Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 26: Rambhā-Śāpaḥ
Rāvaṇas Vergewaltigung der Apsaras Rambhā und der Fluch des Nalakūbara
sa tu tatra daśagrīvaḥ saha sainyena vīryavān . astaṃ prāpte dinakare nivāsaṃ samarocayat
Als dort die Sonne unterging, beschloss der tapfere Daśagrīva mit seinem Heer, dort zu rasten.
Wort für Wort saḥ tu tatra daśagrīvaḥ er aber, Daśagrīva, dort saha sainyena vīryavān mit dem Heer, der Tapfere astaṃ prāpte dinakare als die Sonne unterging nivāsaṃ samarocayat beschloss er, zu rasten udite vimale candre tulyaparvatavarcasi . sa dadarśa guṇāṃstatra candrapādopaśobhitān
Als der makellose Mond aufgegangen war, dem Berg an Glanz gleich, erblickte er dort die Schönheiten, von Mondstrahlen geschmückt.
Wort für Wort udite vimale candre als der makellose Mond aufgegangen war tulya-parvata-varcasi dem Berg an Glanz gleich saḥ dadarśa guṇān tatra er erblickte dort die Schönheiten candra-pāda-upaśobhitān von Mondstrahlen geschmückt karṇikāravanairdivyaiḥ kadambagahanaistathā . padminībhiśca phullābhirmandākinyā jalairapi .. 3..
Mit göttlichen Karṇikāra-Wäldern, ebenso mit dichten Kadamba-Bäumen, mit blühenden Lotusteichen und auch mit den Wassern der Mandākinī.
Wort für Wort karṇikāra-vanaiḥ divyaiḥ mit göttlichen Karṇikāra-Wäldern kadamba-gahanaiḥ tathā ebenso mit dichten Kadamba-Bäumen padminībhiḥ ca phullābhiḥ und mit blühenden Lotusteichen mandākinyā jalaiḥ api und auch mit den Wassern der Mandākinī ghaṇṭānāmiva saṃnādaḥ śuśruve madhurasvanaḥ . apsarogaṇasaṅghanāṃ gāyatāṃ dhanadālaye .. 4..
Ein süßer Klang, wie das Läuten von Glöckchen, war zu hören, von den singenden Scharen der Apsaras-Gruppen im Wohnsitz des Herrn der Schätze.
Wort für Wort ghaṇṭānām iva saṃnādaḥ wie das Läuten von Glöckchen śuśruve madhura-svanaḥ war ein süßer Klang zu hören apsaraḥ-gaṇa-saṅghanāṃ der Scharen der Apsaras-Gruppen gāyatāṃ dhanada-ālaye der singenden, im Wohnsitz des Herrn der Schätze puṣpavarṣāṇi muñcanto nagāḥ pavanatāḍitāḥ . śailaṃ taṃ vāsayantīva madhumādhavagandhinaḥ .. 5..
Blumenregen ausstreuend, vom Wind bewegt, ließen die Bäume, nach Frühling und Sommer duftend, jenen Berg gleichsam erfüllt von Wohlgeruch sein.
Wort für Wort puṣpa-varṣāṇi muñcantaḥ Blumenregen ausstreuend nagāḥ pavana-tāḍitāḥ die Bäume, vom Wind bewegt śailaṃ taṃ vāsayanti iva ließen jenen Berg gleichsam durchduften madhu-mādhava-gandhinaḥ nach Frühling und Sommer duftend madhupuṣparajaḥpṛktaṃ gandhamādāya puṣkalam . pravavau vardhayankāmaṃ rāvaṇasya sukho.anilaḥ .. 6..
Mit dem Pollenstaub süßer Blüten vermischt, reichlich Duft mit sich tragend, wehte ein angenehmer Wind, der Rāvaṇas Begierde steigerte.
Wort für Wort madhu-puṣpa-rajaḥ-pṛktaṃ mit dem Pollenstaub süßer Blüten vermischt gandham ādāya puṣkalam reichlich Duft mit sich tragend pravavau vardhayan kāmaṃ wehte, die Begierde steigernd rāvaṇasya sukhaḥ anilaḥ der angenehme Wind Rāvaṇas geyātpuṣpasamṛddhyā ca śaityādvāyorguṇairgireḥ . pravṛttāyāṃ rajanyāṃ ca candrasyodayanena ca .. 7..
Durch den Gesang, den Blütenreichtum, die Kühle des Windes, die Vorzüge des Berges, das Fortschreiten der Nacht und den Aufgang des Mondes,
Wort für Wort geyāt puṣpa-samṛddhyā ca durch den Gesang und den Blütenreichtum śaityāt vāyoḥ guṇaiḥ gireḥ durch die Kühle des Windes, die Vorzüge des Berges pravṛttāyāṃ rajanyāṃ ca und durch das Fortschreiten der Nacht candrasya udayanena ca und durch den Aufgang des Mondes rāvaṇaḥ sumahāvīryaḥ kāmabāṇavaśaṃ gataḥ . viniśvasya niviśvasya śaśinaṃ samavaikṣata .. 8..
geriet Rāvaṇa, der überaus tapfere, in die Gewalt der Liebespfeile, seufzte und seufzte wieder und blickte den Mond an.
Wort für Wort rāvaṇaḥ sumahāvīryaḥ Rāvaṇa, der überaus tapfere kāma-bāṇa-vaśaṃ gataḥ in die Gewalt der Liebespfeile geraten viniśvasya niviśvasya seufzend und wieder seufzend śaśinaṃ samavaikṣata betrachtete er den Mond etasminnantare tatra divyapuṣpavibhūṣitā . sarvāpsarovarā rambhā pūrṇacandranibhānanā .. 9..
In diesem Augenblick kam dort, mit göttlichen Blüten geschmückt, Rambhā, die beste aller Apsaras, mit einem dem Vollmond gleichenden Gesicht.
Wort für Wort etasmin antare tatra in diesem Augenblick dort divya-puṣpa-vibhūṣitā mit göttlichen Blüten geschmückt sarva-apsaraḥ-varā rambhā Rambhā, die beste aller Apsaras pūrṇa-candra-nibha-ānanā mit einem dem Vollmond gleichenden Gesicht kṛtairviśeṣakairārdraiḥ ṣaḍartukusumotsavaiḥ . nīlaṃ satoyameghābhaṃ vastraṃ samavaguṇṭhitā .. 10..
Mit frischen Stirnzeichen geschmückt, aus den Blüten aller sechs Jahreszeiten, war sie in ein blaues, wasserschwerer Wolke gleichendes Gewand gehüllt.
Wort für Wort kṛtaiḥ viśeṣakaiḥ ārdraiḥ mit gemachten, frischen Stirnzeichen ṣaḍ-ṛtu-kusuma-utsavaiḥ aus den Blüten der sechs Jahreszeiten, festlich nīlaṃ sa-toya-megha-ābhaṃ in ein blaues, wasserschwerer Wolke gleichendes vastraṃ samavaguṇṭhitā Gewand gehüllt yasya vaktraṃ śaśinibhaṃ bhruvau cāpanibhe śubhe . ūrū karikarākārau karau pallavakomalau . sainyamadhyena gacchantī rāvaṇenopalakṣitā .. 11..
Sie, deren Gesicht dem Mond glich, deren schöne Brauen einem Bogen glichen, deren Schenkel Elefantenrüsseln glichen, deren Hände zart wie junge Triebe waren – sie, mitten durch das Heer gehend, wurde von Rāvaṇa erblickt.
Wort für Wort yasya vaktraṃ śaśi-nibhaṃ deren Gesicht dem Mond glich bhruvau cāpa-nibhe śubhe deren schöne Brauen einem Bogen glichen ūrū kari-kara-ākārau deren Schenkel Elefantenrüsseln glichen karau pallava-komalau deren Hände zart wie junge Triebe waren sainya-madhyena gacchantī mitten durch das Heer gehend rāvaṇena upalakṣitā wurde von Rāvaṇa erblickt tāṃ samutthāya rakṣendraḥ kāmabāṇabalārditaḥ . kare gṛhītvā gacchantīṃ smayamāno.abhyabhāṣata .. 12..
Der Herr der Rākṣasas, von der Kraft der Liebespfeile gequält, erhob sich, ergriff sie, die vorüberging, an der Hand und sprach lächelnd:
Wort für Wort tāṃ samutthāya rakṣa-indraḥ der Herr der Rākṣasas sich erhebend kāma-bāṇa-bala-arditaḥ von der Kraft der Liebespfeile gequält kare gṛhītvā gacchantīṃ sie an der Hand ergreifend, die vorüberging smayamānaḥ abhyabhāṣata sprach er lächelnd kva gacchasi varārohe kāṃ siddhiṃ bhajase svayam . kasyābhyudayakālo.ayaṃ yastvāṃ samupabhokṣyate .. 13..
„Wohin gehst du, Schönhüftige? Welche Vollendung suchst du selbst? Wessen glückliche Stunde ist dies, der du dich hingeben wirst?
Wort für Wort kva gacchasi varārohe wohin gehst du, Schönhüftige kāṃ siddhiṃ bhajase svayam welche Vollendung suchst du selbst kasya abhyudaya-kālaḥ ayam wessen glückliche Stunde ist dies yaḥ tvāṃ samupabhokṣyate der dich genießen wird tavānanarasasyādya padmotpalasugandhinaḥ . sudhāmṛtarasasyeva ko.adya tṛptiṃ gamiṣyati .. 14..
Wer wird heute die Sättigung durch den Saft deines Gesichts erlangen, das nach Lotus und blauer Seerose duftet, gleich dem Saft von Ambrosia und Nektar?
Wort für Wort tava ānana-rasasya adya durch den Saft deines Gesichts heute padma-utpala-sugandhinaḥ das nach Lotus und blauer Seerose duftet sudhā-amṛta-rasasya iva gleich dem Saft von Ambrosia und Nektar kaḥ adya tṛptiṃ gamiṣyati wer wird heute die Sättigung erlangen svarṇakumbhanibhau pīnau śubhau bhīru nirantarau . kasyorasthalasaṃsparśaṃ dāsyataste kucāvimau .. 15..
Diesen deinen goldkrugähnlichen, vollen, schönen, dicht beieinanderstehenden Brüsten, Furchtsame – wessen Brust werden sie zur Berührung gewähren?
Wort für Wort svarṇa-kumbha-nibhau pīnau goldkrugähnlich, voll śubhau bhīru nirantarau schön, Furchtsame, dicht beieinander kasya urasthala-saṃsparśaṃ wessen Brust die Berührung dāsyataḥ te kucau imau werden diese deine Brüste gewähren suvarṇacakrapratimaṃ svarṇadāmacitaṃ pṛthu . adhyārokṣyati kaste.adya svargaṃ jaghanarūpiṇam .. 16..
Wer wird heute auf dein einem goldenen Rad gleichendes, mit goldenem Gürtel geschmücktes, breites Becken steigen, gleich dem Himmel?
Wort für Wort suvarṇa-cakra-pratimaṃ einem goldenen Rad gleichend svarṇa-dāma-citaṃ pṛthu mit goldenem Gürtel geschmückt, breit adhyārokṣyati kaḥ te adya wer wird heute darauf steigen svargaṃ jaghana-rūpiṇam auf dein Becken, das dem Himmel gleicht madviśiṣṭaḥ pumānko.anyaḥ śakro viṣṇurathāśvinau . māmatītya hi yasya tvaṃ yāsi bhīru na śobhanam .. 17..
Welcher andere Mann ist mir überlegen – Śakra, Viṣṇu oder die Aśvins? Zu wem du gehst, mich übergehend, das ist nicht schön, Furchtsame.
Wort für Wort mad-viśiṣṭaḥ pumān kaḥ anyaḥ welcher andere, mir überlegener Mann śakraḥ viṣṇuḥ atha aśvinau Śakra, Viṣṇu oder die Aśvins mām atītya hi yasya zu wem, mich übergehend, fürwahr tvaṃ yāsi bhīru na śobhanam du gehst, Furchtsame, das ist nicht schön viśrama tvaṃ pṛthuśroṇi śilātalamidaṃ śubham . trailokye yaḥ prabhuś caiva tulyo mama na vidyate .. 18..
Ruhe dich aus, Breithüftige, auf diesem schönen Felsplateau; in den drei Welten gibt es keinen Herrn, der mir gleich wäre.
Wort für Wort viśrama tvaṃ pṛthu-śroṇi ruhe du dich aus, Breithüftige śilātalam idaṃ śubham auf diesem schönen Felsplateau trailokye yaḥ prabhuḥ ca eva in den drei Welten, welcher Herr auch tulyaḥ mama na vidyate mir gleich existiert nicht tadeṣa prāñjaliḥ prahvo yācate tvāṃ daśānanaḥ . yaḥ prabhuścāpi bhartā ca trailokyasya bhajasva mām .. 19..
Darum bittet dich, mit gefalteten Händen sich verneigend, dieser Zehnköpfige; ich, der Herr und Gebieter der drei Welten – gib dich mir hin.
Wort für Wort tat eṣaḥ prāñjaliḥ prahvaḥ darum dieser, mit gefalteten Händen sich verneigend yācate tvāṃ daśānanaḥ bittet dich der Zehnköpfige yaḥ prabhuḥ ca api bhartā ca der Herr und auch Gebieter trailokyasya bhajasva mām der drei Welten – gib dich mir hin evamuktābravīdrambhā vepamānā kṛtāñjaliḥ . prasīda nārhase vaktumīdṛśaṃ tvaṃ hi me guruḥ .. 20..
So angesprochen, sprach Rambhā, zitternd, mit gefalteten Händen: „Sei gnädig, du solltest so nicht sprechen, denn du bist fürwahr mein Lehrer.
Wort für Wort evam uktā abravīt rambhā so angesprochen sprach Rambhā vepamānā kṛtāñjaliḥ zitternd, mit gefalteten Händen prasīda na arhase vaktum sei gnädig, du solltest nicht sprechen īdṛśaṃ tvaṃ hi me guruḥ so, denn du bist fürwahr mein Lehrer anyebhyo.api tvayā rakṣyā prāpnuyāṃ dharṣaṇaṃ yadi . dharmataśca snuṣā te.ahaṃ tattvametadbravīmi te .. 21..
Ich sollte auch vor anderen von dir beschützt werden, wenn ich Schändung erleiden sollte; und ich bin dir rechtmäßig eine Schwiegertochter – dies sage ich dir als Wahrheit.
Wort für Wort anyebhyaḥ api tvayā rakṣyā auch vor anderen sollte ich von dir beschützt werden prāpnuyāṃ dharṣaṇaṃ yadi wenn ich Schändung erleiden sollte dharmataḥ ca snuṣā te aham und ich bin dir rechtmäßig eine Schwiegertochter tattvam etat bravīmi te dies sage ich dir als Wahrheit abravīttāṃ daśagrīvaścaraṇādhomukhīṃ sthitām . sutasya yadi me bharyā tatastvaṃ me snuṣā bhaveḥ .. 22..
Daśagrīva sprach zu ihr, die mit gesenktem Gesicht zu seinen Füßen stand: „Wenn du die Gattin meines Sohnes wärst, dann wärst du mir eine Schwiegertochter.
Wort für Wort abravīt tāṃ daśagrīvaḥ Daśagrīva sprach zu ihr caraṇa-adhomukhīṃ sthitām die mit gesenktem Gesicht zu Füßen stand sutasya yadi me bharyā wenn du die Gattin meines Sohnes wärst tataḥ tvaṃ me snuṣā bhaveḥ dann wärst du mir eine Schwiegertochter bāḍhamityeva sā rambhā prāha rāvaṇamuttaram . dharmataste sutasyāhaṃ bhāryā rākṣasapuṅgava .. 23..
„Fürwahr“, so sprach jene Rambhā zu Rāvaṇa als Antwort: „Rechtmäßig bin ich die Gattin deines Sohnes, o Stier unter den Rākṣasas.
Wort für Wort bāḍham iti eva sā rambhā ‚fürwahr‘, so jene Rambhā prāha rāvaṇam uttaram sprach zu Rāvaṇa als Antwort dharmataḥ te sutasya aham rechtmäßig bin ich deines Sohnes bhāryā rākṣasa-puṅgava Gattin, o Stier unter den Rākṣasas putraḥ priyataraḥ prāṇairbhrāturvaiśravaṇasya te . khyāto yastriṣu lokeṣu nalakūvara ityasau .. 24..
Der Sohn deines Bruders Vaiśravaṇa, der ihm teurer ist als das Leben, in den drei Welten bekannt unter dem Namen Nalakūbara –
Wort für Wort putraḥ priyataraḥ prāṇaiḥ der Sohn, teurer als das Leben bhrātuḥ vaiśravaṇasya te deines Bruders Vaiśravaṇa khyātaḥ yaḥ triṣu lokeṣu der in den drei Welten bekannt ist nalakūvara iti asau unter dem Namen Nalakūbara, dieser dharmato yo bhavedvipraḥ kṣatriyo vīryato bhavet . krodhādyaśca bhavedagniḥ kṣāntyā ca vasudhāsamaḥ .. 25..
der durch sein Recht ein Brahmane wäre, durch seine Kraft ein Kṣatriya, durch seinen Zorn dem Feuer gliche und durch seine Geduld der Erde gleich wäre –
Wort für Wort dharmataḥ yaḥ bhavet vipraḥ der durch sein Recht ein Brahmane wäre kṣatriyaḥ vīryataḥ bhavet durch seine Kraft ein Kṣatriya wäre krodhāt yaḥ ca bhavet agniḥ durch seinen Zorn dem Feuer gliche kṣāntyā ca vasudhā-samaḥ und durch Geduld der Erde gleich tasyāsmi kṛtasaṅketā lokapālasutasya vai . tamuddiśya ca me sarvaṃ vibhūṣaṇamidaṃ kṛtam .. 26..
diesem Sohn des Weltenhüters bin ich fürwahr durch Verabredung verbunden, und ihm zugedacht ist dieser ganze Schmuck von mir gemacht.
Wort für Wort tasya asmi kṛta-saṅketā diesem bin ich durch Verabredung verbunden lokapāla-sutasya vai dem Sohn des Weltenhüters fürwahr tam uddiśya ca me sarvaṃ und ihm zugedacht ist all mein vibhūṣaṇam idaṃ kṛtam dieser Schmuck gemacht yasya tasya hi nānyasya bhāvo māṃ prati tiṣṭhati . tena satyena māṃ rājanmoktumarhasyarindama .. 27..
Für ihn allein und keinen anderen besteht meine Zuneigung; um dieser Wahrheit willen solltest du mich freigeben, o König, Bezwinger der Feinde.
Wort für Wort yasya tasya hi na anyasya für diesen fürwahr und keinen anderen bhāvaḥ māṃ prati tiṣṭhati besteht meine Zuneigung tena satyena māṃ rājan um dieser Wahrheit willen mich, o König moktum arhasi arindama solltest du freigeben, Bezwinger der Feinde sa hi tiṣṭhati dharmātmā sāmprataṃ matsamutsukaḥ . tanna vighnaṃ sutasyeha kartumarhasi muñca mām .. 28..
Denn er, der Rechtschaffene, wartet jetzt sehnsüchtig auf mich; darum solltest du hier deinem Sohn kein Hindernis bereiten, lass mich frei.
Wort für Wort saḥ hi tiṣṭhati dharmātmā denn er, der Rechtschaffene, wartet sāmprataṃ mat-samutsukaḥ jetzt sehnsüchtig auf mich tat na vighnaṃ sutasya iha darum kein Hindernis deinem Sohn hier kartum arhasi muñca mām solltest du bereiten, lass mich frei sadbhirācaritaṃ mārgaṃ gaccha rākṣasapuṅgava . mānanīyo mayā hi tvaṃ lālanīyā tathāsmi te .. 29..
Geh den von den Guten beschrittenen Pfad, o Stier unter den Rākṣasas; von mir bist du zu ehren, und ich bin ebenso von dir zu hegen.
Wort für Wort sadbhiḥ ācaritaṃ mārgaṃ den von den Guten beschrittenen Pfad gaccha rākṣasa-puṅgava geh, o Stier unter den Rākṣasas mānanīyaḥ mayā hi tvaṃ von mir bist du fürwahr zu ehren lālanīyā tathā asmi te und ich bin ebenso von dir zu hegen evaṃ bruvāṇaṃ rambhāṃ tāṃ dharmārthasahitaṃ vacaḥ . nirbhartsya rākṣaso mohātpratigṛhya balādbalī . kāmamohābhisaṃrabdho maithunāyopacakrame .. 30..
Jene Rambhā, die so ein von Recht und Sinn erfülltes Wort sprach, verhöhnte der Rākṣasa aus Verblendung, ergriff sie gewaltsam, der Starke, und, von der Verblendung der Begierde erregt, begann er den Geschlechtsakt.
Wort für Wort evaṃ bruvāṇaṃ rambhāṃ tāṃ jene Rambhā, die so sprach dharma-artha-sahitaṃ vacaḥ ein von Recht und Sinn erfülltes Wort nirbhartsya rākṣasaḥ mohāt verhöhnend der Rākṣasa aus Verblendung pratigṛhya balāt balī ergreifend gewaltsam, der Starke kāma-moha-abhisaṃrabdhaḥ von der Verblendung der Begierde erregt maithunāya upacakrame begann er den Geschlechtsakt sā vimuktā tato rambhā bhraṣṭamālyavibhūṣaṇā . gajendrākrīḍamathitā nadīvākulatāṃ gatā .. 31..
Jene Rambhā, danach freigelassen, ihres Blumenschmucks beraubt, wie von einem Elefantenfürsten im Spiel zertreten, geriet in Aufruhr wie ein Fluss.
Wort für Wort sā vimuktā tataḥ rambhā jene Rambhā, danach freigelassen bhraṣṭa-mālya-vibhūṣaṇā ihres Blumenschmucks beraubt gaja-indra-krīḍa-mathitā wie von einem Elefantenfürsten im Spiel zertreten nadī iva ākulatāṃ gatā geriet wie ein Fluss in Aufruhr sā vepamānā lajjantī bhītā karakṛtāñjaliḥ . nalakūbaramāsādya pādayornipapāta ha .. 32..
Sie, zitternd, sich schämend, ängstlich, mit gefalteten Händen, ging zu Nalakūbara und fiel fürwahr zu seinen Füßen.
Wort für Wort sā vepamānā lajjantī sie, zitternd, sich schämend bhītā kara-kṛtāñjaliḥ ängstlich, mit gefalteten Händen nalakūbaram āsādya zu Nalakūbara gehend pādayoḥ nipapāta ha fiel sie fürwahr zu seinen Füßen tadavasthāṃ ca tāṃ dṛṣṭvā mahātmā nalakūbaraḥ . abravītkimidaṃ bhadre pādayoḥ patitāsi me .. 33..
Als der großherzige Nalakūbara sie in diesem Zustand sah, sprach er: „Was ist dies, Gute? Du bist zu meinen Füßen gefallen.
Wort für Wort tat-avasthāṃ ca tāṃ dṛṣṭvā und sie in diesem Zustand sehend mahātmā nalakūbaraḥ der großherzige Nalakūbara abravīt kim idaṃ bhadre sprach: was ist dies, Gute pādayoḥ patitā asi me du bist zu meinen Füßen gefallen sā tu niśvasamānā ca vepamānātha sāñjaliḥ . tasmai sarvaṃ yathātathyamākhyātumupacakrame .. 34..
Sie aber, seufzend und zitternd, mit gefalteten Händen, begann ihm alles der Wahrheit gemäß zu berichten:
Wort für Wort sā tu niśvasamānā ca sie aber, seufzend vepamānā atha sāñjaliḥ und zitternd, mit gefalteten Händen tasmai sarvaṃ yathātathyam ihm alles der Wahrheit gemäß ākhyātum upacakrame begann sie zu berichten eṣa deva daśagrīvaḥ prāpto gantuṃ triviṣṭapam . tena sainyasahāyena niśeha pariṇāmyate .. 35..
„Dieser Daśagrīva, o Herr, ist angekommen, um zum Himmel zu ziehen; mit seinem Heer als Begleitung wird hier die Nacht verbracht.
Wort für Wort eṣa deva daśagrīvaḥ dieser, o Herr, Daśagrīva prāptaḥ gantuṃ triviṣṭapam ist angekommen, um zum Himmel zu ziehen tena sainya-sahāyena mit seinem Heer als Begleitung niśā iha pariṇāmyate wird hier die Nacht verbracht āyāntī tena dṛṣṭāsmi tvatsakaśamarindama . gṛhītvā tena pṛṣṭāsmi kasya tvamiti rakṣasā .. 36..
Als ich zu dir kam, wurde ich von ihm gesehen, o Bezwinger der Feinde; er ergriff mich und der Rākṣasa fragte mich: ‚Wessen bist du?‘
Wort für Wort āyāntī tena dṛṣṭā asmi kommend wurde ich von ihm gesehen tvat-sakaśam arindama zu dir hin, o Bezwinger der Feinde gṛhītvā tena pṛṣṭā asmi er ergriff mich und fragte mich kasya tvam iti rakṣasā ‚wessen bist du‘, vom Rākṣasa mayā tu sarvaṃ yatsatyaṃ taddhi tasmai niveditam . kāmamohābhibhūtātmā nāśrauṣīttadvaco mama .. 37..
Von mir wurde ihm alles, was wahr war, fürwahr mitgeteilt; doch, von der Verblendung der Begierde übermannt, hörte er nicht auf mein Wort.
Wort für Wort mayā tu sarvaṃ yat satyaṃ von mir aber alles, was wahr war tat hi tasmai niveditam wurde ihm fürwahr mitgeteilt kāma-moha-abhibhūta-ātmā von der Verblendung der Begierde übermannt im Geist na aśrauṣīt tat vacaḥ mama hörte er nicht auf mein Wort yācyamāno mayā deva snuṣā te.ahamiti prabho . tatsarvaṃ pṛṣṭhataḥ kṛtvā balāttenāsmi dharṣitā .. 38..
Obwohl von mir gebeten wurde, o Gott: ‚Ich bin deine Schwiegertochter‘, o Herr – all dies beiseiteschiebend, wurde ich von ihm gewaltsam geschändet.
Wort für Wort yācyamānaḥ mayā deva gebeten von mir, o Gott snuṣā te aham iti prabho ‚ich bin deine Schwiegertochter‘, o Herr tat sarvaṃ pṛṣṭhataḥ kṛtvā all dies beiseiteschiebend balāt tena asmi dharṣitā wurde ich von ihm gewaltsam geschändet evaṃ tvamaparādhaṃ me kṣantumarhasi mānada . na hi tulyaṃ balaṃ saumya striyāśca puruṣasya ca .. 39..
So solltest du mein Vergehen verzeihen, o Ehrengeber; denn nicht gleich ist, Sanftmütiger, die Kraft einer Frau und die eines Mannes.“
Wort für Wort evaṃ tvam aparādhaṃ me so mein Vergehen kṣantum arhasi mānada solltest du verzeihen, o Ehrengeber na hi tulyaṃ balaṃ saumya denn nicht gleich ist, Sanftmütiger, die Kraft striyāḥ ca puruṣasya ca der Frau und die des Mannes evaṃ śrutvā tu saṅkruddhastadā vaiśvaraṇātmajaḥ . dharṣaṇāṃ tāṃ parāṃ śrutvā dhyānaṃ sampraviveśa ha .. 40..
Als er dies hörte, geriet der Sohn Vaiśravaṇas in Zorn, und als er von jener schweren Schändung gehört hatte, versank er fürwahr in Meditation.
Wort für Wort evaṃ śrutvā tu saṅkruddhaḥ dies hörend aber, in Zorn geraten tadā vaiśvaraṇātmajaḥ da der Sohn Vaiśravaṇas dharṣaṇāṃ tāṃ parāṃ śrutvā jene schwere Schändung gehört habend dhyānaṃ sampraviveśa ha versank er fürwahr in Meditation tasya tatkarma vijñāya tadā vaiśravaṇātmajaḥ . muhūrtādroṣatāmrākṣastoyaṃ jagrāha pāṇinā .. 41..
Als er dessen Tat erkannt hatte, ergriff der Sohn Vaiśravaṇas nach einem Augenblick, mit vor Zorn kupferroten Augen, Wasser mit der Hand.
Wort für Wort tasya tat karma vijñāya dessen Tat erkennend tadā vaiśravaṇātmajaḥ da der Sohn Vaiśravaṇas muhūrtāt roṣa-tāmra-akṣaḥ nach einem Augenblick, mit vor Zorn kupferroten Augen toyaṃ jagrāha pāṇinā ergriff er Wasser mit der Hand gṛhītvā salilaṃ divyamupaspṛśya yathāvidhi . utsasarja tadā śāpaṃ rākṣasendrāya dāruṇam .. 42..
Nachdem er göttliches Wasser genommen und sich vorschriftsgemäß gereinigt hatte, sprach er da einen furchtbaren Fluch über den Herrn der Rākṣasas aus.
Wort für Wort gṛhītvā salilaṃ divyam göttliches Wasser genommen habend upaspṛśya yathāvidhi sich vorschriftsgemäß gereinigt habend utsasarja tadā śāpaṃ sprach er da den Fluch aus rākṣasendrāya dāruṇam den furchtbaren, über den Herrn der Rākṣasas akāmā tena yasmāttvaṃ balādbhadre pradharṣitā . tasmātsa yuvatīmanyāṃ nākāmāmupayāsyati .. 43..
„Weil du, Gute, unwillig von ihm gewaltsam geschändet wurdest, deshalb wird er sich fortan keiner anderen unwilligen jungen Frau nähern.
Wort für Wort akāmā tena yasmāt tvaṃ weil du, unwillig, von ihm balāt bhadre pradharṣitā gewaltsam geschändet wurdest, Gute tasmāt saḥ yuvatīm anyāṃ deshalb wird er einer anderen jungen Frau na akāmām upayāsyati nicht unwillig sich nähern yadā tvakāmāṃ kāmārto dharayiṣyati yoṣitam . mūrdhā tu saptadhā tasya śakalībhavitā tadā .. 44..
Wenn er aber, von Begierde gequält, eine unwillige Frau festhält, dann wird sein Haupt in sieben Teile zerspringen.
Wort für Wort yadā tu akāmāṃ kāma-ārtaḥ wenn er aber eine unwillige, von Begierde gequält dharayiṣyati yoṣitam festhält, eine Frau mūrdhā tu saptadhā tasya dann sein Haupt in sieben Teile śakalī-bhavitā tadā wird dann zerspringen tasminnudāhṛte śāpe jvalitāgnisamaprabhe . devadundubhayo neduḥ puṣpavṛṣṭiśca khāccyutā .. 45..
Als jener Fluch, dem lodernden Feuer an Glanz gleich, ausgesprochen war, erdröhnten die Trommeln der Götter, und ein Blumenregen fiel vom Himmel.
Wort für Wort tasmin udāhṛte śāpe als jener Fluch ausgesprochen war jvalita-agni-sama-prabhe dem lodernden Feuer an Glanz gleich deva-dundubhayaḥ neduḥ erdröhnten die Trommeln der Götter puṣpa-vṛṣṭiḥ ca khāt cyutā und ein Blumenregen fiel vom Himmel prajāpatimukhāścāpi sarve devāḥ praharṣitāḥ . jñātvā lokagatiṃ sarvāṃ tasya mṛtyuṃ ca rakṣasaḥ .. 46..
Und alle Götter, angeführt von Prajāpati, wurden hocherfreut, als sie den ganzen Weltengang und den künftigen Tod jenes Rākṣasas erkannten.
Wort für Wort prajāpati-mukhāḥ ca api und angeführt von Prajāpati auch sarve devāḥ praharṣitāḥ wurden alle Götter hocherfreut jñātvā loka-gatiṃ sarvāṃ den ganzen Weltengang erkennend tasya mṛtyuṃ ca rakṣasaḥ und den Tod jenes Rākṣasas śrutvā tu sa daśagrīvastaṃ śāpaṃ romaharṣaṇam . nārīṣu maithunaṃ bhāvaṃ nākāmāsvabhyarocayat .. 47..
Als jener Daśagrīva aber diesen haarsträubenden Fluch gehört hatte, verlangte er fortan nicht mehr nach der Vereinigung mit unwilligen Frauen.
Wort für Wort śrutvā tu saḥ daśagrīvaḥ als jener Daśagrīva aber gehört hatte taṃ śāpaṃ romaharṣaṇam jenen haarsträubenden Fluch nārīṣu maithunaṃ bhāvaṃ nach der Vereinigung mit Frauen das Verlangen na akāmāsu abhyarocayat begehrte er nicht mehr bei unwilligen
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