Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 72: Daṇḍakāraṇya-Utpatti-Kathanam
Der Untergang Daṇḍas und der Ursprung des Daṇḍaka-Waldes
sa muhūrtādupaśrutya devarṣiramitaprabhaḥ |
svamāśramaṃ śiṣya vṛtaḥ kṣudhārtaḥ saṃnyavartata ||
Nach einem Augenblick, davon vernehmend, kehrte der göttliche Ṛṣi von unermesslichem Glanz, von seinen Schülern umgeben, von Hunger geplagt, zu seiner Einsiedelei zurück.
Wort für Wort sa muhūrtāt upaśrutya er, nach einem Augenblick, davon vernehmend devarṣiḥ amitaprabhaḥ der göttliche Ṛṣi, von unermesslichem Glanz svamāśramaṃ śiṣya vṛtaḥ zu seiner Einsiedelei, von Schülern umgeben kṣudhārtaḥ saṃnyavartata von Hunger geplagt, kehrte er zurück so.apaśyadarajāṃ dīnāṃ rajasā samabhiplutām |
jyotsnāmivāruṇagrastāṃ pratyūṣe na virājatīm ||
Er erblickte Arajā, elend, ganz von Staub bedeckt, wie das Mondlicht, das von der Morgenröte verschluckt wird, nicht mehr strahlend im Frühlicht.
Wort für Wort saḥ apaśyat arajāṃ dīnāṃ er erblickte Arajā, elend rajasā samabhiplutām ganz von Staub bedeckt jyotsnām iva aruṇagrastāṃ wie das von der Morgenröte verschluckte Mondlicht pratyūṣe na virājatīm nicht mehr strahlend im Frühlicht tasya roṣaḥ samabhavatkṣudhārtasya viśeṣataḥ |
nirdahanniva lokāṃstrīñśiṣyāṃścedamuvāca ha ||
Da entstand in ihm, dem vom Hunger Geplagten, ein besonders heftiger Zorn; wie die drei Welten verbrennend, sprach er zu seinen Schülern dieses:
Wort für Wort tasya roṣaḥ samabhavat in ihm entstand Zorn kṣudhārtasya viśeṣataḥ des vom Hunger Geplagten, besonders nirdahan iva lokān trīn wie die drei Welten verbrennend śiṣyān ca idam uvāca ha sprach er zu den Schülern dies paśyadhvaṃ viparītasya daṇḍasyāviditātmanaḥ |
vipattiṃ ghorasaṅkāśāṃ kruddhāmagniśikhām iva ||
'Seht das Verderben des verkehrt handelnden Daṇḍa, der seinen eigenen Wesenszustand nicht erkannt hat — ein Verderben von schrecklichem Aussehen, wie eine erzürnte Feuerflamme.'
Wort für Wort paśyadhvaṃ viparītasya seht des verkehrt handelnden daṇḍasya aviditātmanaḥ Daṇḍa, der sich selbst nicht erkannt hat vipattiṃ ghorasaṅkāśāṃ das Verderben von schrecklichem Aussehen kruddhām agniśikhām iva wie eine erzürnte Feuerflamme kṣayo.asya durmateḥ prāptaḥ sānugasya durātmanaḥ |
yaḥ pradīptāṃ hutāśasya śikhāṃ vai spraṣṭumicchati ||
'Der Untergang ist über diesen von übler Gesinnung samt seinem Gefolge, den Bösgesinnten, gekommen, der die lodernde Flamme des Feuers berühren wollte.'
Wort für Wort kṣayaḥ asya durmateḥ prāptaḥ der Untergang ist über diesen Bösgesinnten gekommen sānugasya durātmanaḥ samt seinem Gefolge, den Bösgesinnten yaḥ pradīptāṃ hutāśasya śikhāṃ der die lodernde Flamme des Feuers vai spraṣṭum icchati berühren wollte yasmātsa kṛtavānpāpamīdṛśaṃ ghoradarśanam |
tasmātprāpsyati durmedhāḥ phalaṃ pāpasya karmaṇaḥ ||
'Weil er eine solch schreckliche Sünde begangen hat, deshalb wird der Törichte die Frucht seiner sündigen Tat erlangen.'
Wort für Wort yasmāt sa kṛtavān pāpam weil er die Sünde begangen hat īdṛśaṃ ghoradarśanam eine solch schreckliche tasmāt prāpsyati durmedhāḥ deshalb wird der Törichte erlangen phalaṃ pāpasya karmaṇaḥ die Frucht der sündigen Tat saptarātreṇa rājāsau sabhṛtyabalavāhanaḥ |
pāpakarmasamācāro vadhaṃ prāpsyati durmatiḥ ||
'Binnen sieben Nächten wird jener König, samt seinem Gefolge, seinem Heer und seinen Reittieren, der Übeltäter, der Bösgesinnte, den Tod erlangen.'
Wort für Wort saptarātreṇa rājā asau binnen sieben Nächten jener König sabhṛtyabalavāhanaḥ samt Gefolge, Heer und Reittieren pāpakarmasamācāraḥ der Übeltäter vadhaṃ prāpsyati durmatiḥ wird der Bösgesinnte den Tod erlangen samantādyojanaśataṃ viṣayaṃ cāsya durmateḥ |
dhakṣyate pāṃsuvarṣeṇa mahatā pākaśāsanaḥ ||
'Und das Reich dieses Bösgesinnten, hundert Yojanas rings umher, wird Indra mit einem gewaltigen Staubregen verbrennen.'
Wort für Wort samantāt yojanaśataṃ hundert Yojanas rings umher viṣayaṃ ca asya durmateḥ und das Reich dieses Bösgesinnten dhakṣyate pāṃsuvarṣeṇa wird verbrannt werden mit einem Staubregen mahatā pākaśāsanaḥ einem gewaltigen, von Indra sarvasattvāni yānīha sthāvarāṇi carāṇi ca |
mahatā pāṃsuvarṣeṇa nāśaṃ yāsyanti sarvaśaḥ ||
'Alle Wesen, die hier sind, die unbeweglichen wie die beweglichen, werden durch den gewaltigen Staubregen gänzlich zugrunde gehen.'
Wort für Wort sarvasattvāni yāni iha alle Wesen, die hier sind sthāvarāṇi carāṇi ca die unbeweglichen und die beweglichen mahatā pāṃsuvarṣeṇa durch den gewaltigen Staubregen nāśaṃ yāsyanti sarvaśaḥ werden gänzlich zugrunde gehen daṇḍasya viṣayo yāvattāvatsarvasamucchrayaḥ |
pāṃsubhuta ivālakṣyaḥ saptarātrādbhaviṣyati ||
'Soweit Daṇḍas Reich reicht, so weit wird alles Erhabene binnen sieben Nächten, gleichsam vom Staub verschlungen, unsichtbar werden.'
Wort für Wort daṇḍasya viṣayaḥ yāvat soweit Daṇḍas Reich reicht tāvat sarvasamucchrayaḥ so weit alles Erhabene pāṃsubhutaḥ iva alakṣyaḥ vom Staub verschlungen, unsichtbar saptarātrāt bhaviṣyati wird binnen sieben Nächten geschehen ityuktvā krodhasantapastamāśramanivāsinam |
janaṃ janapadānteṣu sthīyatāmiti cābravīt ||
Nachdem er dies gesagt hatte, von Zorn versengt, sprach er zu jenem in der Einsiedelei wohnenden Volk: 'Weilt an den Grenzen des Landes.'
Wort für Wort iti uktvā krodhasantaptaḥ dies gesagt habend, von Zorn versengt tam āśramanivāsinam zu jenem in der Einsiedelei wohnenden janaṃ janapadānteṣu dem Volk, an den Grenzen des Landes sthīyatām iti ca abravīt 'weilt', sprach er śrutvā tūśasano vākyaṃ sa āśramāvasatho janaḥ |
niṣkrānto viṣayāttasya sthānaṃ cakre.atha bāhyataḥ ||
Nachdem sie das Wort des Uśanas vernommen hatten, verließ jenes in der Einsiedelei wohnende Volk das Reich und nahm sodann außerhalb Aufenthalt.
Wort für Wort śrutvā tu uśanasaḥ vākyaṃ nachdem sie das Wort des Uśanas gehört hatten sa āśramāvasathaḥ janaḥ jenes in der Einsiedelei wohnende Volk niṣkrāntaḥ viṣayāt tasya verließ jenes Reich sthānaṃ cakre atha bāhyataḥ nahm sodann außerhalb Aufenthalt sa tathoktvā munijanamarajāṃ idamabravīt |
ihaiva vasa durmedhe āśrame susamāhitā ||
Nachdem er so zu dem Asketenvolk gesprochen hatte, sagte er zu Arajā dieses: 'Verweile eben hier, du Törichte, in der Einsiedelei, wohlgesammelt.'
Wort für Wort sa tathā uktvā munijanam er, so zu dem Asketenvolk gesprochen habend arajāṃ idam abravīt sagte zu Arajā dieses iha eva vasa durmedhe verweile eben hier, du Törichte āśrame susamāhitā in der Einsiedelei, wohlgesammelt idaṃ yojanaparyantaṃ saraḥ suruciraprabham |
araje vijvarā bhuṅkṣva kālaścātra pratīkṣyatām ||
'Diesen See, ein Yojana im Umfang, überaus glänzend, genieße, Arajā, frei von Fieber; und die Zeit sei hier abzuwarten.'
Wort für Wort idaṃ yojanaparyantaṃ diesen, ein Yojana im Umfang saraḥ suruciraprabham den See, überaus glänzend araje vijvarā bhuṅkṣva genieße, Arajā, frei von Fieber kālaḥ ca atra pratīkṣyatām und die Zeit sei hier abzuwarten tvatsamīpe tu ye sattvā vāsameṣyanti tāṃ niśām |
avadhyāḥ pāṃsuvarṣeṇa te bhaviṣyanti nityadā ||
'Doch welche Wesen in deiner Nähe in jener Nacht Zuflucht suchen werden, die werden für immer unverletzlich durch den Staubregen sein.'
Wort für Wort tvatsamīpe tu ye sattvāḥ doch welche Wesen in deiner Nähe vāsam eṣyanti tāṃ niśām in jener Nacht Zuflucht suchen werden avadhyāḥ pāṃsuvarṣeṇa unverletzlich durch den Staubregen te bhaviṣyanti nityadā werden sie für immer sein ityuktvā bhārgavo vāsamanyatra samupākramat |
saptāhādbhasmasādbhūtaṃ yathoktaṃ brahmavādinā ||
Nachdem er dies gesagt hatte, begab sich der Bhārgava zur Wohnstatt anderswo; nach sieben Tagen ward alles zu Asche, wie es der Kenner des Brahman vorhergesagt hatte.
Wort für Wort iti uktvā bhārgavaḥ dies gesagt habend, der Bhārgava vāsam anyatra samupākramat begab sich zur Wohnstatt anderswo saptāhāt bhasmasādbhūtaṃ nach sieben Tagen ward zu Asche yathoktaṃ brahmavādinā wie vorhergesagt vom Kenner des Brahman tasyāsau daṇḍaviṣayo vindhyaśaivalasānuṣu |
śapto brahmarṣiṇā tena purā vaidharmake kṛte ||
Jenes Reich des Daṇḍa, auf den Höhen des Vindhya und Śaivala, ward von jenem Brahmarṣi verflucht, einst, als das Unrecht begangen worden war.
Wort für Wort tasya asau daṇḍaviṣayaḥ jenes Reich des Daṇḍa vindhyaśaivalasānuṣu auf den Höhen des Vindhya und Śaivala śaptaḥ brahmarṣiṇā tena verflucht von jenem Brahmarṣi purā vaidharmake kṛte einst, als das Unrecht begangen worden war tataḥ prabhṛti kākutstha daṇḍakāraṇyamucyate |
tapasvinaḥ sthitā yatra janasthānamatho.abhavat ||
Seit jener Zeit, o Spross des Kakutstha, heißt es der Daṇḍaka-Wald; dort, wo Asketen weilten, entstand sodann auch der Ort namens Janasthāna.
Wort für Wort tataḥ prabhṛti kākutstha seit jener Zeit, Spross des Kakutstha daṇḍakāraṇyam ucyate heißt es der Daṇḍaka-Wald tapasvinaḥ sthitā yatra wo Asketen weilten janasthānam atha abhavat entstand sodann Janasthāna etatte sarvamākhyātaṃ yanmāṃ pṛcchasi rāghava |
sandhyāmupāsituṃ vīra samayo hyativartate ||
'Dies alles ist dir erzählt worden, was du mich gefragt hast, Sohn der Raghus; um die Dämmerung zu verehren, o Held, ist es nun an der Zeit, denn die Stunde verrinnt.'
Wort für Wort etat te sarvam ākhyātaṃ dies alles ist dir erzählt worden yat māṃ pṛcchasi rāghava was du mich gefragt hast, Sohn der Raghus sandhyām upāsituṃ vīra um die Dämmerung zu verehren, o Held samayaḥ hi ativartate denn die Stunde verrinnt ete maharṣayaḥ sarve pūrṇakumbhāḥ samantataḥ |
kṛtodako naravyāghra ādityaṃ paryupāsate ||
'Diese großen Ṛṣis alle, ihre Krüge ringsum gefüllt, verehren, nachdem sie das Wasserritual vollzogen haben, o Tiger unter den Männern, die Sonne.'
Wort für Wort ete maharṣayaḥ sarve diese großen Ṛṣis alle pūrṇakumbhāḥ samantataḥ ihre Krüge ringsum gefüllt kṛtodakaḥ naravyāghra nach dem Wasserritual, Tiger unter den Männern ādityaṃ paryupāsate verehren sie die Sonne sa tairṛṣibhirabhyastaḥ sahitairbrahmasattamaiḥ |
ravirastaṃ gato rāma gacchodakamupaspṛśa ||
Von jenen Ṛṣis, den besten Kennern des Brahman, gemeinsam verehrt, ist die Sonne untergegangen, o Rāma; geh, berühre das Wasser.
Wort für Wort sa taiḥ ṛṣibhiḥ abhyastaḥ von jenen Ṛṣis verehrt sahitaiḥ brahmasattamaiḥ gemeinsam, den besten Kennern des Brahman raviḥ astaṃ gataḥ rāma die Sonne ist untergegangen, Rāma gaccha udakam upaspṛśa geh, berühre das Wasser
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