Kapitel 42: ṛgvede 7.42 · pra brahmāṇo aṅgiraso nakṣanta pra krandanurnabhanyasya vetu
Agni angerufen, zur Weihehandlung anzuspannen und zu kommen
Aufforderung an Agni, seine Rosse anzuspannen und die Götter zur Weihehandlung zu bringen; Vasiṣṭha nennt sich in Vers 6 als Sänger. Vers 1 enthält Bildrede (Kühe, Pressteine) mit unsicherer Deutung.
pra brahmāṇo aṅgiraso nakṣanta pra krandanurnabhanyasya vetu / pra dhenava udapruto navanta yujyātāmadrī adhvarasya peśaḥ
Vor sollen die Gebetsdichter, die Aṅgiras, herankommen; vor soll der Brüller (?) des Gewölks (?) hineilen; / vor sollen die Kühe, vom Wasser triefend (?), erbrausen: die beiden Pressteine mögen angespannt werden, die Zier der Weihehandlung. [Anm.: krandanu und nabhanya sind unsicher (Donner/Wolke bzw. Soma-Seher; plausibel-spekulativ); dhenu als Bild für Rede oder Milchströme.]
Wort für Wort
pra
vor, hervor (Präverb)
brahmāṇaḥ
Gebetsdichter (Nom. Pl.)
aṅgirasaḥ
Aṅgiras (Nom. Pl.)
nakṣanta
sollen herankommen (3. Pl. Inj. Med.)
pra
vor (Präverb)
krandanuḥ
Brüller/Rufer (Nom. Sg.) [?]
nabhanyasya
des Wolkigen/Nebelhaften (Gen. Sg.) [?]
vetu
möge eilen/hinstreben (3. Sg. Imp.)
pra
vor (Präverb)
dhenavaḥ
Kühe (Nom. Pl.)
uda-prutaḥ
vom Wasser triefend/springend (Nom. Pl.) [?]
navanta
sollen erbrausen/laut werden (3. Pl. Inj. Med.) [?]
Gut gangbar ist dir, Agni, der Weg, Gewinn bringend: spann an für den (gepressten) Soma die falben und die roten (Rosse), / oder die Rötlichen im Haus, die Männer fahrenden; ich rufe die Geburten (Erscheinungen) der Götter an, den Sitzenden.
samu vo yajñaṃ mahayan namobhiḥ pra hotā mandro ririca upāke / yajasva su purvaṇīka devānā yajñiyāmaramatiṃ vavṛtyāḥ
Eure Weihehandlung mit Verbeugungen erhöhend, hat sich der erfreuende Rufer (hotṛ) nahebei hervorgetan. / Verehre wohl, Vielgesichtiger, die Götter; die verehrungswürdige Gunst (aramati) mögest du (uns) zuwenden.
Wort für Wort
sam
zusammen (Präverb)
oṃ iti
ja/doch (Partikel)
vaḥ
euch (Dat./Gen. Pl.)
yajñam
Weihehandlung (Akk. Sg.)
mahayan
erhöhend/verherrlichend (Nom. Sg.)
namaḥ-bhiḥ
mit Verbeugungen (Instr. Pl.)
pra
hervor (Präverb)
hotā
Rufer (Nom. Sg.)
mandraḥ
erfreuend/berauschend (Nom. Sg.)
ririce
hat sich hervorgetan/ragt hervor (3. Sg. Perf. Med.)
Wenn im Haus des Helden, des Reichen, der Gast, wohltuend liegend, aufmerksam wurde, / dann gibt Agni, wohl erfreut, gut hingestellt, im Haus dem Volk die erwünschte Gabe, die er ersehnt. [Anm.: iyatyai „er möge (sie) erlangen/kommen“: Dativ eines Infinitivs [?].]
Wort für Wort
yadā
wenn (Konj.)
vīrasya
des Helden (Gen. Sg.)
revataḥ
des Reichen (Gen. Sg.)
duroṇe
im Haus (Lok. Sg.)
syona-śīḥ
wohltuend liegend (Nom. Sg.)
atithiḥ
Gast (Nom. Sg.)
āciketat
hat sich bemerkbar gemacht/wurde gewahr (3. Sg. Aor.)
Diese unsere Weihehandlung, Agni, nimm gern an; bei den Marut, bei Indra mach uns rühmlich. / Herbei sollen sich Nacht und Morgenröte aufs Streu setzen, die verlangenden; verehre Mitra und Varuṇa hier.
So hat Agni, den Kraftvollen, Vasiṣṭha, der nach Reichtum verlangt, den Vielfältigen (?) gepriesen: / Gabe und Reichtum hat er breit gemacht, Kraft für uns. Ihr aber schützt uns stets mit Segenswünschen. [Anm.: viśvapsnya „allgestaltig“ [?].]
Wort für Wort
eva
so (Adv.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
sahasyam
kraftvoll (Akk. Sg.)
vasiṣṭhaḥ
Vasiṣṭha (Nom. Sg.)
rāyaḥ-kāmaḥ
Reichtum verlangend (Nom. Sg.)
viśva-psnyasya
des Allgestaltigen (Gen. Sg.) [?]
staut
hat gepriesen (3. Sg. Aor.)
iṣam
Labung/Gabe (Akk. Sg.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
paprathat
hat breit gemacht/ausgebreitet (3. Sg. Perf. Kaus.)