Kapitel 41: ṛgvede 5.41 · ko nu vām mitrāvaruṇāv ṛtāyan divo vā mahaḥ pārthivasya vā de
Anruf an Mitra-Varuṇa, Aśvin, Marut und viele Götter um Hilfe und Gedeihen
Langes Sammellied an viele Götter und Naturmächte (Mitra-Varuṇa, Aśvin, Vāyu, Agni, Pūṣan, Bhaga, Marut, Wasser, Pflanzen, Berge, Nirṛti, Iḷā, Urvaśī); viele Verse (v. a. 13, 15, 16, 19) sind syntaktisch dunkel und nur unter Vorbehalt übersetzt.
ko nu vām mitrāvaruṇāv ṛtāyan divo vā mahaḥ pārthivasya vā de / ṛtasya vā sadasi trāsīthāṃ no yajñāyate vā paśuṣo na vājān
Wer ist nun, der euch, Mitra und Varuṇa, nach Ordnung (ṛta) strebend, (etwas) vom großen Himmel oder vom Irdischen zu geben [?] – / oder am Sitz der Ordnung schützt ihr uns – uns, die Weihehandlung Vollziehenden, oder wie die Beutepreise des Viehs [?]. [Anm.: de, paśusaḥ und vājān unsicher; ṛta = Ordnung/Wahrheit.]
te no mitro varuṇo aryamāyur indra ṛbhukṣā maruto juṣanta / namobhir vā ye dadhate suvṛktiṃ stomaṃ rudrāya mīḷhuṣe sajoṣāḥ
Diese sollen uns gewogen sein: Mitra, Varuṇa, Aryaman, Āyu [?], Indra, Ṛbhukṣan, die Marut – / oder (die), die mit Verneigungen die schöne Wendung, den Lobgesang, dem Rudra, dem Freigebigen, einträchtig darbringen.
Euch beiden, Aśvin, ihr am besten zu Verehrenden [?], (will ich) anrufen im Flug des Windes, im Gedeihen des Wagens [?]; / oder (bringt) dem Asura des Himmels ein Gedicht vor; wie Speisen bringt (es) dem Verehrungswürdigen dar. [Anm.: yeṣṭhā unsicher (‚am besten Verehrende‘ oder ‚Schnellste‘).]
pra sakṣaṇo divyaḥ kaṇvahotā trito divaḥ sajoṣā vāto agniḥ / pūṣā bhagaḥ prabhṛthe viśvabhojā ājiṃ na jagmur āśvaśvatamāḥ
Hervor (sind) der Überwältigende, der Himmlische, dessen Rufer Kaṇva ist [?], Trita, des Himmels Genosse, Vāta, Agni, / Pūṣan, Bhaga, bei der Zuteilung Allnährende: sie sind wie zum Wettlauf gekommen, die rossereichsten.
pra vo rayiṃ yuktāśvam bharadhvaṃ rāya eṣe 'vase dadhīta dhīḥ / suśeva evair auśijasya hotā ye va evā marutas turāṇām
Bringt euch einen Reichtum herbei, dem die Rosse angeschirrt sind; zum Erstreben von Reichtum, zur Hilfe soll das Dichten sich richten. / Gut beglückend mit den Gängen [?] (bin ich) der Rufer des Auśija; die (sind) eure Gänge, Marut, der Eilenden [?].
pra vo vāyuṃ rathayujaṃ kṛṇudhvam pra devaṃ vipram panitāram arkaiḥ / iṣudhyava ṛtasāpaḥ puraṃdhīr vasvīr no atra patnīr ā dhiye dhuḥ
Macht euch den Vāyu, den Wagenanschirrenden [?], voran; (macht voran) den Gott, den Erregten, Preisenswerten, mit Liedern. / Die pfeilbegehrenden [?], der Ordnung anhängenden Fülle-Gedanken, die güterreichen Herrinnen sollen uns hier zum Dichten Anteil geben [?].
upa va eṣe vandyebhiḥ śūṣaiḥ pra yahvī divaś citayadbhir arkaiḥ / uṣāsānaktā viduṣīva viśvam ā hā vahato martyāya yajñam
Zu euch strebe ich mit preiswürdigen Lobreden, ihr beiden Jungen (?), des Himmels, mit hellmachenden Liedern; / Morgenröte und Nacht bringen, wie Wissende, dem Sterblichen die ganze Weihehandlung herbei. [Anm.: yahvī (Du. f.) wohl Nacht und Morgenröte; yajña hier wörtlich ‚Weihehandlung‘.]
Euch preise ich, die Männer, die Gedeihen bringen, den Herrn der Wohnstatt, Tvaṣṭṛ, (ihnen) schenkend [?]; / Dhiṣaṇā, reich an Gütern, einträchtig, mit Verneigungen, die Herren des Waldes (Bäume), die Pflanzen – um Reichtum zu erstreben.
tuje nas tane parvatāḥ santu svaitavo ye vasavo na vīrāḥ / panita āptyo yajataḥ sadā no vardhān naḥ śaṃsaṃ naryo abhiṣṭau
Zur Stärkung und zur Nachkommenschaft sollen uns die Berge sein, die aus eigenem Gang ziehenden [?], die wie Vasus (Gütergeber) Helden sind. / Der preiswürdige Āptya, der Verehrungswürdige, soll uns stets und unser Lob fördern, der Männliche im Sieg.
vṛṣṇo astoṣi bhūmyasya garbhaṃ trito napātam apāṃ suvṛkti / gṛṇīte agnir etarī na śūṣaiḥ śociṣkeśo ni riṇāti vanā
Des Stiers, des irdischen, Keim, den Sprössling der Wasser, hat Trita mit schöner Rede gepriesen. / Agni wird gepriesen, wie ein Läufer, mit Lobreden; der Flammenhaarige lässt die Wälder sinken/verzehrt sie [?].
kathā mahe rudriyāya bravāma kad rāye cikituṣe bhagāya / āpa oṣadhīr uta no 'vantu dyaur vanā girayo vṛkṣakeśāḥ
Wie sollen wir zu dem Großen, Rudra-Gehörigen sprechen; was zu Bhaga, der Reichtum erkannt hat [?]? / Die Wasser und Pflanzen sollen uns helfen, der Himmel, die Wälder, die Berge, die Baumhaarigen.
śṛṇotu na ūrjām patir giraḥ sa nabhas tarīyāṃ iṣiraḥ parijmā / śṛṇvantv āpaḥ puro na śubhrāḥ pari sruco babṛhāṇasyādreḥ
Hören soll uns der Herr der Kräfte die Lieder, der Überwinder [?] des Dunstes (Himmelsraums) [?], regsam, ringsum gehend; / hören sollen die Wasser, glänzend wie Burgen, ringsum die Schöpfer/Ströme des erstarkenden Berges [?]. [Anm.: nabhas tarīyān und pari sruco unklar (Vāyu/Parjanya?).]
vidā cin nu mahānto ye va evā bravāma dasmā vāryaṃ dadhānāḥ / vayaś cana subhva āva yanti kṣubhā martam anuyataṃ vadhasnaiḥ
Erfahrt (es) nun, ihr Großen, die (wir) eure Wege [?] sagen wollen, ihr Wundertäter, Wünschenswertes bringend [?]. / Auch Vögel/Kräfte kommen, die Wohlgestalteten, herab; durch Schütteln (fällt) der Sterbliche, der Verfolgte, unter Tötungswaffen [?]. [Anm.: Vers sehr dunkel; vayaḥ Vogel/Lebenskraft.]
Himmlische und irdische Geburten und die Wasser möchte ich zu dem gut Eifrigen [?] hin ansprechen. / Wachsen sollen die Himmel, die Lieder, die glänzendspitzigen; mit Wasser sollen wachsen die überwältigenden Fluten.
pade-pade me jarimā ni dhāyi varūtrī vā śakrā yā pāyubhiś ca / siṣaktu mātā mahī rasā naḥ smat sūribhir ṛjuhasta ṛjuvaniḥ
Bei jedem Schritt ist mir Alter/Lobgesang (jarimā) gesetzt worden [?]; (die) Schützende oder die Mächtige, (die) mit Hütern. / Es soll uns die Mutter, die große Rasā [?], anhängen, mit den Gönnern, geradehändig, geradlinig lenkend [?]. [Anm.: jarimā doppeldeutig (‚Alter‘ oder ‚Lobpreis‘).]
Wie sollen wir mit Verneigung den guten Gebern, ihr Marut, dienen, auf schnellem Weg [?], bei der Anrede, / ihr hochberühmten Marut, bei der Anrede? Nicht soll uns die Schlange der Tiefe dem Schaden preisgeben; unser sei der, der die Nahegabe gewinnt [?]. [Anm.: evayā (‚eilig/auf dem Weg‘) unsicher; upamātivani unklar.]
iti cin nu prajāyai paśumatyai devāso vanate martyo va ā devāso vanate martyo vaḥ / atrā śivāṃ tanvo dhāsim asyā jarāṃ cin me nirṛtir jagrasīta
So denn (bittet) der Sterbliche euch, ihr Götter, für nachkommenreiche, viehreiche (Familie) – der Sterbliche bittet euch, ihr Götter. / Hier (gebt) diesem Körper freundlichen Bestand; auch das Alter möge Nirṛti mir (erst) verschlingen [?]. [Anm.: jarāṃ … jagrasīta unsicher (Wunsch nach langem Leben?).]
tāṃ vo devāḥ sumatim ūrjayantīm iṣam aśyāma vasavaḥ śasā goḥ / sā naḥ sudānur mṛḷayantī devī prati dravantī suvitāya gamyāḥ
Diese eure Gunst-Gesinnung, ihr Götter, die kräftigende, und die Labung möchten wir erlangen, ihr Vasus, durch die Rede der Kuh [?]. / Sie, gut gebend, gnädig stimmend, göttlich, eilend, soll uns zum Wohlergehen kommen. [Anm.: śasā goḥ unsicher (go wörtlich ‚Kuh/Rind‘, evtl. Bildrede).]
Iḷā, die Mutter der Herde, soll uns zusammen mit den Flüssen anrufen, oder Urvaśī; / oder Urvaśī, (oder) Bṛhaddivā, preisend, umhüllend, (die Gabe) des dargebrachten Āyu [?]. [Anm.: Bezug von āyoḥ prabhṛthasya unklar.]