Da wurde durch das Heer der Götter von der großen Streitmacht der Rākṣasas nur ein Zehntel im Kampf noch aufrecht gehalten; der Rest wurde in Yamas Reich gesandt.
indraśca rāvaṇaścaiva rāvaṇiśca mahābalaḥ .
tasmiṃstamojālavṛte mohamīyurna te trayaḥ ..4..
Indra und Rāvaṇa und der überaus kräftige Rāvaṇi (Meghanāda) — diese drei allein gerieten, obwohl in jenes Netz der Finsternis eingehüllt, nicht in Verwirrung.
krodhātsūtaṃ ca durdharṣaḥ syandanasthamuvāca ha .
parasainyasya madhyena yāvadantaṃ nayasva mām ..6..
Voller Zorn sprach der Unbezwingbare, auf seinem Wagen stehend, zu seinem Wagenlenker: 'Führe mich mitten durch das feindliche Heer bis an dessen Ende.'
'Heute werde ich selbst alle diese dreißig Götter mit meiner eigenen Tapferkeit im Kampf, mit mannigfachen mächtigen Waffen, vom Himmel herab vernichten.'
Als Śakra, der Herr der Götter, diesen seinen Entschluss erkannt hatte, sprach er, auf seinem Wagen stehend, zu den im Kampf stehenden Göttern folgende Worte.
Wort für Wort
tasya taṃ niścayaṃ jñātvā
als er dessen Entschluss erkannt hatte
śakraḥ deveśvaraḥ tadā
Śakra, der Herr der Götter, da
rathasthaḥ
auf seinem Wagen stehend
samarasthān tān devān vākyam atha abravīt
sprach zu jenen im Kampf stehenden Göttern folgendes Wort
'Denn dieser kann heute nicht getötet werden, da er durch eine verliehene Gabe gänzlich furchtlos ist; darum wollen wir seinen Wagen ergreifen — seid wachsam im Kampf.'
'So wie ich, nachdem ich Bali bezwungen hatte, jetzt diese drei Welten genieße, so erscheint es mir auch richtig, diesen Bösewicht zu bezwingen.' — So sprach er, dieses Wort wiederholend.
Dann, als Śakra sah, dass jener in sein eigenes Heer eingedrungen war, wandte er sich, ohne die Fassung zu verlieren, um und umringte den Zehngesichtigen.
In diesem Augenblick erhob sich von den Dānavas und Rākṣasas ein Schrei: 'Ach, wir sind verloren!', als sie sahen, dass Rāvaṇa von Śakra gepackt worden war.
Wort für Wort
etasmin antare
in diesem Augenblick
nādaḥ muktaḥ dānavarākṣasaiḥ
ein Schrei wurde von den Dānavas und Rākṣasas ausgestoßen
sa tāṃ praviśya māyāṃ tu dattāṃ gopatinā purā .
adṛśyaḥ sarvabhūtānāṃ tatsanyaṃ samavākirat ..23..
Er, in jene Zaubermacht eingehend, die ihm einst vom Herrn der Rinder (Śiva) verliehen worden war, für alle Wesen unsichtbar, überschüttete jenes Heer (mit Pfeilen).
tataḥ sa devānsantyajya śakramevābhyayāddrutam .
mahendraśca mahātejā na dadarśa sutaṃ ripoḥ ..24..
Dann, die übrigen Götter beiseite lassend, stürmte er rasch geradewegs auf Śakra allein zu; und der glanzvolle Mahendra konnte den Sohn seines Feindes gar nicht erblicken.
taṃ dṛṣṭvātha balāttasminmāyayāpahṛtaṃ raṇe .
mahendramamarāḥ sarve kiṃ nvetaditi cukruśuḥ .
na hi dṛśyati vidyāvānmāyayā yena nīyate ..29..
Als sie sahen, wie der mächtige Mahendra dort im Kampf mit Gewalt durch jene Zaubermacht fortgeschleppt wurde, riefen alle Unsterblichen: 'Was ist das nur?' — denn der Zauberkundige, durch dessen Zaubermacht er fortgeführt wurde, war überhaupt nicht zu sehen.
Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā atha balāt
als sie ihn mit Gewalt sahen
tasmin māyayā apahṛtaṃ raṇe
dort im Kampf durch Zaubermacht fortgeschleppt
mahendram amarāḥ sarve
den mächtigen Mahendra, alle Unsterblichen
kim nu etat iti cukruśuḥ
riefen: 'was ist das nur?'
na hi dṛśyati vidyāvān
denn der Zauberkundige war überhaupt nicht zu sehen
rāvaṇistu samāsādya vasvādityamarudgaṇān .
na śaśāka raṇe sthātuṃ na yoddhuṃ śastrapīḍitaḥ ..31..
Rāvaṇa aber, den Vasus, Ādityas und Marut-Scharen gegenüberstehend, von ihren Waffen gequält, vermochte weder im Kampf standzuhalten noch weiterzukämpfen.
yatheṣṭaṃ bhuṅkṣva trailokyaṃ nigṛhya ripumojasā .
vṛthā te kiṃ śramaṃ kṛtvā yuddhaṃ hi tava niṣphalam ..35..
'Genieße die drei Welten nach Belieben, da du deinen Feind mit deiner Kraft bezwungen hast. Was soll es dir nützen, dich weiter vergeblich zu mühen? — denn weiteres Kämpfen wäre für dich jetzt fruchtlos.'
atha raṇavigatajvaraḥ prabhur vijayamavāpya niśācarādhipaḥ .
bhavanamabhi tato jagāma hṛṣṭaḥ svasutamavāpya ca vākyamabravīt ..37..
Da nun, seines Kampffiebers ledig, begab sich der Herr der Nachtwandler, den Sieg errungen, freudig zu seinem Palast, und zusammen mit seinem Sohn sprach er folgende Worte:
Wort für Wort
atha raṇavigatajvaraḥ
da nun, des Kampffiebers ledig
prabhuḥ vijayam avāpya niśācarādhipaḥ
der Herr der Nachtwandler, den Sieg errungen habend
bhavanam abhi tato jagāma hṛṣṭaḥ
begab sich freudig zu seinem Palast
svasutam avāpya ca vākyam abravīt
und zu seinem Sohn kommend sprach er folgendes Wort
'Durch diese Taten der Tapferkeit, würdig deiner gewaltigen Kraft, hast du das Ansehen unseres Geschlechts gemehrt, o du, dessen Kraft den Unsterblichen gleicht, da du den Herrn der Götter und die Götter selbst besiegt hast.'
Wort für Wort
atibalasadṛśaiḥ parākramaiḥ taiḥ
durch diese Taten der Tapferkeit, würdig gewaltiger Kraft
'Bring Vāsava (Indra) rasch mit; zieh von hier, umgeben von deinem Heer, zur Stadt — auch ich werde dir, während du eilst, zusammen mit meinen Räten rasch nachfolgen.'
Da nun, von seinem Heer und seinen Reittieren umgeben, den Herrn der Götter gefangen führend, gelangte der Rākṣasa Rāvaṇi zu seinem eigenen Palast und entließ, frohen Sinnes, die Rākṣasa-Krieger.
Wort für Wort
atha saḥ balavṛtaḥ savāhanaḥ
da nun, von seinem Heer und den Reittieren umgeben