Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 40: Puṣpaka-Visarjanam Die Rückgabe des Puṣpaka-Wagens an Rāma und Bharatas Bericht über das goldene Zeitalter

visṛjya ca mahābāhurṛkṣavānararākṣasān . bhrātṛbhiḥ sahito rāmaḥ pramumoda sukhī sukham ..1..

Nachdem der Starkarmige die Bären, Affen und Rākṣasas verabschiedet hatte, war Rāma, zusammen mit seinen Brüdern, glücklich in reinem Glück.

Wort für Wort
visṛjya ca mahābāhuḥ
verabschiedet habend, der Starkarmige
ṛkṣavānararākṣasān
die Bären, Affen und Rākṣasas
bhrātṛbhiḥ sahitaḥ rāmaḥ
Rāma, zusammen mit seinen Brüdern
pramumoda sukhī sukham
war glücklich in reinem Glück

athāparāhṇasamaye bhrātṛbhiḥ saha rāghavaḥ . śuśrāva madhurāṃ vāṇīmantarikṣātprabhāṣitām ..2..

Da, zur Nachmittagszeit, vernahm der Rāghava zusammen mit seinen Brüdern eine süße, aus dem Himmelsraum erklingende Stimme.

Wort für Wort
atha aparāhṇasamaye
da zur Nachmittagszeit
bhrātṛbhiḥ saha rāghavaḥ
der Rāghava zusammen mit seinen Brüdern
śuśrāva madhurāṃ vāṇīm
vernahm eine süße Stimme
antarikṣāt prabhāṣitām
aus dem Himmelsraum erklingend

saumya rāma nirīkṣasva saumyena vadanena mām . kailāsaśikharātprāptaṃ viddhi māṃ puṣkaraṃ prabho ..3..

'Sanftmütiger Rāma, schau mich mit sanftem Antlitz an; wisse, o Gebieter, dass ich Puṣpaka bin, vom Gipfel des Kailāsa gekommen.'

Wort für Wort
saumya rāma nirīkṣasva
sanftmütiger Rāma, schau
saumyena vadanena mām
mich mit sanftem Antlitz an
kailāsaśikharāt prāptam
vom Gipfel des Kailāsa gekommen
viddhi māṃ puṣkaraṃ prabho
wisse, dass ich Puṣpaka bin, o Gebieter

tava śāsanamājñāya gato.asmi dhanadaṃ prati . upasthātuṃ naraśreṣṭha sa ca māṃ pratyabhāṣata ..4..

'Deinen Befehl erkennend, bin ich zu Dhanada gegangen, um ihm aufzuwarten, o Bester der Männer, und er hat mir dies erwidert:'

Wort für Wort
tava śāsanam ājñāya
deinen Befehl erkennend
gataḥ asmi dhanadaṃ prati
bin ich zu Dhanada gegangen
upasthātuṃ naraśreṣṭha
um aufzuwarten, o Bester der Männer
sa ca māṃ pratyabhāṣata
und er hat mir erwidert

nirjitastvaṃ narendreṇa rāghaveṇa mahātmanā . nihatya yudhi durdharṣaṃ rāvaṇaṃ rākṣasādhipam ..5..

'Du wurdest von dem hochherzigen Herrscher der Menschen, dem Rāghava, besiegt, nachdem er den unbezwingbaren Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas, im Kampf getötet hatte.'

Wort für Wort
nirjitaḥ tvaṃ narendreṇa
du wurdest von dem Herrscher der Menschen besiegt
rāghaveṇa mahātmanā
von dem hochherzigen Rāghava
nihatya yudhi durdharṣam
nachdem er im Kampf den unbezwingbaren
rāvaṇaṃ rākṣasādhipam
Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas, getötet hatte

mamāpi paramā prītirhate tasmindurātmani . rāvaṇe sagaṇe saumya saputrāmātyabāndhave ..6..

'Auch mir ist höchste Freude zuteilgeworden über den Tod jenes Übelgesinnten, Rāvaṇa, samt seinem Gefolge, o Sanftmütiger, samt seinen Söhnen, Ministern und Verwandten.'

Wort für Wort
mama api paramā prītiḥ
auch mir ist höchste Freude
hate tasmin durātmani
über den Tod jenes Übelgesinnten
rāvaṇe sagaṇe saumya
über Rāvaṇa samt seinem Gefolge, o Sanftmütiger
saputrāmātyabāndhave
samt seinen Söhnen, Ministern, Verwandten

sa tvaṃ rāmeṇa laṅkāyāṃ nirjitaḥ paramātmanā . vaha saumya tameva tvamahamājñāpayāmi te ..7..

'Da du in Laṅkā von Rāma, dem höchsten Wesen, besiegt worden bist, sollst du, Sanftmütiger, eben ihm dienen — dies befehle ich dir.'

Wort für Wort
sa tvaṃ rāmeṇa laṅkāyām
du in Laṅkā von Rāma
nirjitaḥ paramātmanā
besiegt, dem höchsten Wesen
vaha saumya tam eva
trage eben ihn, Sanftmütiger
tvam aham ājñāpayāmi te
dies befehle ich dir

eṣa me paramaḥ kāmo yattvaṃ rāghavanandanam . vaherlokasya saṃyānaṃ gacchasva vigatajvaraḥ ..8..

'Dies ist mein höchster Wunsch, dass du den Freudenspender der Rāghavas trägst; das Fahrzeug der Welt, so gehe nun, aller Sorge ledig.'

Wort für Wort
eṣaḥ me paramaḥ kāmaḥ
dies ist mein höchster Wunsch
yat tvaṃ rāghavanandanam
dass du den Freudenspender der Rāghavas
vaheḥ lokasya saṃyānam
trägst, das Fahrzeug der Welt
gacchasva vigatajvaraḥ
gehe nun, aller Sorge ledig

tacchāsanamahaṃ jñātvā dhanadasya mahātmanaḥ . tvatsakāśaṃ punaḥ prāptaḥ sa evaṃ pratigṛhṇa mām ..9..

'Diesen Befehl des hochherzigen Dhanada erkennend, bin ich wieder zu dir gekommen — so nimm mich denn an.'

Wort für Wort
tat śāsanam aham jñātvā
diesen Befehl erkennend
dhanadasya mahātmanaḥ
des hochherzigen Dhanada
tvatsakāśaṃ punaḥ prāptaḥ
bin ich wieder zu dir gekommen
sa evaṃ pratigṛhṇa mām
so nimm mich denn an

bāḍhamityeva kākutsthaḥ puṣpakaṃ samapūjayat . lājākṣataiśca puṣpaiśca gandhaiśca susugandhibhiḥ ..10..

'So sei es!' — mit diesen Worten allein verehrte der Kākutstha den Puṣpaka mit geröstetem Reis, ungeschältem Reis, Blumen und wohlriechenden Düften.

Wort für Wort
bāḍham iti eva kākutsthaḥ
'so sei es', so der Kākutstha
puṣpakaṃ samapūjayat
verehrte er den Puṣpaka
lājākṣataiḥ ca puṣpaiḥ ca
mit geröstetem und ungeschältem Reis und Blumen
gandhaiḥ ca susugandhibhiḥ
und mit wohlriechenden Düften

gamyatāṃ ca yathākāmamāgacchestvaṃ yadā smare . evamastviti rāmeṇa visṛṣṭaḥ puṣpakaḥ punaḥ . abhipretāṃ diśaṃ prāyātpuṣpakaḥ puṣpabhūṣitaḥ ..11..

'Geh nun nach Belieben, und komme, sooft ich mich deiner erinnere.' 'So sei es!' — mit diesen Worten von Rāma entlassen, zog der blütengeschmückte Puṣpaka wieder in die von ihm gewünschte Richtung davon.

Wort für Wort
gamyatāṃ ca yathākāmam
geh nun nach Belieben
āgacches tvaṃ yadā smare
komme, sooft ich mich deiner erinnere
evam astu iti rāmeṇa
'so sei es', von Rāma
visṛṣṭaḥ puṣpakaḥ punaḥ abhipretāṃ diśaṃ prāyāt
entlassen, zog der Puṣpaka wieder in die gewünschte Richtung

evamantarhite tasminpuṣpake vividhātmani . bharataḥ prāñjalirvākyamuvāca raghunandanam ..12..

Als jener vielgestaltige Puṣpaka so entschwunden war, sprach Bharata, mit gefalteten Händen, zu dem Freudenspender der Raghus folgende Worte:

Wort für Wort
evam antarhite tasmin
als so entschwunden war jener
puṣpake vividhātmani
der vielgestaltige Puṣpaka
bharataḥ prāñjaliḥ vākyam
Bharata, mit gefalteten Händen, das Wort
uvāca raghunandanam
sprach zu dem Freudenspender der Raghus

atyadbhutāni dṛśyante tvayi rājyaṃ praśāsati . amānuṣāṇāṃ sattvānāṃ vyāhṛtāni muhurmuhuḥ ..13..

'Überaus wunderbare Dinge sind zu sehen, seit du das Reich regierst — Äußerungen übermenschlicher Wesen, immer wieder.'

Wort für Wort
atyadbhutāni dṛśyante
überaus wunderbare Dinge sind zu sehen
tvayi rājyaṃ praśāsati
seit du das Reich regierst
amānuṣāṇāṃ sattvānām
übermenschlicher Wesen
vyāhṛtāni muhuḥ muhuḥ
Äußerungen, immer wieder

anāmayācca martyānāṃ sāgro māso gato hyayam . jīrṇānāmapi sattvānāṃ mṛtyurnāyāti rāghava ..14..

'Frei von Krankheit ist nun ein voller Monat für die Sterblichen vergangen; selbst zu den greisenhaften Wesen kommt der Tod nicht, o Rāghava.'

Wort für Wort
anāmayāt ca martyānām
frei von Krankheit für die Sterblichen
sāgraḥ māsaḥ gataḥ hi ayam
ist nun ein voller Monat vergangen
jīrṇānām api sattvānām
selbst zu den greisenhaften Wesen
mṛtyuḥ na āyāti rāghava
kommt der Tod nicht, o Rāghava

putrānnāryaḥ prasūyante vapuṣmantaśca mānavāḥ . harṣaścābhyadhiko rājañjanasya puravāsinaḥ ..15..

'Söhne gebären die Frauen, und die Menschen sind wohlgestaltet; überaus groß ist die Freude, o König, unter den Bewohnern der Stadt.'

Wort für Wort
putrān nāryaḥ prasūyante
Söhne gebären die Frauen
vapuṣmantaḥ ca mānavāḥ
und wohlgestaltet sind die Menschen
harṣaḥ ca abhyadhikaḥ rājan
und überaus groß ist die Freude, o König
janasya puravāsinaḥ
der Bewohner der Stadt

kāle ca vāsavo varṣaṃ pātayatyamṛtopamam . vāyavaścāpi vāyante sparśavantaḥ sukhapradāḥ ..16..

'Zur rechten Zeit lässt Vāsava einen dem Nektar gleichenden Regen fallen, und auch die Winde wehen angenehm zu berühren, Glück spendend.'

Wort für Wort
kāle ca vāsavaḥ varṣam
zur rechten Zeit Vāsava den Regen
pātayati amṛtopamam
lässt fallen, dem Nektar gleichend
vāyavaḥ ca api vāyante
und auch die Winde wehen
sparśavantaḥ sukhapradāḥ
angenehm zu berühren, Glück spendend

īdṛśo naściraṃ rājā bhavatviti nareśvara . kathayanti pure paurā janā janapadeṣu ca ..17..

'Möge uns ein solcher König lange erhalten bleiben!' — so sprechen, o Herrscher der Menschen, die Bürger in der Stadt und die Leute auf dem Land.'

Wort für Wort
īdṛśaḥ naḥ ciraṃ rājā
ein solcher unser König lange
bhavatu iti nareśvara
möge er sein, o Herrscher der Menschen
kathayanti pure paurāḥ
so sprechen die Bürger in der Stadt
janāḥ janapadeṣu ca
und die Leute auf dem Land

etā vācaḥ sumadhurā bharatena samīritāḥ . śrutvā rāmo mudā yuktaḥ pramumoda sukhī sukham ..18..

Nachdem er diese überaus süßen Worte, von Bharata gesprochen, gehört hatte, war Rāma, von Freude erfüllt, glücklich in reinem Glück.

Wort für Wort
etāḥ vācaḥ sumadhurāḥ
diese überaus süßen Worte
bharatena samīritāḥ
von Bharata gesprochen
śrutvā rāmaḥ mudā yuktaḥ
gehört habend, Rāma, von Freude erfüllt
pramumoda sukhī sukham
war glücklich in reinem Glück

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