Kapitel 60: ṛgvede 5.60 · īḷe agniṃ svavasaṃ namobhir iha prasatto vi cayat kṛtaṃ naḥ
Agni und die Marut: Erschütterung der Welt, Bitte um Gabe
Der Sänger ruft Agni an und preist die Marut, vor denen Wälder, Erde und Berge beben; Brüder ohne Rangunterschied, Sohn-Söhne Rudras und der Pṛśni. Am Ende Einladung zu Agni und zum Soma. Schwierig: 5.60.1 (Konstruktion), 5.60.6 (nu asya vittāt).
īḷe agniṃ svavasaṃ namobhir iha prasatto vi cayat kṛtaṃ naḥ / rathair iva pra bhare vājayadbhiḥ pradakṣiṇin marutāṃ stomam ṛdhyām
Ich rufe Agni an, den mit guter Hilfe, mit Verneigungen; er, hier bereit, soll uns [das Gewünschte] auswählen und tun. / Wie mit rennenden Wagen bringe ich vorwärts, [dich] nach rechts umkreisend, das Lob der Marut, möge es gelingen. [Anm.: vi cayat 'aussondern/erkennen', Objekt offen; ṛdhyām Prek. 'möge gelingen']
ā ye tasthuḥ pṛṣatīṣu śrutāsu sukheṣu rudrā maruto ratheṣu / vanā cid ugrā jihate ni vo bhiyā pṛthivī cid rejate parvataś cit
Die auf den berühmten Gescheckten in schönen Wagen [Marut], die Rudra-Söhne, stehen: / selbst die Wälder ducken sich, ihr Grimmigen, aus Furcht vor euch, die Erde bebt, auch der Berg.
Selbst der Berg, obwohl groß gewachsen, hat sich gefürchtet; selbst der Rücken des Himmels bebt bei eurem Getöse, / wenn ihr spielt, ihr Marut, Speere tragend, [und] wie Wasser vereint dahineilt. [Anm.: krīḷatha 'spielen, tummeln'; sadhryañcaḥ 'in eine Richtung gewandt, zusammen']
Wie Freier, [die] reich [sind], mit Gold, dazu mit [ihrer] Eigenart haben sie ihre Leiber geschmückt. / Zur Pracht, die Besseren, Kräftigen, auf den Wagen haben sie gemeinsam Größe an ihren Leibern angebracht. [Anm.: varāḥ 'Freier/Erwählte', raivatāsaḥ 'reich' [?]]
Nicht die Ältesten, nicht die Jüngsten sind diese Brüder; sie sind gewachsen zum Glück. / Ein Jüngling, Vater, Rudra, der Kunstfertige, ist der ihre; die gute Melkkuh [Mutter] Pṛśni, gute Tage [gibt sie] für die Marut. [Anm.: pṛśni-Kuh als Bild der Erde/Wolke plausibel]
yad uttame maruto madhyame vā yad vāvame subhagāso divi ṣṭha / ato no rudrā uta vā nv asyāgne vittād dhaviṣo yad yajāma
Ob im obersten, ihr Marut, oder im mittleren, oder im untersten [Raum], ihr Glücklichen, ihr im Himmel seid: / von dort, ihr Rudra-Söhne, und dann, Agni, von diesem, [nimm wahr] die Opfergabe [?], die wir dargebracht haben. [Anm.: Der Schluss ist elliptisch; vittāt 'erkenne, schätze' [?]]
agniś ca yan maruto viśvavedaso divo vahadhva uttarād adhi ṣṇubhiḥ / te mandasānā dhunayo riśādaso vāmaṃ dhatta yajamānāya sunvate
Und wenn, ihr Marut, ihr alles Besitz Kennenden, [zusammen] mit Agni von dem oberen Rücken des Himmels her fahrt, / dann gebt, ihr Berauschten, ihr Schüttler, ihr Feindfresser, dem verehrenden Soma-Pressenden Erwünschtes. [Anm.: riśādasaḥ 'Feinde verzehrend' üblich; vāma 'Liebes, Erwünschtes']
Agni, mit den Marut, den strahlenden, mutigen, in Scharen Zuflucht [findenden?], trink Soma, [dich] berauschend, / mit den läuternden, alles Antreibenden, den Lebendigen, Vaiśvānara, mit deinem uralten Zeichen [Feuerzeichen] einträchtig. [Anm.: gaṇaśri 'in der Schar sich bergend/schön in Scharen' [?]; ketu 'Zeichen, Banner, Lichterscheinung']