Kapitel 2: ṛgvede 7.2 · juṣasva naḥ samidhamagne adya śocā bṛhad yajataṃ dhūmamṛṇvan
Āprī-Lied: Einladung der Götter auf die Streu
Ein Āprī-Lied: Agni wird entzündet und die Götter, Göttinnen und göttlichen Gestalten (Türen, Morgenröte und Nacht, Bhāratī, Iḷā, Sarasvatī, Vanaspati, Tvaṣṭṛ) werden auf die Streu geladen. Verse 3 (Padapāṭha verderbt), 5 und 9 (Turīpa) sind schwierig.
Genieße heute unser Brennholz, Agni; leuchte hoch, verehrungswürdig, den Rauch aufwirbelnd; berühre mit Spitzen den himmlischen Rücken; du hast dich mit den Strahlen der Sonne verwoben.
Die Größe des Narāśaṃsa [Anm.: ‚Männerlob‘, Beiname Agnis], des Verehrungswürdigen, wollen wir mit Verehrungshandlungen preisen, derer, die weise, rein, Gedanken schaffend [sind]: die Götter laben sich an beiderlei Gaben.
[Den Preisenswerten, Tüchtigen, den Boten zwischen den beiden Welten,] den Wahrsprechenden, Agni, wie Manu, von Manu entzündet: gemeinsam wollen wir ihn für die Weihehandlung stets erheben. [Anm.: Die Wortfolge des PP ist verderbt; Text nach dem Saṃhitā-Wortlaut, ‚euch‘ = Götter/Priester.]
Wort für Wort
iti
[PP verderbt: gemeint ‚preisenswert (für euch), der Herr, tüchtig, Bote zwischen beiden Welten‘] [?]
Die Verehrenden, [Gaben] bringend, mit gebeugtem Knie, breiten mit Ehrerbietung die Streu für Agni aus; hineingießend, ihr Adhvaryus, putzt ihn, den Schmalzrückigen, Getropften, mit der Spende.
svādhyo vi duro devayanto 'śiśrayū rathayurdevatātā / pūrvī śiśuṃ na mātarā rihāṇe samagruvo na samaneṣvañjan
Die Andachtsvollen, Götter begehrend, haben die Türen aufgetan; wagenbegehrend [?] in der Götterschaft; die beiden früheren [Mütter], wie zwei Mütter ein Kind leckend; sie salbten [ihn] wie Mädchen bei den Festen [?].
Und die beiden himmlischen Frauen, die Großen, Morgenröte und Nacht, wie eine gutmelkende Kuh, auf der Streu sitzend, vielgerufen, gabenreich, verehrungswürdig: sie sollen sich für unser Wohlergehen hier niederlehnen.
viprā yajñeṣu mānuṣeṣu kārū manye vāṃ jātavedasā yajadhyai / ūrdhvaṃ no adhvaraṃ kṛtaṃ haveṣu tā deveṣu vanatho vāryāṇi
Ihr beiden weisen Dichter in den menschlichen Weihehandlungen, ich gedenke euch, ihr beiden Jātavedas, zu verehren; führt unsere Weihehandlung aufwärts bei den Anrufungen; ihr gewinnt bei den Göttern die begehrenswerten Güter.
ā bhāratī bhāratībhiḥ ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: ā bhāratī bharatībhiḥ sa-joṣāḥ iḷā devaiḥ manuṣyebhiḥ agniḥ sarasvatī sārasvatebhiḥ arvāk tisraḥ devīḥ barhiḥ ā idam sadantu]
Bhāratī soll einträchtig mit den Bhāratīs kommen, Iḷā mit den Göttern, Agni mit den Menschen [?], Sarasvatī mit den Sārasvatas: hierher gewandt sollen die drei Göttinnen sich auf diese Streu setzen.
tan nasturīpaṃ ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: tat naḥ turīpam adha poṣayitnu deva tvaṣṭaḥ vi rarāṇaḥ syasveti syasva yataḥ vīraḥ karmaṇyaḥ su-dakṣaḥ yukta-grāvā jāyate deva-kāmaḥ]
Dieses unser Turīpa [Anm.: Wortsinn unsicher, vielleicht ‚Zeugungskraft‘] [?], nährend, Gott Tvaṣṭṛ, freigebig, ströme aus, sodass ein Held geboren wird, tatkräftig, tüchtig, mit angeschirrtem Pressstein, die Götter liebend.
vanaspate 'va ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: vanaspate ava sṛja upa devān agniḥ haviḥ śamitā sūdayāti saḥ it oṃ iti hotā satya-taraḥ yajāti yathā devānām janimāni veda]
Herr des Waldes, lass [sie] hinab zu den Göttern; Agni als Zurichter soll die Spende bereiten; er eben, der wahrhaftigste Rufer, soll verehren, wie er die Herkünfte der Götter kennt.
ā yāhyagne ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: ā yāhi agne sam-idhānaḥ arvāṅ indreṇa devaiḥ sa-ratham turebhiḥ barhiḥ naḥ āstām aditiḥ su-putrā svāhā devāḥ amṛtāḥ mādayantām]
Komm her, Agni, entzündet, hergewandt, mit Indra, mit den Göttern, im selben Wagen, mit den Schnellen; unsere Streu soll Aditi mit guten Söhnen [besetzen] [?]; svāhā! Die unsterblichen Götter sollen sich berauschen.