Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 36: Hanumato-Vara-Prāptiḥ Die Gabenverleihung an Hanumān durch die Götter und die Erzählung von Vālins und Sugrīvas Herkunft

tataḥ pitāmahaṃ dṛṣṭvā vāyuḥ putravadhārditaḥ . śiśukaṃ taṃ samādāya uttasthau dhāturagrataḥ ..1..

Da, den Großvater erblickend, vom scheinbaren Tod seines Sohnes gequält, erhob sich der Wind, das Kind mit sich nehmend, vor dem Schöpfer.

Wort für Wort
tataḥ pitāmahaṃ dṛṣṭvā
da, den Großvater erblickend
vāyuḥ putravadhārditaḥ
der Wind, vom (scheinbaren) Tod des Sohnes gequält
śiśukaṃ taṃ samādāya
das Kind mit sich nehmend
uttasthau dhātuḥ agrataḥ
erhob sich vor dem Schöpfer

calatkuṇḍalamaulisraktapanīyavibhūṣaṇaḥ . pādayornyapatadvāyustisro.a vasthāya vedhase ..2..

Mit schwankenden Ohrringen, Kopfschmuck, Kranz und glänzendem Geschmeide, fiel der Wind, verharrend, dem Schöpfer zu Füßen.

Wort für Wort
calatkuṇḍalamaulisrak
mit schwankenden Ohrringen, Kopfschmuck, Kranz
tapanīyavibhūṣaṇaḥ
und glänzendem Geschmeide
pādayoḥ nyapatat vāyuḥ
fiel der Wind zu Füßen
tisraḥ avasthāya vedhase
verharrend, vor dem Schöpfer

taṃ tu vedavidādyastu lambābharaṇaśobhinā . vāyumutthāpya hastena śiśuṃ taṃ parimṛṣṭavān ..3..

Der Erste der Vedakundigen aber, mit herabhängendem Schmuck geschmückt, richtete den Wind mit seiner Hand auf und berührte jenes Kind.

Wort für Wort
taṃ tu vedavidādyaḥ tu
der Erste der Vedakundigen aber
lambābharaṇaśobhinā
mit herabhängendem Schmuck geschmückt
vāyum utthāpya hastena
den Wind mit der Hand aufrichtend
śiśuṃ taṃ parimṛṣṭavān
berührte er jenes Kind

spṛṣṭamātrastataḥ so.atha salīlaṃ padmajanmanā . jalasiktaṃ yathā sasyaṃ punarjīvitamāptavān ..4..

Kaum berührt vom Lotosgeborenen, erlangte es sogleich sein Leben wieder, wie mit Wasser besprengte Saat.

Wort für Wort
spṛṣṭamātraḥ tataḥ saḥ atha
kaum berührt, da er dann
salīlaṃ padmajanmanā
vom Lotosgeborenen mit Leichtigkeit
jalasiktaṃ yathā sasyam
wie mit Wasser besprengte Saat
punaḥ jīvitam āptavān
erlangte er sein Leben wieder

prāṇavantamimaṃ dṛṣṭvā prāṇo gandhavaho mudā . cacāra sarvabhūteṣu saṃniruddhaṃ yathāpurā ..5..

Als der Lebensatem, der Wohlgeruchträger, sah, dass dieses Kind wieder lebte, durchwaltete er freudig alle Wesen, wie eingehemmt zuvor.

Wort für Wort
prāṇavantam imaṃ dṛṣṭvā
dieses als lebendig sehend
prāṇaḥ gandhavahaḥ mudā
der Lebensatem, der Wohlgeruchträger, freudig
cacāra sarvabhūteṣu
durchwaltete er alle Wesen
saṃniruddhaṃ yathā purā
wie zuvor eingehemmt (nun wieder frei)

marudrogavinirmuktāḥ prajā vai muditābhavan . śītavātavinirmuktāḥ padminya iva sāmbujāḥ ..6..

Von der durch den Wind verursachten Krankheit befreit, wurden die Geschöpfe freudig, wie Lotosteiche mit ihren Lotosblüten, von kaltem Wind befreit.

Wort für Wort
marudrogavinirmuktāḥ
von der durch den Wind verursachten Krankheit befreit
prajāḥ vai muditāḥ abhavan
wurden die Geschöpfe fürwahr freudig
śītavātavinirmuktāḥ
von kaltem Wind befreit
padminyaḥ iva sāmbujāḥ
wie Lotosteiche mit ihren Lotosblüten

tatastriyugmastrikakuttridhāmā tridaśārcitaḥ . uvāca devatā brahmā mārutapriyakāmyayā ..7..

Dann sprach der dreipaarige, dreigipflige, dreifachwohnende, von den Dreißig verehrte Gott Brahmā, aus Liebe zu Māruta:

Wort für Wort
tataḥ triyugmaḥ trikakuttridhāmā
dann der Dreipaarige, Dreigipflige, Dreifachwohnende
tridaśārcitaḥ
von den Dreißig (Göttern) verehrt
uvāca devatā brahmā
sprach der Gott Brahmā
mārutapriyakāmyayā
aus Liebe zu Māruta

bho mahendrāgnivaruṇadhaneśvaramaheśvarāḥ . jānatāmapi tatsarvaṃ hitaṃ vakṣyāmi śrūyatām ..8..

'Ihr, Mahendra, Agni, Varuṇa, Dhaneśvara und Maheśvara — obwohl ihr all dies bereits wisst, will ich dennoch das Heilsame sagen, so hört!'

Wort für Wort
bho mahendrāgnivaruṇadhaneśvaramaheśvarāḥ
o Mahendra, Agni, Varuṇa, Kubera, Śiva
jānatām api tat sarvam
obwohl ihr all dies bereits wisst
hitaṃ vakṣyāmi
will ich das Heilsame sagen
śrūyatām
so hört

anena śiśunā kāryaṃ kartavyaṃ vo bhaviṣyati . dadatāsya varānsarve mārutasyāsya tuṣṭidān ..9..

'Durch dieses Kind wird euch dereinst ein Werk zu vollbringen sein; so gebt ihm alle Gaben, die dem Wind zur Freude gereichen.'

Wort für Wort
anena śiśunā kāryam
durch dieses Kind ein Werk
kartavyaṃ vaḥ bhaviṣyati
wird euch zu vollbringen sein
dadata asya varān sarve
gebt ihm alle Gaben
mārutasya asya tuṣṭidān
die dem Wind zur Freude gereichen

tataḥ sahasranayanaḥ prītiraktaḥ śubhānanaḥ . kuśe śayamayīṃ mālāṃ samutkṣipyedamabravīt ..10..

Dann warf der Tausendäugige, von Freude gerötet, mit schönem Antlitz, seinen Kuśagras-Blumenkranz empor und sprach folgendes:

Wort für Wort
tataḥ sahasranayanaḥ
dann der Tausendäugige
prītiraktaḥ śubhānanaḥ
von Freude gerötet, mit schönem Antlitz
kuśe śayamayīṃ mālām
seinen Kuśagras-Blumenkranz
samutkṣipya idam abravīt
emporwerfend, sprach er dies

matkarotsṛṣṭavajreṇa hanurasya yathā kṣataḥ . nāmnaiṣa kapiśārdūlo bhavitā hanumāniti ..11..

'Da sein Kiefer durch den von meiner Hand geschleuderten Blitz verletzt wurde, soll dieser Tiger unter den Affen mit dem Namen Hanumān bekannt sein.'

Wort für Wort
matkarotsṛṣṭavajreṇa
durch den von meiner Hand geschleuderten Blitz
hanuḥ asya yathā kṣataḥ
da sein Kiefer verletzt wurde
nāmnā eṣaḥ kapiśārdūlaḥ
mit dem Namen soll dieser Tiger unter den Affen
bhavitā hanumān iti
'Hanumān' sein

ahamevāsya dāsyāmi paramaṃ varamuttamam . ataḥ prabhṛti vajrasya mamāvadhyo bhaviṣyati ..12..

'Ich selbst werde ihm die höchste, vortrefflichste Gabe verleihen: Von nun an wird er unbezwingbar sein durch meinen Blitz.'

Wort für Wort
aham eva asya dāsyāmi
ich selbst werde ihm verleihen
paramaṃ varam uttamam
die höchste, vortrefflichste Gabe
ataḥ prabhṛti vajrasya
von nun an durch den Blitz
mama avadhyaḥ bhaviṣyati
wird er von mir unbezwingbar sein

mārtāṇḍastvabravīttatra bhagavāṃstimirāpahaḥ . tejaso.asya madīyasya dadāmi śatikāṃ kalām ..13..

Dann sprach der erhabene Mārtāṇḍa, der Vertreiber der Finsternis: 'Ich gebe ihm ein Hundertstel meines eigenen Glanzes.'

Wort für Wort
mārtāṇḍaḥ tu abravīt tatra
Mārtāṇḍa aber sprach dort
bhagavān timirāpahaḥ
der erhabene Vertreiber der Finsternis
tejasaḥ asya madīyasya
meines eigenen Glanzes
dadāmi śatikāṃ kalām
gebe ich ein Hundertstel

yadā tu śāstrāṇyadhyetuṃ śaktirasya bhaviṣyati . tadāsya śāstraṃ dāsyāmi yena vāgmī bhaviṣyati ..14..

'Und sobald er die Fähigkeit besitzt, die heiligen Schriften zu studieren, werde ich ihm die Wissenschaft verleihen, durch die er beredt sein wird.'

Wort für Wort
yadā tu śāstrāṇi adhyetum
sobald er, die Schriften zu studieren
śaktiḥ asya bhaviṣyati
die Fähigkeit besitzen wird
tadā asya śāstraṃ dāsyāmi
dann werde ich ihm die Wissenschaft verleihen
yena vāgmī bhaviṣyati
durch die er beredt sein wird

varuṇaśca varaṃ prādānnāsya mṛtyurbhaviṣyati . varṣāyutaśatenāpi matpāśādudakādapi ..15..

Auch Varuṇa gewährte eine Gabe: 'Auch nach hunderttausend Jahren wird er nicht durch meine Fessel und mein Wasser den Tod finden.'

Wort für Wort
varuṇaḥ ca varaṃ prādāt
auch Varuṇa gewährte eine Gabe
na asya mṛtyuḥ bhaviṣyati
er wird nicht den Tod finden
varṣāyutaśatena api
auch nach hunderttausend Jahren
matpāśāt udakāt api
durch meine Fessel oder mein Wasser

yamo.api daṇḍāvadhyatvamarogatvaṃ ca nityaśaḥ . diśate.asya varaṃ tuṣṭa aviṣādaṃ ca saṃyuge ..16..

Auch Yama, zufrieden, wies ihm die Gaben zu: Unbezwingbarkeit durch seinen Stab, immerwährende Krankheitsfreiheit, und Unverzagtheit im Kampf.

Wort für Wort
yamaḥ api daṇḍāvadhyatvam
auch Yama, Unbezwingbarkeit durch seinen Stab
arogatvaṃ ca nityaśaḥ
und immerwährende Krankheitsfreiheit
diśate asya varaṃ tuṣṭaḥ
wies ihm zufrieden als Gabe zu
aviṣādaṃ ca saṃyuge
und Unverzagtheit im Kampf

gadeyaṃ māmikā nainaṃ saṃyugeṣu vadhiṣyati . ityevaṃ varadaḥ prāha tadā hyekākṣipiṅgalaḥ ..17..

'Meine Keule wird ihn im Kampf niemals töten' — so sprach der Gabenspender, der Einäugige, Braungelbe, damals.

Wort für Wort
gadā iyaṃ māmikā na enam
diese meine Keule wird ihn nicht
saṃyugeṣu vadhiṣyati
in Kämpfen töten
iti evaṃ varadaḥ prāha
so sprach der Gabenspender
tadā hi ekākṣipiṅgalaḥ
damals, der Einäugige, Braungelbe (Yama)

matto madāyudhānāṃ ca na vadhyo.ayaṃ bhaviṣyati . ityevaṃ śaṅkareṇāpi datto.asya paramo varaḥ ..18..

'Er wird weder durch mich noch durch meine Waffen zu töten sein.' So wurde auch von Śaṅkara diese höchste Gabe ihm verliehen.

Wort für Wort
mattaḥ madāyudhānāṃ ca
durch mich und meine Waffen
na vadhyaḥ ayaṃ bhaviṣyati
wird er nicht zu töten sein
iti evaṃ śaṅkareṇa api
so auch von Śaṅkara
dattaḥ asya paramaḥ varaḥ
wurde ihm diese höchste Gabe verliehen

sarveṣāṃ brahmadaṇḍānāmavadhyo.ayaṃ bhaviṣyati . dīrghāyuśca mahātmā ca ityevaṃ brahmābravīdvacaḥ ..19..

'Unbezwingbar wird er durch alle brahmischen Strafwerkzeuge sein, langlebig und großherzig' — so sprach Brahmā dieses Wort.

Wort für Wort
sarveṣāṃ brahmadaṇḍānām
durch alle brahmischen Strafwerkzeuge
avadhyaḥ ayaṃ bhaviṣyati
wird er unbezwingbar sein
dīrghāyuḥ ca mahātmā ca
langlebig und großherzig
iti evaṃ brahmā abravīt vacaḥ
so sprach Brahmā dieses Wort

viśvakarmā tu dṛṣṭvainaṃ bālasūryopamaṃ śiśum . śilpinā pravaraḥ prāha varamasya mahāmatiḥ ..20..

Viśvakarman aber, als er dieses Kind sah, das der jungen Sonne glich, sprach, der Beste der Künstler, der Hochgesinnte, ihm eine Gabe zu:

Wort für Wort
viśvakarmā tu dṛṣṭvā enam
Viśvakarman aber, dieses sehend
bālasūryopamaṃ śiśum
das Kind, das der jungen Sonne glich
śilpinā pravaraḥ prāha
der Beste der Künstler sprach
varam asya mahāmatiḥ
dem Hochgesinnten die Gabe

vinirmitāni devānāmāyudhānīha yāni tu . teṣāṃ saṅgrāmakāle tu avadhyo.ayaṃ bhaviṣyati ..21..

'Durch alle Waffen, die ich für die Götter erschaffen habe, wird er in der Schlacht unbezwingbar sein.'

Wort für Wort
vinirmitāni devānām
erschaffen für die Götter
āyudhāni iha yāni tu
welche Waffen auch immer
teṣāṃ saṅgrāmakāle tu
durch diese in der Zeit der Schlacht
avadhyaḥ ayaṃ bhaviṣyati
wird er unbezwingbar sein

tataḥ surāṇāṃ tu varairdṛṣṭvā hyenamakaṅkṛtam . caturmukhastuṣṭamukho vāyumāha jagadguruḥ ..22..

Da, als er sah, dass er von den Gaben der Götter unverletzlich gemacht war, sprach der Viergesichtige, der Lehrer der Welt, mit zufriedenem Antlitz zu Vāyu:

Wort für Wort
tataḥ surāṇāṃ tu varaiḥ
dann durch die Gaben der Götter
dṛṣṭvā hi enam akaṅkṛtam
ihn sehend als unverletzlich gemacht
caturmukhaḥ tuṣṭamukhaḥ
der Viergesichtige, mit zufriedenem Antlitz
vāyum āha jagadguruḥ
sprach der Lehrer der Welt zu Vāyu

amitrāṇāṃ bhayakaro mitrāṇāmabhayaṅkaraḥ . ajeyo bhavitā te.atra putro mārutamārutiḥ ..23..

'Ein Schrecken für die Feinde, ein Beschützer der Freunde, unbesiegbar wird dieser dein Sohn sein, o Māruta, der Sohn des Windes.'

Wort für Wort
amitrāṇāṃ bhayakaraḥ
ein Schrecken für die Feinde
mitrāṇām abhayaṅkaraḥ
ein Beschützer für die Freunde
ajeyaḥ bhavitā te atra
unbesiegbar wird dieser dein sein
putraḥ māruta mārutiḥ
Sohn, o Māruta, der Sohn des Windes

rāvaṇotsādanārthāni rāmaprītikarāṇi ca . romaharṣakarāṇyeṣa kartā karmāṇi saṃyuge ..24..

'Taten, die Rāvaṇas Vernichtung dienen und Rāma erfreuen, haarsträubende Taten, wird er im Kampf vollbringen.'

Wort für Wort
rāvaṇotsādanārthāni
der Vernichtung Rāvaṇas dienende
rāmaprītikarāṇi ca
und Rāma erfreuende
romaharṣakarāṇi eṣaḥ
haarsträubende Taten wird er
kartā karmāṇi saṃyuge
vollbringen, Taten im Kampf

evamuktvā tamāmantrya mārutaṃ te.amaraiḥ saha . yathāgataṃ yayuḥ sarve pitāmahapurogamāḥ ..25..

So gesprochen, verabschiedeten sich alle die Unsterblichen zusammen mit dem Großvater voran vom Wind und kehrten so zurück, wie sie gekommen waren.

Wort für Wort
evam uktvā tam āmantrya
so gesprochen, ihn verabschiedend
mārutaṃ te amaraiḥ saha
den Wind, sie mit den Unsterblichen
yathāgataṃ yayuḥ sarve
kehrten alle zurück, wie sie gekommen waren
pitāmahapurogamāḥ
mit dem Großvater voran

so.api gandhavahaḥ putraṃ pragṛhya gṛhamānayat . añjanāyāstamākhyāya varaṃ dattaṃ viniḥsṛtaḥ ..26..

Auch der Wohlgeruchträger nahm seinen Sohn und brachte ihn nach Hause; nachdem er Añjanā von der verliehenen Gabe berichtet hatte, ging er wieder fort.

Wort für Wort
saḥ api gandhavahaḥ putram
auch er, der Wohlgeruchträger, den Sohn
pragṛhya gṛham ānayat
nehmend, brachte er nach Hause
añjanāyāḥ tam ākhyāya
der Añjanā davon berichtend
varaṃ dattaṃ viniḥsṛtaḥ
von der verliehenen Gabe, ging er fort

prāpya rāma varāneṣa varadānabalānvitaḥ . balenātmani saṃsthena so.apūryata yathārṇavaḥ ..27..

Nachdem er, o Rāma, diese Gaben erhalten hatte, von der Kraft der verliehenen Gaben erfüllt, wuchs er, von seiner eigenen inneren Kraft angefüllt, wie das anschwellende Meer.

Wort für Wort
prāpya rāma varān eṣaḥ
diese Gaben erhalten habend, o Rāma
varadānabalānvitaḥ
von der Kraft der Gaben erfüllt
balena ātmani saṃsthena
von der in ihm ruhenden Kraft
saḥ apūryata yathā arṇavaḥ
wuchs er an, wie das Meer

balenāpūryamāṇo hi eṣa vānarapuṅgavaḥ . āśrameṣu maharṣīṇāmaparādhyati nirbhayaḥ ..28..

Von Kraft angefüllt, beging dieser Stier unter den Affen furchtlos Übergriffe in den Einsiedeleien der großen Weisen.

Wort für Wort
balena āpūryamāṇaḥ hi
von Kraft angefüllt ja
eṣaḥ vānarapuṅgavaḥ
dieser Stier unter den Affen
āśrameṣu maharṣīṇām
in den Einsiedeleien der großen Weisen
aparādhyati nirbhayaḥ
beging furchtlos Übergriffe

srugbhāṇḍānagnihotraṃ ca valkalānāṃ ca sañcayān . bhagnavicchinnavidhvastānsuśāntānāṃ karotyayam ..29..

Opferlöffel und -gefäße, das Feueropfer sowie Haufen von Baströcken der friedvollen Weisen zerbrach, zerschnitt und zerstörte er.

Wort für Wort
srugbhāṇḍān agnihotraṃ ca
Opferlöffel, -gefäße und das Feueropfer
valkalānāṃ ca sañcayān
und Haufen von Baströcken
bhagnavicchinnavidhvastān
zerbrochen, zerschnitten, zerstört
suśāntānāṃ karoti ayam
machte er, der friedvollen (Weisen)

sarveṣāṃ brahmadaṇḍānāmavadhyaṃ brahmaṇā kṛtam . jānanta ṛṣayastaṃ vai kṣamante tasya nityaśaḥ ..30..

Da die Weisen wussten, dass er von Brahmā gegen jeden brahmischen Fluch gefeit gemacht worden war, verziehen sie ihm dies stets.

Wort für Wort
sarveṣāṃ brahmadaṇḍānām
gegen alle brahmischen Strafwerkzeuge
avadhyaṃ brahmaṇā kṛtam
von Brahmā unbezwingbar gemacht
jānantaḥ ṛṣayaḥ taṃ vai
dies wissend, die Weisen ihn fürwahr
kṣamante tasya nityaśaḥ
verziehen ihm stets

yadā keṣariṇā tveṣa vāyunā sāñjanena ca . pratiṣiddho.api maryādāṃ laṅghayatyeva vānaraḥ ..31..

Als aber dieser Affe, obwohl von Keśarin, vom Wind und von Añjanā selbst zurückgehalten, dennoch immer wieder die Grenze überschritt,

Wort für Wort
yadā keśariṇā tu eṣaḥ
als aber dieser von Keśarin
vāyunā sa añjanena ca
vom Wind und von Añjanā
pratiṣiddhaḥ api maryādām
obwohl zurückgehalten, die Grenze
laṅghayati eva vānaraḥ
überschritt dennoch der Affe

tato maharṣayaḥ kruddhā bhṛgvaṅgirasavaṃśajāḥ . śepurenaṃ raghuśreṣṭha nātikruddhātimanyavaḥ ..32..

da verfluchten ihn, o Bester der Raghus, die großen Weisen aus dem Geschlecht des Bhṛgu und Aṅgiras, zornig, doch nicht übermäßig erzürnt.

Wort für Wort
tataḥ maharṣayaḥ kruddhāḥ
da die zornigen großen Weisen
bhṛgvaṅgirasavaṃśajāḥ
aus dem Geschlecht des Bhṛgu und Aṅgiras
śepuḥ enaṃ raghuśreṣṭha
verfluchten ihn, o Bester der Raghus
na atikruddhātimanyavaḥ
nicht übermäßig zornig oder erzürnt

bādhase yatsamāśritya balamasmānplavaṅgama . taddīrghakālaṃ vettāsi nāsmākaṃ śāpamohitaḥ ..33..

'Weil du, o Affe, gestützt auf deine Kraft, uns bedrängst, sollst du dich lange Zeit deiner Kraft nicht erinnern, von unserem Fluch verwirrt.'

Wort für Wort
bādhase yat samāśritya
weil du, dich stützend
balam asmān plavaṅgama
auf deine Kraft, uns bedrängst, o Affe
tat dīrghakālaṃ na vettā asi
sollst du das lange Zeit nicht wissen
asmākaṃ śāpamohitaḥ
von unserem Fluch verwirrt

tatastu hṛtatejaujā maharṣivacanaujasā . eṣa śramāṇi nānyeti mṛdubhāvagataś caran ..34..

Da nun, seines Glanzes und seiner Kraft durch die Macht der Worte der großen Weisen beraubt, wandelte er, milde geworden, ohne seine Kraft zu kennen.

Wort für Wort
tataḥ tu hṛtatejaujāḥ
da nun, seines Glanzes und seiner Kraft beraubt
maharṣivacanaujasā
durch die Macht der Worte der großen Weisen
eṣaḥ śramān na anyeti
er kannte seine (Kraft) nicht
mṛdubhāvagataḥ caran
milde geworden, wandelte er

atha ṛkṣarajā nāma vālisugrīvayoḥ pitā . sarvavānararājāsīttejasā iva bhāskaraḥ ..35..

Nun war Ṛkṣarajas, der Vater von Vālin und Sugrīva, der König aller Affen, an Glanz der Sonne gleich.

Wort für Wort
atha ṛkṣarajā nāma
nun (war) Ṛkṣarajas mit Namen
vālisugrīvayoḥ pitā
der Vater von Vālin und Sugrīva
sarvavānararājā āsīt
war der König aller Affen
tejasā iva bhāskaraḥ
an Glanz der Sonne gleich

sa tu rājyaṃ ciraṃ kṛtvā vānarāṇāṃ harīśvaraḥ . tatastvarkṣarajā nāma kāladharmeṇa saṅgataḥ ..36..

Er aber, der Herr der Affen, herrschte lange über das Affenreich; dann traf jenen Ṛkṣarajas das Gesetz der Zeit (der Tod).

Wort für Wort
sa tu rājyaṃ ciraṃ kṛtvā
er aber, lange geherrscht habend
vānarāṇāṃ harīśvaraḥ
über die Affen, der Herr der Affen
tataḥ tu ṛkṣarajā nāma
dann traf jenen Ṛkṣarajas
kāladharmeṇa saṅgataḥ
das Gesetz der Zeit

tasminnastamite vālī mantribhirmantrakovidaiḥ . pitrye pade kṛto rājā sugrīvo vālinaḥ pade ..37..

Als er dahingeschieden war, wurde Vālin von den in Ratschluss kundigen Ministern in des Vaters Amt eingesetzt, zum König, und Sugrīva in Vālins Stelle.

Wort für Wort
tasmin astamite vālī
als er dahingeschieden war, Vālin
mantribhiḥ mantrakovidaiḥ
von den in Ratschluss kundigen Ministern
pitrye pade kṛtaḥ rājā
in des Vaters Amt zum König gemacht
sugrīvaḥ vālinaḥ pade
Sugrīva in Vālins Stelle

sugrīveṇa samaṃ tvasya advaidhaṃ chidravarjitam . ahāryaṃ sakhyamabhavadanilasya yathāgninā ..38..

Zwischen ihm und Sugrīva bestand eine unentzweite, lückenlose, unauflösbare Freundschaft, wie die des Windes mit dem Feuer.

Wort für Wort
sugrīveṇa samaṃ tu asya
zwischen ihm und Sugrīva aber
advaidhaṃ chidravarjitam
unentzweit, lückenlos
ahāryaṃ sakhyam abhavat
bestand eine unauflösbare Freundschaft
anilasya yathā agninā
wie die des Windes mit dem Feuer

eṣa śāpavaśādeva na vedabalamātmanaḥ . vālisugrīvayorvairaṃ yadā rāmasamutthitam ..39..

Er kannte, allein durch den Fluch, seine eigene Kraft nicht — bis dann die von Rāma verursachte Feindschaft zwischen Vālin und Sugrīva entstand.

Wort für Wort
eṣaḥ śāpavaśāt eva
er, allein infolge des Fluches
na veda balam ātmanaḥ
kannte seine eigene Kraft nicht
vālisugrīvayoḥ vairam
die Feindschaft zwischen Vālin und Sugrīva
yadā rāmasamutthitam
als sie durch Rāma entstand

na hyeṣa rāma sugrīvo bhrāmyamāṇo.api vālinā . vedayāno na ca hyeṣa balamātmani mārutiḥ ..40..

'Denn dieser Sugrīva, o Rāma, wusste, obwohl von Vālin herumgetrieben, nicht um Hanumāns wahre Macht, und auch dieser Sohn des Windes kannte seine eigene Kraft nicht.'

Wort für Wort
na hi eṣaḥ rāma sugrīvaḥ
denn dieser Sugrīva, o Rāma
bhrāmyamāṇaḥ api vālinā
obwohl von Vālin herumgetrieben
vedayānaḥ na ca hi eṣaḥ
kannte nicht, und auch nicht dieser
balam ātmani mārutiḥ
der Sohn des Windes seine eigene Kraft

parākramotsāha matipratāpaiḥ sauśīlyamādhuryanayānayaiś ca . gāmbhīryacāturyasuvīryadhairyair hanūmataḥ ko.apyadhiko.asti loke ..41..

An Kühnheit, Tatkraft, Klugheit und Glanz, an gutem Wesen, Sanftmut, kluger Staatsführung, an Tiefe, Geschicklichkeit, edler Tapferkeit und Standhaftigkeit — wer wäre in der Welt Hanumān überlegen?

Wort für Wort
parākramotsāha matipratāpaiḥ
an Kühnheit, Tatkraft, Klugheit, Glanz
sauśīlyamādhuryanayānayaiḥ ca
an gutem Wesen, Sanftmut, kluger Führung
gāmbhīryacāturyasuvīryadhairyaiḥ
an Tiefe, Geschicklichkeit, edler Tapferkeit, Standhaftigkeit
hanūmataḥ kaḥ api adhikaḥ asti loke
wer wäre Hanumān überlegen in der Welt

asau purā vyākaraṇaṃ grahīṣyan sūryonmukhaḥ pṛṣṭhagamaḥ kapīndraḥ . udyadgirerastagiriṃ jagāma granthaṃ mahaddhārayadaprameyaḥ ..42..

Einst, um die Grammatik zu erlernen, folgte er, der Fürst der Affen, der aufgehenden Sonne zugewandt, ihr nach, bis zum Berg des Untergangs, und behielt, unermesslich, das gewaltige Lehrwerk im Gedächtnis.

Wort für Wort
asau purā vyākaraṇaṃ grahīṣyan
er, einst die Grammatik erlernen wollend
sūryonmukhaḥ pṛṣṭhagamaḥ kapīndraḥ
der Sonne zugewandt folgend, der Fürst der Affen
udyadgireḥ astagiriṃ jagāma
zog vom Berg des Aufgangs zum Berg des Untergangs
granthaṃ mahat dhārayat aprameyaḥ
behielt das gewaltige Lehrwerk, unermesslich

pravīvivikṣoriva sāgarasya lokāndidhakṣoriva pāvakasya . lokakṣayeṣveva yathāntakasya hanūmataḥ sthāsyati kaḥ purastāt ..43..

Wie vor dem Ozean, der in sich selbst einzudringen strebt, wie vor dem Feuer, das die Welten verbrennen will, wie vor dem Ende beim Weltuntergang — wer vermöchte vor Hanumān zu bestehen?

Wort für Wort
pravīvivikṣoḥ iva sāgarasya
wie vor dem Ozean, der einzudringen strebt
lokān didhakṣoḥ iva pāvakasya
wie vor dem Feuer, das die Welten verbrennen will
lokakṣayeṣu eva yathā antakasya
wie vor dem Ende beim Weltuntergang
hanūmataḥ sthāsyati kaḥ purastāt
wer vermöchte vor Hanumān zu bestehen

eṣo.api cānye ca mahākapīndrāḥ sugrīvamaindadvividāḥ sanīlāḥ . satāratāreyanalāḥ sarambhās tvatkāraṇādrāma surairhi sṛṣṭāḥ ..44..

Auch er sowie die anderen großen Affenfürsten — Sugrīva, Mainda, Dvivida, Nīla, samt Tāra, Tāreya, Nala, Rambha — wurden, o Rāma, um deinetwillen von den Göttern erschaffen.

Wort für Wort
eṣaḥ api ca anye ca mahākapīndrāḥ
er sowie die anderen großen Affenfürsten
sugrīvamaindadvividāḥ sanīlāḥ
Sugrīva, Mainda, Dvivida, samt Nīla
satāratāreyanalāḥ sarambhāḥ
samt Tāra, Tāreya, Nala, Rambha
tvatkāraṇāt rāma suraiḥ hi sṛṣṭāḥ
wurden um deinetwillen, o Rāma, von den Göttern erschaffen

tadetatkathitaṃ sarvaṃ yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi . hanūmato bālabhāve karmaitatkathitaṃ mayā ..45..

'So ist dies alles erzählt, wonach du mich gefragt hast; diese Tat Hanumāns in seiner Kindheit habe ich dir berichtet.'

Wort für Wort
tat etat kathitaṃ sarvam
so ist dies alles erzählt
yat māṃ tvaṃ paripṛcchasi
wonach du mich gefragt hast
hanūmataḥ bālabhāve
in Hanumāns Kindheit
karma etat kathitaṃ mayā
diese Tat habe ich erzählt

dṛṣṭaḥ sambhāṣitāś cāsi rāma gacchamahe vayam . evamuktvā gatāḥ sarve ṛṣayaste yathāgatam ..46..

'Gesehen und mit dir gesprochen habend, o Rāma, wollen wir nun gehen.' So gesprochen, gingen alle jene Weisen fort, wie sie gekommen waren.

Wort für Wort
dṛṣṭaḥ sambhāṣitaḥ ca asi rāma
gesehen und mit dir gesprochen, o Rāma
gacchamahe vayam
wollen wir gehen
evam uktvā gatāḥ sarve
so gesprochen, gingen alle fort
ṛṣayaḥ te yathāgatam
jene Weisen, wie sie gekommen waren

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