Die glanzstrahlende, durch die Ordnung Große, die der Ordnung Zugehörige, die Rotgestaltige, Aufleuchtende, / die göttliche Uṣas, die das Licht der Sonne herbeiführt — sie besingen die Weisen mit ihren Gedanken. [Anm.: dyuta-dyāmānam unsicher.]
Diese, die Leute weckend, anzusehen schön, gut gangbare Pfade bahnend, geht voran; / die Große mit hohem Wagen, Alles Antreibende, Uṣas, verleiht das Licht am Anfang der Tage.
Diese hat, mit roten Rindern angeschirrt, unverzagt, / unablässigen Reichtum gemacht; Pfade ebnend zum Wohlergehen, die Göttin, vielgepriesen, von allen Begehrte, leuchtet sie auf. [Anm.: gobhiḥ aruṇebhiḥ = rote Kühe, Bildrede für Morgenlichter; plausibel.]
eṣā vyenī bhavati dvibarhā āviṣkṛṇvānā tanvam purastāt / ṛtasya panthām anv eti sādhu prajānatīva na diśo mināti
Diese wird die Schillernde [?], doppelt Große, / ihren Leib vorn offenbarend; sie folgt dem Pfad der Ordnung recht, wie wissend verfehlt sie die Himmelsrichtungen nicht. [Anm.: vyenī / dvibarhāḥ unsicher.]
eṣā śubhrā na tanvo vidānordhveva snātī dṛśaye no asthāt / apa dveṣo bādhamānā tamāṃsy uṣā divo duhitā jyotiṣāgāt
Diese, wie eine Strahlende ihren Leib kennend [?], wie eine aufrecht Badende, / ist uns zum Sehen erschienen; den Hass, die Finsternisse wegdrängend, ist Uṣas, die Tochter des Himmels, mit Licht gekommen.
Wort für Wort
eṣā
diese (Nom. Sg. f.)
śubhrā
strahlend/schön (Nom. Sg. f.)
na
wie
tanvaḥ
Leiber (Akk. Pl.)
vidānā
kennend/findend (Nom. Sg. f. Med.) [?]
ūrdhvāiva
aufrecht, gleichsam (Nom. Sg. f.)
snātī
badend (Nom. Sg. f.)
dṛśaye
zum Sehen (Dat. Sg.)
naḥ
uns
asthāt
sie ist erschienen/hat sich gestellt (3. Sg. Aor.)
Diese, die Tochter des Himmels, den Männern zugewandt, lässt wie eine schöne Frau ihre Gestalt herab/frei [?], / enthüllend dem Spender das Begehrenswerte; wieder hat die Junge das Licht gemacht wie früher. [Anm.: ni riṇīte apsaḥ unklar; ‚Gestalt/Antlitz freigeben‘ plausibel, Einzelheit spekulativ.]