Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 62: Madhupurī-Niveśanam
Die Gründung der Stadt Madhupurī
hate tu lavaṇe devāḥ sendrāḥ sāgnipurogamāḥ |
ūcuḥ sumadhurāṃ vāṇīṃ śatrughnāṃ śatrutāpanam ||
Als Lavaṇa erschlagen war, sprachen die Götter samt Indra, mit Agni an der Spitze, süße Worte zu Śatrughna, dem Feindebedränger.
Wort für Wort hate tu lavaṇe devāḥ als Lavaṇa erschlagen war, die Götter sendrāḥ sāgnipurogamāḥ samt Indra, mit Agni an der Spitze ūcuḥ sumadhurāṃ vāṇīṃ sprachen süße Worte śatrughnāṃ śatrutāpanam zu Śatrughna, dem Feindebedränger diṣṭyā te vijayo vatsa diṣṭya lavaṇarākṣasaḥ |
hataḥ puruṣaśārdūlavaraṃ varaya rāghava ||
'Zum Glück ist dir der Sieg zuteil geworden, mein Kind, zum Glück ist der Rākṣasa Lavaṇa erschlagen; erbitte dir eine Gabe, o Tiger unter den Männern, Sohn der Raghus.'
Wort für Wort diṣṭyā te vijayaḥ vatsa zum Glück ist dir der Sieg, mein Kind diṣṭyā lavaṇarākṣasaḥ hataḥ zum Glück ist der Rākṣasa Lavaṇa erschlagen puruṣaśārdūla o Tiger unter den Männern varaṃ varaya rāghava erbitte dir eine Gabe, Sohn der Raghus varadāḥ sma mahābāho sarva eva samāgatāḥ |
vijayākāṅkṣiṇastubhyamamoghaṃ darśanaṃ hi naḥ ||
'Wir alle sind hier versammelt, o Starkarmiger, als Gewährer von Gaben, dir den Sieg wünschend; unfehlbar ist unser Erscheinen.'
Wort für Wort varadāḥ sma mahābāho wir sind Gewährer von Gaben, o Starkarmiger sarve eva samāgatāḥ alle hier versammelt vijayākāṅkṣiṇaḥ tubhyam dir den Sieg wünschend amoghaṃ darśanaṃ hi naḥ unfehlbar ist ja unser Erscheinen devānāṃ bhāṣitaṃ śrutvā śūro mūrdhni kṛtāñjaliḥ |
pratyuvāca mahābāhuḥ śatrughnaḥ prayatātmavān ||
Als der Held, der starkarmige Śatrughna, von zurückhaltendem Sinn, die Worte der Götter vernommen hatte, erwiderte er mit gefalteten Händen über dem Haupt.
Wort für Wort devānāṃ bhāṣitaṃ śrutvā als er der Götter Rede gehört hatte śūraḥ mūrdhni kṛtāñjaliḥ der Held, die Hände über dem Haupt gefaltet pratyuvāca mahābāhuḥ erwiderte der Starkarmige śatrughnaḥ prayatātmavān Śatrughna, von zurückhaltendem Sinn imāṃ madhupurīṃ ramyāṃ madhurāṃ deva nirmitām |
niveśaṃ prapnuyāṃ śīghrameṣa me.astu varo mataḥ ||
'Diese liebliche Stadt Madhupurī, süß, von den Göttern erschaffen, möge ich rasch zur Ansiedlung erhalten — dies sei meine erbetene Gabe.'
Wort für Wort imāṃ madhupurīṃ ramyāṃ diese liebliche Stadt Madhupurī madhurāṃ deva nirmitām süß, von den Göttern erschaffen niveśaṃ prapnuyāṃ śīghram möge ich rasch zur Ansiedlung erhalten eṣaḥ me astu varaḥ mataḥ dies sei meine erbetene Gabe taṃ devāḥ prītamanaso bāḍhamityeva rāghavam |
bhaviṣyati purī ramyā śūrasenā na saṃśayaḥ ||
Die Götter, mit erfreutem Sinn, sprachen zu dem Sohn der Raghus: 'So sei es!'; 'Die liebliche Stadt wird im Land der Śūrasena entstehen, ohne Zweifel.'
Wort für Wort taṃ devāḥ prītamanasaḥ zu ihm die Götter, erfreuten Sinnes bāḍham iti eva rāghavam sprachen 'So sei es' zu dem Sohn der Raghus bhaviṣyati purī ramyā es wird die liebliche Stadt entstehen śūrasenā na saṃśayaḥ im Land Śūrasena, ohne Zweifel te tathoktvā mahātmāno divamāruruhustadā |
śatrughno.api mahātejāstāṃ senāṃ samupānayat ||
Nachdem die Großherzigen so gesprochen hatten, stiegen sie da zum Himmel empor; und auch der hochglänzende Śatrughna führte jenes Heer heran.
Wort für Wort te tathā uktvā mahātmānaḥ nachdem die Großherzigen so gesprochen hatten divam āruruhuḥ tadā stiegen sie da zum Himmel empor śatrughnaḥ api mahātejāḥ und auch der hochglänzende Śatrughna tāṃ senāṃ samupānayat führte jenes Heer heran sā sena śīghramāgacchacchrutvā śatrughnaśāsanam |
niveśanaṃ ca śatrughnaḥ śāsanena samārabhat ||
Jenes Heer kam eilends heran, den Befehl Śatrughnas vernehmend; und Śatrughna begann durch seinen Befehl mit der Gründung der Stadt.
Wort für Wort sā senā śīghram āgacchat jenes Heer kam eilends heran śrutvā śatrughnaśāsanam den Befehl Śatrughnas vernehmend niveśanaṃ ca śatrughnaḥ und die Gründung, Śatrughna śāsanena samārabhat begann durch seinen Befehl sā purī divyasaṅkāśā varṣe dvādaśame śubhā |
niviṣṭā śūrasenānāṃ viṣayaścākutobhayaḥ ||
Jene himmlisch strahlende, glückverheißende Stadt wurde im zwölften Jahr gegründet, im Land der Śūrasena, frei von aller Furcht.
Wort für Wort sā purī divyasaṅkāśā jene himmlisch strahlende Stadt varṣe dvādaśame śubhā glückverheißend im zwölften Jahr niviṣṭā śūrasenānāṃ gegründet im Land der Śūrasena viṣayaḥ ca akutobhayaḥ und das Gebiet frei von aller Furcht kṣetrāṇi sasya yuktāni kāle varṣati vāsavaḥ |
arogā vīrapuruṣā śatrughnabhujapālitā ||
Die Felder waren reich an Saaten, Indra ließ zur rechten Zeit den Regen fallen; gesund waren die tapferen Männer, beschützt von Śatrughnas Arm.
Wort für Wort kṣetrāṇi sasya yuktāni die Felder reich an Saaten kāle varṣati vāsavaḥ zur rechten Zeit ließ Indra den Regen fallen arogāḥ vīrapuruṣāḥ gesund die tapferen Männer śatrughnabhujapālitā beschützt von Śatrughnas Arm ardhacandrapratīkāśā yamunātīraśobhitā |
śobhitā gṛhamukhyaiśca śobhitā catvarāpaṇaiḥ ||
Der Gestalt eines Halbmondes gleich, geschmückt durch das Ufer der Yamunā, geschmückt durch prächtige Häuser, geschmückt durch Plätze und Märkte.
Wort für Wort ardhacandrapratīkāśā dem Halbmond gleichend yamunātīraśobhitā geschmückt durch das Ufer der Yamunā śobhitā gṛhamukhyaiḥ ca geschmückt durch prächtige Häuser śobhitā catvarāpaṇaiḥ geschmückt durch Plätze und Märkte yacca tena mahacchūnyaṃ lavaṇena kṛtaṃ purā |
śobhayāmāsa tadvīro nānāpaṇyasamṛddhibhiḥ ||
Und was einst von jenem Lavaṇa zur großen Öde gemacht worden war, das schmückte der Held nunmehr mit dem Reichtum mannigfaltiger Waren.
Wort für Wort yat ca tena mahacchūnyaṃ und was zur großen Öde lavaṇena kṛtaṃ purā von Lavaṇa einst gemacht worden war śobhayāmāsa tat vīraḥ das schmückte der Held nānāpaṇyasamṛddhibhiḥ mit dem Reichtum mannigfaltiger Waren tāṃ samṛddhāṃ samṛddhārthaḥ śatrughno bharatānujaḥ |
nirīkṣya paramaprītaḥ paraṃ harṣamupāgamat ||
Der jüngere Bruder Bharatas, Śatrughna, dessen Ziel nun erreicht war, blickte auf jene blühende Stadt und ward, höchst erfreut, von großer Freude erfüllt.
Wort für Wort tāṃ samṛddhāṃ samṛddhārthaḥ jene blühende, mit erreichtem Ziel śatrughnaḥ bharatānujaḥ Śatrughna, der jüngere Bruder Bharatas nirīkṣya paramaprītaḥ betrachtend, höchst erfreut paraṃ harṣam upāgamat ward von großer Freude erfüllt tasya buddhiḥ samutpannā niveśya madhurāṃ purīm |
rāmapādau nirīkṣeyaṃ varṣe dvādaśame śubhe ||
In ihm erhob sich der Gedanke: 'Nachdem ich die Stadt Madhupurī gegründet habe, will ich im glückverheißenden zwölften Jahr Rāmas Füße wiedersehen.'
Wort für Wort tasya buddhiḥ samutpannā in ihm erhob sich der Gedanke niveśya madhurāṃ purīm nachdem er die Stadt Madhupurī gegründet habe rāmapādau nirīkṣeyaṃ will ich Rāmas Füße wiedersehen varṣe dvādaśame śubhe im glückverheißenden zwölften Jahr
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