Kapitel 2: ṛgvede 5.2 · kumāram mātā yuvatiḥ samubdhaṃ guhā bibharti na dadāti pitre
Rätsel vom verborgenen Knaben Agni; Rettung des Bedrängten
Rätselhaftes Lied: Der von der Mutter verborgene Knabe (Agni), Dialog mit dem Seher, Anrufung gegen Rākṣasa und Bitte um Befreiung (V. 7 nennt Śunaḥśepa). Mehrere Sprecher, viele Stellen unsicher.
kumāram mātā yuvatiḥ samubdhaṃ guhā bibharti na dadāti pitre / anīkam asya na minaj janāsaḥ puraḥ paśyanti nihitam aratau
Den Knaben verbirgt die junge Mutter, eingehüllt; in der Höhle trägt sie ihn, sie gibt ihn dem Vater nicht. / Sein Antlitz verletzen die Leute nicht; vor Augen sehen sie ihn, niedergelegt in Missgunst [?].
kam etaṃ tvaṃ yuvate kumāram peṣī bibharṣi mahiṣī jajāna / pūrvīr hi garbhaḥ śarado vavardhāpaśyaṃ jātaṃ yad asūta mātā
Wen [Anm.: kam = „wen“] trägst du, Junge, diesen Knaben, die du Große gebarst? [?] / Viele Herbste ist der Keim gewachsen; ich sah ihn geboren, als die Mutter ihn gebar. [Anm.: peṣī „Zermalmerin/Bildnerin“ unsicher.]
Goldzahnig, von reiner Farbe, sah ich ihn von fern, vom Feld her, Waffen bildend [?]. / Ihm unvermischtes Unsterbliches gebend [?]: was sollen mir die Indralosen, Lobliedlosen antun? [Anm.: Subjekt von dadānaḥ unsicher.]
kṣetrād apaśyaṃ sanutaś carantaṃ sumad yūthaṃ na puru śobhamānam / na tā agṛbhrann ajaniṣṭa hi ṣaḥ paliknīr id yuvatayo bhavanti
Vom Feld sah ich ihn, abseits [?] einherziehend, wie eine Herde, wohlgemut, viel, strahlend. / Jene [Frauen] haben ihn nicht ergriffen; geboren wurde er ja; auch Ergraute werden (wieder) junge Frauen.
ke me maryakaṃ vi yavanta gobhir na yeṣāṃ gopā araṇaś cid āsa / ya īṃ jagṛbhur ava te sṛjantv ājāti paśva upa naś cikitvān
Wer sind die, die mir das Männlein [?] fernhalten durch Rinder [?], deren Hirt nicht einmal ein Fremder war? / Die ihn ergriffen haben, sollen ihn freilassen; er möge Vieh herbeitreiben [?] zu uns, der Kundige. [Anm.: Vers dunkel; gobhir na und ājāti paśvaḥ unsicher.]
vasāṃ rājānaṃ vasatiṃ janānām arātayo ni dadhur martyeṣu / brahmāṇy atrer ava taṃ sṛjantu ninditāro nindyāso bhavantu
Den Herrscher der Güter [?], den Wohnsitz der Leute, haben die Missgünstigen unter die Sterblichen gelegt. / Atris Gebete sollen ihn losbinden; die Schmäher sollen schmähenswert werden.
śunaś cic chepaṃ niditaṃ sahasrād yūpād amuñco aśamiṣṭa hi ṣaḥ / evāsmad agne vi mumugdhi pāśān hotaś cikitva iha tū niṣadya
Auch Śunaḥśepa, gebunden aus tausend [?], hast du vom Pfahl befreit; denn er hat sich gemüht [?]. So löse von uns die Fesseln, Agni, Rufer, Wissender, und setze dich hier nieder. [Anm.: Erwähnung der Śunaḥśepa-Erzählung; Einzelheiten unsicher.]
hṛṇīyamāno apa hi mad aiyeḥ pra me devānāṃ vratapā uvāca / indro vidvāṃ anu hi tvā cacakṣa tenāham agne anuśiṣṭa āgām
Grollend bist du von mir fortgegangen; verkündet hat mir der Wächter der Satzungen der Götter: / Indra, der Wissende, hat dich ja im Blick gehabt; von ihm angewiesen bin ich gekommen, Agni. [?]
Agni leuchtet mit großem Licht auf; sichtbar macht er alles durch seine Größe. / Die götterlosen Zauber, die Übelgesinnten, überwältigt er; er wetzt seine beiden Hörner, den Rākṣasa zu durchbohren.
uta svānāso divi ṣantv agnes tigmāyudhā rakṣase hantavā u / made cid asya pra rujanti bhāmā na varante paribādho adevīḥ
Und Lärmende [?] sollen am Himmel sein, Agnis scharf bewaffnete, um den Rākṣasa zu töten. / Im Rausch brechen seine Glanzstrahlen hervor; die götterlosen Bedränger halten sie nicht auf.
etaṃ te stomaṃ tuvijāta vipro rathaṃ na dhīraḥ svapā atakṣam / yadīd agne prati tvaṃ deva haryāḥ svarvatīr apa enā jayema
Dieses Lob habe ich dir, Vielgeborener, als Redner gezimmert wie ein besonnener, kunstfertiger Mann den Wagen. / Wenn du, Agni, Gott, dich dem zuwendest, mögen wir damit die lichterfüllten Wasser gewinnen.
Starknackig, ein Stier, erstarkend, feindlos, der Herr, treibt den Besitz zusammen. / So haben die Unsterblichen von diesem Agni gesprochen: Dem Manu mit Streu möge er Schutz gewähren, dem Manu mit Opfergaben möge er Schutz gewähren.