Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 11: Laṅkā-Haraṇam Rāvaṇas Übernahme Laṅkās und Vaiśravaṇas Umzug zum Kailāsa

sumālī varalabdhāṃstu jñātvā tānvai niśācarān | udatiṣṭhadbhayaṃ tyaktvā sānugaḥ sa rasātalāt ||

Als Sumālin erfuhr, dass jene Nachtwandler eine Gunst erlangt hatten, erhob er sich, die Furcht ablegend, samt seinem Gefolge aus der Unterwelt.

Wort für Wort
sumālī varalabdhāṃstu
als Sumālin, dass die Gunst erlangt
jñātvā tānvai niśācarān
erfuhr von jenen Nachtwandlern
udatiṣṭhadbhayaṃ tyaktvā
erhob er sich, die Furcht ablegend
sānugaḥ sa rasātalāt
samt seinem Gefolge aus der Unterwelt

mārīcaśca prahastaśca virūpākṣo mahodaraḥ | udatiṣṭhansusaṃrabdhāḥ sacivāstasya rakṣasaḥ ||

Mārīca, Prahasta, Virūpākṣa und Mahodara, die Minister jenes Rākṣasa, erhoben sich voller Eifer.

Wort für Wort
mārīcaśca prahastaśca
Mārīca und Prahasta
virūpākṣo mahodaraḥ
Virūpākṣa und Mahodara
udatiṣṭhansusaṃrabdhāḥ
erhoben sich voller Eifer
sacivāstasya rakṣasaḥ
die Minister jenes Rākṣasa

sumālī caiva taiḥ sarvairvṛto rākṣasapuṅgavaiḥ | abhigamya daśagrīvaṃ pariṣvajyedamabravīt ||

Und Sumālin, von all jenen Stieren der Rākṣasas umgeben, trat zu Daśagrīva, umarmte ihn und sprach dies:

Wort für Wort
sumālī caiva taiḥ sarvair
und Sumālin, von all jenen
vṛto rākṣasapuṅgavaiḥ
umgeben, den Stieren der Rākṣasas
abhigamya daśagrīvaṃ
zu Daśagrīva tretend
pariṣvajyedamabravīt
umarmend, sprach er dies

diṣṭyā te putrasamprāptaścintito.ayamṃ manorathaḥ | yastvaṃ tribhuvaṇaśreṣṭhāllabdhavānvaramīdṛśam ||

"Zu unserem Glück, mein Sohn, ist der Wunsch erreicht, den wir uns erdachten, dass du von dem Vortrefflichsten der drei Welten eine solche Gunst erlangt hast.

Wort für Wort
diṣṭyā te putrasamprāptaś
zu unserem Glück ist erreicht
cintito.ayamṃ manorathaḥ
der Wunsch, den wir uns erdachten
yastvaṃ tribhuvaṇaśreṣṭhāl
dass du vom Vortrefflichsten der drei Welten
labdhavānvaramīdṛśam
eine solche Gunst erlangt hast

yatkṛte ca vayaṃ laṅkāṃ tyaktvā yātā rasātalam | tadgataṃ no mahābāho mahadviṣṇukṛtaṃ bhayam ||

Und die Furcht, um derentwillen wir Laṅkā verließen und in die Unterwelt zogen, jene gewaltige, von Viṣṇu verursachte Furcht ist nun von uns gewichen, o Großarmiger.

Wort für Wort
yatkṛte ca vayaṃ laṅkāṃ
und um derentwillen wir Laṅkā
tyaktvā yātā rasātalam
verließen und in die Unterwelt zogen
tadgataṃ no mahābāho
jene ist von uns gewichen, Großarmiger
mahadviṣṇukṛtaṃ bhayam
die gewaltige, von Viṣṇu verursachte Furcht

asakṛttena bhagnā hi parityajya svamālayam | vidrutāḥ sahitāḥ sarve praviṣṭāḥ sma rasātalam ||

Wiederholt von ihm geschlagen, unsere eigene Wohnstatt verlassend, flohen wir alle zusammen und drangen in die Unterwelt ein.

Wort für Wort
asakṛttena bhagnā hi
wiederholt von ihm geschlagen
parityajya svamālayam
unsere eigene Wohnstatt verlassend
vidrutāḥ sahitāḥ sarve
flohen wir alle zusammen
praviṣṭāḥ sma rasātalam
und drangen in die Unterwelt ein

asmadīyā ca laṅkeyaṃ nagarī rākṣasoṣitā | niveśitā tava bhrātrā dhanādhyakṣeṇa dhīmatā ||

Und diese unsere Stadt Laṅkā, von Rākṣasas bewohnt, wurde von deinem Bruder, dem weisen Herrn des Reichtums, in Besitz genommen.

Wort für Wort
asmadīyā ca laṅkeyaṃ
und diese unsere Laṅkā
nagarī rākṣasoṣitā
die Stadt, von Rākṣasas bewohnt
niveśitā tava bhrātrā
wurde von deinem Bruder in Besitz genommen
dhanādhyakṣeṇa dhīmatā
dem weisen Herrn des Reichtums

yadi nāmātra śakyaṃ syātsāmnā dānena vānagha | tarasā vā mahābāho pratyānetuṃ kṛtaṃ bhavet ||

Wenn es möglich wäre, sie mit Güte, mit Gaben, du Makelloser, oder mit Gewalt, o Großarmiger, zurückzuholen, so wäre es getan.

Wort für Wort
yadi nāmātra śakyaṃ syāt
wenn es hier möglich wäre
sāmnā dānena vānagha
mit Güte, mit Gaben, Makelloser
tarasā vā mahābāho
oder mit Gewalt, Großarmiger
pratyānetuṃ kṛtaṃ bhavet
zurückzuholen, so wäre es getan

tvaṃ ca laṅkeśvarastāta bhaviṣyasi na saṃśayaḥ | sarveṣāṃ naḥ prabhuścaiva bhaviṣyasi mahābala ||

Und du, mein Sohn, wirst der Herr von Laṅkā sein, ohne Zweifel, und du wirst der Herr über uns alle sein, du von großer Kraft."

Wort für Wort
tvaṃ ca laṅkeśvarastāta
und du, mein Sohn, Herr von Laṅkā
bhaviṣyasi na saṃśayaḥ
wirst du sein, ohne Zweifel
sarveṣāṃ naḥ prabhuścaiva
und der Herr über uns alle
bhaviṣyasi mahābala
wirst du sein, du von großer Kraft

athābravīddaśagrīvo mātāmahamupasthitam | vitteśo gururasmākaṃ nārhasyevaṃ prabhāṣitum ||

Da sprach Daśagrīva zu dem herbeigekommenen Großvater mütterlicherseits: "Der Herr des Reichtums ist unser Lehrer; du solltest nicht so sprechen.

Wort für Wort
athābravīddaśagrīvo
da sprach Daśagrīva
mātāmahamupasthitam
zu dem herbeigekommenen Großvater mütterlicherseits
vitteśo gururasmākaṃ
der Herr des Reichtums ist unser Lehrer
nārhasyevaṃ prabhāṣitum
du solltest nicht so sprechen

uktavantaṃ tathā vākyaṃ daśagrīvaṃ niśācaraḥ | prahastaḥ praśritaṃ vākyamidamāha sakāraṇam ||

Zu dem so sprechenden Daśagrīva sprach der Nachtwandler Prahasta diese demütigen, wohlbegründeten Worte:

Wort für Wort
uktavantaṃ tathā vākyaṃ
zu dem so sprechenden
daśagrīvaṃ niśācaraḥ
Daśagrīva, der Nachtwandler
prahastaḥ praśritaṃ vākyam
Prahasta diese demütigen Worte
idamāha sakāraṇam
sprach dies, wohlbegründet

daśagrīva mahābāho nārhastvaṃ vaktumīdṛśam | saubhrātraṃ nāsti śūrāṇāṃ śṛṇu cedaṃ vaco mama ||

"Daśagrīva, Großarmiger, du solltest so nicht sprechen; brüderliche Bindung gibt es nicht bei Helden – höre dieses mein Wort.

Wort für Wort
daśagrīva mahābāho
Daśagrīva, Großarmiger
nārhastvaṃ vaktumīdṛśam
du solltest so nicht sprechen
saubhrātraṃ nāsti śūrāṇāṃ
brüderliche Bindung gibt es nicht bei Helden
śṛṇu cedaṃ vaco mama
höre dieses mein Wort

aditiśca ditiś caiva bhaginyau sahite kila | bhārye paramarūpiṇyau kaśyapasya prajāpateḥ ||

Aditi und Diti, so heißt es, zwei vereinte Schwestern, von überaus schöner Gestalt, waren die Gattinnen des Kaśyapa, des Herrn der Geschöpfe.

Wort für Wort
aditiśca ditiś caiva
Aditi und Diti
bhaginyau sahite kila
zwei vereinte Schwestern, so heißt es
bhārye paramarūpiṇyau
die Gattinnen, von überaus schöner Gestalt
kaśyapasya prajāpateḥ
des Kaśyapa, des Herrn der Geschöpfe

aditirjanayāmāsa devāṃstribhuvaṇeśvarān | ditistvajanayaddaityānkaśyapasyātmasambhavān ||

Aditi gebar die Götter, die Herren der drei Welten; Diti aber gebar die Daityas, entsprungen aus Kaśyapa.

Wort für Wort
aditirjanayāmāsa
Aditi gebar
devāṃstribhuvaṇeśvarān
die Götter, Herren der drei Welten
ditistvajanayaddaityān
Diti aber gebar die Daityas
kaśyapasyātmasambhavān
entsprungen aus Kaśyapa

daityānāṃ kila dharmajña pureyaṃ savanārṇavā | saparvatā mahī vīra te.abhavanprabhaviṣṇavaḥ ||

Den Daityas, o Kenner der Rechtschaffenheit, gehörte einst diese Erde mit ihren Meeren und Bergen; sie waren mächtig, o Held.

Wort für Wort
daityānāṃ kila dharmajña
den Daityas, so heißt es, Kenner der Rechtschaffenheit
pureyaṃ savanārṇavā
gehörte einst diese, mit Meeren
saparvatā mahī vīra
mit Bergen, die Erde, Held
te.abhavanprabhaviṣṇavaḥ
sie waren mächtig

nihatya tāṃstu samare viṣṇunā prabhaviṣṇunā | devānāṃ vaśamānītaṃ trailokyamidamavyayam ||

Nachdem sie in der Schlacht von Viṣṇu, dem Mächtigen, erschlagen worden waren, wurden diese unwandelbaren drei Welten in die Gewalt der Götter gebracht.

Wort für Wort
nihatya tāṃstu samare
nachdem sie in der Schlacht erschlagen worden waren
viṣṇunā prabhaviṣṇunā
von Viṣṇu, dem Mächtigen
devānāṃ vaśamānītaṃ
in die Gewalt der Götter gebracht
trailokyamidamavyayam
diese unwandelbaren drei Welten

naitadeko bhavāneva kariṣyati viparyayam | surairācaritaṃ pūrvaṃ kuruṣvaitadvaco mama ||

Nicht wirst du allein dies zunichtemachen; was einst von den Göttern getan wurde, das tue auch du – so lautet mein Wort."

Wort für Wort
naitadeko bhavāneva
nicht wirst du allein
kariṣyati viparyayam
dies zunichtemachen
surairācaritaṃ pūrvaṃ
was einst von den Göttern getan wurde
kuruṣvaitadvaco mama
das tue auch du, so mein Wort

evamukto daśagrīvaḥ prahastena durātmanā | cintayitvā muhūrtaṃ vai bāḍhamityeva so.abravīt ||

So von dem bösgesinnten Prahasta angesprochen, überlegte Daśagrīva einen Augenblick und sprach nur: "Es sei so."

Wort für Wort
evamukto daśagrīvaḥ
so angesprochen, Daśagrīva
prahastena durātmanā
von dem bösgesinnten Prahasta
cintayitvā muhūrtaṃ vai
überlegte er einen Augenblick
bāḍhamityeva so.abravīt
und sprach nur: es sei so

sa tu tenaiva harṣeṇa tasminnahani vīryavān | vanaṃ gato daśagrīvaḥ saha taiḥ kṣaṇadācaraiḥ ||

Er aber, der Tapfere, ging mit eben jener Freude an jenem Tag mit jenen Nachtwandlern zum Wald.

Wort für Wort
sa tu tenaiva harṣeṇa
er aber mit eben jener Freude
tasminnahani vīryavān
an jenem Tag, der Tapfere
vanaṃ gato daśagrīvaḥ
ging Daśagrīva zum Wald
saha taiḥ kṣaṇadācaraiḥ
mit jenen Nachtwandlern

trikūṭasthaḥ sa tu tadā daśagrīvo niśācaraḥ | preṣayāmāsa dautyena prahastaṃ vākyakovidam ||

Auf dem Trikūṭa weilend, sandte da der Nachtwandler Daśagrīva den in der Rede kundigen Prahasta als Boten aus.

Wort für Wort
trikūṭasthaḥ sa tu tadā
auf dem Trikūṭa weilend, da
daśagrīvo niśācaraḥ
der Nachtwandler Daśagrīva
preṣayāmāsa dautyena
sandte er als Boten aus
prahastaṃ vākyakovidam
den in der Rede kundigen Prahasta

prahasta śīghraṃ gatvā tvaṃ brūhi nairṛtapuṅgavam | vacanānmama vitteśaṃ sāmapūrvamidaṃ vacaḥ ||

"Prahasta, geh rasch und sprich zu dem Stier der Nairṛtas, dem Herrn des Reichtums, in meinem Namen dieses Wort, zuerst mit Güte:

Wort für Wort
prahasta śīghraṃ gatvā
Prahasta, geh rasch
tvaṃ brūhi nairṛtapuṅgavam
sprich zu dem Stier der Nairṛtas
vacanānmama vitteśaṃ
in meinem Namen zum Herrn des Reichtums
sāmapūrvamidaṃ vacaḥ
dieses Wort, zuerst mit Güte

iyaṃ laṅkā purī rājanrākṣasānāṃ mahātmanām | tvayā niveśitā saumya naitadyuktaṃ tavānagha ||

'Diese Stadt Laṅkā, o König, gehört den hochherzigen Rākṣasas; von dir wurde sie in Besitz genommen, du Sanftmütiger – dies ziemt sich nicht für dich, du Makelloser.

Wort für Wort
iyaṃ laṅkā purī rājan
diese Stadt Laṅkā, König
rākṣasānāṃ mahātmanām
gehört den hochherzigen Rākṣasas
tvayā niveśitā saumya
von dir in Besitz genommen, Sanftmütiger
naitadyuktaṃ tavānagha
dies ziemt sich nicht für dich, Makelloser

tadbhavānyadi sāmnaitāṃ dadyādatulavikrama | kṛtvā bhavenmama prītirdharmaścaivānupālitaḥ ||

Wenn du daher, o unvergleichlich Tapferer, sie mir freiwillig mit Güte gibst, so würde mir dies Freude bereiten, und die Rechtschaffenheit wäre gewahrt.'"

Wort für Wort
tadbhavānyadi sāmnaitāṃ
wenn du daher diese mit Güte
dadyādatulavikrama
gibst, unvergleichlich Tapferer
kṛtvā bhavenmama prītir
so würde mir Freude bereiten
dharmaścaivānupālitaḥ
und die Rechtschaffenheit wäre gewahrt

ityuktaḥ sa tadā gatvā prahasto vākyakovidaḥ | daśagrīvavacaḥ sarvaṃ vitteśāya nyavedayat ||

So angewiesen, ging der in der Rede kundige Prahasta und berichtete dem Herrn des Reichtums alle Worte Daśagrīvas.

Wort für Wort
ityuktaḥ sa tadā gatvā
so angewiesen, ging er da
prahasto vākyakovidaḥ
Prahasta, kundig in der Rede
daśagrīvavacaḥ sarvaṃ
alle Worte Daśagrīvas
vitteśāya nyavedayat
berichtete er dem Herrn des Reichtums

prahastādapi saṃśrutya devo vaiśvāraṇo vacaḥ | pratyuvāca prahastaṃ taṃ vākyaṃ vākyaviśāradaḥ ||

Nachdem der Gott Vaiśravaṇa das Wort von Prahasta gehört hatte, antwortete er, in der Rede erfahren, jenem Prahasta dieses Wort:

Wort für Wort
prahastādapi saṃśrutya
nachdem er von Prahasta gehört hatte
devo vaiśvāraṇo vacaḥ
der Gott Vaiśravaṇa das Wort
pratyuvāca prahastaṃ taṃ
antwortete er jenem Prahasta
vākyaṃ vākyaviśāradaḥ
dieses Wort, in der Rede erfahren

brūhi gaccha daśagrīvaṃ purī rājyaṃ ca yanmama | tavāpyetanmahābāho bhuṅkṣvaitaddhatakaṇṭakam ||

"Geh und sage Daśagrīva: 'Die Stadt und das Königreich, das mein ist, ist auch dein, Großarmiger; genieße es, nachdem seine Dornen beseitigt sind.

Wort für Wort
brūhi gaccha daśagrīvaṃ
geh und sage Daśagrīva
purī rājyaṃ ca yanmama
die Stadt und das Königreich, das mein ist
tavāpyetanmahābāho
ist auch dein, Großarmiger
bhuṅkṣvaitaddhatakaṇṭakam
genieße es, seine Dornen beseitigt

sarvaṃ kartāsmi bhadraṃ te rākṣaseśa vaco.acirāt | kiṃ tu tāvatpratīkṣasva pituryāvannivedaya ||

Alles werde ich tun, Heil dir, o Herr der Rākṣasas, dein Wort bald erfüllen; doch warte so lange, bis ich es dem Vater mitgeteilt habe.'"

Wort für Wort
sarvaṃ kartāsmi bhadraṃ te
alles werde ich tun, Heil dir
rākṣaseśa vaco.acirāt
o Herr der Rākṣasas, dein Wort bald
kiṃ tu tāvatpratīkṣasva
doch warte so lange
pituryāvannivedaya
bis ich es dem Vater mitgeteilt habe

evamuktvā dhanādhyakṣo jagāma piturantikam | abhivādya guruṃ prāha rāvaṇasya yadīpsitam ||

Nachdem der Herr des Reichtums dies gesprochen hatte, ging er zu seinem Vater, verehrte den Lehrer und sprach, was Rāvaṇa wünschte:

Wort für Wort
evamuktvā dhanādhyakṣo
nachdem er dies gesprochen hatte, der Herr des Reichtums
jagāma piturantikam
ging er zu seinem Vater
abhivādya guruṃ prāha
den Lehrer verehrend, sprach er
rāvaṇasya yadīpsitam
was Rāvaṇa wünschte

eṣa tāta daśagrīvo dūtaṃ preṣitavānmama | dīyatāṃ nagarī laṅkā pūrvaṃ rakṣogaṇoṣitā ||

"Vater, dieser Daśagrīva hat mir einen Boten gesandt: 'Es möge die Stadt Laṅkā, einst von den Rākṣasa-Scharen bewohnt, gegeben werden.'"

Wort für Wort
eṣa tāta daśagrīvo
dieser, Vater, Daśagrīva
dūtaṃ preṣitavānmama
hat mir einen Boten gesandt
dīyatāṃ nagarī laṅkā
es möge die Stadt Laṅkā gegeben werden
pūrvaṃ rakṣogaṇoṣitā
einst von den Rākṣasa-Scharen bewohnt

brahmarṣistvevamukto.asau viśravā munipuṅgavaḥ | uvāca dhanadaṃ vākyaṃ śṛṇu putro vaco mama ||

So angesprochen, sprach der Brahmarṣi Viśravas, der Vortrefflichste der Munis, zum Herrn des Reichtums dieses Wort: "Höre, mein Sohn, mein Wort:

Wort für Wort
brahmarṣistvevamukto.asau
so angesprochen, dieser Brahmarṣi
viśravā munipuṅgavaḥ
Viśravas, der Vortrefflichste der Munis
uvāca dhanadaṃ vākyaṃ
sprach zum Herrn des Reichtums dieses Wort
śṛṇu putro vaco mama
höre, mein Sohn, mein Wort

daśagrīvo mahābāhuruktavānmama saṃnidhau | mayā nirbhartsitaścāsīdbahudhoktaḥ sudurmatiḥ ||

Der großarmige Daśagrīva sprach in meiner Gegenwart, und ich tadelte ihn, den überaus Übelgesinnten, mit vielen Worten.

Wort für Wort
daśagrīvo mahābāhur
der großarmige Daśagrīva
uktavānmama saṃnidhau
sprach in meiner Gegenwart
mayā nirbhartsitaścāsīd
und wurde von mir getadelt
bahudhoktaḥ sudurmatiḥ
mit vielen Worten, der überaus Übelgesinnte

sa krodhena mayā coktau dhvaṃsasveti punaḥ punaḥ | śreyo.abhiyuktaṃ dharmyaṃ ca śṛṇu putra vaco mama ||

Ihm sprach ich im Zorn immer wieder: 'Verderbe!' – höre nun, mein Sohn, mein Wort, das dem Heilsamen und Rechtschaffenen zugetan ist:

Wort für Wort
sa krodhena mayā coktau
ihm sprach ich im Zorn
dhvaṃsasveti punaḥ punaḥ
immer wieder: verderbe
śreyo.abhiyuktaṃ dharmyaṃ ca
dem Heilsamen und Rechtschaffenen zugetan
śṛṇu putra vaco mama
höre, mein Sohn, mein Wort

varapradānasaṃmūḍho mānyāmānyaṃ sudurmatiḥ | na vetti mama śāpācca prakṛtiṃ dāruṇaṃ gataḥ ||

Durch die Gunstgewährung verblendet, weiß der überaus Übelgesinnte nicht mehr, wer zu ehren und wer nicht zu ehren ist; und durch meinen Fluch ist er in furchtbares Wesen geraten.

Wort für Wort
varapradānasaṃmūḍho
durch die Gunstgewährung verblendet
mānyāmānyaṃ sudurmatiḥ
weiß der überaus Übelgesinnte nicht, wer zu ehren ist
na vetti mama śāpācca
nicht, und durch meinen Fluch
prakṛtiṃ dāruṇaṃ gataḥ
ist er in furchtbares Wesen geraten

tasmādgaccha mahābāho kailāsaṃ dharaṇīdharam | niveśaya nivāsārthaṃ tvaja laṅkāṃ sahānugaḥ ||

Darum geh, Großarmiger, zum Berg Kailāsa; richte dort deine Wohnstatt ein und verlasse Laṅkā, samt deinem Gefolge.

Wort für Wort
tasmādgaccha mahābāho
darum geh, Großarmiger
kailāsaṃ dharaṇīdharam
zum Berg Kailāsa
niveśaya nivāsārthaṃ
richte dort deine Wohnstatt ein
tvaja laṅkāṃ sahānugaḥ
und verlasse Laṅkā, samt deinem Gefolge

tatra mandākinī ramyā nadīnāṃ pravarā nadī | kāñcanaiḥ sūryasaṅkāśaiḥ paṅkajaiḥ saṃvṛtodakā ||

Dort ist die liebliche Mandākinī, die vortrefflichste der Flüsse, deren Wasser von goldenen, der Sonne gleichenden Lotusblüten bedeckt ist.

Wort für Wort
tatra mandākinī ramyā
dort die liebliche Mandākinī
nadīnāṃ pravarā nadī
die vortrefflichste der Flüsse
kāñcanaiḥ sūryasaṅkāśaiḥ
von goldenen, der Sonne gleichenden
paṅkajaiḥ saṃvṛtodakā
Lotusblüten bedecktes Wasser

na hi kṣamaṃ tvayā tena vairaṃ dhanadarakṣasā | jānīṣe hi yathānena labdhaḥ paramako varaḥ ||

Es ziemt sich nicht für dich, Herr des Reichtums, Feindschaft mit jenem Rākṣasa zu haben; du weißt ja, welch höchste Gunst er erlangt hat."

Wort für Wort
na hi kṣamaṃ tvayā tena
es ziemt sich nicht für dich, mit jenem
vairaṃ dhanadarakṣasā
Feindschaft, Herr des Reichtums, mit dem Rākṣasa
jānīṣe hi yathānena
du weißt ja, welche von ihm
labdhaḥ paramako varaḥ
erlangte höchste Gunst

evamukto gṛhītvā tu tadvacaḥ pitṛgauravāt | sadāra pauraḥ sāmātyaḥ savāhanadhano gataḥ ||

So angesprochen, nahm er dieses Wort aus Ehrfurcht vor dem Vater an und zog fort, mit Gattin, Bürgern, Ministern, Reittieren und Reichtum.

Wort für Wort
evamukto gṛhītvā tu
so angesprochen, annehmend
tadvacaḥ pitṛgauravāt
dieses Wort aus Ehrfurcht vor dem Vater
sadāra pauraḥ sāmātyaḥ
mit Gattin, Bürgern, Ministern
savāhanadhano gataḥ
mit Reittieren und Reichtum zog er fort

prahastastu daśagrīvaṃ gatvā sarvaṃ nyavedayat | śūnyā sā nagarī laṅkā triṃśadyojanamāyatā ||

Prahasta aber ging zu Daśagrīva und berichtete alles: dass jene Stadt Laṅkā, dreißig Yojanas weit, verlassen war.

Wort für Wort
prahastastu daśagrīvaṃ
Prahasta aber zu Daśagrīva
gatvā sarvaṃ nyavedayat
ging er und berichtete alles
śūnyā sā nagarī laṅkā
verlassen war jene Stadt Laṅkā
triṃśadyojanamāyatā
dreißig Yojanas weit

evamuktaḥ prahastena rāvaṇo rākṣasastadā | viveśa nagarīṃ laṅkāṃ sabhrātā sabalānugaḥ ||

So von Prahasta unterrichtet, zog der Rākṣasa Rāvaṇa da in die Stadt Laṅkā ein, mit seinen Brüdern und seinem Heer und Gefolge.

Wort für Wort
evamuktaḥ prahastena
so von Prahasta unterrichtet
rāvaṇo rākṣasastadā
der Rākṣasa Rāvaṇa da
viveśa nagarīṃ laṅkāṃ
zog er in die Stadt Laṅkā ein
sabhrātā sabalānugaḥ
mit seinen Brüdern und seinem Heer und Gefolge

sa cābhiṣiktaḥ kṣaṇadācaraistadā niveśayāmāsa purīṃ daśānanaḥ ||

Und er, von den Nachtwandlern da zum König geweiht, der Zehnköpfige, richtete sich in der Stadt ein.

Wort für Wort
sa cābhiṣiktaḥ kṣaṇadācaraistadā
und er, von den Nachtwandlern da geweiht
niveśayāmāsa purīṃ daśānanaḥ
richtete der Zehnköpfige sich in der Stadt ein

dhaneśvarastvatha pitṛvākyagauravān nyaveśayacchaśivimale girau purīm ||

Der Herr des Reichtums aber richtete, aus Ehrfurcht vor dem Wort seines Vaters, seine Stadt auf dem vom Mond makellos beschienenen Berg (Kailāsa) ein.

Wort für Wort
dhaneśvarastvatha pitṛvākyagauravān
der Herr des Reichtums aber, aus Ehrfurcht vor dem Wort des Vaters
nyaveśayacchaśivimale girau purīm
richtete seine Stadt auf dem vom Mond makellosen Berg ein

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