Kapitel 55: ṛgvede 7.55 · amīvahā vāstoṣ pate viśvā rūpāṇyāviśan
Einschläferungsspruch: an den Hund und an die Hausleute
Zauberspruch, der den Hund (Sārameya, Sohn der Saramā) besänftigt und Hausbewohner und Umstehende in Schlaf versetzt; die Stierbild-Formel (tausendhörniger Stier) und die Anrede an Vāstoṣpati sind rituell-magisch. Der Text ist teils derb; Deutungen einzelner Wörter (ṛṣṭayaḥ, srakveṣu) unsicher.
Wenn du, Weißer, Sohn der Saramā, Rotbrauner, (deine) Zähne fletschst, / (dann) blitzen deine Zähne wie Lanzen (?), wenn du an den Kehlen (?) schnappst: schlaf fest ein. [Anm.: ṛṣṭi „Lanze, Spitze“; srakva „Mundwinkel/Kinnlade“ [?].]
Den Dieb, Sārameya, belle an, oder den Räuber, der wiederkehrt; / die Sänger Indras bellst du an: was quälst du uns, du Übelwollender? Schlaf fest ein.
Du reiße das Schwein auf, es soll dich das Schwein aufreißen. / Die Sänger Indras bellst du an: was quälst du uns, du Übelwollender? Schlaf fest ein. [Anm.: Zeile 1 syntaktisch und lexikalisch fest, doch Sinn als Formel im Spruch nicht klar.]
Schlafen soll die Mutter, schlafen der Vater, schlafen der Hund, schlafen der Hausherr; / schlafen sollen alle Verwandten, schlafen soll dieses Volk ringsum.
ya āste yaśca carati yaśca paśyati no janaḥ / teṣāṃsaṃ hanmo akṣāṇi yathedaṃ harmyaṃ tathā
Wer da sitzt und wer umhergeht und wer uns sieht (von) den Leuten, / deren Augen schließen wir zu, wie dieses Haus (verschlossen ist), so. [Anm.: harmya „Haus/Gebäude“, sekundär; Bild vom verschlossenen Haus.]
Die auf der Bank schlafen, die auf dem Wagen schlafen, die Frauen, die auf dem Lager liegen, / die Frauen, die wohlriechend sind: diese alle lassen wir schlafen. [Anm.: puṇya-gandha „Wohlgeruch“; nicht spätere Bedeutungen einlesen.]