Kapitel 40: ṛgvede 7.40 · o śruṣṭirvidathyā sametu prati stomaṃ dadhīmahi turāṇām
Bitte um Gaben an Savitṛ, Mitra-Varuṇa, Maruts, Viṣṇu, Rudra, Aśvin und Pūṣan
Schlusslied der Vasiṣṭha-Reihe: Bitte um Gabenanteil bei Savitṛ, Anruf der Götterschar, Preis von Viṣṇu und Rudra, Warnung an Pūṣan vor Grollen. Mehrere Stellen sind unsicher (niyuvaite, apaḥ, vayāḥ, vide). Vers 7 ist in der Quelle im Saṃhitā-Text ganz abgekürzt (‚nū rodasī …‘) und wird nach dem Padapāṭha wiedergegeben; er ist mit 7.39.7 identisch.
o śruṣṭirvidathyā sametu prati stomaṃ dadhīmahi turāṇām / yadadya devaḥ savitā suvāti syāmāsya ratnino vibhāge
Zu uns soll die Bereitwilligkeit [das Gehör] der Versammlung kommen; wir wollen den Lobgesang der Eiligen entgegensetzen, wenn heute der Gott Savitṛ antreibt; möchten wir bei seiner Verteilung Schatzbesitzer sein.
mitrastan no varuṇo rodasī ca dyubhaktamindro aryamā dadātu / dideṣṭu devyaditī rekṇo vāyuśca yan niyuvaite bhagaśca
Mitra, Varuṇa und Himmel und Erde, Indra, Aryaman sollen uns das vom Himmel Zugeteilte geben; die göttliche Aditi soll [es] zuweisen, [ebenso] das Erbgut [?]; und Vāyu und Bhaga, wenn sie beide [es] zusammenfügen [?]. [Anm.: niyuvaite und rekṇaḥ unsicher.]
Wort für Wort
mitraḥ
Mitra (Nom. Sg.)
tat
das (Akk. Sg. n.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
varuṇaḥ
Varuṇa (Nom. Sg.)
rodasī iti
Himmel und Erde (Nom. Du.)
ca
und
dyu-bhaktam
vom Himmel zugeteilt (Akk. Sg. n.)
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
aryamā
Aryaman (Nom. Sg.)
dadātu
soll geben (3. Sg. Imp.)
dideṣṭu
soll zuweisen, zeigen (3. Sg. Imp.)
devī
göttlich (Nom. Sg. f.)
aditiḥ
Aditi (Nom. Sg.)
rekṇaḥ
Erbgut, Besitz [?] (Akk. Sg.)
vāyuḥ
Vāyu (Nom. Sg.)
ca
und
yat
was, wenn
niyuvaiteitini-yuvaite
sie beide verbinden, fügen zusammen [?] (3. Du. Med.)
sedugro astu marutaḥ sa śuṣmī yaṃ martyaṃ pṛṣadaśvā avātha / utemagniḥ sarasvatī junanti na tasya rāyaḥ paryetāsti
Der soll gewaltig sein, ihr Maruts, der soll kraftvoll sein, den Sterblichen, den ihr, ihr Gefleckte-Rosse-Besitzer, fördert; und ihn treiben Agni [und] Sarasvatī an. Seinem Reichtum ist kein Umgeher [Hinderer] [?].
ayaṃ hi netā varuṇa ṛtasya mitro rājāno aryamāpo dhuḥ / suhavā devyaditiranarvā te no aṃho ati parṣannariṣṭān
Denn dieser ist der Führer der Ordnung: Varuṇa, Mitra, die Könige, Aryaman haben die Werke [oder: Wasser] gesetzt [?]; die gut anzurufende Göttin Aditi und der Unangreifbare: sie sollen uns, die Unversehrten, über die Enge (Not) hinüberbringen. [Anm.: apaḥ mit dhuḥ ‚Werke/Wasser setzen‘ unsicher.]
asya devasya mīḷhuṣo vayā viṣṇoreṣasya prabhṛthe havirbhiḥ / vide hi rudro rudriyaṃ mahitvaṃ yāsiṣṭaṃ vartiraśvināvirāvat
Dieses Gottes, des Spendenden, [nämlich] die Verzweigungen [?] des eilenden Viṣṇu, bei der Darbringung mit den Opferspeisen: Rudra hat ja seine rudrahafte Größe gefunden [oder: ist bekannt] [?]; kommt, ihr beiden Aśvin, mit erquickender Rundfahrt [?]. [Anm.: vayāḥ, vide und vartiḥ unsicher.]
Wort für Wort
asya
dieses (Gen. Sg. m.)
devasya
des Gottes (Gen. Sg.)
mīḷhuṣaḥ
des Spendenden, Freigebigen (Gen. Sg.)
vayāḥ
Zweige, Verzweigungen [?] (Nom. Pl.)
viṣṇoḥ
des Viṣṇu (Gen. Sg.)
eṣasya
des Eilenden, Strebenden [?] (Gen. Sg.)
pra-bhṛthe
bei der Darbringung (Lok. Sg.)
haviḥ-bhiḥ
mit Opferspeisen (Instr. Pl.)
vide
er hat gefunden / ist bekannt (3. Sg. Perf. Med.) [?]
mātra pūṣannāghṛṇa irasyo varūtrī yad rātiṣācaśca rāsan / mayobhuvo no arvanto ni pāntu vṛṣṭiṃ parijmā vāto dadātu
Nicht sollst du hier, Pūṣan, Glühender, grollen; wenn die Schützerin und die Gabenbegleiter geben sollen, mögen die Rosse, die Wohltat bringen, uns behüten; Regen soll der ringsum ziehende Wind geben.
Wort für Wort
mā
nicht
atra
hier
pūṣan
Pūṣan (Vok. Sg.)
āghṛṇe
Glühender, Strahlender (Vok. Sg.)
irasyaḥ
sollst grollen, missgünstig sein (2. Sg. Aor. Inj.)
nū rodasī ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: nu rodasī iti abhistuteity abhi-stute vasiṣṭhaiḥ ṛta-vānaḥ varuṇaḥ mitraḥ agniḥ yacchantu candrāḥ upa-mam naḥ arkam yūyam pāta svasti-bhiḥ sadā naḥ]
Nun sollen beide Welten, von den Vasiṣṭhas besungen, [und] Varuṇa, Mitra, Agni, die Ordnungsbesitzer, die Glänzenden [?] uns unser höchstes Lied gewähren [?]. Ihr aber schützt uns stets mit Segensgaben. [Anm.: In der Quelle ist der Saṃhitā-Text abgekürzt; Übersetzung nach dem vollständigen Padapāṭha, identisch mit 7.39.7.]