Kapitel 38: ṛgvede 7.38 · udu ṣya devaḥ savitā yayāma hiraṇyayīmamatiṃ yāmaśiśret
Anruf an Savitṛ, den antreibenden Gott, und Bhaga
Savitṛ-Lied: Der Gott erhebt sich mit goldener Lichtgestalt, wird von Aditi und den Göttern besungen und soll Nahrung und Schätze antreiben; am Ende stehen Bitten um Schutz vor Schlange, Wolf und Übeln und ein Aufruf an die Vājins. Vers 5 und 6 sind syntaktisch schwierig (vanuṣaḥ, jāspati, ekadhenu).
Dieser Gott Savitṛ hat sich erhoben [hat emporgereicht], die goldene Lichtgestalt (amati), auf die er sich gestützt hat. Jetzt ist Bhaga von den Menschen anzurufen, der viele Güter besitzt und die Kleinodien verteilt.
Wort für Wort
ut
empor
oṃ iti
ja, fürwahr (Partikel u)
syaḥ
dieser (Nom. Sg. m.)
devaḥ
Gott (Nom. Sg.)
savitā
Savitṛ (Nom. Sg.)
yayāma
hat sich erhoben, hat emporgereicht (3. Sg. Perf.)
Steh auf, Savitṛ, höre darauf, du Goldhändiger, bei der Darbringung der Ordnung (ṛta); [du,] der die weite, breite Lichtgestalt ausbreitet und den Männern Sterblichenkost antreibt.
api ṣṭutaḥ savitā devo astu yamā cid viśve vasavo gṛṇanti / sa na stomān namasyaścano dhād viśvebhiḥ pātu pāyubhirni sūrīn
Gepriesen soll Gott Savitṛ sein, den auch alle Vasus besingen. Er soll an unseren Lobreden Gefallen setzen, der Verehrungswürdige; er soll mit allen Hütern die Gönner beschützen.
Den die Göttin Aditi besingt, indem sie die Antriebskraft des Gottes Savitṛ liebt; ihn besingen die Allherrscher, Varuṇa [und Mitra] [?]; ihn die Mitras und Aryaman, einmütig. [Anm.: samrājaḥ ‚Allherrscher‘: Pluralform, vermutlich Mitra und Varuṇa gemeint; unsicher.]
Die, die einander wetteifernd [?] die Gabe des Himmels, die Gabenbegleiter der Erde, umsorgen: Die Schlange der Tiefe soll uns auch hören; die Schützerin soll mit den Einzelkühen [?] beschützen. [Anm.: vanuṣaḥ, mithaḥ sapante und ekadhenu unsicher.]
anu tan no jāspatirmaṃsīṣṭa ratnaṃ devasya savituriyānaḥ / bhagamugro 'vase johavīti bhagamanugro adha yāti ratnam
Dem soll der Herr der Sippe [?] für uns zustimmen, indem er das Kleinod des Gottes Savitṛ erbittet. Der Gewaltige ruft Bhaga immer wieder zur Hilfe an; der Nicht-Gewaltige geht dann [zu] Bhaga [und erlangt] das Kleinod. [Anm.: jāspati unsicher (‚Herr der Sippe/Gattenherr‘).]
Heil sollen uns die Kraftvollen bei den Anrufungen sein, in der Götterverehrung, mit gemessenem Lauf, mit schönem Sang [oder: schönen Strahlen]; die Schlange, den Wolf und die Rakṣas zermalmend, sollen sie die Krankheiten von uns gänzlich fernhalten.
vāje-vāje 'vata vājino no dhaneṣu viprā amṛtā ṛtajñāḥ / asya madhvaḥ pibata mādayadhvaṃ tṛptā yāta pathibhirdevayānaiḥ
In jedem Wettlauf helft uns, ihr Kraftvollen, bei den Preisen, ihr Weisen, Unsterblichen, Ordnungskundigen; trinkt von diesem Honigtrank, berauscht euch; gesättigt geht auf den Götterpfaden.
Wort für Wort
vāje--vāje
in jedem Wettlauf, in jeder Kraftprobe (Lok. Sg.)
avata
helft (2. Pl. Imp.)
vājinaḥ
Kraftvolle (Vok. Pl.)
naḥ
uns (Akk. Pl.)
dhaneṣu
bei den Preisen, Gewinnen (Lok. Pl.)
viprāḥ
Weise, Begeisterte (Vok. Pl.)
amṛtāḥ
unsterblich (Vok. Pl.)
ṛta-jñāḥ
Ṛta-kundig, ordnungskundig (Vok. Pl.)
asya
von diesem (Gen. Sg. m.)
madhvaḥ
Honigtrank, Süßem (Gen. Sg.)
pibata
trinkt (2. Pl. Imp.)
mādayadhvam
berauscht euch (2. Pl. Imp. Med.)
tṛptāḥ
gesättigt (Nom. Pl.)
yāta
geht (2. Pl. Imp.)
pathi-bhiḥ
auf Pfaden (Instr. Pl.)
deva-yānaiḥ
auf Götterpfaden, zu den Göttern führend (Instr. Pl.)