Kapitel 30: ṛgvede 5.30 · kva sya vīraḥ ko apaśyad indraṃ sukharatham īyamānaṃ haribhyām
Indra gesucht und gepriesen; Taten gegen Namuci; Gaben der Ruśamas
Indra-Lied in zwei Teilen: Suche nach Indra und Preis seiner Taten (Vṛtra/Dāsa, Namuci, Rückholen der Kühe), dann (12-15) Dank für Gaben (dānastuti) an Ṛṇaṃcaya von den Ruśamas. Schwierig sind 5.30.2, 7-9 (Bildrede, Grammatik).
kva sya vīraḥ ko apaśyad indraṃ sukharatham īyamānaṃ haribhyām / yo rāyā vajrī sutasomam ichan tad oko gantā puruhūta ūtī
Wo ist jener Held? Wer hat Indra gesehen, den mit dem bequemen Wagen, der auf zwei Falben fährt, der mit Reichtum und Keule den, der Soma gepresst hat, sucht? Zu jenem Haus soll der Vielgerufene zur Hilfe kommen.
avācacakṣam padam asya sasvar ugraṃ nidhātur anv āyam ichan / apṛcham anyāṃ uta te ma āhur indraṃ naro bubudhānā aśema
Ich habe seine Spur erspäht, des kraftvollen Niederlegers [?], dem Schlafenden [?] folgend, suchend; ich fragte andere, und die sagten mir: „Indra mögen wir Männer, wenn wir wach geworden sind, erlangen.“ [Anm.: sasvaḥ und nidhātuḥ unsicher.]
pra nu vayaṃ sute yā te kṛtānīndra bravāma yāni no jujoṣaḥ / vedad avidvāñ chṛṇavac ca vidvān vahate 'yam maghavā sarvasenaḥ
Nun wollen wir beim Pressen verkünden, Indra, welche Taten von dir getan wurden, die du uns gerne annimmst. Der Unwissende soll es erfahren, der Wissende soll es hören; dieser Freigebige fährt heran mit seinem ganzen Heer.
Einen festen Sinn hast du dir gemacht, kaum geboren, Indra; du gehst allein zum Kampf gegen mehrere; auch den Felsen hast du mit Kraft durchblitzt und den Pferch der rötlichen Kühe gefunden. [Anm.: didyutaḥ wörtlich „du hast durchblitzt/geschleudert“; usriyāṇām „der rötlichen (Kühe)“, Bildrede möglich.]
Als du als der Höchste im fernsten Raum geboren wurdest, einen rühmenswerten Namen tragend, von da an fürchteten sich die Götter vor Indra; er gewann alle Wasser, die die Dāsa-Gattinnen [des Dāsa Besitz] waren.
tubhyed ete marutaḥ suśevā arcanty arkaṃ sunvanty andhaḥ / ahim ohānam apa āśayānam pra māyābhir māyinaṃ sakṣad indraḥ
Dir eben singen diese gütigen Maruts das Lied, sie pressen den Trank; die Schlange, die ... [?] auf den Wassern liegt, den Zauberer soll Indra mit Zaubermitteln überwältigen. [Anm.: ohānam unklar.]
vi ṣū mṛdho januṣā dānam invann ahan gavā maghavan saṃcakānaḥ / atrā dāsasya namuceḥ śiro yad avartayo manave gātum ichan
Du hast die Bedränger von Geburt an gründlich auseinandergetrieben, die Gabe in Gang setzend; du erschlugst, Freigebiger, mit dem Rind [?] ...; da hast du dem Dāsa Namuci das Haupt gerollt, dem Manu einen Weg suchend. [Anm.: die Wendung ahan gavā saṃcakānaḥ ist unklar.]
yujaṃ hi mām akṛthā ād id indra śiro dāsasya namucer mathāyan / aśmānaṃ cit svaryaṃ vartamānam pra cakriyeva rodasī marudbhyaḥ
Denn mich hast du dir zum Gefährten gemacht, und dann, Indra, das Haupt des Dāsa Namuci zermalmend, [warfst du] den tönenden, rollenden Stein, gleichsam wie die zwei Welten den Rädern nach, vorwärts für die Maruts [?]. [Anm.: zweite Vershälfte stark verdichtet und unsicher.]
striyo hi dāsa āyudhāni cakre kim mā karann abalā asya senāḥ / antar hy akhyad ubhe asya dhene athopa praid yudhaye dasyum indraḥ
Denn der Dāsa hat Frauen zu Waffen gemacht: „Was können mir seine kraftlosen Heere tun?“ Denn er hat zwischen seine beiden Milchkühe [?] hineingesehen, und dann ging Indra zum Kampf auf den Dasyu los. [Anm.: dhene „Milchkühe / Milchspenderinnen“ hier unsicher (mögl. die beiden Frauen/Welten).]
sam atra gāvo 'bhito 'navanteheha vatsair viyutā yad āsan / saṃ tā indro asṛjad asya śākair yad īṃ somāsaḥ suṣutā amandan
Hier brüllten die Kühe ringsum zusammen, hier und da von ihren Kälbern getrennt, wie sie waren; Indra ließ sie mit seinen Kräften zusammenströmen, als die wohl gepressten Somas ihn erfreuten.
yad īṃ somā babhrudhūtā amandann aroravīd vṛṣabhaḥ sādaneṣu / puraṃdaraḥ papivāṃ indro asya punar gavām adadād usriyāṇām
Als ihn die braun geschüttelten Somas erfreuten, brüllte der Stier in den Sitzen; nachdem er davon getrunken hatte, gab Indra, der Burgenbrecher, die Kühe, die rötlichen, wieder zurück.
Dies Gute haben die Ruśamas gemacht, Agni: Sie schenken viertausend Rinder. Die dargebotenen Gaben des Ṛṇaṃcaya, des männlichsten unter den Männern, haben wir empfangen.
Mich, den Schönen [?], lassen sie mit Tausenden von Rindern heimkehren, die Ruśamas, Agni. Die scharfen gepressten Somas erfreuten Indra beim Aufleuchten der umlaufenden Nacht.
Es leuchtete jene umlaufende Nacht auf, die bei Ṛṇaṃcaya, dem König der Ruśamas [?]; wie ein Rennross, flink, gesalbt, gewann der Braune viertausend. [Anm.: Beziehung des Relativsatzes und Identität des „Braunen“ unklar.]
catuḥsahasraṃ gavyasya paśvaḥ praty agrabhīṣma ruśameṣv agne / gharmaś cit taptaḥ pravṛje ya āsīd ayasmayas taṃ v ādāma viprāḥ
Viertausend an Rindern-Vieh haben wir bei den Ruśamas empfangen, Agni; und auch den Gharma-Kessel, der erhitzt zum Ausgießen war, der aus Metall war, den haben wir Weisen genommen. [Anm.: gharma ist die heiße Milchspende/ das Kesselgefäß; pravṛje unsicher.]