Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 73: Rāma-Ayodhyā-Punarāgamanam
Rāmas Abschied von Agastya und Rückkehr nach Ayodhyā
ṛṣervacanamājñāya rāmaḥ sandhyāmupāsitum |
upākrāmatsaraḥ puṇyamapsarobhirniṣevitam ||
Nachdem Rāma das Wort des Ṛṣi vernommen hatte, näherte er sich, um die Dämmerung zu verehren, dem heiligen See, der von Apsaras aufgesucht wurde.
Wort für Wort ṛṣeḥ vacanam ājñāya das Wort des Ṛṣi vernehmend rāmaḥ sandhyām upāsitum Rāma, um die Dämmerung zu verehren upākrāmat saraḥ puṇyam näherte er sich dem heiligen See apsarobhiḥ niṣevitam der von Apsaras aufgesucht wurde tatrodakamupaspṛṣśya sandhyāmanvāsya paścimām |
āśramaṃ prāviśadrāmaḥ kumbhayonermahātmanaḥ ||
Dort berührte er das Wasser, verehrte die Abenddämmerung und betrat sodann die Einsiedelei des großherzigen, aus dem Kumbha Entsprossenen.
Wort für Wort tatra udakam upaspṛśya dort das Wasser berührend sandhyām anvāsya paścimām die westliche (Abend-)Dämmerung verehrend āśramaṃ prāviśat rāmaḥ betrat Rāma die Einsiedelei kumbhayoneḥ mahātmanaḥ des großherzigen, aus dem Kumbha Entsprossenen asyāgastyo bahuguṇaṃ phalamūlaṃ tathauṣadhīḥ |
śākāni ca pavitrāṇi bhojanārthamakalpayat ||
Für ihn bereitete Agastya vielerlei vortreffliche Früchte und Wurzeln, ebenso Heilkräuter und reine Gemüse zur Speise zu.
Wort für Wort asya agastyaḥ bahuguṇaṃ für ihn Agastya vielerlei vortreffliche phalamūlaṃ tathā oṣadhīḥ Früchte und Wurzeln, ebenso Heilkräuter śākāni ca pavitrāṇi und reine Gemüse bhojanārtham akalpayat bereitete er zur Speise zu sa bhuktavānnaraśreṣṭhastadannamamṛtopamam |
prītaśca parituṣṭaśca tāṃ rātriṃ samupāvasat ||
Der Beste der Männer aß jene nektargleiche Speise und verbrachte, erfreut und wohl zufrieden, jene Nacht.
Wort für Wort sa bhuktavān naraśreṣṭhaḥ er aß, der Beste der Männer tat annam amṛtopamam jene nektargleiche Speise prītaḥ ca parituṣṭaḥ ca erfreut und wohl zufrieden tāṃ rātriṃ samupāvasat verbrachte er jene Nacht prabhāte kālyamutthāya kṛtvāhnikamarindamaḥ |
ṛṣiṃ samabhicakrāma gamanāya raghūttamaḥ ||
Am Morgen früh aufstehend und die täglichen Riten vollzogen habend, trat der Bezwinger der Feinde, der Beste der Raghus, zu dem Ṛṣi, um sich zu verabschieden.
Wort für Wort prabhāte kālyam utthāya am Morgen früh aufstehend kṛtvā āhnikam arindamaḥ die täglichen Riten vollziehend, der Bezwinger der Feinde ṛṣiṃ samabhicakrāma trat zu dem Ṛṣi gamanāya raghūttamaḥ um zu gehen, der Beste der Raghus abhivādyābravīdrāmo maharṣiṃ kumbhasambhavam |
āpṛcche tvāṃ gamiṣyāmi māmanujñātumarhasi ||
Nachdem er sich verneigt hatte, sprach Rāma zu dem großen Ṛṣi, dem aus dem Kumbha Entsprossenen: 'Ich verabschiede mich von dir; ich will gehen; du solltest mir die Erlaubnis erteilen.'
Wort für Wort abhivādya abravīt rāmaḥ sich verneigend, sprach Rāma maharṣiṃ kumbhasambhavam zu dem großen Ṛṣi, dem aus dem Kumbha Entsprossenen āpṛcche tvāṃ gamiṣyāmi ich verabschiede mich von dir, ich will gehen mām anujñātum arhasi du solltest mir die Erlaubnis erteilen dhanyo.asmyanugṛhīto.asmi darśanena mahātmanaḥ |
draṣṭuṃ caivāgamiṣyāmi pāvanārthamihātmanaḥ ||
'Gesegnet bin ich, begnadet bin ich durch den Anblick des Großherzigen; und ich werde wiederkommen, um dich zu sehen, zur Läuterung meiner selbst.'
Wort für Wort dhanyaḥ asmi anugṛhītaḥ asmi gesegnet bin ich, begnadet bin ich darśanena mahātmanaḥ durch den Anblick des Großherzigen draṣṭuṃ ca eva āgamiṣyāmi und ich werde wiederkommen, um zu sehen pāvanārtham iha ātmanaḥ zur Läuterung meiner selbst hier tathā vadati kākutsthe vākyamadbhutadarśanam |
uvāca paramaprīto dharmanetrastapodhanaḥ ||
Als der Spross des Kakutstha so sprach, erwiderte der wunderbar anzusehende, überaus erfreute, dessen Auge die Pflicht ist, der an Askese Reiche, dieses Wort.
Wort für Wort tathā vadati kākutsthe als der Spross des Kakutstha so sprach vākyam adbhutadarśanam ein wunderbar anzusehendes Wort uvāca paramaprītaḥ sprach der überaus Erfreute dharmanetraḥ tapodhanaḥ dessen Auge die Pflicht ist, der Askesereiche atyadbhutamidaṃ vākyaṃ tava rāma śubhākṣaram |
pāvanaḥ sarvalokānāṃ tvameva raghunandana ||
'Überaus wunderbar ist dieses dein Wort, o Rāma, mit glückverheißenden Silben; du selbst bist der Läuterer aller Welten, Spross der Raghus.'
Wort für Wort atyadbhutam idaṃ vākyaṃ überaus wunderbar ist dieses Wort tava rāma śubhākṣaram dein, o Rāma, mit glückverheißenden Silben pāvanaḥ sarvalokānāṃ der Läuterer aller Welten tvam eva raghunandana du selbst, Spross der Raghus muhūrtamapi rāma tvāṃ ye nu paśyanti ke cana |
pāvitāḥ svargabhūtāste pūjyante divi daivataiḥ ||
'Wer auch immer dich, Rāma, auch nur einen Augenblick lang erblickt, der ist geläutert, wird zu einem Himmlischen und wird im Himmel von den Göttern verehrt.'
Wort für Wort muhūrtam api rāma tvāṃ auch nur einen Augenblick dich, Rāma ye nu paśyanti ke cana wer auch immer erblickt pāvitāḥ svargabhūtāḥ te sie werden geläutert, zu Himmlischen pūjyante divi daivataiḥ werden im Himmel von den Göttern verehrt ye ca tvāṃ ghoracakṣurbhirīkṣante prāṇino bhuvi |
hatāste yamadaṇḍena sadyo nirayagāminaḥ ||
'Und welche Lebewesen auf Erden dich mit feindseligen Augen betrachten, die werden von Yamas Stab getroffen und gehen sogleich in die Hölle ein.'
Wort für Wort ye ca tvāṃ ghoracakṣurbhiḥ und wer dich mit feindseligen Augen īkṣante prāṇino bhuvi betrachtet, die Lebewesen auf Erden hatāḥ te yamadaṇḍena die werden von Yamas Stab getroffen sadyaḥ nirayagāminaḥ und gehen sogleich in die Hölle ein gaccha cāriṣṭamavyagraḥ panthānamakutobhayam |
praśādhi rājyaṃ dharmeṇa gatirhi jagato bhavān ||
'Geh unbesorgt einen Weg ohne Übel und ohne jede Furcht; regiere das Reich nach der Pflicht, denn du bist die Zuflucht der Welt.'
Wort für Wort gaccha ca ariṣṭam avyagraḥ geh, unbesorgt, ohne Übel panthānam akutobhayam einen Weg ohne jede Furcht praśādhi rājyaṃ dharmeṇa regiere das Reich nach der Pflicht gatiḥ hi jagataḥ bhavān denn du bist die Zuflucht der Welt evamuktastu muninā prāñjaliḥ prpagraho nṛpaḥ |
abhyavādayata prājñastamṛṣiṃ puṇyaśīlinam ||
So von dem Muni angesprochen, verneigte sich der weise König, die Hände gefaltet, ehrerbietig, vor jenem Ṛṣi von heiligem Wandel.
Wort für Wort evam uktaḥ tu muninā so von dem Muni angesprochen prāñjaliḥ pragrahavān nṛpaḥ der König, die Hände gefaltet, ehrerbietig abhyavādayata prājñaḥ verneigte sich der Weise tam ṛṣiṃ puṇyaśīlinam vor jenem Ṛṣi von heiligem Wandel abhivādya muniśreṣṭhaṃ tāṃśca sarvāṃstapodhanān |
adhyārohattadavyagraḥ puṣpakaṃ hemabhūṣitam ||
Nachdem er sich vor dem besten der Munis und allen jenen Asketen verneigt hatte, bestieg er, unbesorgt, den mit Gold geschmückten Puṣpaka-Wagen.
Wort für Wort abhivādya muniśreṣṭhaṃ sich vor dem besten der Munis verneigend tān ca sarvān tapodhanān und vor allen jenen Asketen adhyārohat tadā avyagraḥ bestieg er da, unbesorgt puṣpakaṃ hemabhūṣitam den mit Gold geschmückten Puṣpaka taṃ prayāntaṃ munigaṇā āśīrvādaiḥ samantataḥ |
apūjayanmahendrābhaṃ sahasrākṣamivāmarāḥ ||
Als er davonzog, verehrten ihn die Scharen der Munis ringsum mit Segenssprüchen, den Indra-gleichen, wie die Unsterblichen den Tausendäugigen.
Wort für Wort taṃ prayāntaṃ munigaṇāḥ ihn, während er davonzog, die Munischaren āśīrvādaiḥ samantataḥ mit Segenssprüchen ringsum apūjayan mahendrābhaṃ verehrten den Indra-gleichen sahasrākṣam iva amarāḥ wie die Unsterblichen den Tausendäugigen svasthaḥ sa dadṛśe rāmaḥ puṣpake hemabhūṣite |
śaśī meghasamīpastho yathā jaladharāgame ||
Wohlgemut zeigte sich Rāma auf dem goldgeschmückten Puṣpaka, wie der Mond, der in der Nähe einer Wolke steht, bei der Ankunft der Regenwolken.
Wort für Wort svasthaḥ sa dadṛśe rāmaḥ wohlgemut zeigte sich Rāma puṣpake hemabhūṣite auf dem goldgeschmückten Puṣpaka śaśī meghasamīpasthaḥ der Mond, in der Nähe einer Wolke stehend yathā jaladharāgame wie bei der Ankunft der Regenwolken tato.ardhadivase prāpte pūjyamānastatastataḥ |
ayodhyāṃ prāpya kākutstho vimānādavarohata ||
Als dann die Mitte des Tages erreicht war, von überall her verehrt, gelangte der Spross des Kakutstha nach Ayodhyā und stieg aus dem Himmelswagen herab.
Wort für Wort tataḥ ardhadivase prāpte als dann die Mitte des Tages erreicht war pūjyamānaḥ tataḥ tataḥ von überall her verehrt ayodhyāṃ prāpya kākutsthaḥ nach Ayodhyā gelangend, der Spross des Kakutstha vimānāt avarohata stieg aus dem Himmelswagen herab tato visṛjya ruciraṃ puṣpakaṃ kāmagāminam |
kakṣyāntaravinikṣiptaṃ dvāḥsthaṃ rāmo.abravīdvacaḥ ||
Dann entließ er den prächtigen, nach Belieben fahrenden Puṣpaka-Wagen, ihn in einem inneren Hof abstellend, und Rāma sprach zu dem Torwächter dieses Wort:
Wort für Wort tataḥ visṛjya ruciraṃ dann entließ er den prächtigen puṣpakaṃ kāmagāminam Puṣpaka, der nach Belieben fährt kakṣyāntaravinikṣiptaṃ in einem inneren Hof abgestellt dvāḥsthaṃ rāmaḥ abravīt vacaḥ zum Torwächter sprach Rāma das Wort lakṣmaṇaṃ bharataṃ caiva gatvā tau laghuvikramau |
mamāgamanamākhyāya śabdāpaya ca māṃ ciram ||
'Geh zu Lakṣmaṇa und Bharata, den beiden von rascher Tatkraft, verkünde ihnen meine Ankunft und lass mich alsbald rufen.'
Wort für Wort lakṣmaṇaṃ bharataṃ ca eva zu Lakṣmaṇa und Bharata gatvā tau laghuvikramau zu den beiden von rascher Tatkraft gehend mama āgamanam ākhyāya meine Ankunft verkündend śabdāpaya ca māṃ ciram und lass mich alsbald rufen
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