Kapitel 100: ṛgvede 7.100 · nū marto dayate saniṣyan yo viṣṇava urugāyāya dāśat
Preis Viṣṇus, des Dreischrittigen
Viṣṇus drei Schritte über die Erde, seine Gunst für den Verehrer, sein Name Śipiviṣṭa und die Bitte, seine (andere) Gestalt nicht zu verbergen. Śipiviṣṭa ist unsicher gedeutet; Vers 7 wiederholt 7.99.7.
nū marto dayate saniṣyan yo viṣṇava urugāyāya dāśat / pra yaḥ satrācā manasā yajāta etāvantaṃ naryam āvivāsāt
Sogleich erhält der Sterbliche seinen Anteil, gewinnen wollend, der dem weit schreitenden Viṣṇu gibt / und der mit gleichgerichtetem Sinn verehrt: er möge einen so gearteten Mannhaften [Viṣṇu] erfreuen.
Du, Viṣṇu, o auf rechtem Weg Eilender, gib uns Wohlwollen, das allen Menschen gilt, und unablässigen Gedanken; / damit du uns Anteil gibst an dem gut gewonnenen, reichen, rossbesitzenden, vielglänzenden Reichtum.
Wort für Wort
tvam
du
viṣṇo iti
Viṣṇu (Vok.)
su-matim
Wohlwollen (Akk. Sg.)
viśva-janyām
allen Menschen zugehörig (Akk. Sg. f.)
apra-yutām
unablässig (Akk. Sg. f.)
eva-yāvaḥ
auf rechtem Weg eilend (Vok. Sg.) [?]
matim
Gedanken (Akk. Sg.)
dāḥ
gib (Aor. Imper. 2. Sg.)
parcaḥ
du mögest verbinden/Anteil geben (2. Sg. Aor. Subj.)
trir devaḥ pṛthivīm eṣa etāṃ vi cakrame śatarcasam mahitvā / pra viṣṇur astu tavasas tavīyān tveṣaṃ hy asya sthavirasya nāma
Dreimal durchschritt dieser Gott diese Erde, die hundertstrahlige [?], durch seine Größe. / Voran sei Viṣṇu, stärker als der Starke; denn glühend ist der Name dieses Gewaltigen.
vi cakrame pṛthivīm eṣa etāṃ kṣetrāya viṣṇur manuṣe daśasyan / dhruvāso asya kīrayo janāsa urukṣitiṃ sujanimā cakāra
Durchschritten hat diese Erde dieser, Viṣṇu, um dem Menschen, der Gaben bringt, ein Feld [zum Wohnen] zu schaffen. / Fest sind seine Preiser, die Leute; weiten Wohnraum schuf der Wohlgeborene.
pra tat te adya śipiviṣṭa nāmāryaḥ śaṃsāmi vayunāni vidvān / taṃ tvā gṛṇāmi tavasam atavyān kṣayantam asya rajasaḥ parāke
Diesen deinen Namen verkünde ich heute, Śipiviṣṭa, als Ārya, der die Wege/Zeichen kennt [?]. / Dich, den Kräftigen, preise ich, der ich weniger kräftig bin, der du in der Ferne dieses Raumes wohnst.
kim it te viṣṇo paricakṣyam bhūt pra yad vavakṣe śipiviṣṭo asmi / mā varpo asmad apa gūha etad yad anyarūpaḥ samithe babhūtha
Was war denn an dir, Viṣṇu, Tadelnswertes, dass du verkündet hast: ‚Ich bin Śipiviṣṭa‘? / Verbirg diese Gestalt nicht vor uns, da du im Kampf anders gestaltet warst.
vaṣaṭ te viṣṇav āsa ā kṛṇomi tan me juṣasva śipiviṣṭa havyam / vardhantu tvā suṣṭutayo giro me yūyam pāta svastibhiḥ sadā naḥ
Vaṣaṭ! Dir, Viṣṇu, mache ich es mit dem Mund [?]; das nimm gern an, Śipiviṣṭa, als Anrufungsgabe. / Es sollen dich die guten Lobpreisungen, meine Lieder, stärken. Ihr aber schützt uns mit Segnungen allezeit. [Anm.: Refrain wie 7.99.7.]