Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 13: Kubera-Dūta-Vadhaḥ
Kailāsa für Kumbhakarṇa, Kuberas Botschaft und die Tötung des Boten
atha lokeśvarotsṛṣṭā tatra kālena kena cit . nidrā samabhavattīvrā kumbhakarṇasya rūpiṇī .. 1..
Da entstand dort, durch die Zeit gesandt, dem Herrn der Welt zugehörig, ein heftiger Schlaf in Gestalt, der den Kumbhakarṇa befiel.
Wort für Wort atha da lokeśvara-utsṛṣṭā vom Herrn der Welt (Brahmā) ausgesandt tatra kālena kena cit dort zu einer gewissen Zeit nidrā Schlaf samabhavat tīvrā entstand heftig kumbhakarṇasya rūpiṇī in Gestalt, den Kumbhakarṇa (befallend) tato bhrātaramāsīnaṃ kumbhakarṇo.abravīdvacaḥ . nidrā māṃ bādhate rājankārayasva mamālayam .. 2..
Da sprach Kumbhakarṇa zu seinem sitzenden Bruder das Wort: „Der Schlaf bedrängt mich, o König, lass mir eine Wohnstatt errichten.“
Wort für Wort tataḥ da bhrātaram āsīnam zum sitzenden Bruder kumbhakarṇaḥ abravīt vacaḥ sprach Kumbhakarṇa das Wort nidrā mām bādhate der Schlaf bedrängt mich rājan o König kārayasva mama ālayam lass mir eine Wohnstatt errichten viniyuktāstato rājñā śilpino viśvakarmavat . akurvankumbhakarṇasya kailāsasamamālayam .. 3..
Da beauftragt vom König, schufen die Werkleute, dem Viśvakarman gleich, dem Kumbhakarṇa eine dem Kailāsa gleiche Wohnstatt.
Wort für Wort viniyuktāḥ tataḥ rājñā da beauftragt vom König śilpinaḥ die Werkleute viśvakarma-vat dem Viśvakarman gleich akurvan sie schufen kumbhakarṇasya für Kumbhakarṇa kailāsa-samam ālayam eine dem Kailāsa gleiche Wohnstatt vistīrṇaṃ yojanaṃ śubhraṃ tato dviguṇamāyatam . darśanīyaṃ nirābādhaṃ kumbhakarṇasya cakrire ..
Eine Meile breit, strahlend weiß, doppelt so lang ausgedehnt, ansehnlich und ungestört, schufen sie es für Kumbhakarṇa.
Wort für Wort vistīrṇam yojanam eine Meile (yojana) breit ausgedehnt śubhram strahlend, rein tataḥ dviguṇam āyatam davon doppelt so lang ausgedehnt darśanīyam ansehnlich, sehenswert nirābādham ungestört, frei von Bedrängnis kumbhakarṇasya cakrire sie schufen es für Kumbhakarṇa sphāṭikaiḥ kāñcanaiścitraiḥ stambhaiḥ sarvatra śobhitam . vaidūryakṛtaśobhaṃ ca kiṅkiṇījālakaṃ tathā ..
Mit Kristall- und goldenen bunten Säulen allenthalben geschmückt, mit aus Beryll gemachtem Glanz und ebenso mit einem Netz von Glöckchen.
Wort für Wort sphāṭikaiḥ mit Kristallenen kāñcanaiḥ citraiḥ stambhaiḥ mit goldenen bunten Säulen sarvatra śobhitam allenthalben geschmückt vaidūrya-kṛta-śobham mit aus Beryll gemachtem Glanz ca kiṅkiṇī-jālakam tathā und ebenso ein Netz von Glöckchen dantatoraṇavinyastaṃ vajrasphaṭikavedikam . sarvartusukhadaṃ nityaṃ meroḥ puṇyāṃ guhām iva ..
Mit Elfenbeintoren versehen, mit Altären aus Diamant und Kristall, zu jeder Jahreszeit beglückend, stets wie eine heilige Höhle des Meru.
Wort für Wort danta-toraṇa-vinyastam mit Elfenbein-Toren versehen vajra-sphaṭika-vedikam mit Altären aus Diamant und Kristall sarva-ṛtu-sukhadam nityam zu jeder Jahreszeit beglückend, beständig meroḥ puṇyām guhām iva wie eine heilige Höhle des Meru tatra nidrāṃ samāviṣṭaḥ kumbhakarṇo niśācaraḥ . bahūnyabdasahasrāṇi śayāno nāvabudhyate .. 7..
Dort vom Schlaf ergriffen, liegend viele tausend Jahre, erwachte der Nachtwandler Kumbhakarṇa nicht.
Wort für Wort tatra dort nidrām samāviṣṭaḥ vom Schlaf ergriffen kumbhakarṇaḥ niśācaraḥ Kumbhakarṇa, der Nachtwandler bahūni abda-sahasrāṇi viele tausend Jahre śayānaḥ na avabudhyate liegend erwacht er nicht nidrābhibhūte tu tadā kumbhakarṇe daśānanaḥ . devarṣiyakṣagandharvānbādhate sma sa nityaśaḥ .. 8..
Während Kumbhakarṇa vom Schlaf überwältigt war, bedrängte der Zehnköpfige damals beständig Götter, Ṛṣis, Yakṣas und Gandharvas.
Wort für Wort nidrā-abhibhūte tu tadā während er aber vom Schlaf überwältigt war kumbhakarṇe Kumbhakarṇa (Lokativ) daśānanaḥ der Zehnköpfige deva-ṛṣi-yakṣa-gandharvān Götter, Ṛṣis, Yakṣas und Gandharvas bādhate sma saḥ nityaśaḥ er bedrängte sie beständig udyānāni vicitrāṇi nandanādīni yāni ca . tāni gatvā susaṅkruddho bhinatti sma daśānanaḥ .. 9..
Zu den bunten Gärten, wie dem Nandana und anderen, dorthin gehend, zerstörte sie der Zehnköpfige in heftigem Zorn.
Wort für Wort udyānāni vicitrāṇi die bunten Gärten nandana-ādīni yāni ca die, wie der Nandana und andere tāni gatvā dorthin gehend su-saṅkruddhaḥ heftig erzürnt bhinatti sma daśānanaḥ zerstörte der Zehnköpfige nadīṃ gaja iva krīḍanvṛkṣānvāyuriva kṣipan . nagānvajra iva sṛṣṭo vidhvaṃsayati nityaśaḥ
Wie ein Elefant, der in einem Fluss spielt, wie der Wind, der Bäume schleudert, wie ein losgelassener Blitz die Berge, so zerstörte er beständig alles.
Wort für Wort nadīm gajaḥ iva krīḍan wie ein Elefant, der im Fluss spielt vṛkṣān vāyuḥ iva kṣipan wie der Wind, der Bäume wirft nagān vajraḥ iva sṛṣṭaḥ wie ein losgelassener Blitz die Berge vidhvaṃsayati nityaśaḥ zerstört er beständig tathā vṛttaṃ tu vijñāya daśagrīvaṃ dhaneśvaraḥ . kulānurūpaṃ dharmajña vṛttaṃ saṃsmṛtya cātmanaḥ
Als der Herr der Schätze von diesem Treiben des Zehnhalsigen erfuhr, erinnerte er sich, o Kenner des Rechts, an das seiner Sippe gemäße eigene Verhalten.
Wort für Wort tathā vṛttam tu vijñāya als er so von diesem Treiben erfuhr daśagrīvam des Zehnhalsigen dhaneśvaraḥ der Herr der Schätze (Kubera) kula-anurūpam dharmajña der Sippe gemäß, o Kenner des Rechts vṛttam saṃsmṛtya ca ātmanaḥ und sich an sein eigenes Verhalten erinnernd saubhrātradarśanārthaṃ tu dūtaṃ vaiśvaraṇastadā . laṅkāṃ sampreṣayāmāsa daśagrīvasya vai hitam
Um brüderliche Zuneigung zu zeigen, sandte Vaiśravaṇa da einen Boten nach Laṅkā, zum Wohl des Zehnhalsigen.
Wort für Wort saubhrātra-darśana-artham tu um brüderliche Zuneigung zu zeigen dūtam vaiśravaṇaḥ tadā einen Boten Vaiśravaṇa da laṅkām sampreṣayāmāsa sandte er nach Laṅkā daśagrīvasya vai hitam zum Wohl des Zehnhalsigen fürwahr sa gatvā nagarīṃ laṅkāmāsasāda vibhīṣaṇam . mānitastena dharmeṇa pṛṣṭhaścāgamanaṃ prati ..
Er ging zur Stadt Laṅkā und begegnete Vibhīṣaṇa, wurde von ihm rechtschaffen geehrt und nach dem Grund seines Kommens gefragt.
Wort für Wort saḥ gatvā nagarīm laṅkām er ging zur Stadt Laṅkā āsasāda vibhīṣaṇam und begegnete Vibhīṣaṇa mānitaḥ tena dharmeṇa von ihm rechtschaffen geehrt pṛṣṭhaḥ ca āgamanam prati und gefragt nach dem Kommen pṛṣṭvā ca kuśalaṃ rājño jñātīnapi ca bāndhavān . sabhāyāṃ darśayāmāsa tamāsīnaṃ daśānanam ..
Und nachdem er sich nach dem Wohlergehen des Königs, der Verwandten und Angehörigen erkundigt hatte, führte er ihn in die Versammlung, wo der Zehnköpfige saß.
Wort für Wort pṛṣṭvā ca kuśalam rājñaḥ und nachdem er sich nach dem Wohlergehen des Königs erkundigt hatte jñātīn api ca bāndhavān auch der Verwandten und Angehörigen sabhāyām darśayāmāsa zeigte er (führte er) ihn in die Versammlung tam āsīnam daśānanam zu jenem sitzenden Zehnköpfigen sa dṛṣṭvā tatra rājānaṃ dīpyamānaṃ svatejasā . jayena cābhisampūjya tūṣṇīmāsīnmuhūrtakam ..
Als er dort den König sah, der von eigenem Glanz erstrahlte, verehrte er ihn mit dem Siegesgruß und verharrte einen Augenblick schweigend.
Wort für Wort saḥ dṛṣṭvā tatra rājānam als er dort den König sah dīpyamānam sva-tejasā der von eigenem Glanz erstrahlte jayena ca abhisampūjya und ihn mit dem Siegesgruß verehrend tūṣṇīm āsīt muhūrtakam verharrte er einen Augenblick schweigend tasyopanīte paryaṅke varāstaraṇasaṃvṛte . upaviśya daśagrīvaṃ dūto vākyamathābravīt ..
Nachdem ihm ein mit trefflichen Decken bedecktes Ruhelager gebracht worden war, setzte sich der Bote und sprach dann zum Zehnhalsigen die Worte.
Wort für Wort tasya upanīte paryaṅke als ihm das Ruhelager gebracht worden war vara-āstaraṇa-saṃvṛte mit trefflichen Decken bedeckt upaviśya sich niedersetzend daśagrīvam dūtaḥ vākyam atha abravīt sprach der Bote dann zum Zehnhalsigen die Worte rājanvadāmi te sarvaṃ bhrātā tava yadabravīt . ubhayoḥ sadṛśaṃ saumya vṛttasya ca kulasya ca ..
„O König, ich sage dir alles, was dein Bruder gesprochen hat, o Sanftmütiger, was eurem beiderseitigen Verhalten und eurer Sippe geziemt.
Wort für Wort rājan o König vadāmi te sarvam ich sage dir alles bhrātā tava yat abravīt was dein Bruder gesprochen hat ubhayoḥ sadṛśam saumya beiderseits geziemend, o Sanftmütiger vṛttasya ca kulasya ca des Verhaltens und der Sippe sādhu paryāptametāvatkṛtaścāritrasaṅgrahaḥ . sādhu dharme vyavasthānaṃ kriyatāṃ yadi śakyate ..
Gut und genügend ist so viel, das Sammeln von Ruhmestaten ist vollbracht; gut wäre ein Beharren im Recht, möge es, wenn möglich, geschehen.
Wort für Wort sādhu paryāptam etāvat gut und genügend ist so viel kṛtaḥ cāritra-saṅgrahaḥ vollbracht ist das Sammeln von Ruhmestaten sādhu dharme vyavasthānam gut wäre ein Beharren im Recht kriyatām yadi śakyate möge es geschehen, wenn es möglich ist dṛṣṭaṃ me nandanaṃ bhagnamṛṣayo nihatāḥ śrutāḥ . devānāṃ tu samudyogastvatto rājañśrutaś ca me ..
Gesehen habe ich den zerstörten Nandana-Garten, gehört habe ich von erschlagenen Ṛṣis; auch von den Anstrengungen der Götter gegen dich, o König, habe ich gehört.
Wort für Wort dṛṣṭam me nandanam bhagnam gesehen habe ich den zerstörten Nandana ṛṣayaḥ nihatāḥ śrutāḥ von erschlagenen Ṛṣis habe ich gehört devānām tu samudyogaḥ auch die Anstrengung der Götter tvattaḥ rājan śrutaḥ ca me gegen dich, o König, habe ich gehört nirākṛtaśca bahuśastvayāhaṃ rākṣasādhipa . aparāddhā hi bālyācca rakṣaṇīyāḥ svabāndhavāḥ ..
Vielfach wurde ich von dir zurückgewiesen, o Herr der Rākṣasas; doch selbst wer aus Kindheit gefehlt hat, sollte von den eigenen Verwandten beschützt werden.
Wort für Wort nirākṛtaḥ ca bahuśaḥ tvayā aham vielfach wurde ich von dir zurückgewiesen rākṣasa-adhipa o Herr der Rākṣasas aparāddhāḥ hi bālyāt ca denn auch wer aus Kindheit gefehlt hat rakṣaṇīyāḥ sva-bāndhavāḥ sollte von den eigenen Verwandten beschützt werden ahaṃ tu himavatpṛṣṭhaṃ gato dharmamupāsitum . raudraṃ vrataṃ samāsthāya niyato niyatendriyaḥ ..
Ich aber ging zum Rücken des Himavat, um dem Recht zu dienen, ein schreckliches Gelübde übend, gezügelt und mit gezügelten Sinnen.
Wort für Wort aham tu himavat-pṛṣṭham gataḥ ich aber ging zum Rücken des Himavat dharmam upāsitum um dem Recht zu dienen raudram vratam samāsthāya ein schreckliches Gelübde übend niyataḥ niyata-indriyaḥ gezügelt, mit gezügelten Sinnen tatra devo mayā dṛṣṭaḥ saha devyomayā prabhuḥ . savyaṃ cakṣurmayā caiva tatra devyāṃ nipātitam ..
Dort sah ich den Gott, den mächtigen Śiva, samt der Göttin; und dort fiel mein Blick von der Göttin ausgehend auf mein linkes Auge.
Wort für Wort tatra devaḥ mayā dṛṣṭaḥ dort sah ich den Gott saha devyā mayā prabhuḥ den mächtigen samt der Göttin, von mir (gesehen) savyam cakṣuḥ mayā caiva und mein linkes Auge von mir tatra devyām nipātitam dort auf die Göttin gerichtet kā nviyaṃ syāditi śubhā na khalvanyena hetunā . rūpaṃ hyanupamaṃ kṛtvā tatra krīḍati pārvatī ..
„Wer mag diese Schöne wohl sein?“ – aus keinem anderen Grund, denn Pārvatī spielte dort, nachdem sie unvergleichliche Gestalt angenommen hatte.
Wort für Wort kā nu iyam syāt iti śubhā wer mag diese Schöne sein na khalu anyena hetunā fürwahr aus keinem anderen Grund rūpam hi anupamam kṛtvā denn nachdem sie unvergleichliche Gestalt angenommen hatte tatra krīḍati pārvatī spielte dort Pārvatī tato devyāḥ prabhāvena dagdhaṃ savyaṃ mamekṣaṇam . reṇudhvastamiva jyotiḥ piṅgalatvamupāgatam ..
Da wurde durch die Macht der Göttin mein linkes Auge verbrannt, wie ein von Staub verdecktes Licht, und es nahm bräunlich-gelbe Farbe an.
Wort für Wort tataḥ devyāḥ prabhāvena da durch die Macht der Göttin dagdham savyam mama īkṣaṇam wurde mein linkes Auge verbrannt reṇu-dhvastam iva jyotiḥ wie ein von Staub zerstörtes Licht piṅgalatvam upāgatam es nahm bräunlich-gelbe Farbe an tato.ahamanyadvistīrṇaṃ gatvā tasya girestaṭam . pūrṇaṃ varṣaśatānyaṣṭau samavāpa mahāvratam .. 25..
Dann ging ich zu einem anderen, weiten Abhang jenes Berges und vollzog ein großes Gelübde, volle achthundert Jahre lang.
Wort für Wort tataḥ aham anyat vistīrṇam dann ging ich zu einem anderen weiten gatvā tasya gireḥ taṭam zum Abhang jenes Berges gehend pūrṇam varṣa-śatāni aṣṭau volle acht Jahrhunderte samavāpa mahāvratam vollzog ich ein großes Gelübde samāpte niyame tasmiṃstatra devo maheśvaraḥ . prītaḥ prītena manasā prāha vākyamidaṃ prabhuḥ .. 26..
Als jene Übung vollendet war, sprach dort der große Gott Śiva, erfreut mit erfreutem Herzen, dieses Wort, der Mächtige.
Wort für Wort samāpte niyame tasmin als jene Übung vollendet war tatra devaḥ maheśvaraḥ dort der große Gott (Śiva) prītaḥ prītena manasā erfreut mit erfreutem Herzen prāha vākyam idam prabhuḥ sprach der Mächtige dieses Wort prīto.asmi tava dharmajña tapasānena suvrata . mayā caitadvrataṃ cīrṇaṃ tvayā caiva dhanādhipa .. 27..
„Erfreut bin ich, o Kenner des Rechts, durch diese deine Askese, o Wohlgelobter; von mir wie auch von dir wurde dieses Gelübde geübt, o Herr der Schätze.
Wort für Wort prītaḥ asmi tava dharmajña erfreut bin ich über dich, o Kenner des Rechts tapasā anena suvrata durch diese Askese, o Wohlgelobter mayā ca etat vratam cīrṇam von mir wurde dieses Gelübde geübt tvayā ca eva dhanādhipa und ebenso von dir, o Herr der Schätze tṛtīyaḥ puruṣo nāsti yaścaredvratamīdṛśam . vrataṃ suduścaraṃ hyetanmayaivotpāditaṃ purā ..
Einen dritten Mann gibt es nicht, der ein solches Gelübde übte; dieses überaus schwer zu übende Gelübde wurde einst allein von mir erdacht.
Wort für Wort tṛtīyaḥ puruṣaḥ na asti einen dritten Mann gibt es nicht yaḥ caret vratam īdṛśam der ein solches Gelübde übte vratam suduścaram hi etat dieses überaus schwer zu übende Gelübde mayā eva utpāditam purā wurde einst allein von mir erdacht tatsakhitvaṃ mayā sārdhaṃ rocayasva dhaneśvara . tapasā nirjitatvāddhi sakhā bhava mamānagha ..
Darum erwähle die Freundschaft mit mir, o Herr der Schätze; da du durch Askese besiegt bist, sei mein Freund, o Makelloser.
Wort für Wort tat sakhitvam mayā sārdham darum die Freundschaft mit mir rocayasva dhaneśvara erwähle, o Herr der Schätze tapasā nirjitatvāt hi denn da du durch Askese besiegt (überwunden) bist sakhā bhava mama anagha sei mein Freund, o Makelloser devyā dagdhaṃ prabhāvena yacca sāvyaṃ tavekṣaṇam . ekākṣi piṅgaletyeva nāma sthāsyati śāśvatam ..
Und dieses dein durch die Macht der Göttin verbranntes linkes Auge – unter dem Namen ‚Einäugiger, der Bräunliche‘ wird es für immer bekannt sein.
Wort für Wort devyā dagdham prabhāvena durch die Macht der Göttin verbrannt yat ca sāvyam tava īkṣaṇam und dieses dein linkes Auge ekākṣi piṅgalā iti eva nāma unter dem Namen ‚Einäugiger Bräunlicher‘ sthāsyati śāśvatam wird es für immer bestehen evaṃ tena sakhitvaṃ ca prāpyānujñāṃ ca śaṅkarāt . āgamya ca śruto.ayaṃ me tava pāpaviniścayaḥ .. 31..
So habe ich mit ihm Freundschaft geschlossen und von Śaṅkara auch die Erlaubnis erhalten; und hierher zurückgekehrt habe ich von diesem deinem üblen Entschluss gehört.
Wort für Wort evam tena sakhitvam ca prāpya so habe ich mit ihm Freundschaft erlangt anujñām ca śaṅkarāt und die Erlaubnis von Śaṅkara āgamya ca śrutaḥ ayam und hierher gekommen habe ich dieses gehört me tava pāpa-viniścayaḥ von mir, deinen üblen Entschluss tadadharmiṣṭhasaṃyogānnivarta kuladūṣaṇa . cintyate hi vadhopāyaḥ sarṣisaṅghaiḥ suraistava .. 32..
Darum wende dich ab von diesem höchst unrechten Treiben, o Schande der Sippe; denn von den Göttern samt den Scharen der Ṛṣis wird bereits ein Mittel zu deinem Verderben ersonnen.
Wort für Wort tat adharmiṣṭha-saṃyogāt nivarta darum wende dich ab von diesem höchst unrechten Treiben kula-dūṣaṇa o Schande der Sippe cintyate hi vadha-upāyaḥ denn es wird ein Mittel zur Tötung ersonnen sa-ṛṣi-saṅghaiḥ suraiḥ tava von den Göttern samt den Scharen der Ṛṣis, gegen dich evamukto daśagrīvaḥ kruddhaḥ saṃraktalocanaḥ . hastāndantāṃśa sampīḍya vākyametaduvāca ha .. 33..
So angesprochen, presste der Zehnhalsige zornig, mit gerötetem Auge, die Hände zusammen, biss auf seine Zähne und sprach dieses Wort.
Wort für Wort evam uktaḥ daśagrīvaḥ so angesprochen, der Zehnhalsige kruddhaḥ saṃrakta-locanaḥ zornig, mit gerötetem Auge hastān danta-aṃśa sampīḍya die Hände zusammenpressend, mit den Zähnen (knirschend) vākyam etat uvāca ha sprach er fürwahr dieses Wort vijñātaṃ te mayā dūta vākyaṃ yattvaṃ prabhāṣase . naiva tvamasi naivāsau bhrātrā yenāsi preṣitaḥ ..
„Erkannt habe ich, o Bote, das Wort, das du sprichst; weder bist du es, noch jener, durch den Bruder, der dich gesandt hat, der die Schuld trägt.
Wort für Wort vijñātam te mayā dūta erkannt habe ich, o Bote, von dir (dein) vākyam yat tvam prabhāṣase das Wort, das du sprichst na eva tvam asi weder bist du es (schuld) na eva asau bhrātrā yena asi preṣitaḥ noch jener Bruder, von dem du gesandt bist hitaṃ na sa mamaitaddhi bravīti dhanarakṣakaḥ . maheśvarasakhitvaṃ tu mūḍha śrāvayase kila ..
Nicht zu meinem Wohl spricht dieser Hüter der Schätze; die Freundschaft mit Maheśvara aber lässt du mich, Tor, hören, wie es scheint.
Wort für Wort hitam na saḥ mama etat hi bravīti nicht zu meinem Wohl spricht er dies fürwahr dhana-rakṣakaḥ der Hüter der Schätze maheśvara-sakhitvam tu mūḍha die Freundschaft mit Maheśvara aber, o Tor śrāvayase kila lässt du mich hören, wie es scheint na hantavyo gururjyeṣṭho mamāyamiti manyate . tasya tvidānīṃ śrutvā me vākyameṣā kṛtā matiḥ ..
‚Nicht zu töten ist dieser mein älterer, ehrwürdiger Bruder‘ – so denkt er; doch nun, nachdem ich sein Wort gehört habe, ist dies mein Entschluss geworden:
Wort für Wort na hantavyaḥ guruḥ jyeṣṭhaḥ nicht zu töten ist der ältere, ehrwürdige mama ayam iti manyate ‚dies ist mein (Bruder)‘, so denkt er tasya tu idānīm śrutvā me nachdem ich nun aber sein Wort gehört habe vākyam eṣā kṛtā matiḥ ist dies mein gefasster Entschluss geworden trī.Nllokānapi jeṣyāmi bāhuvīryamupāśritaḥ . etanmuhūrtameṣo.ahaṃ tasyaikasya kṛte ca vai . caturo lokapālāṃstānnayiṣyāmi yamakṣayam ..
Alle drei Welten werde ich erobern, gestützt auf die Kraft meiner Arme; noch in diesem Augenblick werde ich um seinetwillen allein die vier Weltenhüter in Yamas Reich der Vernichtung senden.
Wort für Wort trīn lokān api jeṣyāmi auch die drei Welten werde ich erobern bāhu-vīryam upāśritaḥ gestützt auf die Kraft der Arme etat muhūrtam eṣaḥ aham noch in diesem Augenblick, ich tasya ekasya kṛte ca vai um seinetwillen, des Einen, fürwahr caturaḥ lokapālān tān nayiṣyāmi yama-kṣayam werde ich diese vier Weltenhüter zu Yamas Vernichtungsstätte senden evamuktvā tu laṅkeśo dūtaṃ khaḍgena jaghnivān . dadau bhakṣayituṃ hyenaṃ rākṣasānāṃ durātmanām ..
Nachdem er so gesprochen hatte, erschlug der Herr von Laṅkā den Boten mit dem Schwert und gab ihn den bösgesinnten Rākṣasas zum Verzehr.
Wort für Wort evam uktvā tu laṅkeśaḥ nachdem er so gesprochen hatte, der Herr von Laṅkā dūtam khaḍgena jaghnivān erschlug er den Boten mit dem Schwert dadau bhakṣayitum hi enam und gab ihn fürwahr zum Verzehr rākṣasānām durātmanām den bösgesinnten Rākṣasas tataḥ kṛtasvastyayano rathamāruhya rāvaṇaḥ . trailokyavijayākāṅkṣī yayau tatra dhaneśvaraḥ ..
Dann, nach der Vollziehung der Segensriten, bestieg Rāvaṇa den Wagen und zog, den Sieg über die drei Welten begehrend, dorthin, wo der Herr der Schätze war.
Wort für Wort tataḥ kṛta-svastyayanaḥ dann, nach der Vollziehung der Segensriten ratham āruhya rāvaṇaḥ den Wagen besteigend, Rāvaṇa trailokya-vijaya-ākāṅkṣī den Sieg über die drei Welten begehrend yayau tatra dhaneśvaraḥ zog dorthin, wo der Herr der Schätze war
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