Kapitel 54: ṛgvede 5.54 · pra śardhāya mārutāya svabhānava imāṃ vācam anajā parvatacyute
Preis der Maruts: Sturm, Blitz, Regen und Schmuck
Beschreibung der Maruts als Sturmschar mit Blitzen, Regen und goldenem Schmuck, mit Bitten um Reichtum, Schutz und langes Leben. Mehrere Stellen sind lexikalisch schwierig (V. 5, 6, 12, 13: tiṣya, anaśvadām, kapanā).
Der kraftvollen Marut-Schar, den Selbstleuchtenden, schmückt [salbt] diese Rede, dem Bergerschütterer, / dem, der die Glut preist [?], dem von des Himmels Rücken her Verehrenden, dem Glanzruhmvollen: Besingt [seine] große Manneskraft.
pra vo marutas taviṣā udanyavo vayovṛdho aśvayujaḥ parijrayaḥ / saṃ vidyutā dadhati vāśati tritaḥ svaranty āpo 'vanā parijrayaḥ
Hervor, Maruts, [kommen] eure Kräfte [oder: kraftvoll], wasserbegehrend, Nahrung mehrend, die Rosse anschirrend, umherrennend; / mit dem Blitz fügen sie zusammen, Trita brüllt [?], die Wasser tönen in den Bahnen, umherrennend. [Anm.: Trita hier Name oder Titel – unsicher.]
vy aktūn rudrā vy ahāni śikvaso vy antarikṣaṃ vi rajāṃsi dhūtayaḥ / vi yad ajrāṃ ajatha nāva īṃ yathā vi durgāṇi maruto nāha riṣyatha
Auseinander [treibt ihr] die Nächte, ihr Rudras, auseinander die Tage, ihr Fähigen, auseinander den Luftraum, auseinander die Dunsträume, ihr Schüttler; / wenn ihr die Fluren auseinandertreibt, wie man Schiffe [das Wasser treibt], so [brecht ihr] auseinander die Festungen, Maruts, und ihr nehmt wahrlich keinen Schaden. [Anm.: ajrān/nāvaḥ Bild unsicher.]
tad vīryaṃ vo maruto mahitvanaṃ dīrghaṃ tatāna sūryo na yojanam / etā na yāme agṛbhītaśociṣo 'naśvadāṃ yan ny ayātanā girim
Diese eure Heldenkraft, Maruts, [diese] Größe hat sich lang ausgedehnt wie die Sonne [ihre] Wegstrecke. / Diese [gleichsam] bei der Fahrt, mit ungefasster Glut, als ihr zum Berg hinabfuhrt, der keine Rosse gibt [?]. [Anm.: Zeile 2 sehr unsicher (etāḥ na; anaśvadām).]
abhrāji śardho maruto yad arṇasam moṣathā vṛkṣaṃ kapaneva vedhasaḥ / adha smā no aramatiṃ sajoṣasaś cakṣur iva yantam anu neṣathā sugam
Als ihr, Maruts, die Kraftschar bei Wolkenmasse [?], die wogende, [wie] Raupen den Baum kahl macht [?], ihr Ordner – / dann führt uns, einträchtig, gebefreudige [?] wie das Auge den Lenker auf leichtem Weg. [Anm.: abhrāji, kapanā, aramatim unsicher; das Bild vom Baum-Berauben wohl: Sturm entlaubt Bäume – plausibel.]
na sa jīyate maruto na hanyate na sredhati na vyathate na riṣyati / nāsya rāya upa dasyanti notaya ṛṣiṃ vā yaṃ rājānaṃ vā suṣūdatha
Der wird nicht besiegt, Maruts, nicht erschlagen; er strauchelt nicht, wankt nicht, nimmt keinen Schaden; / nicht schwinden ihm die Reichtümer, nicht die Hilfen – [wer es ist,] den Seher oder den König, den ihr fördert. [Anm.: PP-Fehler riṣyt, rṣim, susūdatha.]
niyutvanto grāmajito yathā naro 'ryamaṇo na marutaḥ kabandhinaḥ / pinvanty utsaṃ yad ināso asvaran vy undanti pṛthivīm madhvo andhasā
Mit Niyut-Gespannen, wie Dorferoberer, die Männer, wie [Aryamans?] – die Maruts, Fassträger [?]; / sie lassen die Quelle anschwellen, wenn die Mächtigen brüllen; sie benetzen die Erde mit dem Honigtrank [?]. [Anm.: kabandhin/kavandhinaḥ unsicher; aryamaṇo na ebenfalls.]
Bahnreich [abschüssig, mit Gefälle] wird diese Erde für die Maruts, bahnreich wird der Himmel für die Vorwärtsdrängenden; / bahnreich [sind] die Wege des Luftraums, bahnreich die Berge, die schnell Spendenden.
yan marutaḥ sabharasaḥ svarṇaraḥ sūrya udite madathā divo naraḥ / na vo 'śvāḥ śrathayantāha sisrataḥ sadyo asyādhvanaḥ pāram aśnutha
Wenn ihr, Maruts, reich beladen, die Männer des Sonnenlichts, bei Sonnenaufgang euch berauscht, ihr Männer des Himmels, / ermatten euch nicht die Rosse [eilt ihr wahrlich]; sofort erreicht ihr das Ende dieses Weges.
An den Schultern habt ihr Speere, an den Füßen Spangen, auf den Brüsten Goldschmuck, Maruts, auf dem Wagen Glanz; / feuerglänzend, Blitze in den Händen, Helme [?] auf den Häuptern, ausgespannt, goldene.
taṃ nākam aryo agṛbhītaśociṣaṃ ruśat pippalam maruto vi dhūnutha / sam acyanta vṛjanātitviṣanta yat svaranti ghoṣaṃ vitatam ṛtāyavaḥ
Diesen Himmelsfirst des Herrn [?], mit ungefasster Glut, die leuchtende Frucht, Maruts, schüttelt ihr ab [?]; / sie regten sich zusammen, die Bereiche loderten auf, wenn die auf die Ordnung Bedachten den weit ausgespannten Schall ertönen lassen. [Anm.: Zeile 1 als Bild vom Schütteln eines Baumes – spekulativ.]
yuṣmādattasya maruto vicetaso rāyaḥ syāma rathyo vayasvataḥ / na yo yuchati tiṣyo yathā divo 'sme rāranta marutaḥ sahasriṇam
Vom von euch Gegebenen, Maruts, ihr Vielverständigen, mögen wir Herren von Reichtum sein, wagenreich, lebenskräftig; / der nicht nachlässt wie Tiṣya vom Himmel [?] – bei uns mögen die Maruts das Tausendfache schenken. [Anm.: tiṣya unsicher (Gestirn? Pfeil?); PP roranta wohl Fehler für rāranta ‚sie sollen schenken‘.]
Ihr, Maruts, [gebt] Reichtum, an begehrenswerten Helden reich; ihr fördert den Seher, den Sāman-Weisen; / ihr [gebt] dem Bharata ein Ross, Kampfpreis; ihr setzt den König ein, den mit Gehör [den Berühmten] [?].
tad vo yāmi draviṇaṃ sadyaūtayo yenā svar ṇa tatanāma nṝṃr abhi / idaṃ su me maruto haryatā vaco yasya tarema tarasā śataṃ himāḥ
Dies erbitte ich von euch als Gut, ihr Schnellhelfenden, womit wir wie die Sonne über die Männer [hin] uns ausbreiten; / dieses mein Wort, Maruts, habt gern, durch dessen Kraft wir hundert Winter überstehen mögen.