Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 8: Rākṣasa-Pātāla-Praveśaḥ Mālyavants Niederlage und der Rückzug der Rākṣasas in die Unterwelt

hanyamāne bale tasminpadmanābhena pṛṣṭhataḥ | mālyavānsaṃnivṛtto.atha velātiga ivārṇavaḥ ||

Als jenes Heer von Padmanābha von hinten niedergemetzelt wurde, kehrte Mālyavant um, wie ein Ozean, der seine Ufer überschreitet.

Wort für Wort
hanyamāne bale tasmin
als jenes Heer niedergemetzelt wurde
padmanābhena pṛṣṭhataḥ
von Padmanābha, von hinten
mālyavānsaṃnivṛtto.atha
da kehrte Mālyavant um
velātiga ivārṇavaḥ
wie ein Ozean, der seine Ufer überschreitet

saṃraktanayanaḥ kopāccalanmaulirniśācaraḥ | padmanābhamidaṃ prāha vacanaṃ paruṣaṃ tadā ||

Mit vor Zorn geröteten Augen, mit wankendem Diadem, sprach der Nachtwandler da zu Padmanābha diese harten Worte:

Wort für Wort
saṃraktanayanaḥ kopāc
mit vor Zorn geröteten Augen
calanmaulirniśācaraḥ
mit wankendem Diadem, der Nachtwandler
padmanābhamidaṃ prāha
sprach er zu Padmanābha dies
vacanaṃ paruṣaṃ tadā
harte Worte da

nārāyaṇa na jānīṣe kṣatradharmaṃ sanātanam | ayuddhamanaso bhagnānyo.asmānhaṃsi yathetaraḥ ||

"Nārāyaṇa, du kennst nicht das ewige Kṣatriya-Gesetz, dass du uns, die wir nicht kampfbereit und geschlagen sind, tötest wie irgendein anderer.

Wort für Wort
nārāyaṇa na jānīṣe
Nārāyaṇa, du kennst nicht
kṣatradharmaṃ sanātanam
das ewige Kṣatriya-Gesetz
ayuddhamanaso bhagnān
die wir nicht kampfbereit, geschlagen sind
yo.asmānhaṃsi yathetaraḥ
der du uns tötest wie irgendein anderer

parāṅmukhavadhaṃ pāpaṃ yaḥ karoti sureśvara | sa hantā na gataḥ svargaṃ labhate puṇyakarmaṇām ||

Wer die sündige Tat begeht, einen Abgewandten zu töten, o Herr der Götter, jener Töter erlangt nicht den Himmel der Wohltäter.

Wort für Wort
parāṅmukhavadhaṃ pāpaṃ
die sündige Tötung eines Abgewandten
yaḥ karoti sureśvara
wer sie begeht, Herr der Götter
sa hantā na gataḥ svargaṃ
jener Töter erlangt nicht den Himmel
labhate puṇyakarmaṇām
den der Wohltäter

yuddhaśraddhātha vā te.asti śaṅkhacakragadādhara | ahaṃ sthito.asmi paśyāmi balaṃ darśaya yattava ||

Wenn du aber Lust am Kampf hast, o Träger von Muschel, Diskus und Keule, so stehe ich hier – zeige mir deine Kraft, ich will sie sehen."

Wort für Wort
yuddhaśraddhātha vā te.asti
wenn du aber Lust am Kampf hast
śaṅkhacakragadādhara
Träger von Muschel, Diskus und Keule
ahaṃ sthito.asmi paśyāmi
so stehe ich hier, ich will sehen
balaṃ darśaya yattava
zeige deine Kraft

uvāca rākṣasendraṃ taṃ devarājānujo balī | yuṣmatto bhayabhītānāṃ devānāṃ vai mayābhayam | rākṣasotsādanaṃ dattaṃ tadetadanupālyate ||

Der starke jüngere Bruder des Götterkönigs sprach zu jenem Herrn der Rākṣasas: "Den vor euch erschreckten Göttern habe ich Furchtlosigkeit gewährt, und die Vernichtung der Rākṣasas versprochen – dies wird nun erfüllt.

Wort für Wort
uvāca rākṣasendraṃ taṃ
er sprach zu jenem Herrn der Rākṣasas
devarājānujo balī
der starke jüngere Bruder des Götterkönigs
yuṣmatto bhayabhītānāṃ
den vor euch erschreckten
devānāṃ vai mayābhayam
Göttern habe ich Furchtlosigkeit
rākṣasotsādanaṃ dattaṃ
und die Vernichtung der Rākṣasas versprochen
tadetadanupālyate
dies wird nun erfüllt

prāṇairapi priyaṃ kāryaṃ devānāṃ hi sadā mayā | so.ahaṃ vo nihaniṣyāmi rasātalagatānapi ||

Selbst mit dem eigenen Leben ist den Göttern stets von mir ein Dienst zu erweisen; so werde ich euch erschlagen, und wäret ihr auch in der Unterwelt."

Wort für Wort
prāṇairapi priyaṃ kāryaṃ
selbst mit dem Leben ist ein Dienst zu erweisen
devānāṃ hi sadā mayā
den Göttern stets von mir
so.ahaṃ vo nihaniṣyāmi
so werde ich euch erschlagen
rasātalagatānapi
und wäret ihr auch in der Unterwelt

devamevaṃ bruvāṇaṃ tu raktāmburuhalocanam | śaktyā bibheda saṅkruddho rākṣasendro rarāsa ca ||

Den so sprechenden Gott mit den roten Lotusaugen durchbohrte der aufs Äußerste erzürnte Herr der Rākṣasas mit dem Speer und brüllte auf.

Wort für Wort
devamevaṃ bruvāṇaṃ tu
den so sprechenden Gott
raktāmburuhalocanam
mit den roten Lotusaugen
śaktyā bibheda saṅkruddho
durchbohrte der aufs Äußerste Erzürnte mit dem Speer
rākṣasendro rarāsa ca
der Herr der Rākṣasas, und brüllte auf

mālyavadbhujanirmuktā śaktirghaṇṭākṛtasvanā | harerurasi babhrāja meghastheva śatahradā ||

Der von Mālyavants Arm geschleuderte Speer, glockenähnlichen Klang erzeugend, glänzte auf Haris Brust wie ein Blitz in einer Wolke.

Wort für Wort
mālyavadbhujanirmuktā
der von Mālyavants Arm geschleuderte
śaktirghaṇṭākṛtasvanā
der Speer, glockenähnlichen Klang erzeugend
harerurasi babhrāja
glänzte auf Haris Brust
meghastheva śatahradā
wie ein Blitz in einer Wolke

tatastāmeva cotkṛṣya śaktiṃ śaktidharapriyaḥ | mālyavantaṃ samuddiśya cikṣepāmburuhekṣaṇaḥ ||

Da zog der Lotusäugige, dem Träger der Śakti-Waffe (Skanda) gleich lieb, eben jenen Speer heraus und schleuderte ihn zurück, auf Mālyavant zielend.

Wort für Wort
tatastāmeva cotkṛṣya
da eben jenen herausziehend
śaktiṃ śaktidharapriyaḥ
den Speer, dem Träger der Śakti-Waffe gleich lieb
mālyavantaṃ samuddiśya
auf Mālyavant zielend
cikṣepāmburuhekṣaṇaḥ
schleuderte ihn der Lotusäugige

skandotsṛṣṭeva sā śaktirgovindakaraniḥsṛtā | kāṅkṣantī rākṣasaṃ prāyānmaholkevāñjanācalam ||

Jener Speer, von Govindas Hand entsandt, wie von Skanda geschleudert, den Rākṣasa begehrend, flog wie ein großes Meteor auf den Añjana-Berg zu.

Wort für Wort
skandotsṛṣṭeva sā śaktir
jener Speer, wie von Skanda geschleudert
govindakaraniḥsṛtā
von Govindas Hand entsandt
kāṅkṣantī rākṣasaṃ prāyān
den Rākṣasa begehrend, flog er
maholkevāñjanācalam
wie ein großes Meteor auf den Añjana-Berg

sā tasyorasi vistīrṇe hārabhāsāvabhāsite | apatadrākṣasendrasya girikūṭa ivāśaniḥ ||

Auf jene breite, vom Glanz der Kette erleuchtete Brust des Rākṣasa-Fürsten stürzte er nieder wie der Blitz auf einen Berggipfel.

Wort für Wort
sā tasyorasi vistīrṇe
auf jene breite Brust
hārabhāsāvabhāsite
vom Glanz der Kette erleuchtete
apatadrākṣasendrasya
stürzte er auf den Rākṣasa-Fürsten nieder
girikūṭa ivāśaniḥ
wie der Blitz auf einen Berggipfel

tayā bhinnatanutrāṇāḥ prāviśadvipulaṃ tamaḥ | mālyavānpunarāśvastastasthau giririvācalaḥ ||

Von ihm durchbohrt, mit zerrissener Rüstung, geriet er in tiefe Dunkelheit; doch Mālyavant, wieder erstarkt, stand fest wie ein unbeweglicher Berg.

Wort für Wort
tayā bhinnatanutrāṇāḥ
von ihm durchbohrt, mit zerrissener Rüstung
prāviśadvipulaṃ tamaḥ
geriet er in tiefe Dunkelheit
mālyavānpunarāśvastas
doch Mālyavant, wieder erstarkt
tasthau giririvācalaḥ
stand fest wie ein unbeweglicher Berg

tataḥ kārṣṇāyasaṃ śūlaṃ kaṇṭakairbahubhiś citam | pragṛhyābhyahanaddevaṃ stanayorantare dṛḍham ||

Da ergriff er einen eisernen, mit vielen Zacken besetzten Speer und traf den Gott fest zwischen den Brustwarzen.

Wort für Wort
tataḥ kārṣṇāyasaṃ śūlaṃ
da einen eisernen Speer
kaṇṭakairbahubhiś citam
mit vielen Zacken besetzt
pragṛhyābhyahanaddevaṃ
ergriff er ihn und traf den Gott
stanayorantare dṛḍham
fest zwischen den Brustwarzen

tathaiva raṇaraktastu muṣṭinā vāsavānujam | tāḍayitvā dhanurmātramapakrānto niśācaraḥ ||

Ebenso, von der Schlacht in Blutrausch versetzt, schlug er den jüngeren Bruder Vāsavas mit der Faust und der Nachtwandler wich einen Bogenschuss weit zurück.

Wort für Wort
tathaiva raṇaraktastu
ebenso, von der Schlacht in Blutrausch versetzt
muṣṭinā vāsavānujam
mit der Faust den jüngeren Bruder Vāsavas
tāḍayitvā dhanurmātram
nachdem er geschlagen hatte, einen Bogenschuss weit
apakrānto niśācaraḥ
wich der Nachtwandler zurück

tato.ambare mahāñśabdaḥ sādhu sādhviti cotthitaḥ | āhatya rākṣaso viṣṇuṃ garuḍaṃ cāpyatāḍayat ||

Da erhob sich am Himmel ein gewaltiger Ruf: "Wohlgetan, wohlgetan!" Der Rākṣasa hatte Viṣṇu getroffen und schlug auch Garuḍa.

Wort für Wort
tato.ambare mahāñśabdaḥ
da am Himmel ein gewaltiger Ruf
sādhu sādhviti cotthitaḥ
erhob sich: wohlgetan, wohlgetan
āhatya rākṣaso viṣṇuṃ
der Rākṣasa hatte Viṣṇu getroffen
garuḍaṃ cāpyatāḍayat
und schlug auch Garuḍa

vainateyastataḥ kruddhaḥ pakṣavātena rākṣasaṃ | vyapohadbalavānvāyuḥ śuṣkaparṇacayaṃ yathā ||

Da vertrieb der erzürnte Vainateya den Rākṣasa mit dem Wind seiner Flügel, wie ein starker Wind einen Haufen trockener Blätter.

Wort für Wort
vainateyastataḥ kruddhaḥ
da der erzürnte Vainateya
pakṣavātena rākṣasaṃ
mit dem Wind seiner Flügel den Rākṣasa
vyapohadbalavānvāyuḥ
vertrieb er, der starke, wie der Wind
śuṣkaparṇacayaṃ yathā
wie einen Haufen trockener Blätter

dvijendrapakṣavātena drāvitaṃ dṛśya pūrvajam | sumālī svabalaiḥ sārdhaṃ taṅkām abhimukho yayau ||

Als er den älteren Bruder sah, vom Flügelwind des Vogelfürsten vertrieben, zog Sumālin mit seinen eigenen Truppen gegen ihn heran.

Wort für Wort
dvijendrapakṣavātena
vom Flügelwind des Vogelfürsten
drāvitaṃ dṛśya pūrvajam
als er den älteren Bruder vertrieben sah
sumālī svabalaiḥ sārdhaṃ
Sumālin mit seinen eigenen Truppen
taṅkām abhimukho yayau
zog gegen ihn heran

pakṣavātabaloddhūto mālyavānapi rākṣasaḥ | svabalena samāgamya yayau laṅkāṃ hriyā vṛtaḥ ||

Auch der Rākṣasa Mālyavant, von der Kraft des Flügelwinds fortgerissen, zog, mit seinen Truppen vereint, beschämt nach Laṅkā.

Wort für Wort
pakṣavātabaloddhūto
von der Kraft des Flügelwinds fortgerissen
mālyavānapi rākṣasaḥ
auch der Rākṣasa Mālyavant
svabalena samāgamya
mit seinen Truppen vereint
yayau laṅkāṃ hriyā vṛtaḥ
zog er nach Laṅkā, von Scham umgeben

evaṃ te rākṣasā rāma hariṇā kamalekṣaṇā | bahuśaḥ saṃyuge bhagnā hatapravaranāyakāḥ ||

So, o Rāma, wurden jene lotusäugigen Rākṣasas von Hari vielfach in der Schlacht geschlagen, ihre vortrefflichen Anführer erschlagen.

Wort für Wort
evaṃ te rākṣasā rāma
so, o Rāma, jene Rākṣasas
hariṇā kamalekṣaṇā
von Hari, die lotusäugigen
bahuśaḥ saṃyuge bhagnā
vielfach in der Schlacht geschlagen
hatapravaranāyakāḥ
ihre vortrefflichen Anführer erschlagen

aśaknuvantaste viṣṇuṃ pratiyoddhuṃ bhayārditāḥ | tyaktvā laṅkāṃ gatā vastuṃ pātālaṃ sahapatnayaḥ ||

Nicht mehr imstande, Viṣṇu entgegenzukämpfen, von Furcht gequält, verließen sie Laṅkā und gingen, um in der Unterwelt zu wohnen, mit ihren Gattinnen.

Wort für Wort
aśaknuvantaste viṣṇuṃ
nicht mehr imstande, Viṣṇu
pratiyoddhuṃ bhayārditāḥ
entgegenzukämpfen, von Furcht gequält
tyaktvā laṅkāṃ gatā vastuṃ
verließen sie Laṅkā, um zu wohnen
pātālaṃ sahapatnayaḥ
in der Unterwelt, mit ihren Gattinnen

sumālinaṃ samāsādya rākṣasaṃ raghunandana | sthitāḥ prakhyātavīryāste vaṃśe sālakaṭaṅkaṭe ||

Bei dem Rākṣasa Sumālin verweilten sie, o Freudenbringer der Raghus, jene an Tapferkeit berühmten, im Geschlecht der Sālakaṭaṅkaṭā.

Wort für Wort
sumālinaṃ samāsādya
bei Sumālin sich aufhaltend
rākṣasaṃ raghunandana
dem Rākṣasa, Freudenbringer der Raghus
sthitāḥ prakhyātavīryāste
verweilten sie, die an Tapferkeit berühmten
vaṃśe sālakaṭaṅkaṭe
im Geschlecht der Sālakaṭaṅkaṭā

ye tvayā nihatāste vai paulastyā nāma rākṣasāḥ | sumālī mālyavānmālī ye ca teṣāṃ puraḥsarāḥ | sarva ete mahābhāga rāvaṇādbalavattarāḥ ||

Die von dir erschlagenen Rākṣasas, genannt die Paulastyas, Sumālin, Mālyavant, Mālin, und jene, die ihnen vorangingen – all diese, o Hochgesegneter, waren stärker als Rāvaṇa.

Wort für Wort
ye tvayā nihatāste vai
die von dir erschlagenen
paulastyā nāma rākṣasāḥ
die Rākṣasas, genannt die Paulastyas
sumālī mālyavānmālī
Sumālin, Mālyavant, Mālin
ye ca teṣāṃ puraḥsarāḥ
und jene, die ihnen vorangingen
sarva ete mahābhāga
all diese, Hochgesegneter
rāvaṇādbalavattarāḥ
waren stärker als Rāvaṇa

na cānyo rakṣasāṃ hantā sureṣvapi purañjaya | ṛte nārāyaṇaṃ devaṃ śaṅkhacakragadādharam ||

Und kein anderer Töter der Rākṣasas gibt es, selbst unter den Göttern, o Städtebezwinger, außer dem Gott Nārāyaṇa, dem Träger von Muschel, Diskus und Keule.

Wort für Wort
na cānyo rakṣasāṃ hantā
und kein anderer Töter der Rākṣasas
sureṣvapi purañjaya
selbst unter den Göttern, Städtebezwinger
ṛte nārāyaṇaṃ devaṃ
außer dem Gott Nārāyaṇa
śaṅkhacakragadādharam
dem Träger von Muschel, Diskus und Keule

bhavānnārāyaṇo devaścaturbāhuḥ sanātanaḥ | rākṣasānhantumutpanno ajeyaḥ prabhuravyayaḥ ||

Du bist der Gott Nārāyaṇa, der Vierarmige, der Ewige, geboren, um die Rākṣasas zu töten, unbesiegbar, der unwandelbare Herr."

Wort für Wort
bhavānnārāyaṇo devaś
du bist der Gott Nārāyaṇa
caturbāhuḥ sanātanaḥ
der Vierarmige, der Ewige
rākṣasānhantumutpanno
geboren, um die Rākṣasas zu töten
ajeyaḥ prabhuravyayaḥ
unbesiegbar, der unwandelbare Herr

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