Kapitel 43: ṛgvede 7.43 · pra vo yajñeṣu devayanto arcan dyāvā namobhiḥ prithivī iṣadhyai
Zurüstung der Weihehandlung: Himmel und Erde, Streu, Agni
Die Sänger rufen in der Weihehandlung Himmel und Erde an, das Streu wird gebreitet und die Götter werden eingeladen; Schluss mit Bitte an Agni um Schutz und Gedeihen.
pra vo yajñeṣu devayanto arcan dyāvā namobhiḥ prithivī iṣadhyai / yeṣāṃ brahmāṇyasamāni viprā viṣvag viyanti vanino na śākhāḥ
Vorwärts haben euch bei den Weihehandlungen die götterverlangenden (Sänger) gepriesen; Himmel und Erde will ich mit Verbeugungen begehren. / Deren Gebete (brahman) sind unvergleichlich, ihr Redner; sie breiten sich nach allen Seiten aus wie die Zweige eines Baumes.
pra yajña etu hetvo na saptirud yachadhvaṃ samanaso ghṛtācīḥ / stṛṇīta barhiradhvarāya sādhūrdhvā śocīṃṣi devayūnyasthuḥ
Vorwärts gehe die Weihehandlung wie ein Antreiber, wie ein Ross; hebt sie empor, einmütig, ihr Schmalz-Zugewandten. / Streut das Streu gut für die Weihehandlung; aufrecht stehen die Flammen, götterverlangend.
ā putrāso na mātaraṃ vibhṛtrāḥ sānau devāso barhiṣaḥsadantu / ā viśvācī vidathyāmanaktvagne mā no devatātā mṛdhas kaḥ
Wie Söhne zur Mutter mögen die Götter, weit verteilt, sich auf dem Rücken (der Erde) aufs Streu setzen; / die allseitig Gerichtete (Flamme) salbe die Versammlungsgabe; Agni, tu uns bei den Göttern keine Bedrängnis an. [Anm.: vibhṛtrāḥ „auseinander getragen, verteilt“ [?]; karitikaḥ ist PP-Verderbnis für kaḥ + iti, [?]]
Wort für Wort
ā
her (Präverb)
putrāsaḥ
Söhne (Nom. Pl.)
na
wie (Partikel)
mātaram
Mutter (Akk. Sg.)
vi-bhṛtrāḥ
auseinandergetragen/verteilt (Nom. Pl.) [?]
sānau
auf dem Rücken/Gipfel (Lok. Sg.)
devāsaḥ
Götter (Nom. Pl.)
barhiṣaḥ
des Streus (Gen. Sg.)
sadantu
mögen sich setzen (3. Pl. Imp.)
ā
herbei (Präverb)
viśvācī
allseitig gerichtet (Nom. Sg. f.)
vidathyām
der Versammlung gehörig (Akk. Sg. f.)
anaktu
möge salben (3. Sg. Imp.)
agne
Agni (Vok.)
mā
nicht (Verbot)
naḥ
uns (Dat./Akk. Pl.)
deva-tātā
in der Götterschar/bei den Göttern (Lok. Sg.)
mṛdhaḥ
Bedrängnis/Schädigung (Akk. Pl.)
karitikaḥ
mögest du machen (2. Sg. Inj.) + zitierendes iti [?]
te sīṣapanta joṣamā yajatrā ṛtasya dhārāḥ sudughā duhānāḥ / jyeṣṭhaṃ vo adya maha ā vasūnāmā gantana samanaso yati ṣṭha
Sie, die Verehrungswürdigen, haben die Lust (der Götter) herbeigemolken (?), die Ströme des Ṛta, gut melkend, indem sie melken. / Kommt heute her zum höchsten der Großen unter den Gütern, einmütig, so viele ihr seid. [Anm.: sīṣapanta [?]; „ṛta“ als Ordnung/Wahrheit mit Bildrede des Melkens; rituell fest, weitergehende Deutung spekulativ.]
Wort für Wort
te
sie (Nom. Pl.)
sīṣapanta
haben (die Lust) herbeigemolken/erreicht (3. Pl.) [?]
So sei uns, Agni, unter den Stämmen (Sippen) gnädig zugeteilt (?); mit dir, Kraftvoller, mögen wir uns unbedrängt (?) behaupten, / mit Reichtum als Gespann, gemeinsam frohe, unversehrte. Ihr aber schützt uns stets mit Segenswünschen. [Anm.: daśasya, āskrāḥ nur vermutet [?].]