Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 77: Brahmahatyā-Vibhāga-Kathanam
Indras Läuterung und die Zerteilung der Brahmanenmord-Sünde
tathā vṛtravadhaṃ sarvamakhilena sa lakṣmaṇaḥ |
kathayitvā naraśreṣṭhaḥ kathāśeṣamupākramat ||
So, nachdem er die Tötung Vṛtras gänzlich vollständig erzählt hatte, begann jener Lakṣmaṇa, der Beste der Männer, mit dem Rest der Erzählung.
Wort für Wort tathā vṛtravadhaṃ sarvam so die Tötung Vṛtras vollständig akhilena sa lakṣmaṇaḥ gänzlich, jener Lakṣmaṇa kathayitvā naraśreṣṭhaḥ erzählt habend, der Beste der Männer kathāśeṣam upākramat begann mit dem Rest der Erzählung tato hate mahāvīrye vṛtre devabhayaṅkare |
brahmahatyāvṛtaḥ śakraḥ saṃjñāṃ lebhe na vṛtrahā ||
Als sodann der überaus tapfere Vṛtra, der Furchtbringer der Götter, erschlagen war, verlor Śakra, der Vṛtratöter, von der Sünde des Brahmanenmordes umhüllt, das Bewusstsein.
Wort für Wort tataḥ hate mahāvīrye als sodann der überaus tapfere erschlagen war vṛtre devabhayaṅkare Vṛtra, der Furchtbringer der Götter brahmahatyāvṛtaḥ śakraḥ Śakra, vom Brahmanenmord umhüllt saṃjñāṃ na lebhe vṛtrahā erlangte der Vṛtratöter kein Bewusstsein so.antamāśritya lokānāṃ naṣṭasaṃjño vicetanaḥ |
kālaṃ tatrāvasatkaṃ cidveṣṭamāno yathoragaḥ ||
Er, an das Ende der Welten geflüchtet, ohne Bewusstsein, ohne Sinne, verbrachte dort einige Zeit, sich windend wie eine Schlange.
Wort für Wort saḥ antam āśritya lokānāṃ er, an das Ende der Welten geflüchtet naṣṭasaṃjñaḥ vicetanaḥ ohne Bewusstsein, ohne Sinne kālaṃ tatra avasat kaṃcit verbrachte dort einige Zeit veṣṭamānaḥ yathā uragaḥ sich windend wie eine Schlange atha naṣṭe sahasrākṣe udvignamabhavajjagat |
bhūmiśca dhvastasaṅkāśā niḥsnehā śuṣkakānanā ||
Als dann der Tausendäugige verschwunden war, geriet die Welt in Beunruhigung; und die Erde ward wie zerstört anzusehen, ohne Feuchtigkeit, mit vertrockneten Wäldern.
Wort für Wort atha naṣṭe sahasrākṣe als dann der Tausendäugige verschwunden war udvignam abhavat jagat geriet die Welt in Beunruhigung bhūmiḥ ca dhvastasaṅkāśā und die Erde ward wie zerstört anzusehen niḥsnehā śuṣkakānanā ohne Feuchtigkeit, mit vertrockneten Wäldern niḥsrotasaścāmbuvāhā hradāśca saritastathā |
saṅkṣobhaścaiva sattvānāmanāvṛṣṭikṛto.abhavat ||
Die Wolken wurden ohne Strömung, ebenso die Teiche und Flüsse; und durch das Ausbleiben des Regens entstand eine Erschütterung unter den Lebewesen.
Wort für Wort niḥsrotasaḥ ca ambuvāhāḥ ohne Strömung wurden die Wolken hradāḥ ca saritaḥ tathā und die Teiche und Flüsse ebenso saṅkṣobhaḥ ca eva sattvānām und eine Erschütterung der Lebewesen anāvṛṣṭikṛtaḥ abhavat entstand durch das Ausbleiben des Regens kṣīyamāṇe tu loke.asminsambhrāntamanasaḥ surāḥ |
yaduktaṃ viṣṇunā pūrvaṃ taṃ yajñaṃ samupānayan ||
Als diese Welt aber im Schwinden begriffen war, führten die Götter, deren Sinn verwirrt war, jenes Opfer herbei, das Viṣṇu zuvor genannt hatte.
Wort für Wort kṣīyamāṇe tu loke asmin als diese Welt aber im Schwinden begriffen war sambhrāntamanasaḥ surāḥ die Götter, deren Sinn verwirrt war yat uktaṃ viṣṇunā pūrvaṃ was von Viṣṇu zuvor genannt worden war taṃ yajñaṃ samupānayan jenes Opfer führten sie herbei tataḥ sarve suragaṇāḥ sopādhyāyāḥ saharṣibhiḥ |
taṃ deśaṃ sahitā jagmuryatrendro bhayamohitaḥ ||
Da gingen alle Scharen der Götter, samt ihren Lehrern und mit den Ṛṣis, gemeinsam an jenen Ort, wo Indra, von Furcht betäubt, weilte.
Wort für Wort tataḥ sarve suragaṇāḥ da alle Scharen der Götter sopādhyāyāḥ saharṣibhiḥ samt ihren Lehrern, mit den Ṛṣis taṃ deśaṃ sahitā jagmuḥ gingen gemeinsam an jenen Ort yatra indraḥ bhayamohitaḥ wo Indra, von Furcht betäubt, war te tu dṛṣṭvā sahasrākṣaṃ mohitaṃ brahmahatyayā |
taṃ puraskṛtya deveśamaśvamedhaṃ pracakrire ||
Als sie aber den Tausendäugigen erblickten, betäubt durch den Brahmanenmord, stellten sie jenen Herrn der Götter voran und begannen das Aśvamedha-Opfer.
Wort für Wort te tu dṛṣṭvā sahasrākṣaṃ als sie aber den Tausendäugigen sahen mohitaṃ brahmahatyayā betäubt durch den Brahmanenmord taṃ puraskṛtya deveśam jenen Herrn der Götter voranstellend aśvamedhaṃ pracakrire begannen sie das Aśvamedha-Opfer tato.aśvamedhaḥ sumahānmahendrasya mahātmanaḥ |
vavṛdhe brahmahatyāyāḥ pāvanārthaṃ nareśvara ||
Da wuchs das überaus große Aśvamedha des großherzigen Mahendra, o Herrscher der Menschen, zum Zweck der Läuterung vom Brahmanenmord.
Wort für Wort tataḥ aśvamedhaḥ sumahān da das überaus große Aśvamedha mahendrasya mahātmanaḥ des großherzigen Mahendra vavṛdhe brahmahatyāyāḥ wuchs zur Läuterung vom Brahmanenmord pāvanārthaṃ nareśvara zum Zweck der Läuterung, o Herrscher der Menschen tato yajñasamāptau tu brahmahatyā mahātmanaḥ |
abhigamyābravīdvākyaṃ kva me sthānaṃ vidhāsyatha ||
Als sodann das Opfer vollendet war, trat der Brahmanenmord an den Großherzigen heran und sprach: 'Wo werdet ihr mir einen Ort bestimmen?'
Wort für Wort tataḥ yajñasamāptau tu als sodann das Opfer vollendet war brahmahatyā mahātmanaḥ der Brahmanenmord an den Großherzigen abhigamya abravīt vākyaṃ herantretend, sprach dieses Wort kva me sthānaṃ vidhāsyatha wo werdet ihr mir einen Ort bestimmen te tāmūcustato devāstuṣṭāḥ prītisamanvitāḥ |
caturdhā vibhajātmānamātmanaiva durāsade ||
Da sprachen die Götter, zufrieden und von Freude erfüllt, zu ihr: 'Teile dich selbst, du Unnahbare, vierfach durch dich selbst.'
Wort für Wort te tām ūcuḥ tataḥ devāḥ da sprachen die Götter zu ihr tuṣṭāḥ prītisamanvitāḥ zufrieden und von Freude erfüllt caturdhā vibhaja ātmānam teile dich selbst vierfach ātmanā eva durāsade durch dich selbst, du Unnahbare devānāṃ bhāṣitaṃ śrutvā brahmahatyā mahātmanām |
saṃnidhau sthānamanyatra varayāmāsa durvasā ||
Nachdem der Brahmanenmord die Rede der großherzigen Götter vernommen hatte, wählte sie, schwer zu bewohnen, sich in deren Gegenwart einen anderen Aufenthalt.
Wort für Wort devānāṃ bhāṣitaṃ śrutvā die Rede der Götter gehört habend brahmahatyā mahātmanām der Brahmanenmord, der großherzigen saṃnidhau sthānam anyatra in deren Gegenwart einen anderen Ort varayāmāsa durvasā wählte sie, schwer zu bewohnen ekenāṃśena vatsyāmi pūrṇodāsu nadīṣu vai |
dvitīyena tu vṛkṣeṣu satyametadbravīmi vaḥ ||
'Mit einem Teil werde ich in den wasserreichen Flüssen wohnen, mit dem zweiten aber in den Bäumen; die Wahrheit sage ich euch.'
Wort für Wort ekena aṃśena vatsyāmi mit einem Teil werde ich wohnen pūrṇodāsu nadīṣu vai in den wasserreichen Flüssen dvitīyena tu vṛkṣeṣu mit dem zweiten aber in den Bäumen satyam etat bravīmi vaḥ die Wahrheit sage ich euch yo.ayamaṃśastṛtīyo me strīṣu yauvanaśāliṣu |
trirātraṃ darpaparṇāsu vasiṣye darpaghātinī ||
'Dieser mein dritter Teil wird in blühenden jungen Frauen weilen; drei Nächte lang werde ich, die Zerstörerin des Hochmuts, in den vom Übermut Erfüllten verweilen.'
Wort für Wort yaḥ ayam aṃśaḥ tṛtīyaḥ me dieser mein dritter Teil strīṣu yauvanaśāliṣu bei den in Jugendblüte stehenden Frauen trirātraṃ darpaparṇāsu drei Nächte lang bei den vom Übermut Erfüllten vasiṣye darpaghātinī werde ich, die Zerstörerin des Hochmuts, verweilen hantāro brāhmaṇānye tu prekṣāpūrvamadūṣakān |
tāṃścaturthena bhāgena saṃśrayiṣye surarṣabhāḥ ||
'Doch diejenigen, die vorbedacht unschuldige Brahmanen töten, o Stiere unter den Göttern, jene werde ich mit meinem vierten Teil heimsuchen.'
Wort für Wort hantāraḥ brāhmaṇān ye tu doch die, welche Brahmanen töten prekṣāpūrvam adūṣakān vorbedacht, die unschuldigen tān caturthena bhāgena jene mit dem vierten Teil saṃśrayiṣye surarṣabhāḥ werde ich heimsuchen, ihr Stiere unter den Göttern pratyūcustāṃ tato devā yathā vadasi durvase |
tathā bhavatu tatsarvaṃ sādhayasva yathepsitam ||
Da erwiderten ihr die Götter: 'Wie du sprichst, du schwer zu Bewohnende, so sei dies alles; vollbringe es, wie du es wünschst.'
Wort für Wort pratyūcuḥ tāṃ tataḥ devāḥ da erwiderten ihr die Götter yathā vadasi durvase wie du sprichst, du schwer zu Bewohnende tathā bhavatu tat sarvaṃ so sei dies alles sādhayasva yathepsitam vollbringe es, wie gewünscht tataḥ prītyānvitā devāḥ sahasrākṣaṃ vavandire |
vijvaraḥ pūtapāpmā ca vāsavaḥ samapadyata ||
Da priesen die von Freude erfüllten Götter den Tausendäugigen; und Vāsava ward frei von Fieber und von seiner Sünde gereinigt.
Wort für Wort tataḥ prītyānvitā devāḥ da die von Freude erfüllten Götter sahasrākṣaṃ vavandire priesen den Tausendäugigen vijvaraḥ pūtapāpmā ca frei von Fieber und von Sünde gereinigt vāsavaḥ samapadyata ward Vāsava praśāntaṃ ca jagatsarvaṃ sahasrākṣe pratiṣṭhate |
yajñaṃ cādbhutasaṅkāśaṃ tadā śakro.abhyapūjayat ||
Und die ganze Welt ward befriedet, als der Tausendäugige wiederhergestellt war; und Śakra verehrte damals das wunderbar anzusehende Opfer.
Wort für Wort praśāntaṃ ca jagat sarvaṃ und die ganze Welt ward befriedet sahasrākṣe pratiṣṭhate als der Tausendäugige wiederhergestellt war yajñaṃ ca adbhutasaṅkāśaṃ und das wunderbar anzusehende Opfer tadā śakraḥ abhyapūjayat verehrte damals Śakra īdṛśo hyaśvamedhasya prabhāvo raghunandana |
yajasva sumahābhāga hayamedhena pārthiva ||
'Solch eine Macht besitzt ja das Aśvamedha, o Spross der Raghus; opfere du, überaus Glückhafter, mit dem Pferdeopfer, o König.'
Wort für Wort īdṛśaḥ hi aśvamedhasya solch eine, ja, des Aśvamedha prabhāvaḥ raghunandana ist die Macht, Spross der Raghus yajasva sumahābhāga opfere, überaus Glückhafter hayamedhena pārthiva mit dem Pferdeopfer, o König
Interaktive Leseansicht des ganzen Werks
← Sarga 76 Sarga 78 →