Kapitel 76: ṛgvede 7.76 · udu jyotiramṛtaṃ viśvajanyaṃ viśvānaraḥ savitā devo aśret
Uṣas erscheint, die Ahnen finden das Licht
Uṣas-Lied: Savitar/Sonnenlicht, Wege der Götter, Rückblick auf die Ahnen (pitaraḥ), die das verborgene Licht fanden; Bitte an die Vasiṣṭhas' Uṣas. Kehrvers in v.7 abgekürzt.
Empor ist das unsterbliche, allen Geschlechtern gehörende Licht, Viśvānara (der allen Männern gehörende) Savitar, der Gott, aufgestiegen; durch die Einsicht der Götter wurde er als Auge geboren; Uṣas hat die ganze Welt sichtbar gemacht.
pra me panthā devayānā adṛśrannamardhanto vasubhiriṣkṛtāsaḥ / abhūdu keturuṣasaḥ purastāt pratīcyāgādadhi harmyebhyaḥ
Vor mir erschienen die Götterpfade, unbedrängt, von den Vasus gebahnt; das Zeichen der Uṣas war (schon) vorn; nach Westen hin ist sie von den Häusern (dem Himmelshaus) her gekommen [?].
tānīdahāni bahulānyāsan yā prācīnamuditā sūryasya / yataḥ pari jāra ivācarantyuṣo dadṛkṣe na punaryatīva
Jene Tage waren es viele, an denen sie im Osten aufging, der Sonne (zugehörig); von wo du wie ein Buhler umhergehend gesehen wurdest, Uṣas, und nicht wieder wie eine (bloß) Kommende [?].
ta id devānāṃ sadhamāda āsannṛtāvānaḥ kavayaḥ pūrvyāsaḥ / gūḷhaṃ jyotiḥ pitaro anvavindan satyamantrā ajanayannuṣāsam
Diese waren es, die im Freudenmahl der Götter saßen: die Ordnungswahrer, Dichter, Altvordern; das verborgene Licht fanden die Väter; mit wahren Sprüchen brachten sie Uṣas hervor.
samāna ūrve adhi saṃgatāsaḥ saṃ jānate na yatante mithaste / te devānāṃ na minanti vratānyamardhanto vasubhiryādamānāḥ
Auf gemeinsamem Grund/Raum vereint, erkennen sie einander (nicht gegeneinander) und streben nicht gegeneinander; sie schmälern die Satzungen der Götter nicht, unverletzt, mit den Vasus verbunden [?].
Wort für Wort
samāne
auf gemeinsamem (Lok. Sg.)
ūrve
in der Weite, im Raum (Lok. Sg.)
adhi
über, auf (Präp.)
sam-gatāsaḥ
vereint (Nom. Pl. m.)
sam
zusammen (Präverb)
jānate
erkennen, stimmen überein (3. Pl. Med.)
na
nicht
yatante
streben (3. Pl. Med.)
mithaḥ
gegeneinander
te
sie (Nom. Pl.)
te
sie (Nom. Pl.) [Dublette im PP, Verderbnis?]
devānām
der Götter (Gen. Pl.)
na
nicht
minanti
schmälern, verletzen (3. Pl.)
vratāni
Satzungen (Akk. Pl.)
amardhantaḥ
nicht schädigend (Nom. Pl. m.)
vasu-bhiḥ
mit den Vasus (Instr. Pl.)
yādamānāḥ
sich verbindend, bittend (Nom. Pl. m. Part. Med.) [?]
prati tvā stomairīḷate vasiṣṭhā uṣarbudhaḥ subhage tuṣṭuvāṃsaḥ / gavāṃ netrī vājapatnī na uchoṣaḥ sujāte prathamā jarasva
Dir gegenüber rufen die Vasiṣṭhas mit Lobliedern, Uṣas, die Erweckerin (Wecker der Menschen), dich, Glückliche, gepriesen habend; die Führerin der Rinder, die Herrin der Beute, leuchte uns, Wohlgeborene, als erste, sei gepriesen!
Diese da ist die Führerin der Gabe, der Wahrhaftigkeiten (Freigebigkeiten); Uṣas, leuchtend, wird von den Vasiṣṭhas angerufen [?]; einen weithin berühmten Reichtum uns zuteilend: Ihr aber schützt uns … [Kehrvers, abgekürzt].