Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 61: Lavaṇa-Vadhaḥ
Die Tötung des Lavaṇa
tacchrutvā bhāṣitaṃ tasya śatrughnasya mahātmanaḥ |
krodhamāhārayattīvraṃ tiṣṭha tiṣṭheti cābravīt ||
Als er diese Worte des großherzigen Śatrughna vernommen hatte, ward er von heftigem Zorn erfasst und rief: 'Bleib stehen, bleib stehen!'
Wort für Wort tat śrutvā bhāṣitaṃ tasya als er dessen Rede gehört hatte śatrughnasya mahātmanaḥ des großherzigen Śatrughna krodham āhārayat tīvraṃ ward er von heftigem Zorn erfasst tiṣṭha tiṣṭha iti ca abravīt und rief: bleib stehen, bleib stehen pāṇau pāṇiṃ viniṣpiṣya dantānkaṭakaṭāyya ca |
lavaṇo raghuśārdūlamāhvayāmāsa cāsakṛt ||
Lavaṇa schlug Hand auf Hand, ließ die Zähne knirschen und forderte den Tiger der Raghus immer wieder zum Kampf heraus.
Wort für Wort pāṇau pāṇiṃ viniṣpiṣya Hand auf Hand schlagend dantān kaṭakaṭāyya ca und die Zähne knirschen lassend lavaṇaḥ raghuśārdūlam Lavaṇa den Tiger der Raghus āhvayāmāsa ca asakṛt forderte er immer wieder heraus taṃ bruvāṇaṃ tathā vākyaṃ lavaṇaṃ ghoravikramam |
śatrughno deva śatrughna idaṃ vacanamabravīt ||
Zu jenem Lavaṇa, der so von schrecklicher Kraft sprach, sprach der göttliche Śatrughna, der Feindevernichter, dieses Wort.
Wort für Wort taṃ bruvāṇaṃ tathā vākyaṃ zu jenem, der so sprach lavaṇaṃ ghoravikramam zu Lavaṇa von schrecklicher Kraft śatrughnaḥ devaśatrughnaḥ der göttliche Śatrughna, der Feindevernichter idaṃ vacanam abravīt sprach dieses Wort śatrughno na tadā jāto yadānye nirjitāstvayā |
tadadya bāṇābhihato vraja taṃ yamasādanam ||
'Śatrughna war noch nicht geboren, als andere von dir besiegt wurden; heute aber, von meinem Pfeil getroffen, geh zur Wohnstatt des Yama!'
Wort für Wort śatrughnaḥ na tadā jātaḥ Śatrughna war damals noch nicht geboren yadā anye nirjitāḥ tvayā als andere von dir besiegt wurden tat adya bāṇābhihataḥ deshalb heute, von meinem Pfeil getroffen vraja taṃ yamasādanam geh zu jener Wohnstatt des Yama ṛṣayo.apyadya pāpātmanmayā tvāṃ nihataṃ raṇe |
paśyantu viprā vidvāṃsastridaśā iva rāvaṇam ||
'Auch die Ṛṣis, o Sündiger, sollen heute sehen, wie du von mir im Kampf erschlagen wirst, die weisen Brahmanen, so wie die Götter einst Rāvaṇa sahen.'
Wort für Wort ṛṣayaḥ api adya pāpātman auch die Ṛṣis sollen heute, o Sündiger mayā tvāṃ nihataṃ raṇe dich, von mir im Kampf erschlagen paśyantu viprāḥ vidvāṃsaḥ sehen, die weisen Brahmanen tridaśāḥ iva rāvaṇam so wie die Götter den Rāvaṇa (sahen) tvayi madbāṇanirdagdhe patite.adya niśācara |
puraṃ janapadaṃ cāpi kṣemametadbhaviṣyati ||
'Wenn du, o Nachtwandler, heute von meinem Pfeil verbrannt gefallen bist, dann werden diese Stadt und dieses Land wieder in Sicherheit sein.'
Wort für Wort tvayi madbāṇanirdagdhe wenn du, von meinem Pfeil verbrannt patite adya niśācara heute gefallen bist, o Nachtwandler puraṃ janapadaṃ ca api die Stadt und auch das Land kṣemam etat bhaviṣyati werden dies in Sicherheit sein adya madbāhuniṣkrāntaḥ śaro vajranibhānanaḥ |
pravekṣyate te hṛdayaṃ padmamaṃśurivārkajaḥ ||
'Heute wird der Pfeil, mit einer dem Vajra gleichenden Spitze, aus meinem Arm entlassen, in dein Herz eindringen, wie ein Sonnenstrahl in eine Lotusblüte.'
Wort für Wort adya madbāhuniṣkrāntaḥ heute, aus meinem Arm entlassen śaraḥ vajranibhānanaḥ der Pfeil mit vajragleicher Spitze pravekṣyate te hṛdayaṃ wird in dein Herz eindringen padmam aṃśuḥ iva arkajaḥ wie ein Sonnenstrahl in eine Lotusblüte evamukto mahāvṛkṣaṃ lavaṇaḥ krodhamūrchitaḥ |
śatrughnorasi cikṣepa taṃ śūraḥ śatadhācchinat ||
So angesprochen, schleuderte der von Zorn übermannte Lavaṇa einen mächtigen Baum auf Śatrughnas Brust; der Held zerspaltete ihn in hundert Stücke.
Wort für Wort evam uktaḥ so angesprochen mahāvṛkṣaṃ lavaṇaḥ krodhamūrchitaḥ der von Zorn übermannte Lavaṇa einen mächtigen Baum śatrughnorasi cikṣepa schleuderte er auf Śatrughnas Brust taṃ śūraḥ śatadhā acchinat den zerspaltete der Held in hundert Stücke taddṛṣṭvā viphalaṃ karma rākṣasaḥ punareva tu |
pādapānsubahūngṛhya śatrughne vyasṛjadbalī ||
Als der Rākṣasa sah, dass seine Tat fruchtlos geblieben war, ergriff der Mächtige aufs Neue sehr viele Bäume und schleuderte sie auf Śatrughna.
Wort für Wort tat dṛṣṭvā viphalaṃ karma dies sehend, dass die Tat fruchtlos war rākṣasaḥ punaḥ eva tu der Rākṣasa aufs Neue pādapān subahūn gṛhya sehr viele Bäume ergreifend śatrughne vyasṛjat balī schleuderte der Mächtige auf Śatrughna śatrughnaścāpi tejasvī vṛkṣānāpatato bahūn |
tribhiścaturbhirekaikaṃ ciccheda nataparvabhiḥ ||
Doch auch der glanzvolle Śatrughna zerteilte die vielen heranfliegenden Bäume, jeden einzelnen, mit drei oder vier gekrümmten Pfeilen.
Wort für Wort śatrughnaḥ ca api tejasvī doch auch der glanzvolle Śatrughna vṛkṣān āpatataḥ bahūn die vielen heranfliegenden Bäume tribhiḥ caturbhiḥ ekaikaṃ mit je drei oder vier ciccheda nataparvabhiḥ zerteilte er mit gekrümmten Pfeilen tato bāṇamayaṃ varṣaṃ vyasṛjadrākṣasorasi |
śatrughno vīryasampanno vivyathe na ca rākṣasaḥ ||
Dann entließ der tugendreiche Śatrughna einen Regen von Pfeilen auf die Brust des Rākṣasa; doch der Rākṣasa geriet nicht ins Wanken.
Wort für Wort tataḥ bāṇamayaṃ varṣaṃ dann einen Regen von Pfeilen vyasṛjat rākṣasorasi entließ er auf die Brust des Rākṣasa śatrughnaḥ vīryasampannaḥ der tugendreiche Śatrughna vivyathe na ca rākṣasaḥ doch der Rākṣasa geriet nicht ins Wanken tataḥ prahasya lavaṇo vṛkṣamutpāṭya līlayā |
śirasyabhyahanacchūraṃ srastāṅgaḥ sa mumoha vai ||
Da riss Lavaṇa lachend spielend einen Baum aus und schlug damit den Helden auf das Haupt; dieser sank mit erschlafften Gliedern in Ohnmacht.
Wort für Wort tataḥ prahasya lavaṇaḥ da lachend Lavaṇa vṛkṣam utpāṭya līlayā spielend einen Baum ausreißend śirasi abhyahanat śūraṃ schlug den Helden auf das Haupt srastāṅgaḥ saḥ mumoha vai und dieser sank mit erschlafften Gliedern in Ohnmacht tasminnipatite vīre hāhākāro mahānabhūt |
ṛṣīṇāṃ deva saṅghānāṃ gandharvāpsarasām api ||
Als jener Held niedersank, erhob sich ein großer Wehruf unter den Scharen der Ṛṣis, der Götter, der Gandharvas und Apsaras.
Wort für Wort tasmin nipatite vīre als jener Held niedergesunken war hāhākāraḥ mahān abhūt erhob sich ein großer Wehruf ṛṣīṇāṃ deva saṅghānāṃ der Scharen der Ṛṣis und Götter gandharvāpsarasām api auch der Gandharvas und Apsaras tamavajñāya tu hataṃ śatrughnaṃ bhuvi pātitam |
rakṣo labdhāntaramapi na viveśa svamālayam ||
Doch der Rākṣasa, den zu Boden gestürzten, für tot gehaltenen Śatrughna verachtend, kehrte, obwohl er nun Gelegenheit hatte, nicht in seine Wohnstatt zurück.
Wort für Wort tam avajñāya tu hataṃ diesen aber, für tot gehalten, verachtend śatrughnaṃ bhuvi pātitam Śatrughna, der zu Boden gefallen war rakṣaḥ labdhāntaram api der Rākṣasa, obwohl er Gelegenheit hatte na viveśa svamālayam kehrte nicht in seine Wohnstatt zurück nāpi śūlaṃ prajagrāha taṃ dṛṣṭvā bhuvi pātitam |
tato hata iti jñātvā tānbhakṣānsamudāvahat ||
Auch ergriff er nicht den Speer, als er ihn zu Boden gefallen sah; da er ihn für getötet hielt, wandte er sich jenen aufgesammelten Speisen zu.
Wort für Wort na api śūlaṃ prajagrāha auch ergriff er nicht den Speer taṃ dṛṣṭvā bhuvi pātitam ihn zu Boden gefallen sehend tataḥ hataḥ iti jñātvā da für getötet ihn haltend tān bhakṣān samudāvahat wandte er sich jenen Speisen zu muhūrtāllabdhasaṃjñastu punastasthau dhṛtāyudhaḥ |
śatrughno rākṣasadvāri ṛṣibhiḥ samprapūjitaḥ ||
Nach einem Augenblick aber, wieder zu Bewusstsein gekommen, stand Śatrughna, die Waffe bereithaltend, wiederum vor dem Tor des Rākṣasa, von den Ṛṣis hochgepriesen.
Wort für Wort muhūrtāt labdhasaṃjñaḥ tu nach einem Augenblick aber wieder zu Bewusstsein gekommen punaḥ tasthau dhṛtāyudhaḥ stand er wieder, die Waffe bereithaltend śatrughnaḥ rākṣasadvāri Śatrughna vor dem Tor des Rākṣasa ṛṣibhiḥ samprapūjitaḥ von den Ṛṣis hochgepriesen tato divyamamoghaṃ taṃ jagrāha śaramuttamam |
jvalantaṃ tejasā ghoraṃ pūrayantaṃ diśo daśa ||
Da ergriff er jenen göttlichen, unfehlbaren, höchsten Pfeil, der von schrecklicher Glut loderte und die zehn Himmelsrichtungen erfüllte.
Wort für Wort tataḥ divyam amoghaṃ taṃ da jenen göttlichen, unfehlbaren jagrāha śaram uttamam ergriff er den höchsten Pfeil jvalantaṃ tejasā ghoraṃ der von schrecklicher Glut loderte pūrayantaṃ diśo daśa der die zehn Himmelsrichtungen erfüllte vajrānanaṃ vajravegaṃ merumandara gauravam |
nataṃ parvasu sarveṣu saṃyugeṣvaparājitam ||
Mit einer Spitze wie der Blitz, mit der Wucht des Blitzes, schwer wie Meru und Mandara, an allen Gelenken gebogen, unbesiegt in allen Schlachten.
Wort für Wort vajrānanaṃ vajravegaṃ mit vajragleicher Spitze, vajragleicher Wucht merumandaragauravam schwer wie Meru und Mandara nataṃ parvasu sarveṣu gebogen an allen Gelenken saṃyugeṣu aparājitam unbesiegt in den Schlachten asṛkcandanadigdhāṅgaṃ cārupatraṃ patatriṇam |
dānavendrācalendrāṇāmasurāṇāṃ ca dāruṇam ||
Mit Blut wie mit Sandelpaste bestrichenem Schaft, mit schönen Federn versehen, gefiedert, schrecklich für die Fürsten der Dānavas, die Bergfürsten und die Asuras.
Wort für Wort asṛkcandanadigdhāṅgaṃ mit Blut wie Sandelpaste bestrichenem Schaft cārupatraṃ patatriṇam mit schönen Federn, gefiedert dānavendrācalendrāṇām der Fürsten der Dānavas und der Bergfürsten asurāṇāṃ ca dāruṇam und schrecklich für die Asuras taṃ dīptamiva kālāgniṃ yugānte samupasthite |
dṛṣṭvā sarvāṇi bhūtāni paritrāsamupāgaman ||
Als sie ihn erblickten, lodernd wie das Feuer der Zeit, das beim Ende eines Weltzeitalters erscheint, gerieten alle Wesen in Furcht.
Wort für Wort taṃ dīptam iva kālāgniṃ ihn, lodernd wie das Feuer der Zeit yugānte samupasthite das beim Ende eines Weltzeitalters erscheint dṛṣṭvā sarvāṇi bhūtāni als alle Wesen ihn sahen paritrāsam upāgaman gerieten sie in Furcht sadevāsuragandharvaṃ samuniṃ sāpsarogaṇam |
jagaddhi sarvamaswasthaṃ pitāmahamupasthitam ||
Die ganze Welt, mit Göttern, Asuras und Gandharvas, mit den Munis, mit den Scharen der Apsaras, ward beunruhigt und begab sich zum Großvater.
Wort für Wort sadevāsuragandharvaṃ mit Göttern, Asuras und Gandharvas samuniṃ sāpsarogaṇam mit den Munis, mit den Scharen der Apsaras jagat hi sarvam aswasthaṃ die ganze Welt ward beunruhigt pitāmaham upasthitam begab sich zum Großvater ūcuśca devadeveśaṃ varadaṃ prapitāmaham |
kaccillokakṣayo deva prāpto vā yugasaṅkayaḥ ||
Und sie sprachen zu dem Gott der Götter, dem Gewährer von Gaben, dem Urgroßvater: 'Ist etwa, o Gott, der Untergang der Welt oder das Ende eines Weltzeitalters gekommen?'
Wort für Wort ūcuḥ ca devadeveśaṃ und sie sprachen zum Gott der Götter varadaṃ prapitāmaham dem Gewährer von Gaben, dem Urgroßvater kaccit lokakṣayaḥ deva ist etwa, o Gott, der Untergang der Welt prāptaḥ vā yugasaṅkayaḥ oder das Ende eines Weltzeitalters eingetreten nedṛśaṃ dṛṣṭapūrvaṃ na śrutaṃ vā prapitāmaha |
devānāṃ bhayasaṃmoho lokānāṃ saṅkṣayaḥ prabho ||
'Niemals zuvor wurde Solches gesehen noch gehört, o Urgroßvater; die Furcht und Verwirrung der Götter, o Herr, ist der Untergang der Welten.'
Wort für Wort na īdṛśaṃ dṛṣṭapūrvaṃ nie zuvor wurde Solches gesehen na śrutaṃ vā prapitāmaha noch gehört, o Urgroßvater devānāṃ bhayasaṃmohaḥ die Furcht und Verwirrung der Götter lokānāṃ saṅkṣayaḥ prabho (bedeutet) den Untergang der Welten, o Herr teṣāṃ tadvacanaṃ śrutvā brahmā lokapitāmanaḥ |
bhayakāraṇamācaṣṭe devānāmabhayaṅkaraḥ ||
Als Brahmā, der Großvater der Welten, dieses ihr Wort vernommen hatte, erklärte er, den Göttern die Furcht nehmend, den Grund ihrer Furcht.
Wort für Wort teṣāṃ tadvacanaṃ śrutvā als er dieses ihr Wort gehört hatte brahmā lokapitāmahaḥ Brahmā, der Großvater der Welten bhayakāraṇam ācaṣṭe erklärte den Grund der Furcht devānām abhayaṅkaraḥ den Göttern die Furcht nehmend vadhāya lavaṇasyājau śaraḥ śatrughnadhāritaḥ |
tejasā yasya sarve sma saṃmūḍhāḥ surasattamāḥ ||
'Zur Tötung Lavaṇas in der Schlacht ist es der Pfeil, den Śatrughna führt, durch dessen Glut ihr allesamt, ihr Besten der Götter, verwirrt worden seid.'
Wort für Wort vadhāya lavaṇasya ājau zur Tötung Lavaṇas in der Schlacht śaraḥ śatrughnadhāritaḥ der Pfeil, den Śatrughna führt tejasā yasya sarve sma durch dessen Glut ihr allesamt saṃmūḍhāḥ surasattamāḥ verwirrt wurdet, ihr Besten der Götter eṣo hi pūrvaṃ devasya lokakartuḥ sanātanaḥ |
śarastejomayo vatsā yena vai bhayamāgatam ||
'Denn dies ist der uralte, glutvolle Pfeil des Gottes, des Schöpfers der Welten, von einst, meine Kinder, dessentwegen euch diese Furcht ergriffen hat.'
Wort für Wort eṣaḥ hi pūrvaṃ devasya denn dies ist einst des Gottes lokakartuḥ sanātanaḥ des Schöpfers der Welten, uralt śaraḥ tejomayaḥ vatsāḥ der glutvolle Pfeil, meine Kinder yena vai bhayam āgatam durch den die Furcht kam eṣa vai kaiṭabhasyārthe madhunaśca mahāśaraḥ |
sṛṣṭo mahātmanā tena vadhārthaṃ daityayostayoḥ ||
'Dieser mächtige Pfeil wurde einst von jenem Großherzigen geschaffen, um die beiden Daityas Madhu und Kaiṭabha zu töten.'
Wort für Wort eṣa vai kaiṭabhasya arthe dieser wahrlich, um des Kaiṭabha willen madhunaḥ ca mahāśaraḥ und des Madhu, der mächtige Pfeil sṛṣṭaḥ mahātmanā tena geschaffen von jenem Großherzigen vadhārthaṃ daityayoḥ tayoḥ zum Zweck der Tötung der beiden Daityas evametaṃ prajānīdhvaṃ viṣṇostejomayaṃ śaram |
eṣā caiva tanuḥ pūrvā viṣṇostasya mahātmanaḥ ||
'So erkennt diesen glutvollen Pfeil als Viṣṇus eigenen; und dies ist zugleich die frühere Gestalt jenes großherzigen Viṣṇu.'
Wort für Wort evam etaṃ prajānīdhvaṃ so erkennt diesen viṣṇoḥ tejomayaṃ śaram als Viṣṇus glutvollen Pfeil eṣā ca eva tanuḥ pūrvā und dies ist zugleich die frühere Gestalt viṣṇoḥ tasya mahātmanaḥ jenes großherzigen Viṣṇu ito gacchatā paśyadhvaṃ vadhyamānaṃ mahātmanā |
rāmānujena vīreṇa lavaṇaṃ rākṣasottamam ||
'Geht von hier fort und schaut, wie der beste der Rākṣasas, Lavaṇa, von dem großherzigen, heldenhaften jüngeren Bruder Rāmas getötet wird.'
Wort für Wort itaḥ gacchatā paśyadhvaṃ geht von hier fort und schaut vadhyamānaṃ mahātmanā wie er getötet wird von dem Großherzigen rāmānujena vīreṇa von dem heldenhaften jüngeren Bruder Rāmas lavaṇaṃ rākṣasottamam Lavaṇa, den besten der Rākṣasas tasya te devadevasya niśamya madhurāṃ giram |
ājagmuryatra yudhyete śatrughnalavaṇāvubhau ||
Als sie die süße Stimme jenes Gottes der Götter vernommen hatten, begaben sie sich dorthin, wo die beiden, Śatrughna und Lavaṇa, miteinander kämpften.
Wort für Wort tasya te devadevasya dieses, des Gottes der Götter niśamya madhurāṃ giram die süße Stimme vernehmend ājagmuḥ yatra yudhyete begaben sie sich dorthin, wo kämpften śatrughnalavaṇau ubhau die beiden, Śatrughna und Lavaṇa taṃ śaraṃ divyasaṅkāśaṃ śatrughnakaradhāritam |
dadṛśuḥ sarvabhūtāni yugāntāgnimivotthitam ||
Alle Wesen erblickten jenen göttlich strahlenden Pfeil, von Śatrughnas Hand geführt, gleich dem entfachten Feuer am Ende eines Weltzeitalters.
Wort für Wort taṃ śaraṃ divyasaṅkāśaṃ jenen göttlich strahlenden Pfeil śatrughnakaradhāritam von Śatrughnas Hand geführt dadṛśuḥ sarvabhūtāni erblickten alle Wesen yugāntāgnim iva utthitam gleich dem entfachten Feuer am Weltzeitalterende ākāśamāvṛtaṃ dṛṣṭvā devairhi raghunandanaḥ |
siṃhanādaṃ muhuḥ kṛtvā dadarśa lavaṇaṃ punaḥ ||
Als der Spross der Raghus sah, dass der Himmel von den Göttern bedeckt war, stieß er wiederholt einen Löwenschrei aus und blickte erneut auf Lavaṇa.
Wort für Wort ākāśam āvṛtaṃ dṛṣṭvā als er den Himmel bedeckt sah devaiḥ hi raghunandanaḥ von den Göttern, der Spross der Raghus siṃhanādaṃ muhuḥ kṛtvā wiederholt einen Löwenschrei ausstoßend dadarśa lavaṇaṃ punaḥ blickte er erneut auf Lavaṇa āhūtaśca tatastena śatrughnena mahātmanā |
lavaṇaḥ krodhasaṃyukto yuddhāya samupasthitaḥ ||
Von jenem großherzigen Śatrughna sodann herausgefordert, trat der zornerfüllte Lavaṇa zum Kampf an.
Wort für Wort āhūtaḥ ca tataḥ tena und herausgefordert sodann von jenem śatrughnena mahātmanā von dem großherzigen Śatrughna lavaṇaḥ krodhasaṃyuktaḥ der zornerfüllte Lavaṇa yuddhāya samupasthitaḥ trat zum Kampf an ākarṇātsa vikṛṣyātha taddhanurdhanvināṃ varaḥ |
sa mumoca mahābāṇaṃ lavaṇasya mahorasi |
urastasya vidāryāśu praviveśa rasātalam ||
Da spannte der Beste der Bogenschützen jenen Bogen bis zum Ohr und entließ den mächtigen Pfeil auf Lavaṇas gewaltige Brust; dessen Brust rasch durchbohrend, drang er in die Unterwelt Rasātala ein.
Wort für Wort ākarṇāt saḥ vikṛṣya atha da bis zum Ohr spannend tat dhanuḥ dhanvināṃ varaḥ jenen Bogen, der Beste der Bogenschützen saḥ mumoca mahābāṇaṃ entließ er den mächtigen Pfeil lavaṇasya mahorasi auf Lavaṇas gewaltige Brust uraḥ tasya vidārya āśu dessen Brust rasch durchbohrend praviveśa rasātalam drang er in Rasātala ein gatvā rasātalaṃ divyaṃ śaro vibudhapūjitaḥ |
punarevāgamattūrṇamikṣvākukulanandanam ||
Nachdem der göttliche, von den Weisen verehrte Pfeil in die Rasātala gedrungen war, kehrte er sogleich wieder zurück zu dem Spross des Ikṣvāku-Geschlechts.
Wort für Wort gatvā rasātalaṃ divyaṃ nachdem er in die göttliche Rasātala gedrungen war śaraḥ vibudhapūjitaḥ der von den Weisen verehrte Pfeil punaḥ eva āgamat tūrṇam kehrte er sogleich wieder zurück ikṣvākukulanandanam zu dem Spross des Ikṣvāku-Geschlechts śatrughnaśaranirbhinno lavaṇaḥ sa niśācaraḥ |
papāta sahasā bhūmau vajrāhata ivācalaḥ ||
Von Śatrughnas Pfeil durchbohrt, stürzte jener Nachtwandler Lavaṇa jäh zu Boden, wie ein vom Blitz getroffener Berg.
Wort für Wort śatrughnaśaranirbhinnaḥ von Śatrughnas Pfeil durchbohrt lavaṇaḥ saḥ niśācaraḥ jener Nachtwandler Lavaṇa papāta sahasā bhūmau stürzte jäh zu Boden vajrāhataḥ iva acalaḥ wie ein vom Blitz getroffener Berg tacca divyaṃ mahacchūlaṃ hate lavaṇarākṣase |
paśyatāṃ sarvabhūtānāṃ rudrasya vaśamanvagāt ||
Und jener göttliche, gewaltige Speer kehrte, als der Rākṣasa Lavaṇa erschlagen war, vor den Augen aller Wesen wieder in Rudras Macht zurück.
Wort für Wort tat ca divyaṃ mahacchūlaṃ und jener göttliche, gewaltige Speer hate lavaṇarākṣase als der Rākṣasa Lavaṇa erschlagen war paśyatāṃ sarvabhūtānāṃ vor den Augen aller Wesen rudrasya vaśam anvagāt kehrte in Rudras Macht zurück ekeṣupātena bhayaṃ nihatya
lokatrayasyāsya raghupravīraḥ |
vinirbabhāvudyatacāpabāṇas
tamaḥ praṇudyeva sahasraraśmiḥ ||
Mit einem einzigen Pfeilschuss die Furcht der drei Welten vernichtend, erstrahlte der Heldenfürst der Raghus, Bogen und Pfeil erhoben, wie die tausendstrahlige Sonne die Finsternis vertreibend.
Wort für Wort eka-iṣupātena mit einem einzigen Pfeilschuss bhayaṃ nihatya die Furcht vernichtend lokatrayasya asya dieser drei Welten raghupravīraḥ der Heldenfürst der Raghus vinirbabhau udyatacāpabāṇaḥ erstrahlte, Bogen und Pfeil erhoben tamaḥ praṇudya iva sahasraraśmiḥ wie die tausendstrahlige Sonne die Finsternis vertreibend
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