Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 7

Kapitel 34: ṛgvede 7.34 · pra śukraitu devī manīṣā asmat sutaṣṭo ratho na vājī Lied an die Götter um Schutz, Wasser und Gedeihen (Varuṇa, Apām Napāt, Tvaṣṭṛ)

Vasiṣṭha-Lied ohne strenge Einheit: Es beginnt mit dem eigenen Lied als Wagen, ruft die Wasser und Varuṇa an, dann den Apām Napāt und die Schlange der Tiefe (ahi budhnya), zuletzt Tvaṣṭṛ und die Götterfrauen. Vers 25 ist in der Quelle im Saṃhitā-Text abgekürzt und wird nach dem Padapāṭha vervollständigt. Mehrere Verse (2, 3, 7, 12, 24) sind syntaktisch dunkel.

pra śukraitu devī manīṣā asmat sutaṣṭo ratho na vājī

Vorwärts soll von uns die strahlende, göttliche Gedankenschöpfung (manīṣā) gehen, wie ein gut gezimmerter Wagen, ein Renner.

Wort für Wort
pra
vorwärts
śukrā
strahlend, hell (Nom. Sg. f.)
etu
soll gehen (3. Sg. Imp.)
devī
göttlich (Nom. Sg. f.)
manīṣā
Gedankenschöpfung, Preisdichtung (Nom. Sg.)
asmat
von uns (Abl.)
su-taṣṭaḥ
gut gezimmert (Nom. Sg. m.)
rathaḥ
Wagen (Nom. Sg.)
na
wie
vājī
Renner, Kraftvoller (Nom. Sg.)

viduḥ pṛthivyā divo janitraṃ śṛṇvantyāpo adha kṣarantīḥ

Sie wissen den Erzeugungsort [oder: den Erzeuger] von Erde und Himmel; die Wasser hören [es], wenn sie nun fließen. [Anm.: Subjekt von viduḥ nicht ausgedrückt; vermutlich die Wasser selbst oder die Sänger, [?].]

Wort für Wort
viduḥ
sie wissen (3. Pl. Perf.)
pṛthivyāḥ
der Erde (Gen. Sg.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
janitram
Erzeugungsort, Erzeuger (Akk. Sg.) [?]
śṛṇvanti
sie hören (3. Pl.)
āpaḥ
Wasser (Nom. Pl.)
adha
nun, dann
kṣarantīḥ
fließend (Part. Nom. Pl. f.)

āpaścidasmai pinvanta pṛthvīrvṛtreṣu śūrā maṃsanta ugrāḥ

Sogar die Wasser, die weiten, ließen für ihn [Nahrung] anschwellen; in den Widerständen (Vṛtra-Kämpfen) achten ihn die Helden, die Gewaltigen [?]. [Anm.: maṃsante wörtlich ‚sie meinen/halten dafür‘; Objekt fehlt.]

Wort für Wort
āpaḥ
Wasser (Nom. Pl.)
cit
sogar
asmai
ihm (Dat. Sg.)
pinvanta
sie ließen schwellen (3. Pl. Med.)
pṛthvīḥ
weit (Nom. Pl. f.)
vṛtreṣu
in den Widerständen, Vṛtra-Kämpfen (Lok. Pl.)
śūrāḥ
Helden (Nom. Pl.)
maṃsante
sie halten dafür, achten (3. Pl. Med.) [?]
ugrāḥ
gewaltig (Nom. Pl.)

ā dhūrṣvasmai dadhātāśvānindro na vajrī hiraṇyabāhuḥ

Schirrt ihm an den Jochen die Rosse an, [ihm,] der wie Indra der Keulenträger goldarmig ist.

Wort für Wort
ā
hin, an
dhūrṣu
an den Jochen (Lok. Pl.)
asmai
ihm (Dat. Sg.)
dadhāta
legt an, schirrt (2. Pl. Imp. Med.)
aśvān
Rosse (Akk. Pl.)
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
na
wie
vajrī
Keulenträger (Nom. Sg.)
hiraṇya-bāhuḥ
goldarmig (Nom. Sg.)

abhi pra sthātāheva yajñaṃ yāteva patman tmanā hinota

Tretet vor, hin zur Weihehandlung, wie am Tage [?]; treibt sie von selbst voran, wie ein Fahrender im Flug/auf der Fahrt. [Anm.: aha iva unsicher; yajña hier als Verehrungs-Weihehandlung.]

Wort für Wort
abhi
hin
pra
vorwärts
sthāta
tretet (2. Pl. Imp.)
aha-iva
wie am Tag [?]
yajñam
Weihehandlung, Verehrung (Akk. Sg.)
yātāiva
wie ein Fahrender, Gehender (Nom. Sg.)
patman
im Flug, auf der Fahrt (Lok. Sg.)
tmanā
von selbst (Instr. Sg.)
hinota
treibt an (2. Pl. Imp.)

tmanā samatsu hinota yajñaṃ dadhāta ketuṃ janāya vīram

Von selbst treibt die Weihehandlung in den Kämpfen voran; setzt ein Banner (Zeichen) für das Volk, einen Helden.

Wort für Wort
tmanā
von selbst (Instr. Sg.)
samat-su
in den Kämpfen (Lok. Pl.)
hinota
treibt an (2. Pl. Imp.)
yajñam
Weihehandlung, Verehrung (Akk. Sg.)
dadhāta
setzt, legt (2. Pl. Imp. Med.)
ketum
Banner, Zeichen (Akk. Sg.)
janāya
dem Volk (Dat. Sg.)
vīram
Held (Akk. Sg.)

udasya śuṣmād bhānurnārta bibharti bhāraṃ pṛthivī nabhūma

Aus seiner Wucht ist wie ein Lichtglanz [es] emporgestiegen; die Erde trägt die Last, [so] wie das Erdreich [es tut] [?]. [Anm.: Vers dunkel; Subjekt von ārta und Sinn von bhūma unsicher.]

Wort für Wort
ut
empor
asya
seiner (Gen. Sg.)
śuṣmāt
aus Wucht, Kraft (Abl. Sg.)
bhānuḥ
Lichtglanz (Nom. Sg.)
na
wie
ārta
ist aufgestiegen (3. Sg. Aor. Med.)
bibharti
trägt (3. Sg.)
bhāram
Last (Akk. Sg.)
pṛthivī
Erde (Nom. Sg.)
na
wie
bhūma
Erdreich [?] (Nom. Sg.)

hvayāmi devānayāturagne sādhannṛtena dhiyaṃ dadhāmi

Ich rufe die Götter, [ich] ohne Trug [oder: o unschädlicher] Agni; indem ich es mit der Ordnung (ṛta) vollbringe, setze ich das Dichtwerk (dhī). [Anm.: ayātuḥ kann sich auf den Sprecher oder als Vokativ auf Agni beziehen.]

Wort für Wort
hvayāmi
ich rufe (1. Sg.)
devān
Götter (Akk. Pl.)
ayātuḥ
ohne Zaubertrug, unschädlich (Nom./Vok. Sg.) [?]
agne
Agni (Vok. Sg.)
sādhan
vollbringend (Part. Nom. Sg.)
ṛtena
mit der Ordnung, dem Ṛta (Instr. Sg.)
dhiyam
Dichtwerk, Gedanke (Akk. Sg.)
dadhāmi
ich setze (1. Sg. Med.)

abhi vo devīṃ dhiyaṃ dadhidhvaṃ pra vo devatrā vācaṃ kṛṇudhvam

Nehmt euch die göttliche Denkkraft (dhī) zu; bringt bei den Göttern eure Rede hervor.

Wort für Wort
abhi
hin, zu
vaḥ
euch (Dat./Gen. Pl.)
devīm
göttlich (Akk. Sg. f.)
dhiyam
Denkkraft, Dichtergedanke (Akk. Sg.)
dadhidhvam
nehmt, setzt (2. Pl. Aor. Imp. Med.)
pra
vorwärts
vaḥ
euch, eure (Gen. Pl.)
deva-trā
bei den Göttern
vācam
Rede (Akk. Sg.)
kṛṇudhvam
macht (2. Pl. Imp. Med.)

ā caṣṭa āsāṃ pātho nadīnāṃ varuṇa ugraḥ sahasracakṣāḥ

Er überblickt die Bahn [den Bereich] dieser Flüsse, Varuṇa, der gewaltige, tausendäugige.

Wort für Wort
ā
hin, herüber
caṣṭe
überblickt (3. Sg. Med.)
āsām
dieser (Gen. Pl. f.)
pāthaḥ
Bahn, Bereich (Akk. Sg.)
nadīnām
der Flüsse (Gen. Pl.)
varuṇaḥ
Varuṇa (Nom. Sg.)
ugraḥ
gewaltig (Nom. Sg.)
sahasra-cakṣāḥ
tausendäugig (Nom. Sg.)

rājā rāṣṭrānāṃ peśo nadīnāmanuttamasmai kṣatraṃ viśvāyu

König der Herrschaftsbereiche, Zier der Flüsse; unangetrieben [unbezwungen] ist ihm die Herrschaft, das ganze Leben umfassend.

Wort für Wort
rājā
König (Nom. Sg.)
rāṣṭrānām
der Herrschaftsbereiche (Gen. Pl.)
peśaḥ
Zier, Gestalt (Nom. Sg.)
nadīnām
der Flüsse (Gen. Pl.)
anuttam
unangetrieben, unbezwungen (Nom. Sg. n.)
asmai
ihm (Dat. Sg.)
kṣatram
Herrschaft (Nom. Sg.)
viśva-āyu
das ganze Leben umfassend (Nom. Sg. n.)

aviṣṭo asmān viśvāsu vikṣvadyuṃ kṛṇota śaṃsaṃ ninitsoḥ

Helft uns in allen Stämmen; macht den Spruch (Fluch) des Schmähsüchtigen glanzlos [nichtig] [?].

Wort für Wort
aviṣṭo iti asmān
helft, schützt (2. Pl. Aor. Imp.) + Partikel u + uns (Akk. Pl.)
viśvāsu
in allen (Lok. Pl. f.)
vikṣu
in den Stämmen (Lok. Pl.)
adyum
glanzlos, nichtig [?] (Akk. Sg.)
kṛṇota
macht (2. Pl. Imp.)
śaṃsam
Spruch, Rede (Akk. Sg.)
ninitsoḥ
des Schmähsüchtigen (Gen. Sg.)

vyetu didyud dviṣāmaśevā yuyota viṣvag rapastanūnām

Das unheilvolle Geschoss (der Blitz) der Hasser soll auseinanderfahren; haltet nach allen Seiten den Makel [Schaden] von den Leibern fern.

Wort für Wort
vi
auseinander
etu
soll gehen (3. Sg. Imp.)
didyut
Geschoss, Blitz (Nom. Sg.)
dviṣām
der Hasser (Gen. Pl.)
aśevā
unheilvoll (Nom. Sg. n./f.)
yuyota
haltet fern, trennt (2. Pl. Imp.)
viṣvak
nach allen Seiten
rapaḥ
Makel, Schaden (Akk. Sg.)
tanūnām
der Leiber (Gen. Pl.)

avīn no agnirhavyān namobhiḥ preṣṭho asmā adhāyi stomaḥ

Uns hat Agni, der die Darbringung Verzehrende, mit Verbeugungen gefördert; ihm, dem Liebsten, ist der Lobgesang gesetzt worden.

Wort für Wort
avīt
hat gefördert, geholfen (3. Sg. Aor.)
naḥ
uns (Akk. Pl.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
havya-at
die Darbringung verzehrend (Nom. Sg.)
namaḥ-bhiḥ
mit Verbeugungen (Instr. Pl.)
preṣṭhaḥ
liebster (Nom. Sg.)
asmai
ihm (Dat. Sg.)
adhāyi
ist gesetzt worden (3. Sg. Aor. Pass.)
stomaḥ
Lobgesang (Nom. Sg.)

sajūrdevebhirapāṃ napātaṃ sakhāyaṃ kṛdhvaṃ śivo no astu

Einträchtig mit den Göttern macht euch den Apām Napāt [Sohn/Enkel der Wasser] zum Freund; gnädig soll er uns sein.

Wort für Wort
sa-jūḥ
einträchtig (Nom. Sg.)
devebhiḥ
mit den Göttern (Instr. Pl.)
apām
der Wasser (Gen. Pl.)
napātam
Sohn, Enkel (Akk. Sg.)
sakhāyam
Freund (Akk. Sg.)
kṛdhvam
macht (2. Pl. Imp. Med.)
śivaḥ
gnädig (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
astu
soll sein (3. Sg. Imp.)

abjāmukthairahiṃ gṛṇīṣe budhne nadīnāṃ rajassu ṣīdan

Den Wassergeborenen, die Schlange, preise ich [?] mit Sprüchen, der auf dem Grund der Flüsse in den Dunkelräumen (rajas) sitzt. [Anm.: gṛṇīṣe 1. Sg. oder passivisch ‚wird gepriesen‘; Deutung als Apām Napāt/ahi budhnya plausibel.]

Wort für Wort
ap-jām
im Wasser geboren (Akk. Sg.)
ukthaiḥ
mit Sprüchen, Lobsprüchen (Instr. Pl.)
ahim
Schlange (Akk. Sg.)
gṛṇīṣe
ich preise / wird gepriesen [?] (Med.)
budhne
auf dem Grund (Lok. Sg.)
nadīnām
der Flüsse (Gen. Pl.)
rajaḥ-su
in den Dunkelräumen (Lok. Pl.)
sīdan
sitzend (Part. Nom. Sg.)

mā no 'hirbudhnyo riṣe dhān mā yajño asya sridhad ṛtāyoḥ

Nicht soll uns die Schlange der Tiefe dem Schaden ausliefern; und nicht soll die Weihehandlung dieses Ordnungstreuen fehlgehen.

Wort für Wort
mā
nicht
naḥ
uns (Akk. Pl.)
ahiḥ
Schlange (Nom. Sg.)
budhnyaḥ
aus der Tiefe, dem Grund (Nom. Sg.)
riṣe
zum Schaden (Dat. Sg.)
dhāt
soll setzen (3. Sg. Aor. Konj.)
mā
nicht
yajñaḥ
Weihehandlung, Verehrung (Nom. Sg.)
asya
dieses, seines (Gen. Sg.)
sridhat
soll fehlgehen (3. Sg. Aor. Konj.)
ṛta-yoḥ
des Ordnungstreuen, Ṛta-Strebenden (Gen. Sg.)

uta na eṣu nṛṣu śravo dhuḥ pra rāye yantu śardhanto aryaḥ

Und sie sollen uns unter diesen Männern Ruhm setzen; vorwärts zum Reichtum sollen die kühnen Herren streben. [Anm.: aryaḥ als ‚Herren/Arier‘ unsicher.]

Wort für Wort
uta
und
naḥ
uns (Dat. Pl.)
eṣu
unter diesen (Lok. Pl.)
nṛṣu
Männern (Lok. Pl.)
śravaḥ
Ruhm (Akk. Sg.)
dhuḥ
sie sollen setzen (3. Pl. Aor. Inj.)
pra
vorwärts
rāye
zum Reichtum (Dat. Sg.)
yantu
sollen gehen (3. Pl. Imp.)
śardhantaḥ
kühn, sich stärkend (Part. Nom. Pl.)
aryaḥ
Herren [?] (Nom. Pl.)

tapanti śatruṃ svarṇa bhūmā mahāsenāso amebhireṣām

Sie versengen den Feind wie die Sonne die Erde [?], die mit großen Heeren, mit dem Ungestüm dieser [Männer].

Wort für Wort
tapanti
sie erhitzen, versengen (3. Pl.)
śatrum
Feind (Akk. Sg.)
svaḥ
Sonne (Nom. Sg.)
na
wie
bhūma
Erde (Akk. Sg.) [?]
mahāsenāsaḥ
mit großen Heeren (Nom. Pl.)
amebhiḥ
mit Ungestüm, Wucht (Instr. Pl.)
eṣām
dieser (Gen. Pl.)

ā yan naḥ patnīrgamantyachā tvaṣṭā supāṇirdadhātuvīrān

Wenn die Gattinnen zu uns hinkommen, soll Tvaṣṭṛ, der Schönhändige, Männer [Söhne] verleihen.

Wort für Wort
ā
hin
yat
wenn
naḥ
zu uns (Akk./Dat. Pl.)
patnīḥ
Gattinnen (Nom. Pl.)
gamanti
sie kommen (3. Pl. Aor. Konj.)
accha
hin (zu)
tvaṣṭā
Tvaṣṭṛ (Nom. Sg.)
su-pāṇiḥ
schönhändig (Nom. Sg.)
dadhātu
soll verleihen (3. Sg. Imp.)
vīrān
Männer, Helden (Akk. Pl.)

prati na stomaṃ tvaṣṭā juṣeta syādasme aramatirvasūyuḥ

Unseren Lobgesang soll Tvaṣṭṛ gern annehmen; bei uns soll die Bereitschaft (Aramati) sein, nach Gütern strebend.

Wort für Wort
prati
entgegen
naḥ
unseren (Gen. Pl.)
stomam
Lobgesang (Akk. Sg.)
tvaṣṭā
Tvaṣṭṛ (Nom. Sg.)
juṣeta
soll gern annehmen (3. Sg. Opt. Med.)
syāt
sei (3. Sg. Opt.)
asme iti
bei uns (Lok.)
aramatiḥ
Bereitschaft, Fügsamkeit, Aramati (Nom. Sg.)
vasu-yuḥ
nach Gütern strebend (Nom. Sg.)

tā no rāsan rātiṣāco vasūnyā rodasī varuṇānī śṛṇotu / varūtrībhiḥ suśaraṇo no astu tvaṣṭā sudatro vi dadhātu rāyaḥ

Diese, die Gabenbegleiterinnen, sollen uns Güter geben; Himmel und Erde und Varuṇānī sollen [uns] hören. Mit den Schützerinnen soll Tvaṣṭṛ uns gute Zuflucht sein; der gut Gebende soll die Reichtümer verteilen.

Wort für Wort
tā
diese (Nom. Pl. f.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
rāsan
sie sollen geben (3. Pl. Aor. Konj.)
rāti-sācaḥ
gabenbegleitend (Nom. Pl.)
vasūni
Güter (Akk. Pl.)
ā
hin
rodasī iti
Himmel und Erde (Nom. Du.)
varuṇānī
Varuṇānī, Gemahlin Varuṇas (Nom. Sg.)
śṛṇotu
soll hören (3. Sg. Imp.)
varāūtrībhiḥ
mit den Schützerinnen (Instr. Pl.) [?]
su-śaraṇaḥ
gute Zuflucht bietend (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
astu
soll sein (3. Sg. Imp.)
tvaṣṭā
Tvaṣṭṛ (Nom. Sg.)
su-datraḥ
gut gebend (Nom. Sg.)
vi
auseinander
dadhātu
soll verteilen (3. Sg. Imp.)
rāyaḥ
Reichtümer (Akk. Pl.)

tan no rāyaḥ parvatāstan na āpastad rātiṣāca oṣadhīruta dyauḥ / vanaspatibhiḥ pṛthivī sajoṣā ubhe rodasī pari pāsato naḥ

Dies [sollen] uns die Reichtümer, dies uns die Berge, dies die Wasser, dies die Gabenbegleiter, die Kräuter und der Himmel [gewähren]; die Erde einträchtig mit den Waldbäumen; die beiden Welten sollen uns rundum schützen. [Anm.: Das regierende Verb ist ergänzt; der Text ist elliptisch.]

Wort für Wort
tat
das, dies (Akk. Sg. n.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
rāyaḥ
Reichtümer (Nom. Pl.)
parvatāḥ
Berge (Nom. Pl.)
tat
das, dies
naḥ
uns (Dat. Pl.)
āpaḥ
Wasser (Nom. Pl.)
tat
das, dies
rāti-sācaḥ
gabenbegleitend (Nom. Pl.)
oṣadhīḥ
Kräuter, Pflanzen (Nom. Pl.)
uta
und
dyauḥ
Himmel (Nom. Sg.)
vanaspati-bhiḥ
mit den Waldbäumen (Instr. Pl.)
pṛthivī
Erde (Nom. Sg.)
sa-joṣāḥ
einträchtig (Nom. Sg.)
ubhe iti
beide (Nom. Du.)
rodasī iti
Himmel und Erde (Nom. Du.)
pari
rings
pāsataḥ
sollen schützen (3. Du. Konj.)
naḥ
uns (Akk. Pl.)

anu tadurvī rodasī jihātāmanu dyukṣo varuṇa indrasakhā / anu viśve maruto ye sahāso rāyaḥ syāma dharuṇaṃ dhiyadhyai

Dem sollen die beiden weiten Welten zustimmen [?], dem der himmelwohnende Varuṇa, Indras Freund; dem alle Maruts, die Gewaltigen; wir wollen Reichtümer [besitzen], um die Stütze zu bewahren [?]. [Anm.: jihātām und dharuṇaṃ dhiyadhyai unsicher.]

Wort für Wort
anu
nach, zustimmend zu
tat
dem, das (Akk. Sg. n.)
urvī iti
weit (Nom. Du. f.)
rodasī iti
Himmel und Erde (Nom. Du.)
jihātām
sollen weichen/nachgehen, zustimmen (3. Du. Imp. Med.) [?]
anu
nach, zustimmend zu
dyukṣaḥ
himmelwohnend (Nom. Sg.)
varuṇaḥ
Varuṇa (Nom. Sg.)
indra-sakhā
Indras Freund (Nom. Sg.)
anu
nach, zustimmend zu
viśve
alle (Nom. Pl.)
marutaḥ
Maruts (Nom. Pl.)
ye
die (Nom. Pl.)
sahāsaḥ
gewaltig, überlegen (Nom. Pl.)
rāyaḥ
Reichtümer (Akk./Gen. Sg.) [?]
syāma
wir wollen sein (1. Pl. Opt.)
dharuṇam
Stütze, Halt (Akk. Sg.)
dhiyadhyai
zu bewahren, zu erlangen (Inf.) [?]

tan na indro varuṇo mitro agnirāpa oṣadhīrvanino juṣanta / śarman syāma marutāmupasthe yūyaṃ pāta ...

Das sollen uns Indra, Varuṇa, Mitra, Agni, die Wasser, die Kräuter und die Bäume gern annehmen. Im Schutz wollen wir sein, im Schoß der Maruts; ihr aber schützt uns stets mit Segensgaben. [Anm.: Der Refrain ist in der Quelle im Saṃhitā-Text abgekürzt und nach dem Padapāṭha wiedergegeben.]

Wort für Wort
tat
das, dies (Akk. Sg. n.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
varuṇaḥ
Varuṇa (Nom. Sg.)
mitraḥ
Mitra (Nom. Sg.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
āpaḥ
Wasser (Nom. Pl.)
oṣadhīḥ
Kräuter (Nom. Pl.)
vaninaḥ
Bäume, Baumreiche (Nom. Pl.)
juṣanta
sollen gern annehmen (3. Pl. Aor. Konj.)
śarman
im Schutz (Lok. Sg.)
syāma
wir wollen sein (1. Pl. Opt.)
marutām
der Maruts (Gen. Pl.)
upa-sthe
im Schoß (Lok. Sg.)
yūyam
ihr (Nom. Pl.)
pāta
schützt (2. Pl. Imp.)
svasti-bhiḥ
mit Segensgaben, mit Wohlergehen (Instr. Pl.)
sadā
stets
naḥ
uns (Akk. Pl.)

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