannen sich aus eigenem Antrieb zum Glanz an.
‚Zum Ziel Gehende‘, ‚Auseinanderwegler‘, ‚Innenweg-Gänger‘, ‚Nebenweg-Gänger‘ – / mit diesen Namen trägt [führt] mir der ‚Ausbreiter‘ die Weihehandlung [herbei] [?]. [Anm.: wohl Namen der Maruts oder ihrer Bahnen; viṣṭāra unklar (‚Ausbreiter‘ / Bezeichnung einer Ritualanordnung?) – spekulativ.]
chandastubhaḥ kubhanyava utsam ā kīriṇo nṛtuḥ / te me ke cin na tāyava ūmā āsan dṛśi tviṣe
Die Metrum-Preisenden, die Kubhanyus [?], die Sänger [Tänzer] haben die Quelle [aufgesucht] [?]. / Sie, keineswegs Diebe [?], waren mir Helfer zum Anblick, zum Glanz. [Anm.: Zeile 1 unklar; kubhanyavaḥ und nṛtuḥ spekulativ; tāyavaḥ = ‚Diebe‘ (plausibel), Sinn der Verneinung unsicher.]
Hin zur Marut-Schar, Seher, mit Gaben, [wie] eine Frau einen Freund [?]; / oder die Kühnen des Himmels [sollen] mit Kraft, gepriesen in Gedanken, sich regen [?].
Wort für Wort
accha
hin, zu (Adv.)
ṛṣe
Seher (Vok. Sg.)
mārutam
marutisch (Akk. Sg.)
gaṇam
Schar (Akk. Sg.)
dānā
mit Gaben (Instr. Pl.)
mitram
Freund (Akk. Sg.)
na
wie
yoṣaṇā
Frau (Nom. Sg.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
vā
oder
dhṛṣṇavaḥ
kühn (Nom. Pl.)
ojasā
mit Kraft (Instr. Sg.)
stutāḥ
gepriesen (Nom. Pl.)
dhībhiḥ
mit Gedanken, Gebeten (Instr. Pl.)
iṣaṇyata
sie sollen sich regen, angetrieben sein (3. Pl. Konj.) [?]
nū manvāna eṣāṃ devāṃ achā na vakṣaṇā / dānā saceta sūribhir yāmaśrutebhir añjibhiḥ
Nun ehrend, [wende ich mich] diesen Göttern zu, wie zu Strömen [?]; / mit Gaben soll er sich anschließen, mit den Kundigen, den auf Fahrt Berühmten, den Glänzenden [?].
pra ye me bandhveṣe gāṃ vocanta sūrayaḥ pṛśniṃ vocanta mātaram / adhā pitaram iṣmiṇaṃ rudraṃ vocanta śikvasaḥ
Die Weisen, die mir, dem Verwandtschaft Suchenden, ‚die Kuh‘ nannten, ‚Pṛśni‘ die Mutter nannten, / und dann Rudra den Vater, den Strebenden: [das sind] die Kundigen. [Anm.: Pṛśni, die gefleckte Kuh, gilt als Mutter der Maruts; go hier wohl Bildrede.]
sapta me sapta śākina ekam-ekā śatā daduḥ / yamunāyām adhi śrutam ud rādho gavyam mṛje ni rādho aśvyam mṛje
Sieben [Geber] gaben mir, sieben Kräftige, je hundert; / an der Yamunā [ist es] bekannt: Ich streiche die Gabe an Rindern heraus, ich streiche die Gabe an Rossen nieder [?]. [Anm.: ud/ni mṛje unklar – ‚auftragen/sammeln‘; Gabenlob (dānastuti), plausibel.]