Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 79: Ila-Budha-Saṃvādaḥ Ilā und Budha

tāṃ kathāmilasambaddhāṃ rāmeṇa samudīritām . lakṣmaṇo bharataścaiva śrutvā paramavismitau ..

Diese von Rāma erzählte Geschichte, die mit Ila verbunden war, hörten Lakṣmaṇa und Bharata und waren höchst erstaunt.

Wort für Wort
tām kathām
diese Geschichte
ila-sambaddhām
mit Ila verbunden
rāmeṇa samudīritām
von Rāma erzählt
lakṣmaṇaḥ bharataḥ ca eva
Lakṣmaṇa und Bharata
śrutvā
nachdem sie gehört hatten
parama-vismitau
beide höchst erstaunt

tau rāmaṃ prāñjalībhūtvā tasya rājño mahātmanaḥ . vistaraṃ tasya bhāvasya tadā papracchatuḥ punaḥ ..

Die beiden, mit gefalteten Händen vor Rāma, fragten ihn da abermals ausführlich nach dem Wesen jenes hochherzigen Königs.

Wort für Wort
tau
die beiden
rāmam prāñjalībhūtvā
vor Rāma die Hände gefaltet habend
tasya rājñaḥ mahātmanaḥ
jenes hochherzigen Königs
vistaram tasya bhāvasya
die Ausführlichkeit seines Zustands
tadā papracchatuḥ punaḥ
da fragten sie abermals

kathaṃ sa rājā strībhūto vartayāmāsa durgatim . puruṣo vā yadā bhūtaḥ kāṃ vṛttiṃ vartayatyasau ..

Wie fristete jener König, zur Frau geworden, sein schweres Los, und welche Lebensweise führte er, wenn er zum Mann geworden war?

Wort für Wort
katham
wie
saḥ rājā strī-bhūtaḥ
jener König, zur Frau geworden
vartayāmāsa durgatim
fristete er das schwere Los
puruṣaḥ vā yadā bhūtaḥ
oder wenn er zum Mann geworden war
kām vṛttim vartayati asau
welche Lebensweise führt er

tayostadbhāṣitaṃ śrutvā kautūhalasamanvitam . kathayāmāsa kākutṣṭhastasya rājño yathā gatam ..

Nachdem er ihre von Neugier erfüllte Rede gehört hatte, erzählte der Kākutstha, wie es jenem König erging.

Wort für Wort
tayoḥ tat bhāṣitam śrutvā
nachdem er deren Rede gehört hatte
kautūhala-samanvitam
von Neugier erfüllt
kathayāmāsa kākutsthaḥ
erzählte der Kākutstha
tasya rājñaḥ yathā gatam
wie es jenem König erging

tameva prathamaṃ māsaṃ strībhūtvā lokasundarī . tābhiḥ parivṛtā strībhirye.asya pūrvaṃ padānugāḥ ..

Er selbst, im ersten Monat zur schönsten Frau der Welt geworden, war umgeben von jenen Frauen, die zuvor seine Gefolgsleute gewesen waren.

Wort für Wort
tam eva prathamam māsam
ihn selbst, im ersten Monat
strī-bhūtvā loka-sundarī
zur weltschönen Frau geworden
tābhiḥ parivṛtā strībhiḥ
umgeben von jenen Frauen
ye asya pūrvam padānugāḥ
die zuvor seine Gefolgsleute waren

tatkānanaṃ vigāhyāśu vijahre lokasundarī . drumagulmalatākīrṇaṃ padbhyāṃ padmadalekṣaṇā ..

Rasch in jenen Wald eindringend, vergnügte sich die weltschöne, lotusäugige Frau zu Fuß in dem von Bäumen, Gebüsch und Lianen bewachsenen Wald.

Wort für Wort
tat kānanam vigāhya āśu
rasch in jenen Wald eindringend
vijahre loka-sundarī
vergnügte sich die Weltschöne
druma-gulma-latā-kīrṇam
mit Bäumen, Sträuchern, Lianen bewachsen
padbhyām padma-dala-īkṣaṇā
zu Fuß, die Lotusblatt-Äugige

vāhanāni ca sarvāṇi santyaktvā vai samantataḥ . parvatābhogavivare tasminreme ilā tadā ..

Nachdem sie alle Reittiere gänzlich zurückgelassen hatte, vergnügte sich Ilā da in jener weiten Bergschlucht.

Wort für Wort
vāhanāni ca sarvāṇi
und alle Reittiere
santyaktvā vai samantataḥ
gänzlich zurückgelassen habend
parvata-ābhoga-vivare
in der weiten Öffnung des Berges
tasmin reme ilā tadā
darin vergnügte sich Ilā da

atha tasminvanoddeśe parvatasyāvidūrataḥ . saraḥ suruciraprakhyaṃ nānāpakṣigaṇāyutam ..

Dann war an jener Stelle des Waldes, nicht fern vom Berg, ein sehr schöner See, von vielerlei Vogelscharen belebt.

Wort für Wort
atha tasmin vana-uddeśe
dann an jener Stelle des Waldes
parvatasya avidūrataḥ
nicht weit vom Berg
saraḥ suruciara-prakhyam
ein sehr strahlender See
nānā-pakṣi-gaṇa-āyutam
von vielerlei Vogelscharen erfüllt

dadarśa sā ilā tasmin budhaṃ somasutaṃ tadā . jvalantaṃ svena vapuṣā pūrṇaṃ somamivoditam ..

Dort erblickte jene Ilā den Budha, den Sohn des Soma, der durch seine eigene Gestalt erstrahlte, wie der aufgegangene Vollmond.

Wort für Wort
dadarśa sā ilā tasmin
dort erblickte jene Ilā
budham soma-sutam tadā
den Budha, den Sohn des Soma, da
jvalantam svena vapuṣā
erstrahlend durch seine eigene Gestalt
pūrṇam somam iva uditam
wie den aufgegangenen Vollmond

tapantaṃ ca tapastīvramambhomadhye durāsadam . yaśaksaraṃ kāmagamaṃ tāruṇye paryavasthitam ..

Er übte strenge Askese inmitten des Wassers, unnahbar, unvergänglich an Ruhm, nach Belieben wandelnd, in der Blüte der Jugend stehend.

Wort für Wort
tapantam ca tapaḥ tīvram
und strenge Askese übend
ambhaḥ-madhye durāsadam
inmitten des Wassers, unnahbar
yaśaḥ-akṣaram kāma-gamam
unvergänglich an Ruhm, nach Wunsch wandelnd
tāruṇye paryavasthitam
in der Jugendblüte stehend

sā taṃ jalāśayaṃ sarvaṃ kṣobhayāmāsa vismitā . saha taiḥ pūra puruṣaiḥ strībhūtai raghunandana ..

Sie brachte, erstaunt, zusammen mit jenen zu Frauen gewordenen Männern der Stadt, jenen ganzen Wasserbehälter in Aufruhr, o Freude der Raghus.

Wort für Wort
sā tam jalāśayam sarvam
sie jenen ganzen Wasserbehälter
kṣobhayāmāsa vismitā
brachte in Aufruhr, erstaunt
saha taiḥ pura-puruṣaiḥ
zusammen mit jenen Männern der Stadt
strī-bhūtaiḥ raghunandana
die zu Frauen geworden waren, o Freude der Raghus

budhastu tāṃ nirīkṣyaiva kāmabāṇābhipīḍitaḥ . nopalebhe tadātmānaṃ cacāla ca tadāmbhasi ..

Budha aber, sie erblickend, von den Pfeilen des Liebesgottes bedrängt, war seiner selbst nicht mehr mächtig und geriet ins Wasser in Bewegung.

Wort für Wort
budhaḥ tu tām nirīkṣya eva
Budha aber, sie erblickend
kāma-bāṇa-abhipīḍitaḥ
von den Pfeilen des Kāma bedrängt
na upalebhe tadā ātmānam
fand da nicht mehr zu sich selbst
cacāla ca tadā ambhasi
und geriet da im Wasser in Bewegung

ilāṃ nirīkṣamāṇaḥ sa trailokyābhyadhikāṃ śubhām . cintāṃ samabhyatikrāmatkā nviyaṃ devatādhikā ..

Er, Ilā betrachtend, die an Schönheit die drei Welten übertraf, geriet in den Gedanken: Wer mag diese sein, die selbst die Gottheiten übertrifft?

Wort für Wort
ilām nirīkṣamāṇaḥ saḥ
er, Ilā betrachtend
trailokya-abhyadhikām śubhām
die schöne, die die drei Welten übertrifft
cintām samabhyatikrāmat
geriet in den Gedanken
kā nu iyam devatā-adhikā
wer mag diese sein, die die Gottheiten übertrifft

na devīṣu na nāgīṣu nāsurīṣvapsaraḥsu ca . dṛṣṭapūrvā mayā kā cidrūpeṇaitena śobhitā ..

Weder unter den Göttinnen noch unter den Nāginīs noch unter den Asurī-Frauen oder Apsaras habe ich je zuvor eine gesehen, die mit dieser Schönheit geschmückt wäre.

Wort für Wort
na devīṣu na nāgīṣu
weder unter Göttinnen noch unter Nāginīs
na asurīṣu apsarassu ca
noch unter Asurī-Frauen und Apsaras
dṛṣṭa-pūrvā mayā kā cit
von mir zuvor gesehen irgendeine
rūpeṇa etena śobhitā
mit dieser Schönheit geschmückt

sadṛśīyaṃ mama bhavedyadi nānyaparigrahā . iti buddhiṃ samāsthāya jalātsthalamupāgamat ..

Wenn diese mir ebenbürtig sein könnte und keinem anderen gehörte - mit diesem Gedanken gefasst, kam er aus dem Wasser ans Land.

Wort für Wort
sadṛśī iyam mama bhavet yadi
wenn diese mir ebenbürtig wäre
na anya-parigrahā
nicht im Besitz eines anderen
iti buddhim samāsthāya
diesen Gedanken fassend
jalāt sthalam upāgamat
kam er vom Wasser ans Land

sa āśramaṃ samupāgamya catasraḥ pramadāstataḥ . śabdāpayata dharmātmā tāścainaṃ ca vavandire ..

Der Fromme, zu seiner Einsiedelei gekommen, ließ dort vier junge Frauen rufen, und diese verehrten ihn.

Wort für Wort
saḥ āśramam samupāgamya
er, zur Einsiedelei gekommen
catasraḥ pramadāḥ tataḥ
vier junge Frauen dann
śabdāpayata dharmātmā
ließ rufen, der Fromme
tāḥ ca enam ca vavandire
und diese verehrten ihn

sa tāḥ papraccha dharmātma kasyaiṣā lokasundarī . kimarthamāgatā ceha satyamākhyāta māciram ..

Der Fromme fragte sie: Wessen ist diese weltschöne Frau, und wozu ist sie hierher gekommen? Sagt mir die Wahrheit, ohne Zögern.

Wort für Wort
saḥ tāḥ papraccha dharmātmā
er, der Fromme, fragte sie
kasya eṣā loka-sundarī
wessen ist diese Weltschöne
kim artham āgatā ca iha
und wozu ist sie hierher gekommen
satyam ākhyāta mā ciram
sagt die Wahrheit, ohne Verzug

śubhaṃ tu tasya tadvākyaṃ madhuraṃ madhurākṣaram . śrutvā tu tāḥ striyaḥ sarvā ūcurmadhurayā girā ..

Nachdem sie seine anmutige, süße, in süßen Worten gesprochene Rede gehört hatten, sprachen alle jene Frauen mit süßer Stimme.

Wort für Wort
śubham tu tasya tat vākyam
seine anmutige Rede aber
madhuram madhura-akṣaram
süß, mit süßen Silben
śrutvā tu tāḥ striyaḥ sarvāḥ
nachdem sie es gehört hatten, alle jene Frauen
ūcuḥ madhurayā girā
sprachen mit süßer Stimme

asmākameṣā suśroṇī prabhutve vartate sadā . apatiḥ kānanānteṣu sahāsmābhiraṭatyasau ..

Diese Schönhüftige waltet stets über uns als Gebieterin; ohne Gatten wandert sie mit uns in den Wäldern umher.

Wort für Wort
asmākam eṣā su-śroṇī
diese Schönhüftige über uns
prabhutve vartate sadā
waltet stets in Herrschaft
apatiḥ kānana-anteṣu
ohne Gatten, in den Waldgegenden
saha asmābhiḥ aṭati asau
wandert sie mit uns umher

tadvākyamavyaktapadaṃ tāsāṃ strīṇāṃ niśamya tu . vidyāmāvartanīṃ puṇyāmāvartayata sa dvijaḥ ..

Nachdem er diese unklare Rede jener Frauen vernommen hatte, wandte der Zweifachgeborene die heilige Āvartanī-Zauberkunst an.

Wort für Wort
tat vākyam avyakta-padam
diese Rede mit unklaren Worten
tāsām strīṇām niśamya tu
jener Frauen vernehmend
vidyām āvartanīm puṇyām
die heilige Āvartanī-Wissenschaft
āvartayata sa dvijaḥ
wandte an jener Zweifachgeborene

so.arthaṃ viditvā nikhilaṃ tasya rājño yathāgatam . sarvā eva striyastāśca babhāṣe munipuṅgavaḥ ..

Nachdem er den gesamten Sachverhalt erkannt hatte, wie es jenem König ergangen war, sprach der Stier unter den Weisen zu all jenen Frauen.

Wort für Wort
saḥ artham viditvā nikhilam
er, die ganze Sache erkennend
tasya rājñaḥ yathā āgatam
wie es jenem König widerfahren war
sarvāḥ eva striyaḥ tāḥ ca
zu all jenen Frauen
babhāṣe muni-puṅgavaḥ
sprach der Stier unter den Weisen

atra kiṃ puruṣā bhadrā avasañśailarodhasi . vatsyathāsmingirau yūyamavakāśo vidhīyatām ..

Warum, ihr Guten, verweilt ihr hier am Bergesabhang als Männer? Ihr sollt auf diesem Berg wohnen - es sei euch ein Platz bereitet.

Wort für Wort
atra kim puruṣāḥ bhadrāḥ
warum, ihr guten Männer, hier
avasan śaila-rodhasi
verweilend am Bergesabhang
vatsyatha asmin girau yūyam
ihr sollt auf diesem Berg wohnen
avakāśaḥ vidhīyatām
ein Platz sei bereitet

mūlaputraphalaiḥ sarvā vartayiṣyatha nityadā . striyaḥ kimpuruṣānnāma bhartṝnsamupalapsyatha ..

Von Wurzeln, Knospen und Früchten werdet ihr euch alle stets ernähren, und ihr Frauen werdet Kiṃpuruṣas genannte Gatten erlangen.

Wort für Wort
mūla-putra-phalaiḥ sarvāḥ
von Wurzeln, Sprossen und Früchten alle
vartayiṣyatha nityadā
werdet ihr euch stets ernähren
striyaḥ kimpuruṣān nāma
ihr Frauen, mit Namen Kiṃpuruṣas
bhartṝn samupalapsyatha
werdet ihr als Gatten erlangen

tāḥ śrutvā somaputrasya vācaṃ kimpuruṣīkṛtāḥ . upāsāṃ cakrire śailaṃ bahvyastā bahudhā tadā ..

Nachdem sie die Worte des Sohnes des Soma gehört hatten, zu Kiṃpuruṣī-Frauen gemacht, verehrten sie, die vielen, da auf vielfache Weise den Berg.

Wort für Wort
tāḥ śrutvā soma-putrasya vācam
sie, nachdem sie die Worte des Sohnes des Soma gehört hatten
kimpuruṣī-kṛtāḥ
zu Kiṃpuruṣī-Frauen gemacht
upāsām cakrire śailam
verehrten den Berg
bahvyaḥ tāḥ bahudhā tadā
die vielen, auf vielfache Weise, da

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