Kapitel 43: ṛgvede 5.43 · ā dhenavaḥ payasā tūrṇyarthā amardhantīr upa no yantu madhvā
Bitte um Kommen der Götter zu Soma und Lied
Lied an eine Reihe von Göttern (Aśvin, Agni, Marut, Sarasvatī, Bṛhaspati) mit Aufforderungen zum Kommen; enthält bildhafte Rede (Milchkühe, Gharma). Vers 16-17 sind Refrain, wie 5.42.17-18.
Die Milchkühe sollen mit Milch, mit Süßem zu uns kommen, zielrasch, unversehrt, zu großem Reichtum [kommen], die hohen sieben; der weise Sänger ruft die Wohltuenden. [Anm.: dhenu = 'Milchkuh'; die 'sieben' sind wohl bildlich (Lieder/Ströme?), spekulativ.]
Himmel und Erde will ich mit gutem Lob (und) Verbeugung herbeilenken, zur Beute, die beiden Nichtschädigenden, Vater (und) Mutter, honigredend, geschickthändig; ihr Ruhmreichen, helft uns in jedem Wettstreit.
adhvaryavaś cakṛvāṃso madhūni pra vāyave bharata cāru śukram / hoteva naḥ prathamaḥ pāhy asya deva madhvo rarimā te madāya
Adhvaryus, die ihr die Süßtränke bereitet habt: bringt dem Vāyu das liebliche, helle [Getränk]. Wie ein Rufer trink du zuerst von diesem, Gott; vom Honigtrank haben wir dir zum Rausch gegeben.
Zehn Finger schirren die beiden Arme an den Stein an, die beiden geschickthändigen Zubereiter des Soma. Den Saft des Honigtranks, den auf dem Berg befindlichen, den hellen, hat der Guthändige, der Halm, willig/glänzend [?] ausgemolken.
Ausgepresst ist dir, dem Wohlgefallen Findenden, der Soma zur Kraft/Einsicht, zur Geschicklichkeit, zum großen Rausch. Die beiden Falben am gutgedeichselten Wagen [wende] beim Anschirren hierher; tu, Indra, Liebes, wenn du angerufen wirst.
Bring uns, Agni, einmütig, die große Aramati, die göttliche Gnā, mit Verbeugung, der Opfergaben gegeben sind, zum Rausch des Honigtranks, die Hohe, die Ṛta-Kundige, auf den zu den Göttern führenden Pfaden. [Anm.: aramati = 'Bereitwilligkeit/Hingabe', hier als Göttin.]
añjanti yam prathayanto na viprā vapāvantaṃ nāgninā tapantaḥ / pitur na putra upasi preṣṭha ā gharmo agnim ṛtayann asādi
[Den] sie salben, sich ausbreitend wie Weise, wie einen Fetthaltigen, mit Feuer erhitzend [?] — wie ein liebster Sohn im Schoß des Vaters ist der Gharma zu Agni, Ṛta suchend, hingesetzt worden. [Anm.: gharma = 'Hitze/heißer Trank' (Pravargya-Milch); Vergleiche sind unsicher.]
Die große, hohe, heilsamste Rede soll wie ein Bote hingelangen, um die Aśvin zu rufen. Ihr Wohltuenden, auf gemeinsamem Wagen kommt hierher; kommt zum Schatz, wie der Achsnagel zur Deichsel [und] zur Nabe [?]. [Anm.: dhuram und nābhim als parallele Zielpunkte des Bildes; Lesart des Vergleichs unsicher.]
Vorwärts habe ich dem Kräftigen, dem Eiligen, dem Pūṣan und dem Vāyu den Verbeugungsspruch gewiesen [?] — den beiden, die durch Freigebigkeit die Gedanken antreiben, und die selbst Reichtum an Kraftgewinn geben.
Wort für Wort
pra
hervor (Präverb)
tavyasaḥ
dem Kräftigen (Gen./Dat. Sg.)
namaḥ-uktim
Verbeugungsspruch (Akk. Sg.)
turasya
dem Eiligen (Gen./Dat. Sg.)
aham
ich (Nom. Sg.)
pūṣṇaḥ
des Pūṣan (Gen. Sg.)
uta
und
vāyoḥ
des Vāyu (Gen. Sg.)
adikṣi
ich habe gewiesen/dargebracht (1. Sg. Aor. Pass.) [?]
Bring, Jātavedas, mit Namen alle Marut her, mit Gestalten, wenn du gerufen wirst. Kommt zur Weihehandlung, zu den Liedern des Sängers und zum Wohllob, ihr Marut alle, kommt alle mit Hilfe.
ā no divo bṛhataḥ parvatād ā sarasvatī yajatā gantu yajñam / havaṃ devī jujuṣāṇā ghṛtācī śagmāṃ no vācam uśatī śṛṇotu
Zu uns soll vom hohen Himmel, vom Berg her Sarasvatī, die Verehrungswürdige, zur Weihehandlung kommen; die Göttin, dem Ruf zugeneigt, die schmalz-erfüllte, die Wünschende, soll unsere hilfreiche Rede hören.
Setzt hier den Ordner mit dunklem Rücken, den Hohen, Bṛhaspati, auf den Sitz; den in seinem Haus [auf dem] Sitz-Schoß Sitzenden, den Leuchtenden, Goldfarbenen, Rötlichen wollen wir verehren.
Der Stützende [?], der im hohen Himmel [Wohnende], gebend, soll mit allen Gunsterweisen kommen, wenn gerufen; die Frauen und die Kräuter als Gewand tragend [?], unversehrt, dreigehörnt, Stier, Lebenskraft-Spender. [Anm.: Anspielung auf Agni oder Bṛhaspati; Identität nicht sicher.]
Im höchsten, hellen Ort der Mutter sind die Preisenden, die gabenreichen [Anhänger] des Āyu hingelangt. Das Kind salben sie, mit Verbeugung, denen die Opfergaben gegeben wurden, gut heilsam, wie Leute (āyavaḥ) beim Gewand [?].
Großes Lebenskraft-Gut [bringen] dir, dem Hohen, Agni, die vom Gedanken angetriebenen Paare, [die dir] folgen. Jeder Gott soll für mich leicht zu rufen sein; die Mutter Erde soll uns nicht in Missgunst setzen.
sam aśvinor avasā nūtanena mayobhuvā supraṇītī gamema / ā no rayiṃ vahatam ota vīrān ā viśvāny amṛtā saubhagāni
Mit der neuen Hilfe der beiden Aśvin wollen wir zusammentreffen [ihr] Wohltuenden, gut Leitenden. Führt uns Reichtum und Männer herbei, alle unvergänglichen Glücksgüter.