Kapitel 18: ṛgvede 7.18 · tve ha yat pitaraścin na indra viśvā vāmā jaritāro asanvan
Indras Hilfe für Sudās in der Zehnkönigsschlacht
Schlachtlied der Vasiṣṭha-Tradition: nach Anruf und Bitte an Indra (1-4) folgt die Erzählung vom Sieg des Sudās und der Tṛtsus über feindliche Stämme an der Paruṣṇī und Yamunā (5-20), dann Dank und Lob der Gaben des Paijavana-Sudās (21-25). Viele Stammes- und Personennamen sowie einige Stellen (bes. 2, 5, 6, 8, 9, 17, 23, 24) sind sprachlich dunkel.
tve ha yat pitaraścin na indra viśvā vāmā jaritāro asanvan / tve gāvaḥ sudughāstve hyaśvāstvaṃ vasu devayatevaniṣṭhaḥ
Bei dir, als selbst unsere Väter, Indra, alle Schätze, die Sänger, gewannen; bei dir sind die Kühe gut zu melken, bei dir ja die Rosse. / Du bist für den Gottergebenen der beste Gewinner von Gut.
rājeva hi janibhiḥ kṣeṣyevāva dyubhirabhi viduṣ kaviḥ san / piśā giro maghavan gobhiraśvaistvāyataḥ śiśīhirāye asmān
Wie ein König weilst/waltest du ja mit den Frauen [?]; so auch mit den Tagen (Lichtern) hin [?] [Anm.: kṣeṣi eva ava dyubhir abhi ist syntaktisch unklar]. Als kundiger Seher gestalte/schmücke die Lieder, Maghavan, mit Rindern und Rossen; uns, die wir nach dir verlangen, rege an zum Reichtum.
Wort für Wort
rājāiva
wie ein König (Nom. Sg.)
hi
ja/denn
jani-bhiḥ
mit den Frauen/Weibern (Instr. Pl.) [?]
kṣeṣi
du wohnst/waltest (2. Sg. Präs.) [?]
eva
so/eben
ava
hinab/weg [?]
dyu-bhiḥ
mit den Tagen/Lichtern (Instr. Pl.)
abhi
hin/zu
viduḥ
kundig/wissend (Nom. Sg. Part.)
kaviḥ
Seher/Dichter (Nom. Sg.)
san
seiend (Nom. Sg. Part.)
piśā
schmücke/gestalte (2. Sg. Imp.)
giraḥ
Lieder (Akk. Pl.)
magha-van
Maghavan/Gabenreicher (Vok.)
gobhiḥ
mit Rindern (Instr. Pl.)
aśvaiḥ
mit Rossen (Instr. Pl.)
tvāyataḥ
nach dir Verlangende (Akk. Pl.)
śiśīhiḥrāyeḥasmān
rege an/schärfe (2. Sg. Imp.), zum Reichtum, uns [drei Wörter in einem PP-Token verschmolzen]
imā u tvā paspṛdhānāso atra mandrā giro devayantīrupa sthuḥ / arvācī te pathyā rāya etu syāma te sumatāvindra śarman
Diese Wetteifernden sind hier mit erfreuenden, gottverlangenden Liedern an dich herangetreten [?]. / Herwärts gerichtet komme dein Pfad des Reichtums; mögen wir in deiner Gunst sein, Indra, in deinem Schutz.
dhenuṃ na tvā sūyavase dudukṣannupa brahmāṇi sasṛje vasiṣṭhaḥ / tvāmin me gopatiṃ viśva āhā na indraḥ sumatiṃ gantvacha
Wie eine Milchkuh auf guter Weide dich melken wollend, hat Vasiṣṭha Weihworte (brahman) zu dir hin entsandt. / Dich allein, meinen Rinderherrn, nennt jeder; zu uns her komme Indra, zur Gunst hin [?].
Die Wasserfluten, obwohl sie sich weit ausbreiteten, machte Indra dem Sudās zu Furten, gut zu durchqueren. / Den trotzenden Śimyu, den durch das Spruchwort Neu(gepriesenen) [?], [und] den Fluch/das Aufbäumen [?] der Ströme machte er zu nicht (mehr) unheilvoll [?].
Der Opferkuchen doch, der Turvaśa und der Yakṣu waren es (für Indra) [?]; zum Gewinn waren die Matsya-Leute gleichsam zugespitzt/ausgeschickt [?]. / Gehorsam leisteten die Bhṛgus und die Druhyus; der Freund brachte den Freund über von den beiden Auseinanderstrebenden [?].
Wort für Wort
puroḷāḥ
Opferkuchen (Nom. Sg.) [?]
it
doch/eben
turvaśaḥ
Turvaśa (Nom. Sg.)
yakṣuḥ
Yakṣu (Nom. Sg.) [Stamm od. 'Eiferer'; ?]
āsīt
war (3. Sg. Impf.)
rāye
zum Reichtum/Gewinn (Dat. Sg.)
matsyāsaḥ
Matsya-Leute/Fische (Nom. Pl.)
ni-śitāḥ
gewetzt/zugespitzt (Nom. Pl. Part.)
api-iva
gleichsam/etwa
śruṣṭim
Gehorsam/Bereitwilligkeit (Akk. Sg.)
cakruḥ
machten (3. Pl. Perf.)
bhṛgavaḥ
Bhṛgus (Nom. Pl.)
druhyavaḥ
Druhyus (Nom. Pl.)
ca
und
sakhā
Freund (Nom. Sg.)
sakhāyam
Freund (Akk. Sg.)
atarat
brachte hinüber (3. Sg. Impf.)
viṣūcoḥ
der beiden Auseinanderstrebenden (Gen./Abl. Du.) [?]
Es riefen/lärmten [?] die Paktha, die Bhalāna, die Alina, die Hörnerträger, die Śiva. / Der (Sudās), der als Zechgenosse des Ārya (die Männer) herbeiführte, kam wegen der Rinder zu den Tṛtsus, kämpfend, die Männer [?].
Die Übelgesinnten [?], die Aditi zum Fließen/Abweichen bringend, die Unverständigen, zerrissen/teilten die Paruṣṇī [?]. / Mit Größe breitete er sich aus [?] über die Erde, herrschend; der Späher/das Vieh [?], der Seher, lag, achtend [?] [Anm.: Vers dunkel, wohl Bezug auf Eindämmung des Flusses; Deutung unsicher].
Sie gingen zum Ziel, (aber) nicht zum Niederziel [?], (zu) der Paruṣṇī; auch der Schnelle kam nur zur Rast/zum Abend [?]. / Indra machte dem Sudās die (im Eifer) Schnellen, Feindlichen unterwürfig, unter dem Menschenvolk, die Schwachredenden [?].
Sie gingen wie hirtenlose Kühe vom Weidefutter fort, wie geschehen/wunschgemäß zum Bund, als Gesammelte [?]. / Die Pṛśnigavas, von Pṛśni ausgesandt, leisteten Gehorsam, [auch] die Niyuts und Rantayas.
ekaṃ ca yo viṃśatiṃ ca śravasyā vaikarṇayorjanān rājā nyastaḥ / dasmo na sadman ni śiśāti barhiḥ śūraḥ sargamakṛṇodindra eṣām
Wer einundzwanzig (Männer) der beiden Vaikarṇa(-Stämme), nach Ruhm strebend, als König niederwarf [?], / der Wundertäter [?] schärft/schneidet wie am Sitz das Barhis; der Held Indra machte von ihnen eine Entladung (Schlag) [?].
adha śrutaṃ kavaṣaṃ vṛddhamapsvanu druhyuṃ ni vṛṇag vajrabāhuḥ / vṛṇānā atra sakhyāya sakhyaṃ tvāyanto ye amadannanu tvā
Da schlug der Keulenarmige den berühmten Kavaṣa, den in den Wassern Gewachsenen, und den Druhyu nieder. / Die hier Freundschaft zur Freundschaft wählten, nach dir verlangend, die haben sich an dir erfreut.
Sofort sprengte Indra all diese Festungen, sieben Burgen, mit Kraft auseinander. / Des Ānava Besitz teilte er dem Tṛtsu zu; mögen wir den Pūru im Treffen besiegen, den feindselig/lässig Redenden [?].
Nieder schliefen die rinderbegehrenden Anus und Druhyus: sechzig Hunderte, sechs Tausende, / sechzig Männer, dazu sechs, dienstbeflissene [?]; all dies sind Heldentaten Indras, die getan wurden.
Wort für Wort
n
nieder (verkürzt aus ni)
gavyavaḥ
rinderbegehrend (Nom. Pl.)
anavaḥ
Anus (Nom. Pl.)
duhyavaḥ
Druhyus (Nom. Pl.)
ca
und
ṣaṣṭiḥ
sechzig (Nom.)
śatā
Hunderte (Nom. Pl.)
susupuḥ
schliefen (3. Pl. Perf.)
ṣaṭ
sechs (Nom.)
sahasrā
Tausende (Nom. Pl.)
ṣaṣṭiḥ
sechzig (Nom.)
vīrāsaḥ
Männer/Helden (Nom. Pl.)
adhi
dazu/oben drauf
ṣaṭ
sechs (Nom.)
duvaḥ-yu
dienstbeflissen (Nom. Pl.) [?]
viśvā
alle (Nom. Pl. n.)
it
eben/doch
indrasya
Indras (Gen. Sg.)
vīryā
Heldentaten (Nom. Pl. n.)
kṛtān i
getan (Nom. Pl. n. Part.; im PP getrennt 'kṛtān i')
Mit Indra (zogen) diese Tṛtsus, eifrig tätig, wie losgelassene Wasser hinab liefen sie. / Die schlecht Verbündeten, (im Dröhnen) sich bemühend [?], ließen dem Sudās alle Genüsse zurück.
Die Hälfte des Helden [?], den Gekochtes-Trinker, den Nicht-Indra-(Verehrer), den Trotzenden, stieß er hinab zur Erde. / Indra minderte [?] den Zorn des Zornigen [?]; er erlangte die Wege, die Bahn, (sie) beherrschend.
ādhreṇa cit tad vekaṃ cakāra siṃhyaṃ cit petvenā jaghāna / ava sraktīrveśyāvṛścadindraḥ prāyachad viśvā bhojanā sudāse
Selbst den Schwachen machte er zu einem (Einzigen) [?]; auch den Löwenartigen erschlug er mit dem Widder [?]. / Die Ecken/Kanten [?] des Hauses [?] hieb Indra ab; er gab dem Sudās alle Genüsse.
śaśvanto hi śatravo rāradhuṣ ṭe bhedasya cicchardhato vinda randhim / martānena stuvato yaḥ kṛṇoti tigmaṃ tasmin ni jahi vajramindra
Zahllose Feinde haben sich dir unterworfen [?]; auch des trotzenden Bheda finde die Schwachstelle/Unterwerfung. / Wer den preisenden Sterblichen ein Vergehen antut, auf den schlage die scharfe Keule nieder, Indra.
Wort für Wort
śaśvantaḥ
zahllose/ewig viele (Nom. Pl.)
hi
denn
śatravaḥ
Feinde (Nom. Pl.)
raradhuḥ
unterwarfen sich/wurden gefügig (3. Pl. Perf.) [?]
Es half dem Indra die Yamunā und die Tṛtsus; da plünderte er den Bheda vollständig [?]. / Die Ajas, die Śigrus und die Yakṣus brachten als Abgabe Rossköpfe.
na ta indra sumatayo na rāyaḥ saṃcakṣe pūrvā uṣaso na nūtnāḥ / devakaṃ cin mānyamānaṃ jaghanthāva tmanā bṛhataḥ śambaraṃ bhet
Nicht sind deine Gunsterweise, Indra, nicht deine Schätze (leicht) zu überschauen, [gleich] den früheren Morgenröten, nicht den neuen [?]. / Den Devaka, obwohl er sich (für) mächtig hielt, hast du erschlagen; den Śambara stürztest du selbst von der Höhe hinab [?].
pra ye gṛhādamamadustvāyā parāśaraḥ śatayāturvasiṣṭhaḥ / na te bhojasya sakhyaṃ mṛṣantādhā sūribhyaḥ sudinā vyuchān
Die aus dem Haus heraus durch das Verlangen nach dir sich erfreuten: Parāśara, Śatayātu, Vasiṣṭha – / sie werden deine, des Gebers, Freundschaft nicht vergessen; und den Sängern leuchteten gute Tage auf.
Zwei (Hundert) vom Enkel Devavat, zwei Hunderte Rinder, zwei Wagen mit Stuten/Frauen [?] vom Sudās – / würdig, Agni, ist des Paijavana Gabe; wie ein Rufer gehe ich zum Sitz umher, lobpreisend.
Vier Gaben des Paijavana [sind] mir [gegeben], lächelnd/glänzend [?], mit Goldschmuck [?], in der Freigabe [?]. / Die Geraden [?], auf der Erde stehend [?], tragen mich – des Sudās (Gaben) – als Nachkommenschaft für den Nachkommen zum Ruhm [?].
yasya śravo rodasī antarurvī śīrṣṇe-śīrṣṇe vibabhājā vibhaktā / saptedindraṃ na sravato gṛṇanti ni yudhyāmadhimaśiśādabhīke
Dessen Ruhm, zwischen den beiden weiten Welten [ausgebreitet], hat sich auf jedes Haupt verteilt [?], verteilt [?]. / Sieben (Ströme) preisen Indra gleichsam fließend [?]; den Yudhyāmadhi hat er im Kampf niedergemacht [?].
Diesem folgt bei, ihr Männer, Maruts, wie [einst] dem Divodāsa, dem Vater des Sudās. / Ihr habt dem Paijavana geholfen: (seinem) Zeichen [?], der schwer zerstörbaren, unalternden, dienstbereiten Herrschaftsmacht.