Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 34: Vāli-Rāvaṇa-Sakhyam
Rāvaṇas Gefangennahme durch Vālin und der Freundschaftsbund der beiden
arjunena vimuktastu rāvaṇo rākṣasādhipaḥ .
cacāra pṛthivīṃ sarvāmanirviṇṇastathā kṛtaḥ ..1..
Von Arjuna freigelassen, durchzog Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, obwohl so gedemütigt, unverdrossen die ganze Erde.
Wort für Wort arjunena vimuktaḥ tu von Arjuna aber freigelassen rāvaṇaḥ rākṣasādhipaḥ Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas cacāra pṛthivīṃ sarvām durchzog die ganze Erde anirviṇṇaḥ tathā kṛtaḥ unverdrossen, obwohl so behandelt rākṣasaṃ vā manuṣyaṃ vā śṛṇute yaṃ balādhikam .
rāvaṇastaṃ samāsādya yuddhe hvayati darpitaḥ ..2..
Von welchem Rākṣasa oder Menschen er auch hörte, dass er an Kraft überlegen sei, den suchte Rāvaṇa auf und forderte ihn, von Hochmut erfüllt, zum Kampf heraus.
Wort für Wort rākṣasaṃ vā manuṣyaṃ vā sei es ein Rākṣasa oder ein Mensch śṛṇute yaṃ balādhikam von dem er hört, dass er an Kraft überlegen sei rāvaṇaḥ taṃ samāsādya Rāvaṇa, ihn aufsuchend yuddhe hvayati darpitaḥ forderte ihn zornentbrannt zum Kampf heraus tataḥ kadā citkiṣkindhāṃ nagarīṃ vālipālitām .
gatvāhvayati yuddhāya vālinaṃ hemamālinam ..3..
Da forderte er einst, zur Stadt Kiṣkindhā gehend, die von Vālin regiert wurde, den goldbekränzten Vālin zum Kampf heraus.
Wort für Wort tataḥ kadācit kiṣkindhām da einst zur Stadt Kiṣkindhā nagarīṃ vālipālitām die von Vālin regierte Stadt gatvā āhvayati yuddhāya gehend, forderte er zum Kampf vālinaṃ hemamālinam den goldbekränzten Vālin tatastaṃ vānarāmātyastārastārāpitā prabhuḥ .
uvāca rāvaṇaṃ vākyaṃ yuddhaprepsumupāgatam ..4..
Da sprach Tāra, der Minister der Affen, der Vater der Tārā, mächtige Herr, zu Rāvaṇa, der zum Kampf zu kommen wünschte, folgendes Wort:
Wort für Wort tataḥ taṃ vānarāmātyaḥ da zu ihm der Affen-Minister tāraḥ tārāpitā prabhuḥ Tāra, der mächtige Vater der Tārā uvāca rāvaṇaṃ vākyam sprach zu Rāvaṇa das Wort yuddhaprepsum upāgatam der zum Kampf gekommen war rākṣasendra gato vālī yaste pratibalo bhavet .
nānyaḥ pramukhataḥ sthātuṃ tava śaktaḥ plavaṅgamaḥ ..5..
'O Herr der Rākṣasas, Vālin, der dir ein ebenbürtiger Gegner sein könnte, ist fortgegangen; kein anderer Affe vermag dir gegenüberzustehen.'
Wort für Wort rākṣasendra gataḥ vālī o Herr der Rākṣasas, fortgegangen ist Vālin yaḥ te pratibalaḥ bhavet der dir ein ebenbürtiger Gegner wäre na anyaḥ pramukhataḥ sthātum kein anderer, dir gegenüberzustehen tava śaktaḥ plavaṅgamaḥ dir gewachsen, ein Affe caturbhyo.api samudrebhyaḥ sandhyāmanvāsya rāvaṇa .
imaṃ muhūrtamāyāti vālī tiṣṭha muhūrtakam ..6..
'Von allen vier Meeren her, nachdem er die Dämmerungsandacht verrichtet hat, kommt Vālin in diesem Augenblick — warte, o Rāvaṇa, einen kurzen Moment.'
Wort für Wort caturbhyaḥ api samudrebhyaḥ von allen vier Meeren sandhyām anvāsya rāvaṇa nachdem er die Dämmerung verehrt hat, o Rāvaṇa imaṃ muhūrtam āyāti vālī in diesem Augenblick kommt Vālin tiṣṭha muhūrtakam warte einen kurzen Moment etānasthicayānpaśya ya ete śaṅkhapāṇḍurāḥ .
yuddhārthināmime rājanvānarādhipatejasā ..7..
'Sieh diese Haufen von Knochen, weiß wie Muscheln — dies sind die Gebeine derer, die den Kampf mit dem Affenfürsten aus Kampflust gesucht haben, o König, durch seine Macht (getötet).'
Wort für Wort etān asthicayān paśya sieh diese Knochenhaufen ya ete śaṅkhapāṇḍurāḥ die weiß wie Muscheln sind yuddhārthinām ime rājan dies sind derer, die den Kampf suchten, o König vānarādhipatejasā durch die Macht des Affenfürsten yadvāmṛtarasaḥ pītastvayā rāvaṇarākṣasa .
tathā vālinamāsādya tadantaṃ tava jīvitam ..8..
'Es sei denn, du hättest den Nektartrank getrunken, o Rāvaṇa, Rākṣasa — sonst wird, sobald du auf Vālin triffst, dies das Ende deines Lebens sein.'
Wort für Wort yat vā amṛtarasaḥ pītaḥ es sei denn, der Nektartrank wäre getrunken tvayā rāvaṇarākṣasa von dir, Rākṣasa Rāvaṇa tathā vālinam āsādya so, auf Vālin treffend tat antaṃ tava jīvitam das wird das Ende deines Lebens sein atha vā tvarase martuṃ gaccha dakṣiṇasāgaram .
vālinaṃ drakṣyase tatra bhūmiṣṭhamiva bhāskaram ..9..
'Wenn du es aber eilig hast zu sterben, so geh zum südlichen Meer — dort wirst du Vālin erblicken, gleich der auf der Erde stehenden Sonne.'
Wort für Wort atha vā tvarase martum wenn du es aber eilig hast zu sterben gaccha dakṣiṇasāgaram geh zum südlichen Meer vālinaṃ drakṣyase tatra Vālin wirst du dort erblicken bhūmiṣṭham iva bhāskaram wie die auf der Erde stehende Sonne sa tu tāraṃ vinirbhartsya rāvaṇo rākṣaseśvaraḥ .
puṣpakaṃ tatsamāruhya prayayau dakṣiṇārṇavam ..10..
Da schmähte Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, Tāra, bestieg jenen Puṣpaka-Wagen und fuhr zum südlichen Meer.
Wort für Wort sa tu tāraṃ vinirbhartsya er aber, Tāra schmähend rāvaṇaḥ rākṣaseśvaraḥ Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas puṣpakaṃ tat samāruhya jenen Puṣpaka besteigend prayayau dakṣiṇārṇavam fuhr er zum südlichen Meer tatra hemagiriprakhyaṃ taruṇārkanibhānanam .
rāvaṇo vālinaṃ dṛṣṭvā sandhyopāsanatatparam ..11..
Dort erblickte Rāvaṇa den Vālin, der einem goldenen Berg glich, dessen Antlitz der aufgehenden Sonne glich, eifrig mit der Dämmerungsandacht beschäftigt.
Wort für Wort tatra hemagiriprakhyam dort, dem goldenen Berg gleichend taruṇārkanibhānanam dessen Antlitz der jungen Sonne glich rāvaṇaḥ vālinaṃ dṛṣṭvā Rāvaṇa, Vālin sehend sandhyopāsanatatparam eifrig mit der Dämmerungsandacht beschäftigt puṣpakādavaruhyātha rāvaṇo.añjanasaṃnibhaḥ .
grahītuṃ vālinaṃ tūrṇaṃ niḥśabdapadamādravat ..12..
Vom Puṣpaka herabsteigend, näherte sich Rāvaṇa, schwarz wie Augensalbe, lautlosen Schrittes, um Vālin rasch zu packen.
Wort für Wort puṣpakāt avaruhya atha vom Puṣpaka herabsteigend, dann rāvaṇaḥ añjanasaṃnibhaḥ Rāvaṇa, schwarz wie Augensalbe grahītuṃ vālinaṃ tūrṇam um Vālin rasch zu packen niḥśabdapadam ādravat näherte er sich lautlosen Schrittes yadṛcchayonmīlayatā vālināpi sa rāvaṇaḥ .
pāpābhiprāyavāndṛṣṭaścakāra na ca sambhramam ..13..
Doch von Vālin, der zufällig seine Augen öffnete, wurde jener Rāvaṇa mit seiner bösen Absicht erblickt — dennoch geriet er nicht in Unruhe.
Wort für Wort yadṛcchayā unmīlayatā der zufällig die Augen öffnete vālinā api sa rāvaṇaḥ von Vālin, jener Rāvaṇa auch pāpābhiprāyavān dṛṣṭaḥ mit böser Absicht erblickt cakāra na ca sambhramam geriet er dennoch nicht in Unruhe śaśamālakṣya siṃho vā pannagaṃ garuḍo yathā .
na cintayati taṃ vālī rāvaṇaṃ pāpaniścayam ..14..
Wie ein Löwe einen Hasen erblickt oder Garuḍa eine Schlange, so schenkte Vālin dem Rāvaṇa mit seinem bösen Entschluss keine Beachtung.
Wort für Wort śaśam ālakṣya siṃhaḥ vā wie ein Löwe einen Hasen erblickend pannagaṃ garuḍaḥ yathā wie Garuḍa eine Schlange na cintayati taṃ vālī schenkte Vālin ihm keine Beachtung rāvaṇaṃ pāpaniścayam dem Rāvaṇa mit bösem Entschluss jighṛkṣamāṇamadyainaṃ rāvaṇaṃ pāpabuddhinam .
kakṣāvalambinaṃ kṛtvā gamiṣyāmi mahārṇavān ..15..
'Diesen Rāvaṇa, der mich böswillig zu packen versucht, werde ich mir unter den Arm klemmen und zu den großen Meeren gehen.'
Wort für Wort jighṛkṣamāṇam adya enam diesen, der jetzt zu packen versucht rāvaṇaṃ pāpabuddhinam Rāvaṇa, den böswilligen kakṣāvalambinaṃ kṛtvā unter den Arm geklemmt machend gamiṣyāmi mahārṇavān werde ich zu den großen Meeren gehen drakṣyantyariṃ mamāṅkasthaṃ sraṃsitorukarāmbaram .
lambamānaṃ daśagrīvaṃ garuḍasyeva pannagam ..16..
'Sie werden meinen Feind an meiner Seite sehen, mit gelösten Kleidern und Armen, den Zehnhalsigen herabhängend, wie eine Schlange an Garuḍa.'
Wort für Wort drakṣyanti arim mama aṅkastham sie werden den Feind an meiner Seite sehen sraṃsitorukarāmbaram mit gelösten Schenkeln, Armen, Kleidern lambamānaṃ daśagrīvam den herabhängenden Zehnhalsigen garuḍasya iva pannagam wie eine Schlange an Garuḍa ityevaṃ matimāsthāya vālī karṇamupāśritaḥ .
japanvai naigamānmantrāṃstasthau parvatarāḍ iva ..17..
So diesen Entschluss fassend, sein Ohr dem Gebet zugewandt, murmelte Vālin die vedischen Sprüche und stand da, einem Bergkönig gleich.
Wort für Wort iti evaṃ matim āsthāya so diesen Entschluss fassend vālī karṇam upāśritaḥ Vālin, sein Ohr zugewandt japan vai naigamān mantrān die vedischen Sprüche murmelnd tasthau parvatarāṭ iva stand er wie ein Bergkönig tāvanyonyaṃ jighṛkṣantau harirākṣasapārthivau .
prayatnavantau tatkarma īhaturbaladarpitau ..18..
Die beiden, der Affenkönig und der Rākṣasa-Fürst, versuchten, einander zu packen, beide bemüht, von ihrer Kraft übermütig, dieses Werk zu vollbringen.
Wort für Wort tau anyonyaṃ jighṛkṣantau die beiden, einander zu packen versuchend harirākṣasapārthivau der Affenkönig und der Rākṣasa-Fürst prayatnavantau tat karma bemüht um dieses Werk īhatuḥ baladarpitau strebten sie, von ihrer Kraft übermütig hastagrāhyaṃ tu taṃ matvā pādaśabdena rāvaṇam .
parāṅmukho.api jagrāha vālī sarpamivāṇḍajaḥ ..19..
Vālin, den Rāvaṇa am Geräusch seiner Schritte erkennend und als greifbar einschätzend, obwohl abgewandt, packte ihn, wie ein Vogel eine Schlange packt.
Wort für Wort hastagrāhyaṃ tu taṃ matvā ihn aber als greifbar einschätzend pādaśabdena rāvaṇam am Geräusch der Schritte, den Rāvaṇa parāṅmukhaḥ api jagrāha vālī obwohl abgewandt, packte ihn Vālin sarpam iva aṇḍajaḥ wie ein Vogel eine Schlange grahītukāmaṃ taṃ gṛhya rakṣasāmīśvaraṃ hariḥ .
khamutpapāta vegena kṛtvā kakṣāvalambinam ..20..
Der Affe packte den Herrn der Rākṣasas, der ihn eben hatte packen wollen, klemmte ihn sich unter den Arm und flog mit großer Geschwindigkeit in die Luft empor.
Wort für Wort grahītukāmaṃ taṃ gṛhya ihn, der packen wollte, packend rakṣasām īśvaraṃ hariḥ der Affe den Herrn der Rākṣasas kham utpapāta vegena flog mit Geschwindigkeit in die Luft kṛtvā kakṣāvalambinam ihn unter den Arm geklemmt sa taṃ pīḍdayamānastu vitudantaṃ nakhairmuhuḥ .
jahāra rāvaṇaṃ vālī pavanastoyadaṃ yathā ..21..
Ihn, der sich wand und ihn immer wieder mit den Nägeln kratzte, quälend, trug Vālin den Rāvaṇa fort, wie der Wind eine Wolke.
Wort für Wort sa taṃ pīḍayamānaḥ tu ihn quälend aber vitudantaṃ nakhaiḥ muhuḥ der immer wieder mit den Nägeln kratzte jahāra rāvaṇaṃ vālī trug Vālin den Rāvaṇa fort pavanaḥ toyadaṃ yathā wie der Wind eine Wolke atha te rākṣasāmātyā hriyamāṇe daśānane .
mumokṣayiṣavo ghorā ravamāṇā hyabhidravan ..22..
Da stürmten, während der Zehngesichtige fortgetragen wurde, jene Rākṣasa-Minister, ihn befreien wollend, brüllend und furchtbar heran.
Wort für Wort atha te rākṣasāmātyāḥ da jene Rākṣasa-Minister hriyamāṇe daśānane während der Zehngesichtige fortgetragen wurde mumokṣayiṣavaḥ ghorāḥ ihn befreien wollend, furchtbar ravamāṇāḥ hi abhidravan brüllend stürmten sie heran anvīyamānastairvālī bhrājate.ambaramadhyagaḥ .
anvīyamāno meghaughairambarastha ivāṃśumān ..23..
Von ihnen verfolgt, erstrahlte Vālin, mitten am Himmel stehend, wie die Sonne, von Wolkenmassen verfolgt.
Wort für Wort anvīyamānaḥ taiḥ vālī von ihnen verfolgt, Vālin bhrājate ambaramadhyagaḥ erstrahlte, mitten am Himmel stehend anvīyamānaḥ meghaughaiḥ von Wolkenmassen verfolgt ambarasthaḥ iva aṃśumān wie die am Himmel stehende Sonne te.aśaknuvantaḥ samprāptaṃ vālinaṃ rākṣasottamāḥ .
tasya bāhūruvegena pariśrāntaḥ patanti ca ..24..
Jene besten Rākṣasas, unfähig, den davoneilenden Vālin einzuholen, ermattet von der Geschwindigkeit seiner Arme und Schenkel, fielen zu Boden.
Wort für Wort te aśaknuvantaḥ samprāptam jene, unfähig, den erreichten vālinaṃ rākṣasottamāḥ Vālin, die besten Rākṣasas tasya bāhūruvegena durch die Geschwindigkeit seiner Arme und Schenkel pariśrāntaḥ patanti ca ermattet fielen sie zu Boden vālimārgādapākrāmanparvatendrā hi gacchataḥ ..25..
Vor dem dahineilenden Vālin wichen selbst die Herrscher der Berge von seinem Weg.
Wort für Wort vālimārgāt apākrāman von Vālins Weg wichen sie parvatendrāḥ hi gacchataḥ die Herrscher der Berge, während er dahineilte apakṣigaṇasampāto vānarendro mahājavaḥ .
kramaśaḥ sāgarānsarvānsandhyākālamavandata ..26..
Der überaus schnelle Affenfürst, dem Flug einer Vogelschar gleich, verehrte der Reihe nach zur Dämmerungszeit alle Meere.
Wort für Wort apakṣigaṇasampātaḥ dem Flug einer Vogelschar gleich, obwohl flügellos vānarendraḥ mahājavaḥ der überaus schnelle Affenfürst kramaśaḥ sāgarān sarvān der Reihe nach alle Meere sandhyākālam avandata verehrte er zur Dämmerungszeit sabhājyamāno bhūtaistu khecaraiḥ khecaro hariḥ .
paścimaṃ sāgaraṃ vālī ājagāma sarāvaṇaḥ ..27..
Von den Luftwesen verehrt, der luftdurcheilende Affe, gelangte Vālin, Rāvaṇa mit sich führend, zum westlichen Meer.
Wort für Wort sabhājyamānaḥ bhūtaiḥ tu verehrt von den Wesen aber khecaraiḥ khecaraḥ hariḥ von den Luftwesen, der luftdurcheilende Affe paścimaṃ sāgaraṃ vālī zum westlichen Meer, Vālin ājagāma sarāvaṇaḥ gelangte, samt Rāvaṇa tatra sandhyāmupāsitvā snātvā japtvā ca vānaraḥ .
uttaraṃ sāgaraṃ prāyādvahamāno daśānanam ..28..
Dort verrichtete der Affe die Dämmerungsandacht, badete und murmelte Gebete, und zog dann, den Zehnhalsigen tragend, zum nördlichen Meer.
Wort für Wort tatra sandhyām upāsitvā dort die Dämmerung verehrt habend snātvā japtvā ca vānaraḥ gebadet und gebetet habend, der Affe uttaraṃ sāgaraṃ prāyāt zog er zum nördlichen Meer vahamānaḥ daśānanam den Zehnhalsigen tragend uttare sāgare sandhyāmupāsitvā daśānanam .
vahamāno.agamadvālī pūrvamambumahānidhim ..29..
Am nördlichen Meer die Dämmerungsandacht verrichtend, den Zehnhalsigen tragend, ging Vālin zum östlichen großen Wasserreich.
Wort für Wort uttare sāgare sandhyām am nördlichen Meer die Dämmerung upāsitvā daśānanam verehrt habend, den Zehnhalsigen vahamānaḥ agamat vālī tragend, ging Vālin pūrvam ambumahānidhim zum östlichen großen Wasserreich tatrāpi sandhyāmanvāsya vāsaviḥ sa harīśvaraḥ .
kiṣkindhābhimukho gṛhya rāvaṇaṃ punarāgamat ..30..
Auch dort die Dämmerungsandacht verrichtend, kehrte jener Herr der Affen, der Sohn des Vāsava (Indra), Rāvaṇa mit sich führend, wieder zurück, nach Kiṣkindhā gewandt.
Wort für Wort tatra api sandhyām anvāsya auch dort die Dämmerung verehrend vāsaviḥ sa harīśvaraḥ jener Sohn des Vāsava, der Herr der Affen kiṣkindhābhimukhaḥ gṛhya rāvaṇam nach Kiṣkindhā gewandt, Rāvaṇa festhaltend punaḥ āgamat kehrte er wieder zurück caturṣvapi samudreṣu sandhyāmanvāsya vānaraḥ .
rāvaṇodvahanaśrāntaḥ kiṣkindhopavane.apatat ..31..
Nachdem er an allen vier Meeren die Dämmerungsandacht verrichtet hatte, ließ sich der vom Tragen Rāvaṇas ermüdete Affe in einem Hain bei Kiṣkindhā nieder.
Wort für Wort caturṣu api samudreṣu an allen vier Meeren sandhyām anvāsya vānaraḥ die Dämmerung verehrt habend, der Affe rāvaṇodvahanaśrāntaḥ ermüdet vom Tragen Rāvaṇas kiṣkindhopavane apatat ließ er sich in einem Hain bei Kiṣkindhā nieder rāvaṇaṃ tu mumocātha svakakṣātkapisattamaḥ .
kutastvamiti covāca prahasanrāvaṇaṃ prati ..32..
Da ließ der Beste der Affen den Rāvaṇa aus seiner Achsel los und sprach lachend zu Rāvaṇa: 'Woher kommst du denn?'
Wort für Wort rāvaṇaṃ tu mumoca atha den Rāvaṇa aber ließ er dann los svakakṣāt kapisattamaḥ aus seiner Achsel, der Beste der Affen kutaḥ tvam iti ca uvāca 'woher kommst du?' sprach er prahasan rāvaṇaṃ prati lachend zu Rāvaṇa vismayaṃ tu mahadgatvā śramalokanirīkṣaṇaḥ .
rākṣaseśo harīśaṃ tamidaṃ vacanamabravīt ..33..
In großes Erstaunen versetzt, erschöpft die Welt betrachtend, sprach der Herr der Rākṣasas zu jenem Herrn der Affen folgende Worte:
Wort für Wort vismayaṃ tu mahat gatvā in großes Erstaunen geraten śramalokanirīkṣaṇaḥ erschöpft die Welt betrachtend rākṣaseśaḥ harīśaṃ tam der Herr der Rākṣasas zu jenem Herrn der Affen idaṃ vacanam abravīt sprach er diese Worte vānarendra mahendrābha rākṣasendro.asmi rāvaṇaḥ .
yuddhepsurahaṃ samprāptaḥ sa cādyāsāditastvayā ..34..
'O Herr der Affen, glanzgleich dem großen Indra, ich bin Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas; kampfbegierig bin ich gekommen, und nun bin ich heute von dir aufgesucht worden.'
Wort für Wort vānarendra mahendrābha o Herr der Affen, glanzgleich dem großen Indra rākṣasendraḥ asmi rāvaṇaḥ ich bin Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas yuddhepsuḥ aham samprāptaḥ kampfbegierig bin ich gekommen sa ca adya āsāditaḥ tvayā und ich bin heute von dir aufgesucht worden aho balamaho vīryamaho gambhīratā ca te .
yenāhaṃ paśuvadgṛhya bhrāmitaścaturo.arṇavān ..35..
'Ah, welche Kraft, ah, welche Tapferkeit, ah, welche Erhabenheit besitzt du, durch die du mich, wie ein Stück Vieh gepackt, um die vier Meere herumgeführt hast!'
Wort für Wort aho balam aho vīryam ah, welche Kraft, ah, welche Tapferkeit aho gambhīratā ca te ah, welche Erhabenheit du besitzt yena aham paśuvat gṛhya durch die du mich wie Vieh gepackt bhrāmitaḥ caturaḥ arṇavān um die vier Meere herumgeführt hast evamaśrāntavadvīra śīghrameva ca vānara .
māṃ caivodvahamānastu ko.anyo vīraḥ kramiṣyati ..36..
'So unermüdet und dabei so rasch, o Held, o Affe — welch anderer Held vermöchte es, mich zu tragen und diesen Weg zurückzulegen?'
Wort für Wort evam aśrāntavat vīra so unermüdet, o Held śīghram eva ca vānara und dabei so rasch, o Affe mām ca eva udvahamānaḥ tu und mich tragend kaḥ anyaḥ vīraḥ kramiṣyati welch anderer Held vermöchte dies? trayāṇāmeva bhūtānāṃ gatireṣā plavaṅgama .
mano.anilasuparṇānāṃ tava vā nātra saṃśayaḥ ..37..
'Diese Geschwindigkeit ist ja nur drei Wesen eigen, o Affe: dem Geist, dem Wind und Garuḍa — oder auch dir, daran ist kein Zweifel.'
Wort für Wort trayāṇām eva bhūtānām nur drei Wesen gatiḥ eṣā plavaṅgama ist diese Geschwindigkeit eigen, o Affe manaḥ anilasuparṇānām dem Geist, dem Wind, Garuḍa tava vā na atra saṃśayaḥ oder auch dir, daran ist kein Zweifel so.ahaṃ dṛṣṭabalastubhyamicchāmi haripuṅgava .
tvayā saha ciraṃ sakhyaṃ susnigdhaṃ pāvakāgrataḥ ..38..
'So wünsche ich denn, deine Kraft erkannt habend, o Stier unter den Affen, mit dir für lange Zeit eine innige Freundschaft vor dem Feuer zu schließen.'
Wort für Wort saḥ aham dṛṣṭabalaḥ so ich, deine Kraft erkannt habend tubhyam icchāmi haripuṅgava wünsche dir, o Stier unter den Affen tvayā saha ciraṃ sakhyam mit dir für lange Zeit Freundschaft susnigdhaṃ pāvakāgrataḥ innige, vor dem Feuer dārāḥ putrāḥ puraṃ rāṣṭraṃ bhogācchādanabhojanam .
sarvamevāvibhaktaṃ nau bhaviṣyati harīśvara ..39..
'Frauen, Söhne, Stadt, Reich, Genüsse, Kleidung und Speise — all dies soll uns beiden ungeteilt gehören, o Herr der Affen.'
Wort für Wort dārāḥ putrāḥ puraṃ rāṣṭram Frauen, Söhne, Stadt, Reich bhogācchādanabhojanam Genüsse, Kleidung, Speise sarvam eva avibhaktaṃ nau dies alles soll uns beiden ungeteilt bhaviṣyati harīśvara gehören, o Herr der Affen tataḥ prajvālayitvāgniṃ tāvubhau harirākṣasau .
bhrātṛtvamupasampannau pariṣvajya parasparam ..40..
Dann entzündeten die beiden, Affe und Rākṣasa, ein Feuer, schlossen einen Bruderschaftsbund und umarmten einander.
Wort für Wort tataḥ prajvālayitvā agnim dann, ein Feuer entzündet habend tau ubhau harirākṣasau die beiden, Affe und Rākṣasa bhrātṛtvam upasampannau einen Bruderschaftsbund eingehend pariṣvajya parasparam einander umarmend anyonyaṃ lambitakarau tatastau harirākṣasau .
kiṣkindhāṃ viśaturhṛṣṭau siṃhau giriguhām iva ..41..
Dann betraten die beiden, Affe und Rākṣasa, die Hände ineinander gelegt, freudig Kiṣkindhā, wie zwei Löwen eine Bergeshöhle.
Wort für Wort anyonyaṃ lambitakarau einander die Hände gereicht tataḥ tau harirākṣasau dann die beiden, Affe und Rākṣasa kiṣkindhāṃ viśatuḥ hṛṣṭau betraten freudig Kiṣkindhā siṃhau giriguhām iva wie zwei Löwen eine Bergeshöhle sa tatra māsamuṣitaḥ sugrīva iva rāvaṇaḥ .
amātyairāgatairnīcastrailokyotsādanārthibhiḥ ..42..
Dort verweilte Rāvaṇa einen Monat lang, gleich Sugrīva, zusammen mit seinen niederen Ministern, die gekommen waren und den Untergang der drei Welten begehrten.
Wort für Wort sa tatra māsam uṣitaḥ er verweilte dort einen Monat sugrīvaḥ iva rāvaṇaḥ wie Sugrīva, Rāvaṇa amātyaiḥ āgataiḥ nīcaiḥ mit den gekommenen, niederen Ministern trailokyotsādanārthibhiḥ die den Untergang der drei Welten begehrten evametatpurāvṛttaṃ vālinā rāvaṇaḥ prabho .
dharṣitaśca kṛtaścāpi bhrātā pāvakasaṃnidhau ..43..
So geschah es einst, o Gebieter: Rāvaṇa wurde von Vālin gedemütigt und zugleich vor dem Feuer zu seinem Bruder gemacht.
Wort für Wort evam etat purāvṛttam so geschah es einst vālinā rāvaṇaḥ prabho durch Vālin, Rāvaṇa, o Gebieter dharṣitaḥ ca kṛtaḥ ca api wurde gedemütigt und auch gemacht bhrātā pāvakasaṃnidhau zum Bruder vor dem Feuer balamapratimaṃ rāma vālino.abhavaduttamam .
so.api tayā vinirdagdhaḥ śalabho vahninā yathā ..44..
Unvergleichlich war die höchste Kraft Vālins, o Rāma; doch auch er wurde durch jene Macht vollständig vernichtet, wie eine Heuschrecke durch das Feuer.
Wort für Wort balam apratimaṃ rāma unvergleichliche Kraft, o Rāma vālinaḥ abhavat uttamam besaß Vālin, die höchste saḥ api tayā vinirdagdhaḥ auch er wurde durch jene völlig verbrannt śalabhaḥ vahninā yathā wie eine Heuschrecke durch Feuer
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