Kapitel 68: ṛgvede 7.68 · ā śubhrā yātamaśvinā svaśvā giro dasrā jujuṣāṇā yuvākoḥ
Anruf an die Aśvins, mit Anspielungen auf ihre Rettertaten
Einladung der Aśvins zu Somasäften und Rufgaben; in 5-8 werden Rettertaten angedeutet (Atri, Cyavāna, Bhujyu, Vṛka, Śayu, die unfruchtbare Kuh). Diese Anspielungen sind knapp und nur teilweise sicher zu deuten; 5 und 7 sind besonders schwierig.
Kommt her, ihr Strahlenden, Aśvins, mit guten Rossen, / ihr Wundertäter, [an] den Liedern des nach euch Verlangenden Gefallen findend; / und die dargebrachten Rufgaben / genießt von uns.
pra vāmandhāṃsi madyānyasthuraraṃ gantaṃ haviṣo vītaye me / tiro aryo havanāni śrutaṃ naḥ
Vorwärts stehen euch die berauschenden Somasäfte bereit; / kommt bereitwillig zum Genuss meiner Gabe. / Hört über [die] Fremden [Herren?] hinweg / unsere Rufe [?].
Wort für Wort
pra
vorwärts (Präverb)
vām
euch (Dat. Du.)
andhāṃsi
Säfte, Somasäfte (Nom. Pl.)
madyāni
berauschend (Nom. Pl. n.)
asthuḥ
haben sich aufgestellt, stehen bereit (3. Pl. Aor.)
ayaṃ ha yad vāṃ devayā u adrirūrdhvo vivakti somasud yuvabhyām / ā valgū vipro vavṛtīta havyaiḥ
Wenn dieser den Göttern zugewandte Presstein, aufrecht, / für euch, Soma pressend, tönt: / dann soll euch, ihr Lieblichen, der begeisterte Sänger / mit Rufgaben herwenden [?].
citraṃ ha yad vāṃ bhojanaṃ nvasti nyatraye mahiṣvantaṃ yuyotam / yo vāmomānaṃ dadhate priyaḥ san
Wunderbar ist fürwahr euer Labsal jetzt; / für Atri haltet den Büffelhaften [?] ab [?] [Anm.: mahiṣvantam yuyotam unsicher; mögliche Ebene: rettende Tat für Atri, plausibel aber unsicher]; / der [Atri], euch lieb seiend, eure Gunst [sich] verschafft [?].
Und jenes wurde für euch, Aśvins, / für den alternden Cyavāna, den Rufgaben-Geber, ein Entgegenkommendes [?], / wenn ihr Gestalt auf [ihn] legt, / [ihm] Hilfe von hier [bringend] [?] [Anm.: wörtlich Verjüngung des Cyavāna; Konstruktion unsicher].
Wort für Wort
uta
und
tyat
jenes (Nom. Sg. n.)
vām
euch (Dat. Du.)
jurate
dem Alternden, Altersschwachen [?] (Dat. Sg.)
āśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
bhūt
wurde (3. Sg. Aor.)
cyavānāya
dem Cyavāna (Dat. Sg.)
pratītyam
Entgegenkommendes, zu Empfangendes [?] (Nom. Sg. n.)
Und jenen Bhujyu, Aśvins, haben die Gefährten, / die Übelgesinnten, mitten im Meer im Stich gelassen [?]. / Heraus soll ihn [der/die] Nichtgeizige [?] bringen, / wer euch ergeben ist [?] [Anm.: grammatisch unsicher].
Dem Wolf, dem erschöpften, habt ihr geholfen, / und dem Śayu, [als er] gerufen wurde, habt ihr Gehör geschenkt; / ihr beiden, die ihr die Kuh Aghnyā [die Unantastbare] anschwellen ließt / wie Wasser, selbst die unfruchtbare: fähig seid ihr, Aśvins, mit [euren] Kräften [Anm.: Anspielungen auf Vṛka und Śayu, plausibel aber nicht sicher; aghnyā kann ‚Kuh‘ oder ‚Unantastbare‘ sein].
Dieser da, der Sänger, singt mit guten Worten, / als erster erwacht vor den Uṣas, wohlgesinnt. / Mit Labung möge ihn die Kuh mit Milchen stärken; / ihr aber, schützt uns allezeit mit Wohlergehen. [Anm.: Kehrvers; die Saṃhitā-Zeile der Quelle ist gekürzt.]