Kapitel 69: ṛgvede 7.69 · ā vāṃ ratho rodasī badbadhāno hiraṇyayo vṛṣabhiryātvaśvaiḥ
Der goldene Wagen der Aśvins
Lied vom Wagen der Aśvins, der zum Somatrunk kommt, und von ihren Taten (Sūryā, Bhujyu). Vers 4 ist inhaltlich sehr dunkel (paritakmyā, ghraṃsa, vayas); Vers 6 enthält ein schwer deutbares Gleichnis. Vers 8 ist der Kehrvers.
Zu euch soll der Wagen kommen, Himmel und Erde bedrängend [erschütternd], / der goldene, mit Stieren [und] Rossen; / mit schmalztriefender Bahn, mit Radreifen leuchtend, / der Träger der Labungen, der Männerherr, kraftbegabt.
Er, sich über die fünf Erdreiche [?] ausbreitend, / der dreisitzige, soll kommen, mit dem Geist angeschirrt, / mit dem ihr zu den götterverlangenden Stämmen fahrt, / [wo] immer ihr, Aśvins, euren Zug haltend [seid].
Mit guten Rossen, ruhmvoll, kommt hierher, ihr Wundertäter; / den honigreichen Schatz trinkt ihr. / Euer Wagen, sich mit der Braut verbindend [?], / drängt die Ränder des Himmels mit den Radbahnen auseinander [?].
Wort für Wort
su-aśvā
mit guten Rossen (Nom. Du.)
yaśasā
ruhmvoll (Nom. Du.)
ā
hierher (Präverb)
yātam
kommt (2. Du. Imp.)
arvāk
herwärts
dasrā
Wundertäter (Vok. Du.)
ni-dhim
Schatz, Hort (Akk. Sg.)
madhu-mantam
honigreich (Akk. Sg.)
pibāthaḥ
ihr trinkt (2. Du. Präs.)
vi
auseinander (Präverb)
vām
euer (Gen. Du.)
rathaḥ
Wagen (Nom. Sg.)
vadhvā
mit der Braut (Instr. Sg.)
yādamānaḥ
sich verbindend, sich mühend [?] (Nom. Sg. Part. Med.)
yuvoḥ śriyaṃ pari yoṣāvṛṇīta sūro duhitā paritakmyāyām / yad devayantamavathaḥ śacībhiḥ pari ghraṃsamomanā vāṃ vayo gāt
Eure Pracht hat ringsum die Jungfrau, die Tochter der Sonne, / in der Nacht [?] erwählt, / als ihr den Götterverlangenden mit Kräften beschütztet; / um die Glut [?] herum ging mit Beistand eure Lebenskraft [?] [Anm.: sehr dunkel; paritakmyā ‚Nacht/Umlauf‘, ghraṃsa ‚Glut/Tag‘, vayas ‚Lebenskraft/Vogel/Nahrung‘ unsicher; mögliche Anspielung auf die Rettung eines Bedrängten, spekulativ].
yo ha sya vāṃ rathirā vasta usrā ratho yujānaḥ pariyātivartiḥ / tena naḥ śaṃ yoruṣaso vyuṣṭau nyaśvinā vahataṃ yajñe asmin
Der Wagen, der euch, ihr Wagenfahrer, gehört, die Morgenlichter [?] anlegt, / der angeschirrte, fährt die Bahn entlang; / mit ihm bringt uns Heil und Segen, Aśvins, / beim Aufleuchten der Uṣas her zu dieser Verehrungs-Weihehandlung.
narā gaureva vidyutaṃ tṛṣāṇāsmākamadya savanopa yātam / purutrā hi vāṃ matibhirhavante mā vāmanye ni yaman devayantaḥ
Ihr Männer, wie zwei Wildrinder dem Glanz [?] entgegendürstend, / kommt heute zu unseren Pressungen. / Vielfach rufen euch [die Leute] mit Gedanken; / nicht sollen euch andere Götterverlangende festhalten [Anm.: gaura kann ‚Wildrind‘ oder ‚weißglänzend‘ sein; vidyutam unsicher].
yuvaṃ bhujyumavaviddhaṃ samudra udūhathurarṇaso asridhānaiḥ / patatribhiraśramairavyathibhirdaṃsanābhiraśvinā pārayantā
Ihr beiden habt den ins Meer hinabgestoßenen Bhujyu / aus der Flut emporgetragen / mit Fliegenden [Vögeln?], nicht Strauchelnden, / unermüdlichen, unwankenden, mit Wundertaten, ihr Aśvins, [ihn] hinüberführend [Anm.: Instr. Pl. unklar, ob Vögel oder Rosse].
nū me havamā śṛṇutaṃ yuvānā ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: nu me havam ā śṛṇutam yuvānā yāsiṣṭam vartiḥ aśvinau irāvat dhattam ratnāni jaratam ca sūrīn yūyam pāta svasti-bhiḥ sadā naḥ]
Jetzt hört meinen Ruf, ihr Jungen; / fahrt die Bahn entlang, Aśvins, mit Labung. / Verleiht Kleinode und preist die Gönner; / ihr aber, schützt uns allezeit mit Wohlergehen. [Anm.: Kehrvers; die Saṃhitā-Zeile der Quelle ist gekürzt.]