Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 27: Sumālī-Vadhaḥ Der Kampf gegen die Götter Indras und der Tod Sumālins durch den Vasu Sāvitra

kailāsaṃ laṅghayitvātha daśagrīvaḥ sarākṣasaḥ . āsasāda mahātejā indralokaṃ niśācaraḥ

Nachdem er den Kailāsa überquert hatte, gelangte der überaus glanzvolle Nachtwandler Daśagrīva, samt seinen Rākṣasas, zur Welt Indras.

Wort für Wort
kailāsaṃ laṅghayitvā atha
nachdem er den Kailāsa überquert hatte
daśagrīvaḥ sa-rākṣasaḥ
Daśagrīva, samt seinen Rākṣasas
āsasāda mahātejāḥ
gelangte der überaus glanzvolle
indralokaṃ niśācaraḥ
zur Welt Indras, der Nachtwandler

tasya rākṣasasainyasya samantādupayāsyataḥ . devalokaṃ yayau śabdo bhidyamārṇavopamaḥ

Der Lärm jenes von allen Seiten heranrückenden Rākṣasa-Heeres, dem tosenden Ozean gleich, drang zur Götterwelt.

Wort für Wort
tasya rākṣasa-sainyasya
jenes Rākṣasa-Heeres
samantāt upayāsyataḥ
das von allen Seiten heranrückte
devalokaṃ yayau śabdaḥ
der Lärm drang zur Götterwelt
bhidyamāna-arṇava-upamaḥ
dem tosenden (aufbrechenden) Ozean gleich

śrutā tu rāvaṇaṃ prāptamindraḥ sañcalitāsanaḥ . abravīttatra tāndevānsarvāneva samāgatān .. 3..

Als Indra hörte, dass Rāvaṇa angekommen war, von seinem Sitz aufgeschreckt, sprach er dort zu allen versammelten Göttern.

Wort für Wort
śrutvā tu rāvaṇaṃ prāptam
hörend, dass Rāvaṇa angekommen war
indraḥ sañcalita-āsanaḥ
Indra, von seinem Sitz aufgeschreckt
abravīt tatra tān devān
sprach dort zu jenen Göttern
sarvān eva samāgatān
allen versammelten

ādityānsavasūnrudrānviśvānsādhyānmarudgaṇān . sajjībhavata yuddhārthaṃ rāvaṇasya durātmanaḥ .. 4..

Zu den Ādityas samt den Vasus, den Rudras, den Viśvas, den Sādhyas und den Marut-Scharen: „Rüstet euch zum Kampf gegen den bösgesinnten Rāvaṇa.

Wort für Wort
ādityān sa-vasūn rudrān
zu den Ādityas samt den Vasus, den Rudras
viśvān sādhyān marud-gaṇān
den Viśvas, den Sādhyas, den Marut-Scharen
sajjī-bhavata yuddha-arthaṃ
rüstet euch zum Kampf
rāvaṇasya durātmanaḥ
gegen den bösgesinnten Rāvaṇa

evamuktāstu śakreṇa devāḥ śakrasamā yudhi . saṃnahyanta mahāsattvā yuddhaśraddhāsamanvitāḥ .. 5..

So von Śakra angesprochen, rüsteten sich die Götter, dem Śakra im Kampf gleich, von großer Kraft, voller Kampfeslust.

Wort für Wort
evam uktāḥ tu śakreṇa
so aber von Śakra angesprochen
devāḥ śakra-samāḥ yudhi
die Götter, dem Śakra im Kampf gleich
saṃnahyanta mahāsattvāḥ
rüsteten sich, von großer Kraft
yuddha-śraddhā-samanvitāḥ
voller Kampfeslust

sa tu dīnaḥ paritrasto mahendro rāvaṇaṃ prati . viṣṇoḥ samīpamāgatya vākyametaduvāca ha .. 6..

Der große Indra aber, elend, in Furcht geraten wegen Rāvaṇa, ging zu Viṣṇu und sprach dort dieses Wort:

Wort für Wort
saḥ tu dīnaḥ paritrastaḥ
er aber, elend, in Furcht geraten
mahendraḥ rāvaṇaṃ prati
der große Indra, wegen Rāvaṇa
viṣṇoḥ samīpam āgatya
zu Viṣṇu gehend
vākyam etat uvāca ha
sprach er fürwahr dieses Wort

viṣṇo kathaṃ kariṣyāmo mahāvīryaparākrama . asu hi balavānrakṣo yuddhārthamabhivartate .. 7..

„O Viṣṇu, wie sollen wir vorgehen, du von großer Kraft und Tatkraft? Denn dieser mächtige Rākṣasa zieht zum Kampf heran.

Wort für Wort
viṣṇo katham kariṣyāmaḥ
o Viṣṇu, wie sollen wir vorgehen
mahāvīrya-parākrama
du von großer Kraft und Tatkraft
eṣaḥ hi balavān rakṣaḥ
denn dieser mächtige Rākṣasa
yuddha-artham abhivartate
zieht zum Kampf heran

varapradānādbalavānna khalvanyena hetunā . tacca satyaṃ hi kartavyaṃ vākyaṃ deva prajāpateḥ .. 8..

Durch die Gewährung einer Gunst ist er mächtig, aus keinem anderen Grund fürwahr; und jenes Wort Prajāpatis, o Gott, muss fürwahr wahr gemacht werden.

Wort für Wort
vara-pradānāt balavān
durch die Gewährung einer Gunst mächtig
na khalu anyena hetunā
aus keinem anderen Grund fürwahr
tat ca satyaṃ hi kartavyaṃ
und jenes muss fürwahr wahr gemacht werden
vākyaṃ deva prajāpateḥ
das Wort, o Gott, Prajāpatis

tadyathā namucirvṛtro balirnarakaśambarau . tvanmataṃ samavaṣṭabhya yathā dagdhāstathā kuru .. 9..

Wie Namuci, Vṛtra, Bali, Naraka und Śambara – so wie sie, deiner Absicht folgend, verbrannt wurden, so handle nun.

Wort für Wort
tat yathā namuciḥ vṛtraḥ
so wie Namuci, Vṛtra
baliḥ narakaḥ śambarau
Bali, Naraka und Śambara
tvat-mataṃ samavaṣṭabhya
deiner Absicht folgend
yathā dagdhāḥ tathā kuru
wie sie verbrannt wurden, so handle

na hyanyo deva devānāmāpatsu sumahābala . gatiḥ parāyaṇaṃ vāsti tvāmṛte puruṣottama .. 10..

Denn es gibt für die Götter in Nöten keinen anderen Zufluchtsort und keine andere Rettung als dich, o überaus Starker, du bester der Menschen.

Wort für Wort
na hi anyaḥ deva devānām
denn es gibt für die Götter keinen anderen, o Gott
āpatsu sumahābala
in Nöten, du überaus Starker
gatiḥ parāyaṇaṃ vā asti
Zufluchtsort oder Rettung
tvām ṛte puruṣa-uttama
außer dir, du bester der Menschen

tvaṃ hi nārāyaṇaḥ śrīmānpadmanābhaḥ sanātanaḥ . tvayāhaṃ sthāpitaścaiva devarājye sanātane .. 11..

Denn du bist der glanzvolle, ewige Nārāyaṇa, der Lotusgenabelte; und von dir wurde ich in der ewigen Herrschaft über die Götter eingesetzt.

Wort für Wort
tvaṃ hi nārāyaṇaḥ śrīmān
denn du bist der glanzvolle Nārāyaṇa
padmanābhaḥ sanātanaḥ
der ewige Lotusgenabelte
tvayā ahaṃ sthāpitaḥ ca eva
und von dir wurde ich eingesetzt
deva-rājye sanātane
in der ewigen Herrschaft über die Götter

tadākhyāhi yathātattvaṃ devadeva mama svayam . asicakrasahāyastvaṃ yudhyase saṃyuge ripum .. 12..

So sage mir selbst der Wahrheit gemäß, o Gott der Götter: Wirst du, mit Schwert und Diskus bewaffnet, im Kampf gegen den Feind kämpfen?

Wort für Wort
tat ākhyāhi yathā-tattvaṃ
so sage der Wahrheit gemäß
deva-deva mama svayam
o Gott der Götter, mir selbst
asi-cakra-sahāyaḥ tvaṃ
du, mit Schwert und Diskus als Hilfe
yudhyase saṃyuge ripum
kämpfst du im Kampf gegen den Feind

evamuktaḥ sa śakreṇa devo nārāyaṇaḥ prabhuḥ . abravīnna paritrāsaḥ kāryaste śrūyatāṃ ca me .. 13..

So von Śakra angesprochen, sprach der Gott, der mächtige Nārāyaṇa: „Du sollst keine Furcht empfinden, und höre mich an.

Wort für Wort
evam uktaḥ sa śakreṇa
so angesprochen von Śakra
devaḥ nārāyaṇaḥ prabhuḥ
der Gott, der mächtige Nārāyaṇa
abravīt na paritrāsaḥ
sprach: keine Furcht
kāryaḥ te śrūyatāṃ ca me
sollst du haben, und höre mich

na tāvadeṣa durvṛttaḥ śakyo daivatadānavaiḥ . hantuṃ yudhi samāsādya varadānena durjayaḥ .. 14..

Vorerst kann dieser Übeltäter nicht von Göttern oder Dānavas im Kampf getötet werden, da er durch die Gunstgewährung schwer zu besiegen ist.

Wort für Wort
na tāvat eṣaḥ durvṛttaḥ
noch nicht kann dieser Übeltäter
śakyaḥ daivata-dānavaiḥ
von Göttern oder Dānavas
hantuṃ yudhi samāsādya
im Kampf, wenn man ihn erreicht, getötet werden
vara-dānena durjayaḥ
durch die Gunstgewährung schwer zu besiegen

sarvathā tu mahatkarma kariṣyati balotkaṭaḥ . rakṣaḥ putrasahāyo.asau dṛṣṭametannisargataḥ .. 15..

Auf jeden Fall wird dieser kraftstrotzende Rākṣasa, mit seinem Sohn als Helfer, eine große Tat vollbringen; dies ist von Natur aus vorherbestimmt.

Wort für Wort
sarvathā tu mahat karma
auf jeden Fall aber eine große Tat
kariṣyati bala-utkaṭaḥ
wird vollbringen, der kraftstrotzende
rakṣaḥ putra-sahāyaḥ asau
dieser Rākṣasa mit seinem Sohn als Helfer
dṛṣṭam etat nisargataḥ
dies ist von Natur aus vorherbestimmt

bravīṣi yattu māṃ śakra saṃyuge yotsyasīti ha . naivāhaṃ pratiyotsye taṃ rāvaṇaṃ rākṣasādhipam .. 16..

Was du mir aber sagst, o Śakra, ‚du wirst im Kampf kämpfen‘ – ich werde jenen Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas, fürwahr nicht bekämpfen.

Wort für Wort
bravīṣi yat tu māṃ śakra
was du mir aber sagst, o Śakra
saṃyuge yotsyasi iti ha
‚du wirst im Kampf kämpfen‘
na eva ahaṃ pratiyotsye
ich werde fürwahr nicht bekämpfen
taṃ rāvaṇaṃ rākṣasādhipam
jenen Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas

anihatya ripuṃ viṣṇurna hi pratinivartate . durlabhaścaiṣa kāmo.adya varamāsādya rākṣase .. 17..

Denn Viṣṇu kehrt nicht um, ohne den Feind getötet zu haben; doch dieser Wunsch ist heute schwer zu erfüllen, da der Rākṣasa eine Gunst erlangt hat.

Wort für Wort
anihatya ripum viṣṇuḥ
ohne den Feind getötet zu haben, Viṣṇu
na hi pratinivartate
kehrt fürwahr nicht um
durlabhaḥ ca eṣaḥ kāmaḥ adya
doch dieser Wunsch ist heute schwer zu erfüllen
varam āsādya rākṣase
da der Rākṣasa eine Gunst erlangt hat

pratijānāmi devendra tvatsamīpaṃ śatakrato . rākṣasasyāhamevāsya bhavitā mṛtyukāraṇam .. 18..

Ich verspreche dir, o Herr der Götter, du der hundert Opfer vollbracht hat, dass ich selbst der Grund für den Tod dieses Rākṣasas sein werde.

Wort für Wort
pratijānāmi devendra
ich verspreche, o Herr der Götter
tvat-samīpaṃ śatakrato
in deiner Gegenwart, du der hundert Opfer vollbracht hat
rākṣasasya aham eva asya
für diesen Rākṣasa ich selbst
bhavitā mṛtyu-kāraṇam
werde der Grund für den Tod sein

ahamenaṃ vadhiṣyāmi rāvaṇaṃ sasutaṃ yudhi . devatāstoṣayiṣyāmi jñātvā kālamupasthitam .. 19..

Ich werde diesen Rāvaṇa samt seinem Sohn im Kampf töten und die Götter zufriedenstellen, wenn ich erkenne, dass die Zeit gekommen ist.

Wort für Wort
aham enaṃ vadhiṣyāmi
ich werde diesen töten
rāvaṇaṃ sasutaṃ yudhi
Rāvaṇa samt Sohn im Kampf
devatāḥ toṣayiṣyāmi
ich werde die Götter zufriedenstellen
jñātvā kālam upasthitam
wenn ich erkenne, dass die Zeit gekommen ist

etasminnantare nādaḥ śuśruve rajanīkṣaye . tasya rāvaṇasainyasya prayuddhasya samantataḥ .. 20..

In diesem Augenblick, beim Ende der Nacht, war ringsum der Lärm jenes kämpfenden Heeres Rāvaṇas zu hören.

Wort für Wort
etasmin antare nādaḥ
in diesem Augenblick der Lärm
śuśruve rajanī-kṣaye
war zu hören beim Ende der Nacht
tasya rāvaṇa-sainyasya
jenes Heeres Rāvaṇas
prayuddhasya samantataḥ
des kämpfenden, ringsum

atha yuddhaṃ samabhavaddevarākṣasayostadā . ghoraṃ tumulanirhrādaṃ nānāpraharaṇāyudham .. 21..

Da entstand eine furchtbare, tumultartig lärmende Schlacht zwischen Göttern und Rākṣasas, mit mancherlei Waffen bewaffnet.

Wort für Wort
atha yuddhaṃ samabhavat
da entstand eine Schlacht
deva-rākṣasayoḥ tadā
zwischen Göttern und Rākṣasas da
ghoraṃ tumula-nirhrādaṃ
furchtbar, tumultartig lärmend
nānā-praharaṇa-āyudham
mit mancherlei Waffen bewaffnet

etasminnantare śūrā rākṣasā ghoradarśanāḥ . yuddhārthamabhyadhāvanta sacivā rāvaṇājñayā .. 22..

In diesem Augenblick stürmten die tapferen, furchterregend anzusehenden Minister-Rākṣasas, auf Rāvaṇas Befehl, zum Kampf heran.

Wort für Wort
etasmin antare śūrāḥ
in diesem Augenblick die tapferen
rākṣasāḥ ghora-darśanāḥ
Rākṣasas, furchterregend anzusehen
yuddha-artham abhyadhāvanta
stürmten zum Kampf heran
sacivāḥ rāvaṇa-ājñayā
die Minister, auf Rāvaṇas Befehl

mārīcaśca prahastaśca mahāpārśvamahodarau . akampano nikumbhaśca śukaḥ sāraṇa eva ca .. 23..

Mārīca und Prahasta, Mahāpārśva und Mahodara, Akampana und Nikumbha, Śuka und ebenso Sāraṇa,

Wort für Wort
mārīcaḥ ca prahastaḥ ca
Mārīca und Prahasta
mahāpārśva-mahodarau
Mahāpārśva und Mahodara
akampanaḥ nikumbhaḥ ca
Akampana und Nikumbha
śukaḥ sāraṇaḥ eva ca
Śuka und ebenso Sāraṇa

saṃhrādirdhūmaketuśca mahādaṃṣṭro mahāmukhaḥ . jambumālī mahāmālī virūpākṣaśca rākṣasaḥ .. 24..

Saṃhrādi und Dhūmaketu, Mahādaṃṣṭra und Mahāmukha, Jambumālin, Mahāmālin und der Rākṣasa Virūpākṣa,

Wort für Wort
saṃhrādiḥ dhūmaketuḥ ca
Saṃhrādi und Dhūmaketu
mahādaṃṣṭraḥ mahāmukhaḥ
Mahādaṃṣṭra und Mahāmukha
jambumālī mahāmālī
Jambumālin und Mahāmālin
virūpākṣaḥ ca rākṣasaḥ
und der Rākṣasa Virūpākṣa

etaiḥ sarvairmahāvīryairvṛto rākṣasapuṅgava . rāvaṇasyāryakaḥ sainyaṃ sumālī praviveśa ha .. 25..

Von all diesen überaus tapferen umgeben, o Stier unter den Rākṣasas, drang Sumālin, der Großvater Rāvaṇas, fürwahr in das Heer ein.

Wort für Wort
etaiḥ sarvaiḥ mahāvīryaiḥ
von all diesen überaus tapferen
vṛtaḥ rākṣasa-puṅgava
umgeben, o Stier unter den Rākṣasas
rāvaṇasya āryakaḥ sainyaṃ
Rāvaṇas Großvater, in das Heer
sumālī praviveśa ha
Sumālin drang fürwahr ein

sa hi devagaṇānsarvānnānāpraharaṇaiḥ śitaiḥ . vidhvaṃsayati saṅkruddhaḥ saha taiḥ kṣaṇadācaraiḥ .. 26..

Denn er vernichtete, heftig erzürnt, zusammen mit jenen Nachtwandlern, alle Scharen der Götter mit mancherlei scharfen Waffen.

Wort für Wort
saḥ hi deva-gaṇān sarvān
denn er all die Scharen der Götter
nānā-praharaṇaiḥ śitaiḥ
mit mancherlei scharfen Waffen
vidhvaṃsayati saṅkruddhaḥ
vernichtete, heftig erzürnt
saha taiḥ kṣaṇada-caraiḥ
zusammen mit jenen Nachtwandlern

etasminnantare śūro vasūnāmaṣṭamo vasuḥ . sāvitra iti vikhyātaḥ praviveśa mahāraṇam .. 27..

In diesem Augenblick betrat der tapfere achte der Vasus, bekannt unter dem Namen Sāvitra, das große Schlachtfeld.

Wort für Wort
etasmin antare śūraḥ
in diesem Augenblick der tapfere
vasūnām aṣṭamaḥ vasuḥ
der achte der Vasus
sāvitraḥ iti vikhyātaḥ
bekannt unter dem Namen Sāvitra
praviveśa mahāraṇam
betrat das große Schlachtfeld

tato yuddhaṃ samabhavatsurāṇāṃ rākṣasaiḥ saha . kruddhānāṃ rakṣasāṃ kīrtiṃ samareṣvanivartinām .. 28..

Da entstand eine Schlacht zwischen den Göttern und den zornigen Rākṣasas, deren Ruhm es war, in Schlachten nicht zu weichen.

Wort für Wort
tataḥ yuddhaṃ samabhavat
da entstand eine Schlacht
surāṇāṃ rākṣasaiḥ saha
der Götter mit den Rākṣasas
kruddhānāṃ rakṣasāṃ kīrtiṃ
der zornigen Rākṣasas Ruhm
samareṣu anivartinām
in Schlachten nicht Weichender

tataste rākṣasāḥ śūrā devāṃstānsamare sthitān . nānāpraharaṇairghorairjaghnuḥ śatasahasraśaḥ .. 29..

Da schlugen jene tapferen Rākṣasas die in der Schlacht stehenden Götter mit mancherlei furchtbaren Waffen, zu Hunderttausenden.

Wort für Wort
tataḥ te rākṣasāḥ śūrāḥ
da jene tapferen Rākṣasas
devān tān samare sthitān
die in der Schlacht stehenden Götter
nānā-praharaṇaiḥ ghoraiḥ
mit mancherlei furchtbaren Waffen
jaghnuḥ śata-sahasraśaḥ
schlugen sie, zu Hunderttausenden

surāstu rākṣasānghorānmahāvīryānsvatejasā . samare vividhaiḥ śastrairanayanyamasādanam .. 30..

Die Götter aber schickten die furchtbaren, überaus tapferen Rākṣasas durch ihre eigene Kraft, mit mancherlei Waffen, in der Schlacht zu Yamas Sitz.

Wort für Wort
surāḥ tu rākṣasān ghorān
die Götter aber die furchtbaren Rākṣasas
mahāvīryān sva-tejasā
überaus tapfer, durch ihre eigene Kraft
samare vividhaiḥ śastraiḥ
in der Schlacht mit mancherlei Waffen
anayan yama-sādanam
schickten sie zu Yamas Sitz

etasminnantare śūraḥ sumālī nāma rākṣasaḥ . nānāpraharaṇaiḥ kruddho raṇamevābhyavartata .. 31..

In diesem Augenblick stürmte der tapfere Rākṣasa namens Sumālin, zornig, mit mancherlei Waffen, in die Schlacht.

Wort für Wort
etasmin antare śūraḥ
in diesem Augenblick der tapfere
sumālī nāma rākṣasaḥ
der Rākṣasa namens Sumālin
nānā-praharaṇaiḥ kruddhaḥ
zornig, mit mancherlei Waffen
raṇam eva abhyavartata
stürmte er in die Schlacht

devānāṃ tadbalaṃ sarvaṃ nānāpraharaṇaiḥ śitaiḥ . vidhvaṃsayati saṅkruddho vāyurjaladharāniva .. 32..

Er vernichtete, heftig erzürnt, jenes ganze Heer der Götter mit mancherlei scharfen Waffen, wie der Wind die Wolken.

Wort für Wort
devānāṃ tat balaṃ sarvaṃ
jenes ganze Heer der Götter
nānā-praharaṇaiḥ śitaiḥ
mit mancherlei scharfen Waffen
vidhvaṃsayati saṅkruddhaḥ
vernichtete er, heftig erzürnt
vāyuḥ jaladharān iva
wie der Wind die Wolken

te mahābāṇavarṣaiśca śūlaiḥ prāsaiśca dāruṇaiḥ . pīḍyamānāḥ surāḥ sarve na vyatiṣṭhansamāhitāḥ .. 33..

Von großen Pfeilregen und furchtbaren Dreizacken und Wurfspießen gequält, hielten sich alle Götter nicht gesammelt stand.

Wort für Wort
te mahā-bāṇa-varṣaiḥ ca
von großen Pfeilregen und
śūlaiḥ prāsaiḥ ca dāruṇaiḥ
furchtbaren Dreizacken und Wurfspießen
pīḍyamānāḥ surāḥ sarve
gequält, alle Götter
na vyatiṣṭhan samāhitāḥ
hielten sich nicht gesammelt stand

tato vidrāvyamāṇeṣu tridaśeṣu sumālinā . vasūnāmaṣṭamo devaḥ sāvitro vyavatiṣṭhata .. 34..

Als da die Götter von Sumālin in die Flucht geschlagen wurden, stellte sich der achte der Vasus, der Gott Sāvitra, entgegen.

Wort für Wort
tataḥ vidrāvyamāṇeṣu
als da in die Flucht geschlagen wurden
tridaśeṣu sumālinā
die Götter von Sumālin
vasūnām aṣṭamaḥ devaḥ
der achte der Vasus, der Gott
sāvitraḥ vyavatiṣṭhata
Sāvitra stellte sich entgegen

saṃvṛtaḥ svairanīkaistu praharantaṃ niśācaram . vikrameṇa mahātejā vārayāmāsa saṃyuge

Umgeben von seinen eigenen Truppen, wehrte der überaus glanzvolle mit Heldenkraft den zuschlagenden Nachtwandler im Kampf ab.

Wort für Wort
saṃvṛtaḥ svaiḥ anīkaiḥ tu
umgeben von seinen eigenen Truppen
praharantaṃ niśācaram
den zuschlagenden Nachtwandler
vikrameṇa mahātejāḥ
mit Heldenkraft, der überaus Glanzvolle
vārayāmāsa saṃyuge
wehrte er im Kampf ab

sumatayostayorāsīdyuddhaṃ loke sudāruṇam . sumālino vasoścaiva samareṣvanivartinoḥ

Zwischen jenen beiden Weisen, Sumālin und dem Vasu, die in Schlachten nicht wichen, entstand ein in der Welt überaus furchtbarer Kampf.

Wort für Wort
sumatyoḥ tayoḥ āsīt
zwischen jenen beiden Weisen entstand
yuddhaṃ loke sudāruṇam
ein in der Welt überaus furchtbarer Kampf
sumālinaḥ vasoḥ ca eva
Sumālins und des Vasus
samareṣu anivartinoḥ
die in Schlachten nicht wichen

tatastasya mahābāṇairvasunā sumahātmanā . mahānsa pannagarathaḥ kṣaṇena vinipātitaḥ

Da wurde von dem großherzigen Vasu, mit großen Pfeilen, jener große Schlangenwagen binnen eines Augenblicks niedergeworfen.

Wort für Wort
tataḥ tasya mahābāṇaiḥ
da mit dessen großen Pfeilen
vasunā sumahātmanā
von dem großherzigen Vasu
mahān sa pannaga-rathaḥ
jener große Schlangenwagen
kṣaṇena vinipātitaḥ
binnen eines Augenblicks niedergeworfen

hatvā tu saṃyuge tasya rathaṃ bāṇaśataiḥ śitaiḥ . gadāṃ tasya vadhārthāya vasurjagrāha pāṇinā

Nachdem er dessen Wagen im Kampf mit hundert scharfen Pfeilen zerstört hatte, ergriff der Vasu die Keule mit der Hand, um ihn zu töten.

Wort für Wort
hatvā tu saṃyuge tasya
nachdem er im Kampf dessen
rathaṃ bāṇa-śataiḥ śitaiḥ
Wagen mit hundert scharfen Pfeilen zerstört hatte
gadāṃ tasya vadha-arthāya
die Keule, um ihn zu töten
vasuḥ jagrāha pāṇinā
ergriff der Vasu mit der Hand

tāṃ pradīptāṃ pragṛhyāśu kāladaṇḍanibhāṃ śubhām . tasya mūrdhani sāvitraḥ sumālervinipātayat

Jene lodernde, dem Stab der Zeit gleichende schöne Keule rasch ergreifend, ließ Sāvitra sie auf Sumālins Haupt niedersausen.

Wort für Wort
tāṃ pradīptāṃ pragṛhya āśu
jene lodernde rasch ergreifend
kāla-daṇḍa-nibhāṃ śubhām
dem Stab der Zeit gleichend, schön
tasya mūrdhani sāvitraḥ
auf dessen Haupt, Sāvitra
sumāleḥ vinipātayat
ließ auf Sumālin niedersausen

tasya mūrdhani solkābhā patantī ca tadā babhau . sahasrākṣasamutsṛṣṭā girāviva mahāśaniḥ

Auf dessen Haupt niederfallend, mit Feuerbrand-Glanz, glich sie da einem von Indra auf einen Berg geschleuderten großen Blitz.

Wort für Wort
tasya mūrdhani sa-ulka-ābhā
auf dessen Haupt, mit Feuerbrand-Glanz
patantī ca tadā babhau
niederfallend erschien sie da
sahasrākṣa-samutsṛṣṭā
von dem Tausendäugigen (Indra) geschleudert
girau iva mahāśaniḥ
wie auf einen Berg ein großer Blitz

tasya naivāsthi kāyo vā na māṃsaṃ dadṛśe tadā . gadayā bhasmasādbhūto raṇe tasminnipātitaḥ

Von ihm war da weder Knochen noch Körper noch Fleisch mehr zu sehen; durch die Keule zu Asche geworden, lag er in jener Schlacht darnieder.

Wort für Wort
tasya na eva asthi kāyaḥ vā
von ihm weder Knochen noch Körper
na māṃsaṃ dadṛśe tadā
noch Fleisch war da zu sehen
gadayā bhasmasāt bhūtaḥ
durch die Keule zu Asche geworden
raṇe tasmin nipātitaḥ
lag er in jener Schlacht darnieder

taṃ dṛṣṭvā nihataṃ saṅkhye rākṣasāste samantataḥ . dudruvuḥ sahitāḥ sarve krośamānā mahāsvanam

Als sie ihn so in der Schlacht getötet sahen, flohen jene Rākṣasas alle von allen Seiten, vereint, mit gewaltigem Geschrei.

Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā nihataṃ saṅkhye
ihn so in der Schlacht getötet sehend
rākṣasāḥ te samantataḥ
jene Rākṣasas von allen Seiten
dudruvuḥ sahitāḥ sarve
flohen alle vereint
krośamānāḥ mahāsvanam
mit gewaltigem Geschrei rufend

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