Kapitel 32: ṛgvede 7.32 · mo ṣu tvā vāghataścanāre asman ni rīraman
Indra rufen: Soma, Gaben und Sieg
Langes Lied an Indra mit Bitten um Kommen, Reichtum und Schutz; die Verse 8-9 mahnen zum Pressen und Geben, Vers 10 nennt den Sieg des Sudās. Manche Verse (13, 21, 24) sind syntaktisch schwierig.
mo ṣu tvā vāghataścanāre asman ni rīraman / ārāttāccit sadhamādaṃ na ā gahīha vā sannupa śrudhi
Nicht sollen dich die Opferherren [Sänger] irgendwie fern von uns festhalten. / Auch aus der Ferne komm zu unserem gemeinsamen Rausch; / oder, hier weilend, höre zu.
ime hi te brahmakṛtaḥ sute sacā madhau na makṣa āsate / indre kāmaṃ jaritāro vasūyavo rathe na pādamā dadhuḥ
Diese Gebetsdichter sitzen dir bei der Pressung beisammen wie Fliegen beim Honig. / Auf Indra haben die Sänger, nach Gütern verlangend, / ihren Wunsch gesetzt wie den Fuß auf den Wagen.
Diese Somasäfte sind für Indra gepresst worden, mit Dickmilch gemischt. / Zu ihnen [komm] zum Rausch, Keulenhändiger, zum Trinken; / mit den beiden Falben komm zur Heimstatt.
śravacchrutkarṇa īyate vasūnāṃ nū cin no mardhiṣad giraḥ / sadyaścid yaḥ sahasrāṇi śatā dadan nakirditsantamā minat
Er soll hören, der Hörohrige; er kommt [?] zu den Gütern. Nimmer soll er unsere Lieder vernachlässigen. / Er, der sofort Tausende, Hunderte gibt, / den, der geben will, hindert keiner.
sa vīro apratiṣkuta indreṇa śūśuve nṛbhiḥ / yaste gabhīrā savanāni vṛtrahan sunotyā ca dhāvati
Dieser Held, unangefochten, ist mit Indra und mit den Männern erstarkt, / der dir die tiefen Pressungen, Vṛtra-Töter, presst und [es] herbeieilt [herbeiträgt] [?].
Sei Schutzdach der Gabenreichen, Maghavan, wenn du die Trotzenden zusammentreibst. / Wir möchten die Habe des von dir Erschlagenen aufteilen. / Bring Besitz herbei, du Schwervernichtbarer [?].
Presst Soma für den Somatrinker, für Indra, den Keulenträger. / Kocht die Gekochten [Speisen], macht sie zur Hilfe bereit; / nur der Sättigende, wer sättigt, [erhält] Erquickung [?].
Zaudert nicht, ihr Somaherren; seid tüchtig, macht [euch] zu großem Reichtum, zum Antrieb. / Der Rasche siegt, siedelt, gedeiht; / die Götter [gehören] nicht dem Knauser.
nakiḥ sudāso rathaṃ paryāsa na rīramat / indro yasyāvitā yasya maruto gamat sa gomati vraje
Keiner hat den Wagen des Sudās umringt [überholt] [?] oder aufgehalten. / Wessen Helfer Indra ist, zu wem die Maruts kommen, / der [gelangt] in den rinderreichen Pferch.
Legt einen Spruch nieder, der nicht verstümmelt, wohlgesetzt und schön gestaltet ist, bei den Verehrungswürdigen [?]. / Auch viele Fesseln [Angriffe] überwinden [?] den, / der durch sein Werk bei Indra ist. [Anm.: Konstruktion von 13cd unklar; taranti könnte auch 'sie überwinden' mit dem Spruch als Mittel sein.]
Wort für Wort
mantram
Spruch (Akk. Sg.)
akharvam
nicht verkürzt/unversehrt (Akk. Sg.)
su-dhitam
wohlgesetzt (Akk. Sg.)
su-peśasam
schön gestaltet (Akk. Sg.)
dadhāta
legt nieder (Imv. 2. Pl. Med.)
yajñiyeṣu
bei den Verehrungsfeiern/Verehrungswürdigen [?] (Lok. Pl.)
kastamindra tvāvasumā martyo dadharṣati / śraddhā it temaghavan pārye divi vājī vājaṃ siṣāsati
Welcher Sterbliche wagt sich an den heran, Indra, der dich als [sein] Gut hat [?]? / Vertrauen [gehört] dir, Gabenreicher; / am entscheidenden Tag will der Kraftvolle den Siegespreis gewinnen.
Wort für Wort
kaḥ
welcher (Nom. Sg.)
tam
den (Akk. Sg.)
indra
Indra (Vok.)
tvāvasum
der dich als Gut hat/dein Gut besitzend [?] (Akk. Sg.)
maghonaḥ sma vṛtrahatyeṣu codaya ye dadati priyā vasu / tavapraṇītī haryaśva sūribhirviśvā tarema duritā
Die Gabenreichen, die liebes Gut geben, feure an bei den Vṛtra-Tötungen. / Durch deine Führung, Falbenrossiger, mit den Gönnern / mögen wir alle Bedrängnisse überwinden.
Dein ist, Indra, das unterste Gut; du mehrst das mittlere. / Ganz und gar herrschst du über alles, auch das höchste; / keiner hält dich ab, wenn es um Rinder geht.
tvaṃ viśvasya dhanadā asi śruto ya īṃ bhavantyājayaḥ / tavāyaṃ viśvaḥ puruhūta pārthivo 'vasyurnāma bhikṣate
Du bist für alles ein Gütergeber, berühmt, wo immer Wettkämpfe sind. / Dein ist dieser ganze irdische [Mensch], Vielgerufener; / hilfesuchend bittet er, namentlich [?].
śikṣeyamin mahayate dive-dive rāya ā kuhacidvide / nahi tvadanyan maghavan na āpyaṃ vasyo asti pitā cana
Ich möchte dem Ehrenden Tag für Tag [Gaben] zuteilen, Reichtümer, dem überall Findigen [?]. / Denn es gibt für uns keine andere Verwandtschaft als dich, Gabenreicher, / nichts Besseres, nicht einmal einen Vater. [Anm.: 19ab unsicher.]
taraṇirit siṣāsati vājaṃ purandhyā yujā / ā va indrampuruhūtaṃ name girā nemiṃ taṣṭeva sudrvam
Der Rasche will Kraftgut gewinnen mit der Einsicht [Fülle] als Gefährtin [?]. / Zu euch beuge ich den vielgerufenen Indra durch Lied, / wie der Zimmermann einen Radkranz aus gutem Holz.
na duṣṭutī martyo vindate vasu na sredhantaṃ rayirnaśat / suśaktirin maghavan tubhyaṃ māvate deṣṇaṃ yat pārye divi
Nicht durch schlechtes Lob findet ein Sterblicher Gut; nicht erreicht der Reichtum den Zaudernden. / Gut fähig [ist], Gabenreicher, [der,] der dir, einem wie mir, / die Gabe [gibt], die am entscheidenden Tag [fällig ist] [?]. [Anm.: 21cd unsicher.]
Zu dir, Held, brüllen wir wie ungemolkene Milchkühe, / zu dir, dem Herrn dieser bewegten Welt, dem Sonnenlicht-Schauenden, / dem Herrn, Indra, auch des Stehenden.
na tvāvānanyo divyo na pārthivo na jāto na janiṣyate / aśvāyanto maghavannindra vājino gavyantastvā havāmahe
Keiner ist wie du, kein anderer, weder himmlisch noch irdisch; / keiner ist geboren, noch wird er geboren werden. / Nach Rossen verlangend, Gabenreicher, Indra, kraftvoll, nach Rindern verlangend rufen wir dich.
Bring von dem Vorhandenen das Größere vom Kleineren [her] [?], Indra. / Denn du, Gabenreicher, bist gütervoll von jeher / und in jedem Kampf anzurufen. [Anm.: 24ab unsicher; etwa 'aus dem Kleinen mache Größeres'.]
mā no ajñātā vṛjanā durādhyo māśivāso ava kramuḥ / tvayā vayaṃ pravataḥ śaśvatīrapo 'ti śūra tarāmasi
Nicht sollen uns unbekannte Sippen [Bedrängnisse] [?], böse Sinnende, nicht Unheilvolle überrennen. / Mit dir mögen wir die abschüssigen, immerwährenden Wasser, / Held, überqueren.