Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 29: Indra-Jayaḥ Meghanādas Sieg über Indra und dessen Gefangennahme

tatastamasi sañjāte rākṣasā daivataiḥ saha . ayudhyanta balonmattāḥ sūdayantaḥ parasparam ..1..

Als dann Finsternis entstanden war, kämpften die Rākṣasas zusammen mit den Göttern, trunken von Kraft, und vernichteten einander gegenseitig.

Wort für Wort
tatas tamasi sañjāte
dann, als Finsternis entstanden war
rākṣasāḥ daivataiḥ saha
die Rākṣasas zusammen mit den Göttern
ayudhyanta balonmattāḥ
kämpften, trunken von Kraft
sūdayantaḥ parasparam
einander gegenseitig vernichtend

tatastu devasainyena rākṣasānāṃ mahadbalam . daśāṃśaṃ sthāpitaṃ yuddhe śeṣaṃ nītaṃ yamakṣayam ..2..

Da wurde durch das Heer der Götter von der großen Streitmacht der Rākṣasas nur ein Zehntel im Kampf noch aufrecht gehalten; der Rest wurde in Yamas Reich gesandt.

Wort für Wort
tatas tu devasainyena
da aber durch das Götterheer
rākṣasānāṃ mahadbalam
die große Streitmacht der Rākṣasas
daśāṃśaṃ sthāpitaṃ yuddhe
ein Zehntel im Kampf aufrecht erhalten
śeṣaṃ nītaṃ yamakṣayam
der Rest zu Yamas Wohnstatt geführt

tasmiṃstu tamasā naddhe sarve te devarākṣasāḥ . anyonyaṃ nābhyajānanta yudhyamānāḥ parasparam ..3..

In jene Finsternis gehüllt, erkannten alle jene Götter und Rākṣasas einander nicht mehr, während sie gegeneinander kämpften.

Wort für Wort
tasmin tu tamasā naddhe
in jene Finsternis aber gehüllt
sarve te devarākṣasāḥ
all jene Götter und Rākṣasas
anyonyaṃ na abhyajānanta
erkannten einander nicht
yudhyamānāḥ parasparam
miteinander kämpfend

indraśca rāvaṇaścaiva rāvaṇiśca mahābalaḥ . tasmiṃstamojālavṛte mohamīyurna te trayaḥ ..4..

Indra und Rāvaṇa und der überaus kräftige Rāvaṇi (Meghanāda) — diese drei allein gerieten, obwohl in jenes Netz der Finsternis eingehüllt, nicht in Verwirrung.

Wort für Wort
indraḥ ca rāvaṇaḥ ca eva
Indra und Rāvaṇa
rāvaṇiḥ ca mahābalaḥ
und der überaus kräftige Rāvaṇi
tasmin tamojālavṛte
in jenes Netz der Finsternis gehüllt
mohaṃ na īyuḥ te trayaḥ
gerieten diese drei nicht in Verwirrung

sa tu dṛṣṭvā balaṃ sarvaṃ nihataṃ rāvaṇo raṇe . krodhamabhyāgamattīvraṃ mahānādaṃ ca muktavān ..5..

Rāvaṇa aber, als er sein gesamtes Heer im Kampf erschlagen sah, wurde von heftigem Zorn ergriffen und stieß ein gewaltiges Gebrüll aus.

Wort für Wort
saḥ tu dṛṣṭvā
er aber, als er sah
balaṃ sarvaṃ nihataṃ rāvaṇaḥ raṇe
dass das ganze Heer im Kampf erschlagen war, Rāvaṇa
krodham abhyāgamat tīvram
wurde von heftigem Zorn ergriffen
mahānādaṃ ca muktavān
und stieß ein gewaltiges Gebrüll aus

krodhātsūtaṃ ca durdharṣaḥ syandanasthamuvāca ha . parasainyasya madhyena yāvadantaṃ nayasva mām ..6..

Voller Zorn sprach der Unbezwingbare, auf seinem Wagen stehend, zu seinem Wagenlenker: 'Führe mich mitten durch das feindliche Heer bis an dessen Ende.'

Wort für Wort
krodhāt sūtaṃ ca
voller Zorn, zu seinem Wagenlenker
durdharṣaḥ syandanastha uvāca ha
sprach der Unbezwingbare, auf dem Wagen stehend
parasainyasya madhyena
mitten durch das feindliche Heer
yāvat antaṃ nayasva mām
führe mich bis an dessen Ende

adyaitāṃstridaśānsarvānvikramaiḥ samare svayam . nānāśastrairmahāsārairnāśayāmi nabhastalāt ..7..

'Heute werde ich selbst alle diese dreißig Götter mit meiner eigenen Tapferkeit im Kampf, mit mannigfachen mächtigen Waffen, vom Himmel herab vernichten.'

Wort für Wort
adya etān tridaśān sarvān
heute alle diese Dreißig(Götter)
vikramaiḥ samare svayam
mit Tapferkeit im Kampf selbst
nānāśastraiḥ mahāsāraiḥ
mit mannigfachen mächtigen Waffen
nāśayāmi nabhastalāt
werde ich vernichten, vom Himmelsraum herab

ahamindraṃ vadhiṣyāmi varuṇaṃ dhanadaṃ yamam . tridaśānvinihatyāśu svayaṃ sthāsyāmyathopari ..8..

'Ich werde Indra töten, Varuṇa, Dhanada (Kubera) und Yama; nachdem ich die Götter rasch niedergeschlagen habe, werde ich selbst dann darüber stehen.'

Wort für Wort
aham indraṃ vadhiṣyāmi
ich werde Indra töten
varuṇaṃ dhanadaṃ yamam
Varuṇa, Dhanada, Yama
tridaśān vinihatya āśu
nachdem ich die Götter rasch niedergeschlagen habe
svayaṃ sthāsyāmi atha upari
werde ich selbst dann darüber stehen

viṣādo na ca kartavyaḥ śīghraṃ vāhaya me ratham . dviḥ khalu tvāṃ bravīmyadya yāvadantaṃ nayasva mām ..9..

'Verzagtheit sei nicht am Platz — lenke meinen Wagen rasch! Zweimal schon sage ich dir heute: Bring mich bis an das Ende (des Heeres).'

Wort für Wort
viṣādaḥ na ca kartavyaḥ
Verzagtheit ist nicht am Platz
śīghraṃ vāhaya me ratham
lenke rasch meinen Wagen
dviḥ khalu tvāṃ bravīmi adya
zweimal wahrlich sage ich dir heute
yāvat antaṃ nayasva mām
führe mich bis an das Ende

ayaṃ sa nandanoddeśo yatra vartāmahe vayam . naya māmadya tatra tvamudayo yatra parvataḥ ..10..

'Dies ist jene Gegend von Nandana, in der wir uns jetzt befinden; führe mich heute dorthin, wo der Berg des Sonnenaufgangs (Udaya) steht.'

Wort für Wort
ayaṃ saḥ nandanoddeśaḥ
dies ist jene Gegend von Nandana
yatra vartāmahe vayam
in der wir uns befinden
naya mām adya tatra
führe mich heute dorthin
tvam udayaḥ yatra parvataḥ
wo der Berg Udaya (des Aufgangs) steht

tasya taṃ niścayaṃ jñātvā śakro deveśvarastadā . rathasthaḥ samarasthāṃstāndevānvākyamathābravīt ..11..

Als Śakra, der Herr der Götter, diesen seinen Entschluss erkannt hatte, sprach er, auf seinem Wagen stehend, zu den im Kampf stehenden Göttern folgende Worte.

Wort für Wort
tasya taṃ niścayaṃ jñātvā
als er dessen Entschluss erkannt hatte
śakraḥ deveśvaraḥ tadā
Śakra, der Herr der Götter, da
rathasthaḥ
auf seinem Wagen stehend
samarasthān tān devān vākyam atha abravīt
sprach zu jenen im Kampf stehenden Göttern folgendes Wort

surāḥ śṛṇuta madvākyaṃ yattāvanmama rocate . jīvanneva daśagrīvaḥ sādhu rakṣo nigṛhyatām ..12..

'Ihr Götter, hört mein Wort, das mir nun als richtig erscheint: Lebendig soll dieser zehnhalsige Rākṣasa ergriffen werden — das ist recht.'

Wort für Wort
surāḥ śṛṇuta madvākyam
ihr Götter, hört mein Wort
yat tāvat mama rocate
was mir nun als richtig erscheint
jīvan eva daśagrīvaḥ
lebendig eben der Zehnhalsige
sādhu rakṣaḥ nigṛhyatām
recht, der Rākṣasa werde ergriffen

eṣa hyatibalaḥ sainye rathena pavanaujasā . gamiṣyati pravṛddhormiḥ samudra iva parvaṇi ..13..

'Denn dieser überaus Kräftige wird mit seinem windschnellen Wagen durch das Heer ziehen, gleich dem am Vollmondtag anschwellenden, wogenden Ozean.'

Wort für Wort
eṣaḥ hi atibalaḥ sainye
denn dieser überaus Kräftige, im Heer
rathena pavanaujasā
mit dem windschnellen Wagen
gamiṣyati
wird ziehen
pravṛddhormiḥ samudraḥ iva parvaṇi
wie der am Vollmondtag anschwellende, wogende Ozean

na hyeṣa hantuṃ śakyo.adya varadānātsunirbhayaḥ . tadgrahīṣyāmahe ratho yattā bhavata saṃyuge ..14..

'Denn dieser kann heute nicht getötet werden, da er durch eine verliehene Gabe gänzlich furchtlos ist; darum wollen wir seinen Wagen ergreifen — seid wachsam im Kampf.'

Wort für Wort
na hi eṣaḥ hantuṃ śakyaḥ adya
denn dieser kann heute nicht getötet werden
varadānāt sunirbhayaḥ
durch eine verliehene Gabe gänzlich furchtlos
tat grahīṣyāmahe rathaḥ
darum wollen wir den Wagen ergreifen
yattāḥ bhavata saṃyuge
seid wachsam im Kampf

yathā baliṃ nigṛhyaitattrailokyaṃ bhujyate mayā . evametasya pāpasya nigraho mama rocate ..15.. yathā baliṃ nigṛhyaitattrailokyaṃ bhujyate mayā . evametasya pāpasya nigraho mama rocate ..16..

'So wie ich, nachdem ich Bali bezwungen hatte, jetzt diese drei Welten genieße, so erscheint es mir auch richtig, diesen Bösewicht zu bezwingen.' — So sprach er, dieses Wort wiederholend.

Wort für Wort
yathā baliṃ nigṛhya
so wie, nachdem ich Bali bezwungen hatte
etat trailokyaṃ bhujyate mayā
diese drei Welten von mir genossen werden
evam etasya pāpasya
ebenso von diesem Bösewicht
nigrahaḥ mama rocate
erscheint mir die Bezwingung richtig

tato.anyaṃ deśamāsthāya śakraḥ santyajya rāvaṇam . ayudhyata mahātejā rākṣasānnāśayanraṇe ..17..

Dann begab sich Śakra, von großem Glanz, in einen anderen Teil des Feldes, ließ Rāvaṇa beiseite und kämpfte weiter, wobei er die Rākṣasas vernichtete.

Wort für Wort
tataḥ anyaṃ deśam āsthāya
dann, sich in einen anderen Ort begebend
śakraḥ santyajya rāvaṇam
Śakra, Rāvaṇa beiseite lassend
ayudhyata mahātejāḥ
kämpfte der von großem Glanz
rākṣasān nāśayan raṇe
die Rākṣasas im Kampf vernichtend

uttareṇa daśagrīvaḥ praviveśānivartitaḥ . dakṣiṇena tu pārśvena praviveśa śatakratuḥ ..18..

Der Zehnhalsige drang unaufhaltsam von Norden vor, Śatakratu (Indra) hingegen drang von der südlichen Seite her vor.

Wort für Wort
uttareṇa daśagrīvaḥ
von Norden her der Zehnhalsige
praviveśa anivartitaḥ
drang unaufhaltsam vor
dakṣiṇena tu pārśvena
von der südlichen Seite aber
praviveśa śatakratuḥ
drang Śatakratu vor

tataḥ sa yojanaśataṃ praviṣṭo rākṣasādhipaḥ . devatānāṃ balaṃ kṛtsnaṃ śaravarṣairavākirat ..19..

Dann bedeckte der Herr der Rākṣasas, nachdem er hundert Yojanas tief eingedrungen war, das gesamte Heer der Götter mit Pfeilschauern.

Wort für Wort
tataḥ saḥ yojanaśataṃ praviṣṭaḥ
dann, dieser, hundert Yojanas eingedrungen
rākṣasādhipaḥ
der Herr der Rākṣasas
devatānāṃ balaṃ kṛtsnam
das gesamte Heer der Götter
śaravarṣaiḥ avākirat
bedeckte er mit Pfeilschauern

tataḥ śakro nirīkṣyātha praviṣṭaṃ taṃ balaṃ svakam . nyavartayadasambhrāntaḥ samāvṛtya daśānanam ..20..

Dann, als Śakra sah, dass jener in sein eigenes Heer eingedrungen war, wandte er sich, ohne die Fassung zu verlieren, um und umringte den Zehngesichtigen.

Wort für Wort
tataḥ śakraḥ nirīkṣya atha
dann, als Śakra sah
praviṣṭaṃ taṃ balaṃ svakam
dass jener in sein eigenes Heer eingedrungen war
nyavartayat asambhrāntaḥ
wandte er sich um, ohne die Fassung zu verlieren
samāvṛtya daśānanam
den Zehngesichtigen umringend

etasminnantare nādo mukto dānavarākṣasaiḥ . hā hatāḥ smeti taṃ dṛṣṭvā grastaṃ śakreṇa rāvaṇam ..21..

In diesem Augenblick erhob sich von den Dānavas und Rākṣasas ein Schrei: 'Ach, wir sind verloren!', als sie sahen, dass Rāvaṇa von Śakra gepackt worden war.

Wort für Wort
etasmin antare
in diesem Augenblick
nādaḥ muktaḥ dānavarākṣasaiḥ
ein Schrei wurde von den Dānavas und Rākṣasas ausgestoßen
hā hatāḥ sma iti
'ach, wir sind verloren!'
taṃ dṛṣṭvā grastaṃ śakreṇa rāvaṇam
als sie sahen, dass Rāvaṇa von Śakra gepackt war

tato rathaṃ samāruhya rāvaṇiḥ krodhamūrchitaḥ . tatsainyamatisaṅkruddhaḥ praviveśa sudāruṇam ..22..

Dann bestieg Rāvaṇi (Meghanāda), von Zorn überwältigt, seinen Wagen und drang, überaus erzürnt, furchtbar in jenes Heer ein.

Wort für Wort
tataḥ rathaṃ samāruhya
dann, den Wagen besteigend
rāvaṇiḥ krodhamūrchitaḥ
Rāvaṇi, von Zorn überwältigt
tat sainyam atisaṅkruddhaḥ
in jenes Heer, überaus erzürnt
praviveśa sudāruṇam
drang er furchtbar ein

sa tāṃ praviśya māyāṃ tu dattāṃ gopatinā purā . adṛśyaḥ sarvabhūtānāṃ tatsanyaṃ samavākirat ..23..

Er, in jene Zaubermacht eingehend, die ihm einst vom Herrn der Rinder (Śiva) verliehen worden war, für alle Wesen unsichtbar, überschüttete jenes Heer (mit Pfeilen).

Wort für Wort
saḥ tāṃ praviśya māyāṃ tu
er, in jene Zaubermacht eingehend
dattāṃ gopatinā purā
einst vom Herrn der Rinder (Śiva) verliehen
adṛśyaḥ sarvabhūtānām
für alle Wesen unsichtbar
tat sainyaṃ samavākirat
überschüttete er jenes Heer

tataḥ sa devānsantyajya śakramevābhyayāddrutam . mahendraśca mahātejā na dadarśa sutaṃ ripoḥ ..24..

Dann, die übrigen Götter beiseite lassend, stürmte er rasch geradewegs auf Śakra allein zu; und der glanzvolle Mahendra konnte den Sohn seines Feindes gar nicht erblicken.

Wort für Wort
tataḥ saḥ devān santyajya
dann, die Götter beiseite lassend
śakram eva abhyayāt drutam
stürmte er rasch geradewegs auf Śakra allein zu
mahendraḥ ca mahātejāḥ
und der glanzvolle Mahendra
na dadarśa sutaṃ ripoḥ
konnte den Sohn des Feindes nicht sehen

sa mātaliṃ hayāṃścaiva tāḍayitvā śarottamaiḥ . mahendraṃ bāṇavarṣeṇa śīghrahasto hyavākirat ..25..

Er, Mātali und die Pferde mit seinen vortrefflichsten Pfeilen treffend, überschüttete, flink von Hand, Mahendra mit einem Pfeilregen.

Wort für Wort
saḥ mātaliṃ hayān ca eva
er, Mātali und die Pferde
tāḍayitvā śarottamaiḥ
mit vortrefflichsten Pfeilen treffend
mahendraṃ bāṇavarṣeṇa
Mahendra mit einem Pfeilregen
śīghrahastaḥ hi avākirat
flink von Hand überschüttete er ihn

airāvataṃ samāruhya mṛgayāmāsa rāvaṇim . tataḥ śakro rathaṃ tyaktva visṛjya ca sa mātalim ..26..

Dann bestieg Śakra, seinen Wagen verlassend und Mātali entlassend, den Airāvata und machte Jagd auf den Sohn Rāvaṇas.

Wort für Wort
tataḥ śakraḥ rathaṃ tyaktvā
dann, Śakra, den Wagen verlassend
visṛjya ca sa mātalim
und Mātali entlassend
airāvataṃ samāruhya
den Airāvata besteigend
mṛgayāmāsa rāvaṇim
machte er Jagd auf den Sohn Rāvaṇas

sa tu māyā balādrakṣaḥ saṅgrāme nābhyadṛśyata . kiramāṇaḥ śaraughena mahendramamitaujasaṃ ..27..

Der Rākṣasa aber blieb kraft seiner Zaubermacht im Kampf unsichtbar, während er den unermesslich mächtigen Mahendra mit Pfeilfluten überschüttete.

Wort für Wort
sa tu māyā balāt rakṣaḥ
der Rākṣasa aber kraft der Zaubermacht
saṅgrāme na abhyadṛśyata
blieb im Kampf unsichtbar
kiramāṇaḥ śaraughena
mit Pfeilfluten überschüttend
mahendram amitaujasam
den unermesslich mächtigen Mahendra

sa taṃ yadā pariśrāntamindraṃ mene.atha rāvaṇiḥ . tadainaṃ māyayā baddhvā svasainyamabhito.anayat ..28..

Als Rāvaṇi meinte, dass Indra nun erschöpft sei, band er ihn mit seiner Zaubermacht und führte ihn zu seinem eigenen Heer.

Wort für Wort
saḥ taṃ yadā pariśrāntam indraṃ mene
als er meinte, dass Indra erschöpft sei
atha rāvaṇiḥ
da Rāvaṇi
tadā enaṃ māyayā baddhvā
ihn dann mit Zaubermacht bindend
svasainyam abhitaḥ anayat
führte er ihn zu seinem eigenen Heer

taṃ dṛṣṭvātha balāttasminmāyayāpahṛtaṃ raṇe . mahendramamarāḥ sarve kiṃ nvetaditi cukruśuḥ . na hi dṛśyati vidyāvānmāyayā yena nīyate ..29..

Als sie sahen, wie der mächtige Mahendra dort im Kampf mit Gewalt durch jene Zaubermacht fortgeschleppt wurde, riefen alle Unsterblichen: 'Was ist das nur?' — denn der Zauberkundige, durch dessen Zaubermacht er fortgeführt wurde, war überhaupt nicht zu sehen.

Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā atha balāt
als sie ihn mit Gewalt sahen
tasmin māyayā apahṛtaṃ raṇe
dort im Kampf durch Zaubermacht fortgeschleppt
mahendram amarāḥ sarve
den mächtigen Mahendra, alle Unsterblichen
kim nu etat iti cukruśuḥ
riefen: 'was ist das nur?'
na hi dṛśyati vidyāvān
denn der Zauberkundige war überhaupt nicht zu sehen
māyayā yena nīyate
durch dessen Zaubermacht er fortgeführt wurde

etasminnantare cāpi sarve suragaṇāstadā . abhyadravansusaṅkruddhā rāvaṇaṃ śastravṛṣṭibhiḥ ..30..

In diesem Augenblick aber stürmten alle Scharen der Götter, überaus erzürnt, mit Waffenschauern auf Rāvaṇa los.

Wort für Wort
etasmin antare ca api
in diesem Augenblick aber auch
sarve suragaṇāḥ tadā
alle Scharen der Götter da
abhyadravan susaṅkruddhāḥ
stürmten heran, überaus erzürnt
rāvaṇaṃ śastravṛṣṭibhiḥ
auf Rāvaṇa mit Waffenschauern

rāvaṇistu samāsādya vasvādityamarudgaṇān . na śaśāka raṇe sthātuṃ na yoddhuṃ śastrapīḍitaḥ ..31..

Rāvaṇa aber, den Vasus, Ādityas und Marut-Scharen gegenüberstehend, von ihren Waffen gequält, vermochte weder im Kampf standzuhalten noch weiterzukämpfen.

Wort für Wort
rāvaṇaḥ tu samāsādya
Rāvaṇa aber, gegenüberstehend
vasvādityamarudgaṇān
den Vasus, Ādityas, Marut-Scharen
na śaśāka raṇe sthātum
vermochte nicht, im Kampf standzuhalten
na yoddhuṃ śastrapīḍitaḥ
nicht zu kämpfen, von Waffen gequält

taṃ tu dṛṣṭvā pariśrāntaṃ prahārairjarjaracchavim . rāvaṇiḥ pitaraṃ yuddhe.adarśanastho.abravīdidam ..32..

Als Rāvaṇi ihn erschöpft sah, seinen Leib von Schlägen zerschmettert, sprach er, im Kampf unsichtbar bleibend, zu seinem Vater folgendes:

Wort für Wort
taṃ tu dṛṣṭvā pariśrāntam
als er ihn erschöpft sah
prahāraiḥ jarjaracchavim
seinen Leib von Schlägen zerschmettert
rāvaṇiḥ pitaraṃ yuddhe
Rāvaṇi zu seinem Vater im Kampf
adarśanasthaḥ abravīt idam
unsichtbar bleibend sprach er dies

āgaccha tāta gacchāvo nivṛttaṃ raṇakarma tat . jitaṃ te viditaṃ bho.astu svastho bhava gatajvaraḥ ..33..

'Komm, Vater, lass uns gehen — jenes Kampfwerk ist beendet. Wisse, dass dir der Sieg gehört; sei unbesorgt, deine Qual ist vorüber.'

Wort für Wort
āgaccha tāta gacchāvaḥ
komm, Vater, lass uns gehen
nivṛttaṃ raṇakarma tat
jenes Kampfwerk ist beendet
jitaṃ te viditaṃ bhoḥ astu
wisse, dass der Sieg dein ist
svasthaḥ bhava gatajvaraḥ
sei unbesorgt, deine Qual gewichen

ayaṃ hi surasainyasya trailokyasya ca yaḥ prabhuḥ . sa gṛhīto mayā śakro bhagnamānāḥ surāḥ kṛtāḥ ..34..

'Denn dieser Śakra, der Herr über das Heer der Götter und über die drei Welten, wurde von mir ergriffen; den Göttern wurde ihr Stolz gebrochen.'

Wort für Wort
ayaṃ hi surasainyasya
denn dieser, des Götterheeres
trailokyasya ca yaḥ prabhuḥ
und der drei Welten Herr
saḥ gṛhītaḥ mayā śakraḥ
dieser Śakra wurde von mir ergriffen
bhagnamānāḥ surāḥ kṛtāḥ
den Göttern wurde ihr Stolz gebrochen

yatheṣṭaṃ bhuṅkṣva trailokyaṃ nigṛhya ripumojasā . vṛthā te kiṃ śramaṃ kṛtvā yuddhaṃ hi tava niṣphalam ..35..

'Genieße die drei Welten nach Belieben, da du deinen Feind mit deiner Kraft bezwungen hast. Was soll es dir nützen, dich weiter vergeblich zu mühen? — denn weiteres Kämpfen wäre für dich jetzt fruchtlos.'

Wort für Wort
yatheṣṭaṃ bhuṅkṣva trailokyam
genieße die drei Welten nach Belieben
nigṛhya ripum ojasā
nachdem du den Feind mit Kraft bezwungen hast
vṛthā te kiṃ śramaṃ kṛtvā
was nützt es dir, dich vergeblich zu mühen
yuddhaṃ hi tava niṣphalam
denn weiteres Kämpfen ist für dich fruchtlos

sa daivatabalāttasmānnivṛtto raṇakarmaṇaḥ . tacchrutvā rāvaṇervākyaṃ svasthacetā daśānanaḥ ..36..

Nachdem er diese Worte Rāvaṇis gehört hatte, zog sich der Zehngesichtige, nun gelassenen Sinnes, von jenem Kampfwerk gegen das Götterheer zurück.

Wort für Wort
tat śrutvā rāvaṇeḥ vākyam
nachdem er dieses Wort Rāvaṇis gehört hatte
svasthacetāḥ daśānanaḥ
der nun gelassenen Sinnes Zehngesichtige
saḥ daivatabalāt tasmāt
er von jenem Götterheer
nivṛttaḥ raṇakarmaṇaḥ
zog sich vom Kampfwerk zurück

atha raṇavigatajvaraḥ prabhur vijayamavāpya niśācarādhipaḥ . bhavanamabhi tato jagāma hṛṣṭaḥ svasutamavāpya ca vākyamabravīt ..37..

Da nun, seines Kampffiebers ledig, begab sich der Herr der Nachtwandler, den Sieg errungen, freudig zu seinem Palast, und zusammen mit seinem Sohn sprach er folgende Worte:

Wort für Wort
atha raṇavigatajvaraḥ
da nun, des Kampffiebers ledig
prabhuḥ vijayam avāpya niśācarādhipaḥ
der Herr der Nachtwandler, den Sieg errungen habend
bhavanam abhi tato jagāma hṛṣṭaḥ
begab sich freudig zu seinem Palast
svasutam avāpya ca vākyam abravīt
und zu seinem Sohn kommend sprach er folgendes Wort

atibalasadṛśaiḥ parākramaistair mama kulamānavivardhanaṃ kṛtam . yadamarasamavikrama tvayā tridaśapatistridaśāśca nirjitāḥ ..38..

'Durch diese Taten der Tapferkeit, würdig deiner gewaltigen Kraft, hast du das Ansehen unseres Geschlechts gemehrt, o du, dessen Kraft den Unsterblichen gleicht, da du den Herrn der Götter und die Götter selbst besiegt hast.'

Wort für Wort
atibalasadṛśaiḥ parākramaiḥ taiḥ
durch diese Taten der Tapferkeit, würdig gewaltiger Kraft
mama kulamānavivardhanaṃ kṛtam
hast du das Ansehen unseres Geschlechts gemehrt
yat amarasamavikrama tvayā
da du, dessen Kraft den Unsterblichen gleicht
tridaśapatiḥ tridaśāḥ ca nirjitāḥ
der Herr der Götter und die Götter besiegt wurden

tvaritamupanayasva vāsavaṃ nagaramito vraja sainyasaṃvṛtaḥ . ahamapi tava gacchato drutaṃ saha sacivairanuyāmi pṛṣṭhataḥ ..39..

'Bring Vāsava (Indra) rasch mit; zieh von hier, umgeben von deinem Heer, zur Stadt — auch ich werde dir, während du eilst, zusammen mit meinen Räten rasch nachfolgen.'

Wort für Wort
tvaritam upanayasva vāsavam
bring rasch Vāsava mit
nagaram itaḥ vraja sainyasaṃvṛtaḥ
zieh von hier zur Stadt, von deinem Heer umgeben
aham api tava gacchataḥ drutam
auch ich, während du eilends ziehst
saha sacivaiḥ anuyāmi pṛṣṭhataḥ
folge mit meinen Räten von hinten nach

atha sa balavṛtaḥ savāhanas tridaśapatiṃ parigṛhya rāvaṇiḥ . svabhavanamupagamya rākṣaso muditamanā visasarja rākṣasān ..40..

Da nun, von seinem Heer und seinen Reittieren umgeben, den Herrn der Götter gefangen führend, gelangte der Rākṣasa Rāvaṇi zu seinem eigenen Palast und entließ, frohen Sinnes, die Rākṣasa-Krieger.

Wort für Wort
atha saḥ balavṛtaḥ savāhanaḥ
da nun, von seinem Heer und den Reittieren umgeben
tridaśapatiṃ parigṛhya rāvaṇiḥ
den Herrn der Götter gefangen führend, Rāvaṇi
svabhavanam upagamya rākṣasaḥ
zu seinem eigenen Palast gelangend, der Rākṣasa
muditamanā visasarja rākṣasān
frohen Sinnes entließ er die Rākṣasa-Krieger

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks