Kapitel 7: ṛgvede 7.7 · pra vo devaṃ cit sahasānamagnimaśvaṃ na vājinaṃ hiṣe namobhiḥ
Agni als Bote und Hausherr der Stämme
Agni-Lied: Anruf des Boten zwischen Göttern und Menschen, Ankunft auf der Streu, Einsetzung als Stammesherr; am Schluss der Vasiṣṭha-Refrain. Vers 6 (Mantra-Zimmerer, Text-/PP-Abweichung vā aram/vāram) ist schwierig.
pra vo devaṃ cit sahasānamagnimaśvaṃ na vājinaṃ hiṣe namobhiḥ / bhavā no dūto adhvarasya vidvān tmanā deveṣu vivide mitadruḥ
Ich treibe euch den Gott, den Überwältiger Agni, wie ein kraftvolles Ross, mit Verehrungen an [?]; sei unser Bote der Weihehandlung, kundig; von selbst ist er unter den Göttern bekannt, [der] mit festem Holz [?].
Komm her, Agni, entlang deiner eigenen Pfade, erfreulich, der Götter Freundschaft genießend; die Höhen der Erde mit Kräften dröhnen lassend, mit den Kiefern die Wälder nach Belieben verbrennend.
prācīno yajñaḥ sudhitaṃ hi barhiḥ prīṇīte agnirīḷito na hotā / ā mātarā viśvavāre huvāno yato yaviṣṭha jajñiṣe suśevaḥ
Die nach vorn gehende Verehrungs-Weihehandlung – denn die Streu ist wohl gelegt: Agni erfreut, gepriesen wie ein Rufer, indem er die beiden allbegehrenswerten Mütter anruft, aus denen du, Jüngster, geboren wurdest, wohlgeneigt.
Wort für Wort
prācīnaḥ
nach vorn gerichtet/östlich (Nom. Sg.)
yajñaḥ
Weihehandlung (Nom. Sg.)
su-dhitam
wohl gelegt (Nom. Sg.)
hi
denn (Part.)
barhiḥ
Streu/Barhis (Nom. Sg.)
prīṇīte
erfreut (3. Sg. Med.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
īḷitaḥ
gepriesen (Nom. Sg.)
na
wie
hotā
Rufer (Nom. Sg.)
ā
her/zu (Präv.)
mātarā
die beiden Mütter (Akk. Du.)
viśvavāreitiviśva-vāre
die beiden alles Begehrenswerten (Akk. Du.) [PP verschmolzen ‚viśvāreitiviśva-vāre‘]
Sofort haben die Menschen, die Verständigen, bei der Weihehandlung den Wagenlenker [Agni] gezeugt, der von diesen als Herr der Stämme im Haus eingesetzt wurde, Agni, der erfreuliche, honigredende, Ṛta-Besitzer.
Er hat sich gesetzt, erwählt, der Fahrer, herbeigekommen: Agni, der Brahman [Formulierer] im Haus der Männer, der Ordner; den Himmel und Erde haben wachsen lassen; den der Rufer verehrt, den Allbegehrenswerten.
Wort für Wort
asādi
setzte sich (3. Sg. Aor. Pass.)
vṛtaḥ
erwählt (Nom. Sg.)
vahniḥ
Fahrer/Beförderer (Nom. Sg.)
ājaganvān
herbeigekommen (Nom. Sg.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
brahmā
Brahman/Formulierer (Nom. Sg.)
nṛ-sadane
im Haus der Männer (Lok. Sg.)
vi-dhartā
Ordner/Aufrechterhalter (Nom. Sg.)
dyauḥ
Himmel (Nom. Sg.)
ca
und (Part.)
yam
den (Akk. Sg.)
pṛthivī
Erde (Nom. Sg.)
vavṛdhāteiti
ließen wachsen (3. Du. Perf. Med.) [PP verschmolzen ‚vavṛdhāteiti‘]
ete dyumnebhirviśvamātiranta mantraṃ ye vāraṃ naryā atakṣan / pra ye viśastiranta śroṣamāṇā ā ye me asya dīdhayannṛtasya
Diese haben mit Glanzkräften alles überwunden, die das begehrenswerte Mantra als Männerkundige gezimmert haben; die, den Stämmen [zugewandt], hörend fördern; die mir dieses [Lied] der Wahrheit [ṛta] durchsinnen.
Wort für Wort
ete
diese (Nom. Pl.)
dyumnebhiḥ
mit Glanzkräften (Instr. Pl.)
viśvam
alles (Akk. Sg. n.)
ā
hin (Präv.)
atiranta
überwanden (3. Pl. Impf. Med.)
mantram
Mantra/Spruch (Akk. Sg.)
ye
die (Nom. Pl.)
vā
oder (Part.) [PP getrennt ‚vā aram‘, SA vāram ‚begehrenswert‘]
Jetzt bitten wir Vasiṣṭhas dich, Agni, den Gebieter, Sohn der Kraft, über die Güter; er hat den Sängern und Gabenreichen Labung zukommen lassen [?]; ihr schützt uns stets mit Heil.
Wort für Wort
nu
jetzt
tvām
dich (Akk. Sg.)
agne
Agni (Vok.)
īmahe
bitten (1. Pl. Med.)
vasiṣṭhāḥ
Vasiṣṭhas (Nom. Pl.)
īśānam
Gebieter (Akk. Sg.)
sūno iti
Sohn (Vok.)
sahasaḥ
der Kraft (Gen. Sg.)
vasūnām
über Güter (Gen. Pl.)
iṣam
Labung (Akk. Sg.)
stotṛ-bhyaḥ
den Sängern (Dat. Pl.)
maghavat-bhyaḥ
den Gabenreichen (Dat. Pl.)
ānaṭ
hat erreicht/zukommen lassen (3. Sg. Aor. Kaus.) [?]