Kapitel 74: ṛgvede 5.74 · kūṣṭho devāv aśvinādyā divo manāvasū
An die Aśvins: Fragen nach ihrem Aufenthalt, Atris Ruf
Der Sänger (Atri) fragt, wo die Aśvins weilen, und ruft sie herbei; Anspielungen auf Cyavāna (Verjüngung) und Preis des Wagens. Vers 4 ist rätselhaft (paura, gṛbhītatāti), Vers 5 spielt auf die Verjüngung Cyavānas an.
Wo seid ihr heute, ihr göttlichen Aśvins, vom Himmel her, ihr Manāvasū [Anm.: 'Gut des Manu/des Menschen', unsicher]? Hört das, ihr Stärke-Güter-Besitzer: Atri sucht euch [zu gewinnen].
kaṃ yāthaḥ kaṃ ha gachathaḥ kam achā yuñjāthe ratham / kasya brahmāṇi raṇyatho vayaṃ vām uśmasīṣṭaye
Zu wem fahrt ihr, zu wem geht ihr, zu wem hin schirrt ihr den Wagen an? An wessen Brahman-Worten habt ihr Gefallen? Wir wünschen euch zur Erlangung des Erstrebten.
Denn auch den vom Wasser überspülten Paura [?] — o Paura — fördert ihr für den Paura, wenn ihn [sie] wie einen Löwen an der Stelle der Schädigerin [Trugwesen] zum Ergreifen [ergriffen?] [?]. [Anm.: Der Vers ist rätselhaft; paura ('zur Burg gehörig/Burg-'), gṛbhītatāti unklar; nur Wortwahl ehrlich wiedergegeben.]
pra cyavānāj jujuruṣo vavrim atkaṃ na muñcathaḥ / yuvā yadī kṛthaḥ punar ā kāmam ṛṇve vadhvaḥ
Von Cyavāna, dem Altgewordenen, löst ihr die Hülle wie ein Gewand ab; wenn ihr [ihn] wieder zum Jüngling macht, erreicht [ihn] der Wunsch der jungen Frau [?].
asti hi vām iha stotā smasi vāṃ saṃdṛśi śriye / nū śrutam ma ā gatam avobhir vājinīvasū
Es ist hier ja euer Preisender; wir sind euch [zu Diensten] beim Anblick, zur Herrlichkeit. Nun hört mich; kommt mit Hilfen, ihr Kraft-Gut-Besitzer [Anm.: Vājinīvasū, 'Kraftreiche' oder 'Morgenröte'/Stute als Gut, unsicher].
ko vām adya purūṇām ā vavne martyānām / ko vipro vipravāhasā ko yajñair vājinīvasū
Wer hat euch heute von den vielen Sterblichen [zu sich] gewendet? Wer, der Seher, ihr von Sehern Getragenen? Wer mit Weihehandlungen, ihr Kraft-Gut-Besitzer?
Euer Wagen möge kommen, der beste unter den Wagen [wörtl.: bester Lenker/Fahrer, yeṣṭha, unsicher], ihr Aśvins, der uns viel Wohlgesinnte [?], hinüber [?], der Dröhnende [āṅgūṣa: 'lauter Lobruf', unsicher] unter den Sterblichen.
aśvinā yad dha karhi cic chuśrūyātam imaṃ havam / vasvīr ū ṣu vām bhujaḥ pṛñcanti su vām pṛcaḥ
Aśvins, wenn ihr irgendwann diesen Ruf gehört habt [hört]: [dann] füllen euch die reichen Genüsse [?], die Mischungen mischen sich euch gut [?]. [Anm.: Verbindung der zweiten Vershälfte mit der ersten unsicher.]