Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 80: Ilā-Budha-Purūravaḥ-Janma-Kathanam Ilā, Budha und die Geburt des Purūravas

śrutvā kimpuruṣotpattiṃ lakṣmaṇo bharatastadā . āścaryamiti cābrūtāmubhau rāmaṃ janeśvaram ..

Als sie von der Entstehung der Kiṃpuruṣas gehört hatten, sprachen Lakṣmaṇa und Bharata da beide zu Rāma, dem Herrn der Menschen: Welch ein Wunder!

Wort für Wort
śrutvā kimpuruṣa-utpattim
nachdem sie die Entstehung der Kiṃpuruṣas gehört hatten
lakṣmaṇaḥ bharataḥ tadā
Lakṣmaṇa und Bharata da
āścaryam iti ca abrūtām
sprachen: Welch ein Wunder
ubhau rāmam janeśvaram
beide zu Rāma, dem Herrn der Menschen

atha rāmaḥ kathāmetāṃ bhūya eva mahāyaśāḥ . kathayāmāsa dharmātmā prajāpatisutasya vai ..

Da erzählte Rāma, der hochberühmte, fromme, noch weiter diese Geschichte vom Sohn des Prajāpati.

Wort für Wort
atha rāmaḥ kathām etām
da erzählte Rāma diese Geschichte
bhūyaḥ eva mahāyaśāḥ
nochmals, der Hochberühmte
kathayāmāsa dharmātmā
erzählte der Fromme
prajāpati-sutasya vai
vom Sohn des Prajāpati fürwahr

sarvāstā vidrutā dṛṣṭvā kiṃnarīrṛṣisattamaḥ . uvāca rūpasampannāṃ tāṃ striyaṃ prahasanniva ..

Als der beste der Weisen sah, wie alle jene Kiṃnarī-Frauen davoneilten, sprach er, gleichsam lächelnd, zu jener schönheitbegabten Frau.

Wort für Wort
sarvāḥ tāḥ vidrutāḥ dṛṣṭvā
als er sah, wie alle jene davoneilten
kiṃnarīḥ ṛṣi-sattamaḥ
die Kiṃnarī-Frauen, der beste der Weisen
uvāca rūpa-sampannām
sprach zu der schönheitbegabten
tām striyam prahasan iva
zu jener Frau, gleichsam lächelnd

somasyāhaṃ sudayitaḥ sutaḥ surucirānane . bhajasva māṃ varārohe bhaktyā snigdhena cakṣuṣā ..

Ich bin der geliebte Sohn des Soma, o Schönantlitzige. Liebe mich, o Schönhüftige, mit Hingabe und liebevollem Blick.

Wort für Wort
somasya aham sudayitaḥ sutaḥ
ich bin der geliebte Sohn des Soma
surucira-ānane
o Schönantlitzige
bhajasva mām varārohe
liebe mich, o Schönhüftige
bhaktyā snigdhena cakṣuṣā
mit Hingabe, mit liebevollem Blick

tasya tadvacanaṃ śrutvā śūnye svajanavarjitā . ilā suruciraprakhyaṃ pratyuvāca mahāgraham ..

Nachdem sie seine Worte gehört hatte, in der Einöde, ihrer eigenen Leute beraubt, erwiderte Ilā dem strahlenden großen Planeten.

Wort für Wort
tasya tat vacanam śrutvā
nachdem sie seine Worte gehört hatte
śūnye svajana-varjitā
in der Leere, ihrer eigenen Leute beraubt
ilā suruciraprakhyam
Ilā dem strahlenden
pratyuvāca mahāgraham
erwiderte dem großen Planeten

ahaṃ kāmakarī saumya tavāsmi vaśavartinī . praśādhi māṃ somasuta yathecchasi tathā kuru ..

Ich bin dir zu Willen, o Sanfter, ich bin dir untertan. Gebiete über mich, Sohn des Soma; tu, wie du willst.

Wort für Wort
aham kāmakarī saumya
ich bin dir zu Willen, o Sanfter
tava asmi vaśavartinī
ich bin dir untertan
praśādhi mām somasuta
gebiete über mich, Sohn des Soma
yathā icchasi tathā kuru
tu, wie du willst

tasyāstadadbhutaprakhyaṃ śrutvā harṣasamanvitaḥ . sa vai kāmī saha tayā reme candramasaḥ sutaḥ ..

Nachdem er ihre wunderbaren Worte gehört hatte, voll Freude, vergnügte sich der liebesverlangende Sohn des Mondes mit ihr.

Wort für Wort
tasyāḥ tat adbhuta-prakhyam
ihre wunderbare Rede
śrutvā harṣa-samanvitaḥ
gehört habend, von Freude erfüllt
saḥ vai kāmī saha tayā
er, der Liebende, mit ihr
reme candramasaḥ sutaḥ
vergnügte sich der Sohn des Mondes

budhasya mādhavo māsastāmilāṃ rucirānanām . gato ramayato.atyarthaṃ kṣaṇavattasya kāminaḥ ..

Der Mādhava-Monat verging für Budha, der sich sehr an der schönantlitzigen Ilā erfreute, dem Liebenden, wie ein Augenblick.

Wort für Wort
budhasya mādhavaḥ māsaḥ
der Mādhava-Monat des Budha
tām ilām rucira-ānanām
jene schönantlitzige Ilā
gataḥ ramayataḥ atyartham
verging, während er sich sehr erfreute
kṣaṇavat tasya kāminaḥ
wie ein Augenblick für jenen Liebenden

atha māse tu sampūrṇe pūrṇendusadṛśānanaḥ . prajāpatisutaḥ śrīmāñśayane pratyabudhyata ..

Als aber der Monat vollendet war, erwachte der Sohn des Prajāpati, mit einem dem Vollmond gleichenden Antlitz, prächtig, auf seinem Lager.

Wort für Wort
atha māse tu sampūrṇe
als aber der Monat vollendet war
pūrṇa-indu-sadṛśa-ānanaḥ
mit einem dem Vollmond gleichenden Antlitz
prajāpati-sutaḥ śrīmān
der prächtige Sohn des Prajāpati
śayane pratyabudhyata
erwachte auf dem Lager

so.apaśyatsomajaṃ tatra tapyantaṃ salilāśaye . ūrdhvabāhuṃ nirālambaṃ taṃ rājā pratyabhāṣata ..

Er sah den Sohn des Soma dort Askese üben im Wasserbehälter, mit erhobenen Armen, ohne Stütze; ihn sprach der König an.

Wort für Wort
saḥ apaśyat soma-jam tatra
er sah den Sohn des Soma dort
tapyantam salila-āśaye
Askese übend im Wasserbehälter
ūrdhva-bāhum nirālambam
mit erhobenen Armen, ohne Stütze
tam rājā pratyabhāṣata
ihn sprach der König an

bhagavanparvataṃ durgaṃ praviṣṭo.asmi sahānugaḥ . na ca paśyāmi tatsainyaṃ kva nu te māmakā gatāḥ ..

Erhabener, ich bin in einen unzugänglichen Berg eingedrungen, zusammen mit meinem Gefolge, und sehe jenes Heer nicht - wohin sind meine Leute gegangen?

Wort für Wort
bhagavan parvatam durgam
Erhabener, in einen unzugänglichen Berg
praviṣṭaḥ asmi saha anugaḥ
bin ich eingedrungen, samt Gefolge
na ca paśyāmi tat sainyam
und ich sehe jenes Heer nicht
kva nu te māmakāḥ gatāḥ
wohin sind wohl meine Leute gegangen

tacchrutvā tasya rājarṣernaṣṭasaṃjñasya bhāṣitam . pratyuvāca śubhaṃ vākyaṃ sāntvayanparayā girā ..

Nachdem er die Worte jenes königlichen Weisen gehört hatte, dessen Erinnerung verloren war, erwiderte er eine anmutige Rede, ihn mit höchster Stimme tröstend.

Wort für Wort
tat śrutvā tasya rājarṣeḥ
dies gehört habend, jenes königlichen Weisen
naṣṭa-saṃjñasya bhāṣitam
die Rede des Erinnerungslosen
pratyuvāca śubham vākyam
erwiderte eine anmutige Rede
sāntvayan parayā girā
tröstend mit höchster Stimme

aśmavarṣeṇa mahatā bhṛtyāste vinipātitāḥ . tvaṃ cāśramapade supto vātavarṣabhayārditaḥ ..

Durch einen gewaltigen Steinregen wurden deine Diener niedergestreckt, und du, an der Stelle der Einsiedelei schlafend, wurdest von der Furcht vor Wind und Regen gequält.

Wort für Wort
aśma-varṣeṇa mahatā
durch einen gewaltigen Steinregen
bhṛtyāḥ te vinipātitāḥ
deine Diener wurden niedergestreckt
tvam ca āśrama-pade suptaḥ
und du, an der Stelle der Einsiedelei schlafend
vāta-varṣa-bhaya-arditaḥ
von der Furcht vor Wind und Regen gequält

samāśvasihi bhadraṃ te nirbhayo vigatajvaraḥ . phalamūlāśano vīra vasa ceha yathāsukham ..

Fasse Mut, Heil dir, sei ohne Furcht, ohne Sorge. Von Früchten und Wurzeln lebend, o Held, verweile hier nach Belieben.

Wort für Wort
samāśvasihi bhadram te
fasse Mut, Heil dir
nirbhayaḥ vigata-jvaraḥ
furchtlos, ohne Sorge
phala-mūla-aśanaḥ vīra
von Früchten und Wurzeln lebend, Held
vasa ca iha yathāsukham
und verweile hier nach Belieben

sa rājā tena vākyena pratyāśvasto mahāyaśāḥ . pratyuvāca śubhaṃ vākyaṃ dīno bhṛtyajanakṣayāt ..

Jener hochberühmte König, durch diese Worte beruhigt, erwiderte eine anmutige Rede, betrübt über den Verlust seiner Diener.

Wort für Wort
saḥ rājā tena vākyena
jener König durch diese Worte
pratyāśvastaḥ mahāyaśāḥ
beruhigt, der Hochberühmte
pratyuvāca śubham vākyam
erwiderte eine anmutige Rede
dīnaḥ bhṛtya-jana-kṣayāt
betrübt wegen des Verlustes seiner Dienerschaft

tyakṣyāmyahaṃ svakaṃ rājyaṃ nāhaṃ bhṛtyairvinā kṛtaḥ . vartayeyaṃ kṣaṇaṃ brahmansamanujñātumarhasi ..

Ich werde mein eigenes Königreich aufgeben; ohne Diener bin ich nicht gemacht, zu leben, o Brahmane. Du sollst mir für einen Augenblick die Erlaubnis geben.

Wort für Wort
tyakṣyāmi aham svakam rājyam
ich werde mein eigenes Königreich aufgeben
na aham bhṛtyaiḥ vinā kṛtaḥ
ich bin nicht gemacht, ohne Diener zu sein
vartayeyam kṣaṇam brahman
ich möchte einen Augenblick verweilen, o Brahmane
samanujñātum arhasi
du sollst die Erlaubnis geben

suto dharmaparo brahmañjyeṣṭho mama mahāyaśāḥ . śaśabinduriti khyātaḥ sa me rājyaṃ prapatsyate ..

Mein ältester, dem Dharma ergebener, hochberühmter Sohn, bekannt als Śaśabindu, o Brahmane, er wird mein Königreich erlangen.

Wort für Wort
sutaḥ dharma-paraḥ brahman
der dem Dharma ergebene Sohn, o Brahmane
jyeṣṭhaḥ mama mahāyaśāḥ
mein ältester, hochberühmter
śaśabinduḥ iti khyātaḥ
bekannt als Śaśabindu
sa me rājyam prapatsyate
er wird mein Königreich erlangen

na hi śakṣyāmyahaṃ gatvā bhṛtyadārānsukhānvitān . prativaktuṃ mahātejaḥ kiṃ cidapyaśubhaṃ vacaḥ ..

Denn ich werde nicht imstande sein, o Mächtiger, wenn ich gegangen bin, den vom Glück begleiteten Frauen meiner Diener auch nur ein unglückliches Wort zu erwidern.

Wort für Wort
na hi śakṣyāmi aham gatvā
denn ich werde nicht imstande sein, gegangen
bhṛtya-dārān sukha-anvitān
den vom Glück begleiteten Frauen der Diener
prativaktum mahātejaḥ
zu erwidern, o Mächtiger
kiṃ cit api aśubham vacaḥ
irgendein unglückliches Wort

tathā bruvati rājendre budhaḥ paramamadbhutam . sāntvapūrvamathovāca vāsasta iha rocatām ..

Als der Fürst der Könige so sprach, sagte Budha, höchst wunderbar, zunächst tröstende Worte: Möge dir der Aufenthalt hier gefallen.

Wort für Wort
tathā bruvati rājendre
als der Fürst der Könige so sprach
budhaḥ paramam adbhutam
Budha, höchst wunderbar
sāntva-pūrvam atha uvāca
sprach dann zunächst tröstend
vāsaḥ te iha rocatām
möge dir der Aufenthalt hier gefallen

na santāpastvayā kāryaḥ kārdameya mahābala . saṃvatsaroṣitasyeha kārayiṣyāmi te hitam ..

Du sollst keinen Kummer haben, Sohn des Kardama, du Starkarmiger; ich werde dir, der du hier ein Jahr verweilt hast, das Wohl bewirken.

Wort für Wort
na santāpaḥ tvayā kāryaḥ
kein Kummer soll von dir gemacht werden
kārdameya mahābala
Sohn des Kardama, du Starkarmiger
saṃvatsara-uṣitasya iha
für den, der hier ein Jahr verweilt hat
kārayiṣyāmi te hitam
ich werde dein Wohl bewirken

tasya tadvacanaṃ śrutvā budhasyākliṣṭakarmaṇaḥ . vāsāya vidadhe buddhiṃ yaduktaṃ brahmavādinā ..

Nachdem er diese Worte des Budha, dessen Werke ungehindert sind, gehört hatte, fasste er den Entschluss zum Verweilen, wie es der Brahma-Kenner gesagt hatte.

Wort für Wort
tasya tat vacanam śrutvā
nachdem er diese Worte gehört hatte
budhasya akliṣṭa-karmaṇaḥ
des Budha, dessen Werke ungehindert sind
vāsāya vidadhe buddhim
fasste den Entschluss zum Verweilen
yat uktam brahmavādinā
was der Brahma-Kenner gesagt hatte

māsaṃ sa strī tadā bhūtvā ramayatyaniśaṃ śubhā . māsaṃ puruṣabhāvena dharmabuddhiṃ cakāra saḥ ..

Einen Monat, da zur Frau geworden, erfreute sie, die Schöne, ihn unablässig; einen Monat, im Zustand des Mannes, übte er rechtschaffenes Denken.

Wort für Wort
māsam sa strī tadā bhūtvā
einen Monat, da zur Frau geworden
ramayati aniśam śubhā
erfreut sie, die Schöne, unablässig
māsam puruṣa-bhāvena
einen Monat im Zustand des Mannes
dharma-buddhim cakāra saḥ
übte er rechtschaffenes Denken

tataḥ sa navame māsi ilā somasutātmajam . janayāmāsa suśroṇī purūravasamātmajam ..

Dann, im neunten Monat, gebar Ilā, die Schönhüftige, dem Sohn des Soma einen Sohn, Purūravas.

Wort für Wort
tataḥ sa navame māsi
dann, im neunten Monat
ilā soma-suta-ātmajam
Ilā, dem Sohn des Soma einen Sohn
janayāmāsa suśroṇī
gebar die Schönhüftige
purūravasam ātmajam
einen Sohn, Purūravas

jātamātraṃ tu suśroṇī piturhaste nyaveśayat . budhasya samavarṇābhamilāputraṃ mahābalam ..

Die Schönhüftige legte den eben geborenen, an Farbe dem Budha gleichenden, starkarmigen Sohn der Ilā in die Hand des Vaters.

Wort für Wort
jāta-mātram tu suśroṇī
den eben geborenen aber, die Schönhüftige
pituḥ haste nyaveśayat
legte in die Hand des Vaters
budhasya samavarṇa-ābham
der Budha an Farbe gleichenden
ilā-putram mahābalam
den starkarmigen Sohn der Ilā

budho.api puruṣībhūtaṃ samāśvāsya narādhipam . kathābhī ramayāmāsa dharmayuktābhirātmavān ..

Budha aber, der Beherrschte, tröstete den zum Mann gewordenen Herrscher der Menschen und erfreute ihn mit dharmagemäßen Erzählungen.

Wort für Wort
budhaḥ api puruṣī-bhūtam
Budha aber, den zum Mann gewordenen
samāśvāsya narādhipam
getröstet habend, den Herrscher der Menschen
kathābhiḥ ramayāmāsa
erfreute mit Erzählungen
dharma-yuktābhiḥ ātmavān
mit dharmagemäßen, der Beherrschte

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