Kapitel 46: ṛgvede 7.46 · imā rudrāya sthiradhanvane giraḥ kṣipreṣave devāya svadhāvne
Lieder an Rudra: Bitte um Verschonung
Rudra, der Bogenschütze, wird mit Liedern gepriesen und gebeten, seine Waffe (Blitz) von den Seinen abzuwenden und heilsam zu sein. Vers 4 endet mit dem Kehrvers.
Diese Lieder bringt dar Rudra, dem mit festem Bogen, dem mit schnellem Pfeil, dem Gott, dem Selbstherrschenden, / dem Unbezwingbaren, Überwindenden, dem Ordner, dem mit scharfer Waffe; er soll uns hören.
Wort für Wort
imāḥ
diese (Akk. Pl. f.)
rudrāya
Rudra (Dat. Sg.)
sthira-dhanvane
mit festem Bogen (Dat. Sg.)
giraḥ
Lieder (Akk. Pl.)
kṣipra-save
mit schnellem Pfeil (Dat. Sg.)
devāya
Gott (Dat. Sg.)
svadhāvne
dem Selbstherrschenden/aus eigener Kraft (Dat. Sg.)
sa hi kṣayeṇa kṣamyasya janmanaḥ sāmrājyena divyasya cetati / avannavantīrupa no duraścarānamīvo rudra jāsu no bhava
Denn er erkennt durch (seine) Herrschaft (das Wesen) der irdischen Geburt und durch (seine) Oberherrschaft das des Himmlischen. / Schütze (uns) helfend, geh (zu uns) an die Türen; du, Rudra, sei frei von Krankheit für diese (unsere Leute).
yā te didyudavasṛṣṭā divas pari kṣmayā carati pari sāvṛṇaktu naḥ / sahasraṃ te svapivāta bheṣajā mā nastokeṣutanayeṣu rīriṣah
Dein Blitz, der vom Himmel herabgeschleudert über die Erde streift, der soll uns umgehen (meiden). / Tausend Heilmittel hast du, Schönwehender; verletze uns nicht in unseren Kindern und Nachkommen. [Anm.: didyut kann „Blitzgeschoss“ sein; su-apivāta unsicher [?].]
mā no vadhī rudra mā parā dā mā te bhūma prasitau hīḷitasya / ā no bhaja barhiṣi jīvaśaṃse yūyaṃ pāta ...
Töte uns nicht, Rudra, gib uns nicht preis, mögen wir nicht in die Fessel deines Zorns geraten. / Gewähre uns Anteil beim Streu, wo das Leben gepriesen wird. Ihr aber schützt uns stets mit Segenswünschen.