Kapitel 50: ṛgvede 7.50 · ā māṃ mitrāvaruṇeha rakṣataṃ kulāyayad viśvayan mā na ā gan
Abwehrspruch gegen Gift und Gebrechen, mit Bitte an die Wasser
Ein Schutz- und Heilspruch: Mitra und Varuṇa, Agni und die Götter sollen ein Gebrechen (Übel, Gift) vom Sprecher wegtreiben; am Ende Segen für die Wasserläufe. Der Wortlaut mehrerer Fachwörter (ajakāva, kulphau, śalmala) ist unsicher.
Beschützt mich hier, Mitra und Varuṇa, (vor dem,) was ein Nest sucht, sich ausbreitet; es komme nicht zu uns. / Das Ziegenbösartige (?), Hässliche verberge ich; kein Kriecher (?) soll mich mit fußlichem Leid erreichen. [Anm.: ajakāva, kulāyayat, tsaru Bedeutung unsicher: vermutlich ein Krabbel- oder Gifttier bzw. ein Leiden [spekulativ].]
Wort für Wort
ā
her (Präverb)
mām
mich (Akk. Sg.)
mitrāvaruṇā
Mitra und Varuṇa (Vok. Du.)
iha
hier (Adv.)
rakṣatam
schützt (2. Du. Imp.)
kulāyayat
ein Nest suchend/bauend (Nom. Sg.) [?]
vi-śvayat
sich ausbreitend/sich auseinanderziehend (Nom. Sg.) [?]
yad vijāman paruṣi vandanaṃ bhuvadaṣṭhīvantau pari kulphau ca dehat / agniṣ ṭacchocannapa bādhatāmito mā māmpadyena ...
Wenn am Gelenk der Sprössling (Wucherung) ein Verhaften bewirkt (?) und an Knöchel und Ferse (ein Brennen) entsteht, / dann soll Agni, leuchtend, dies von hier forttreiben; kein Kriecher soll mich mit fußlichem Leid erreichen. [Anm.: vijāman, vandana, aṣṭhīvantau, kulphau nur ungefähr deutbar (Gelenkleiden?) [?].]
yacchalmalau bhavati yan nadīṣu yadoṣadhībhyaḥ pari jāyate viṣam / viśve devā niritastat suvantu mā māṃ padyena ...
Was im Śalmali-Baum entsteht, was in den Flüssen, was aus den Kräutern ringsum Gift (viṣa) hervorgeht, / das sollen alle Götter von hier fortschicken; kein Kriecher soll mich mit fußlichem Leid erreichen.
Die (Gewässer) die abwärts, vorwärts, aufwärts fließen, wasserreich und wasserlos sind: / diese sollen uns, mit Milch (Wasser) strotzend, gnädig sein, göttlich, ohne Fußgift; alle Flüsse sollen ohne Gift für die Fressenden sein. [Anm.: aśipada, aśimida sind unklar [?].]