Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa

Sarga 23: Varuṇa-Putra-Vijayaḥ Rāvaṇas Bündnis mit den Nivātakavacas und sein Sieg über Varuṇas Söhne

sa tu jitvā daśagrīvo yamaṃ tridaśapuṅgavam . rāvaṇastu jayaślāghī svasahāyāndadarśa ha

Nachdem Daśagrīva Yama, den Stier unter den Göttern, besiegt hatte, blickte Rāvaṇa, sich des Sieges rühmend, fürwahr auf seine Gefährten.

Wort für Wort
saḥ tu jitvā daśagrīvaḥ
er aber, Daśagrīva, besiegend
yamaṃ tridaśa-puṅgavam
Yama, den Stier unter den Göttern
rāvaṇaḥ tu jaya-ślāghī
Rāvaṇa aber, sich des Sieges rühmend
sva-sahāyān dadarśa ha
blickte fürwahr auf seine Gefährten

jayena vardhayitvā ca mārīcapramukhāstataḥ . puṣpakaṃ bhejire sarve sāntvitā ravaṇena ha

Und, durch den Sieg beglückwünscht, bestiegen Mārīca und die anderen alle den Puṣpaka, von Rāvaṇa fürwahr besänftigt.

Wort für Wort
jayena vardhayitvā ca
und durch den Sieg beglückwünschend
mārīca-pramukhāḥ tataḥ
Mārīca und die anderen dann
puṣpakaṃ bhejire sarve
bestiegen alle den Puṣpaka
sāntvitāḥ ravaṇena ha
besänftigt fürwahr von Rāvaṇa

tato rasātalaṃ hṛṣṭaḥ praviṣṭaḥ payaso nidhim . daityoraga gaṇādhyuṣṭaṃ varuṇena surakṣitam .. 3..

Da drang der Erfreute in Rasātala ein, zum Milchozean, der von Scharen von Daityas und Schlangen bewohnt und von Varuṇa wohlbeschützt war.

Wort für Wort
tataḥ rasātalaṃ hṛṣṭaḥ
da, der Erfreute, in Rasātala
praviṣṭaḥ payasaḥ nidhim
drang er ein, zum Milchozean
daitya-uraga-gaṇa-adhyuṣṭaṃ
von Scharen von Daityas und Schlangen bewohnt
varuṇena surakṣitam
von Varuṇa wohlbeschützt

sa tu bhogavatīṃ gatvā purīṃ vāsukipālitām . sthāpya nāgānvaśe kṛtvā yayau maṇimatīṃ purīm .. 4..

Er aber ging zur Stadt Bhogavatī, die von Vāsuki beherrscht wurde, unterwarf die Nāgas seiner Gewalt und zog zur Stadt Maṇimatī.

Wort für Wort
saḥ tu bhogavatīṃ gatvā
er aber zur Bhogavatī gehend
purīṃ vāsuki-pālitām
zur Stadt, die von Vāsuki beherrscht wurde
sthāpya nāgān vaśe kṛtvā
die Nāgas seiner Gewalt unterwerfend
yayau maṇimatīṃ purīm
zog er zur Stadt Maṇimatī

nivātakavacāstatra daityā labdhavarā vasan . rākṣasastānsamāsādya yuddhena samupāhvayat .. 5..

Dort wohnten die Daityas namens Nivātakavaca, die eine Gunst erlangt hatten; der Rākṣasa, zu ihnen tretend, forderte sie zum Kampf heraus.

Wort für Wort
nivātakavacāḥ tatra daityāḥ
dort die Daityas namens Nivātakavaca
labdha-varāḥ vasan
die eine Gunst erlangt hatten, wohnten
rākṣasaḥ tān samāsādya
der Rākṣasa, zu ihnen tretend
yuddhena samupāhvayat
forderte er zum Kampf heraus

te tu sarve suvikrāntā daiteyā balaśālinaḥ . nānāpraharaṇāstatra prayuddhā yuddhadurmadāḥ .. 6..

Sie aber, alle überaus tapfer, die kraftvollen Daityas, mit mancherlei Waffen, kämpften dort, vom Kampfrausch übermütig.

Wort für Wort
te tu sarve suvikrāntāḥ
sie aber, alle überaus tapfer
daiteyāḥ bala-śālinaḥ
die Daityas, kraftvoll
nānā-praharaṇāḥ tatra
mit mancherlei Waffen dort
prayuddhāḥ yuddha-durmadāḥ
kämpfend, vom Kampfrausch übermütig

teṣāṃ tu yudhyamānānāṃ sāgraḥ saṃvatsaro gataḥ . na cānyatarayostatra vijayo vā kṣayo.api vā .. 7..

Während sie kämpften, verging über ein Jahr, und weder Sieg noch Niederlage fiel dort einer der beiden Seiten zu.

Wort für Wort
teṣāṃ tu yudhyamānānāṃ
während sie aber kämpften
sa-agraḥ saṃvatsaraḥ gataḥ
verging ein Jahr und mehr
na ca anyatarayoḥ tatra
und weder der einen der beiden dort
vijayaḥ vā kṣayaḥ api vā
Sieg noch Niederlage

tataḥ pitāmahastatra trailokyagatiravyayaḥ . ājagāma drutaṃ devo vimānavaramāsthitaḥ .. 8..

Da kam der Großvater (Brahmā), dessen Gang durch die drei Welten unvergänglich ist, eilig dorthin, ein herrliches Luftfahrzeug besteigend.

Wort für Wort
tataḥ pitāmahaḥ tatra
da der Großvater dort
trailokya-gatiḥ avyayaḥ
dessen Gang durch die drei Welten unvergänglich ist
ājagāma drutaṃ devaḥ
kam eilig der Gott herbei
vimāna-varam āsthitaḥ
ein herrliches Luftfahrzeug besteigend

nivātakavacānāṃ tu nivārya raṇakarma tat . vṛddhaḥ pitāmaho vākyamuvāca viditārthavat .. 9..

Nachdem der greise Großvater jene Kampfhandlung der Nivātakavacas unterbunden hatte, sprach er ein Wort, als kenne er den Sinn der Sache:

Wort für Wort
nivātakavacānāṃ tu
der Nivātakavacas aber
nivārya raṇakarma tat
jene Kampfhandlung unterbindend
vṛddhaḥ pitāmahaḥ vākyam
der greise Großvater das Wort
uvāca vidita-arthavat
sprach, als kenne er den Sinn

na hyayaṃ rāvaṇo yuddhe śakyo jetuṃ surāsuraiḥ . na bhavantaḥ kṣayaṃ netuṃ śakyāḥ sendraiḥ surāsuraiḥ .. 10..

„Denn dieser Rāvaṇa kann im Kampf von Göttern und Dämonen nicht besiegt werden; und ihr könnt von Göttern und Dämonen samt Indra nicht vernichtet werden.

Wort für Wort
na hi ayaṃ rāvaṇaḥ yuddhe
denn dieser Rāvaṇa kann im Kampf nicht
śakyaḥ jetuṃ sura-asuraiḥ
besiegt werden von Göttern und Dämonen
na bhavantaḥ kṣayaṃ netuṃ
und ihr könnt nicht zur Vernichtung geführt werden
śakyāḥ sa-indraiḥ sura-asuraiḥ
von Göttern und Dämonen samt Indra

rākṣasasya sakhitvaṃ vai bhavadbhiḥ saha rocate . avibhaktā hi sarvārthāḥ suhṛdāṃ nātra saṃśayaḥ .. 11..

Die Freundschaft des Rākṣasas mit euch fürwahr gefällt mir; ungeteilt sind fürwahr alle Angelegenheiten der Freunde, daran besteht kein Zweifel.

Wort für Wort
rākṣasasya sakhitvaṃ vai
die Freundschaft des Rākṣasas fürwahr
bhavadbhiḥ saha rocate
mit euch gefällt mir
avibhaktāḥ hi sarva-arthāḥ
ungeteilt fürwahr sind alle Angelegenheiten
suhṛdāṃ na atra saṃśayaḥ
der Freunde, daran kein Zweifel

tato.agnisākṣikaṃ sakhyaṃ kṛtavāṃstatra rāvaṇaḥ . nivātakavacaiḥ sārdhaṃ prītimānabhavattadā .. 12..

Da schloss Rāvaṇa dort, das Feuer zum Zeugen nehmend, Freundschaft mit den Nivātakavacas und wurde ihnen wohlgesinnt.

Wort für Wort
tataḥ agni-sākṣikaṃ sakhyaṃ
da, das Feuer zum Zeugen nehmend, Freundschaft
kṛtavān tatra rāvaṇaḥ
schloss dort Rāvaṇa
nivātakavacaiḥ sārdhaṃ
mit den Nivātakavacas zusammen
prītimān abhavat tadā
wurde er da wohlgesinnt

arcitastairyathānyāyaṃ saṃvatsarasukhoṣitaḥ . svapurānnirviśeṣaṃ ca pūjāṃ prāpto daśānanaḥ .. 13..

Von ihnen gebührend geehrt, wohnte er ein Jahr lang glücklich dort und empfing eine Verehrung, die sich nicht von der in seiner eigenen Stadt unterschied.

Wort für Wort
arcitaḥ taiḥ yathā-nyāyaṃ
von ihnen gebührend geehrt
saṃvatsara-sukha-uṣitaḥ
ein Jahr lang glücklich wohnend
sva-purāt nirviśeṣaṃ ca
und nicht verschieden von seiner eigenen Stadt
pūjāṃ prāptaḥ daśānanaḥ
empfing Verehrung, der Zehnköpfige

sa tūpadhārya māyānāṃ śatamekonamātmavān . salilendrapurānveṣī sa babhrāma rasātalam .. 14..

Er aber, der Selbstbeherrschte, nachdem er neunundneunzig Zaubertricks erlernt hatte, durchstreifte, nach der Stadt des Herrn der Gewässer suchend, die Unterwelt Rasātala.

Wort für Wort
saḥ tu upadhārya māyānāṃ
er aber, Zaubertricks erlernend
śatam ekonam ātmavān
neunundneunzig, der Selbstbeherrschte
salila-indra-pura-anveṣī
nach der Stadt des Herrn der Gewässer suchend
saḥ babhrāma rasātalam
er durchstreifte Rasātala

tato.aśmanagaraṃ nāma kālakeyābhirakṣitam . taṃ vijitya muhūrtena jaghne daityāṃścatuḥśatam .. 15..

Dann, die Stadt namens Aśmanagara, von den Kālakeyas bewacht, binnen kurzem bezwingend, erschlug er vierhundert Daityas.

Wort für Wort
tataḥ aśma-nagaraṃ nāma
dann die Stadt namens Aśmanagara
kālakeyā abhirakṣitam
von den Kālakeyas bewacht
taṃ vijitya muhūrtena
diese binnen kurzem bezwingend
jaghne daityān catuḥśatam
erschlug er vierhundert Daityas

tataḥ pāṇḍurameghābhaṃ kailāsamiva saṃsthitam . varuṇasyālayaṃ divyamapaśyadrākṣasādhipaḥ .. 16..

Da erblickte der Herr der Rākṣasas den göttlichen Wohnsitz Varuṇas, weiß wie eine Wolke, dem Kailāsa gleich aufragend.

Wort für Wort
tataḥ pāṇḍura-megha-ābhaṃ
da, weiß wie eine Wolke
kailāsam iva saṃsthitam
dem Kailāsa gleich aufragend
varuṇasya ālayaṃ divyam
den göttlichen Wohnsitz Varuṇas
apaśyat rākṣasādhipaḥ
erblickte der Herr der Rākṣasas

kṣarantīṃ ca payo nityaṃ surabhiṃ gāmavasthitām . yasyāḥ payoviniṣyandātkṣīrodo nāma sāgaraḥ .. 17..

Und er sah die stets Milch spendende Kuh Surabhi verweilen, aus deren fließender Milch der Ozean namens Kṣīroda entstand.

Wort für Wort
kṣarantīṃ ca payaḥ nityaṃ
und die stets Milch spendende
surabhiṃ gām avasthitām
die Kuh Surabhi verweilend
yasyāḥ payaḥ-viniṣyandāt
aus deren Milchfließen
kṣīrodaḥ nāma sāgaraḥ
der Ozean namens Kṣīroda entstand

yasmāccandraḥ prabhavati śītaraśmiḥ prajāhitaḥ . yaṃ samāsādya jīvanti phenapāḥ paramarṣayaḥ . amṛtaṃ yatra cotpannaṃ surā cāpi surāśinām .. 18..

Aus dem der kühlstrahlige, den Geschöpfen wohltuende Mond entsteht, zu dem gelangend die schaumtrinkenden höchsten Ṛṣis leben, und in dem der Nektar entstand sowie der Trank der Götter, die vom Trank leben.

Wort für Wort
yasmāt candraḥ prabhavati
aus dem der Mond entsteht
śīta-raśmiḥ prajā-hitaḥ
der kühlstrahlige, den Geschöpfen wohltuende
yaṃ samāsādya jīvanti
zu dem gelangend leben
phena-pāḥ parama-ṛṣayaḥ
die schaumtrinkenden höchsten Ṛṣis
amṛtaṃ yatra ca utpannaṃ
und in dem der Nektar entstand
surā ca api sura-āśinām
und der Trank der trinkenden Götter

yāṃ bruvanti narā loke surabhiṃ nāma nāmataḥ . pradakṣiṇaṃ tu tāṃ kṛtvā rāvaṇaḥ paramādbhutām . praviveśa mahāghoraṃ guptaṃ bahuvidhairbalaiḥ .. 19..

Die die Menschen in der Welt mit Namen Surabhi nennen – diese überaus wunderbare Kuh, nachdem er sie rechtsherum umschritten hatte, drang Rāvaṇa in die überaus furchtbare, von vielerlei Truppen bewachte Stadt ein.

Wort für Wort
yāṃ bruvanti narāḥ loke
die die Menschen in der Welt nennen
surabhiṃ nāma nāmataḥ
mit Namen Surabhi
pradakṣiṇaṃ tu tāṃ kṛtvā
diese aber rechtsherum umschreitend
rāvaṇaḥ parama-adbhutām
Rāvaṇa, die überaus wunderbare
praviveśa mahāghoraṃ
drang er in die überaus furchtbare ein
guptaṃ bahuvidhaiḥ balaiḥ
von vielerlei Truppen bewacht

tato dhārāśatākīrṇaṃ śāradābhranibhaṃ tadā . nityaprahṛṣṭaṃ dadṛśe varuṇasya gṛhottamam .. 20..

Da erblickte er das mit hundert Wasserströmen übersäte, den Herbstwolken gleichende, stets fröhliche höchste Haus Varuṇas.

Wort für Wort
tataḥ dhārā-śata-ākīrṇaṃ
da mit hundert Strömen übersät
śārada-abhra-nibhaṃ tadā
den Herbstwolken gleichend da
nitya-prahṛṣṭaṃ dadṛśe
das stets fröhliche erblickte er
varuṇasya gṛha-uttamam
das höchste Haus Varuṇas

tato hatvā balādhyakṣānsamare taiśca tāḍitaḥ . abravītkva gato yo vo rājā śīghraṃ nivedyatām .. 21..

Da, nachdem er die Heerführer erschlagen hatte und von ihnen selbst in der Schlacht getroffen worden war, sprach er: „Wohin ist euer König gegangen? Berichtet es rasch.

Wort für Wort
tataḥ hatvā bala-adhyakṣān
da, die Heerführer erschlagend
samare taiḥ ca tāḍitaḥ
in der Schlacht von ihnen getroffen
abravīt kva gataḥ yaḥ vaḥ rājā
sprach er: wohin ist euer König gegangen
śīghraṃ nivedyatām
möge es rasch berichtet werden

yuddhārthī rāvaṇaḥ prāptastasya yuddhaṃ pradīyatām . vada vā na bhayaṃ te.asti nirjito.asmīti sāñjaliḥ .. 22..

Rāvaṇa ist angekommen, nach Kampf begehrend – ihm möge Kampf gewährt werden, oder sage mit gefalteten Händen ohne Furcht: ‚Ich bin besiegt.‘

Wort für Wort
yuddha-arthī rāvaṇaḥ prāptaḥ
Rāvaṇa ist angekommen, nach Kampf begehrend
tasya yuddhaṃ pradīyatām
ihm möge Kampf gewährt werden
vada vā na bhayaṃ te asti
oder sage, keine Furcht sei bei dir
nirjitaḥ asmi iti sa-añjaliḥ
‚ich bin besiegt‘, mit gefalteten Händen

etasminnantare kruddhā varuṇasya mahātmanaḥ . putrāḥ pautrāśca niṣkrāmangauśca puṣkara eva ca .. 23..

In diesem Augenblick zogen zornig die Söhne und Enkel des großherzigen Varuṇa aus, Gau und Puṣkara.

Wort für Wort
etasmin antare kruddhāḥ
in diesem Augenblick zornig
varuṇasya mahātmanaḥ
des großherzigen Varuṇa
putrāḥ pautrāḥ ca niṣkrāman
zogen die Söhne und Enkel aus
gauḥ ca puṣkaraḥ eva ca
Gau und ebenso Puṣkara

te tu vīryaguṇopetā balaiḥ parivṛtāḥ svakaiḥ . yuktvā rathānkāmagamānudyadbhāskaravarcasaḥ .. 24..

Sie aber, mit Tapferkeit ausgestattet, von ihren eigenen Truppen umgeben, spannten ihre nach Belieben fahrenden Wagen an, glänzend wie die aufgehende Sonne.

Wort für Wort
te tu vīrya-guṇa-upetāḥ
sie aber, mit Tapferkeit ausgestattet
balaiḥ parivṛtāḥ svakaiḥ
von ihren eigenen Truppen umgeben
yuktvā rathān kāma-gamān
ihre nach Belieben fahrenden Wagen anspannend
udyat-bhāskara-varcasaḥ
glänzend wie die aufgehende Sonne

tato yuddhaṃ samabhavaddāruṇaṃ lomaharṣaṇam . salilendrasya putrāṇāṃ rāvaṇasya ca rakṣasaḥ .. 25..

Da entstand eine furchtbare, haarsträubende Schlacht zwischen den Söhnen des Herrn der Gewässer und dem Rākṣasa Rāvaṇa.

Wort für Wort
tataḥ yuddhaṃ samabhavat
da entstand eine Schlacht
dāruṇaṃ lomaharṣaṇam
furchtbar, haarsträubend
salila-indrasya putrāṇāṃ
der Söhne des Herrn der Gewässer
rāvaṇasya ca rakṣasaḥ
und des Rākṣasas Rāvaṇa

amātyaistu mahāvīryairdaśagrīvasya rakṣasaḥ . vāruṇaṃ tadbalaṃ kṛtsnaṃ kṣaṇena vinipātitam .. 26..

Von den überaus tapferen Ministern des Rākṣasas Daśagrīva wurde jenes ganze Heer Varuṇas binnen eines Augenblicks niedergeworfen.

Wort für Wort
amātyaiḥ tu mahāvīryaiḥ
von den überaus tapferen Ministern aber
daśagrīvasya rakṣasaḥ
des Rākṣasas Daśagrīva
vāruṇaṃ tat balaṃ kṛtsnaṃ
jenes ganze Heer Varuṇas
kṣaṇena vinipātitam
binnen eines Augenblicks niedergeworfen

samīkṣya svabalaṃ saṅkhye varuṇasyā sutāstadā . arditāḥ śarajālena nivṛttā raṇakarmaṇaḥ .. 27..

Als sie ihr eigenes Heer in der Schlacht überblickten, wandten sich Varuṇas Söhne, von einem Netz von Pfeilen gequält, von der Kampfhandlung ab.

Wort für Wort
samīkṣya svabalaṃ saṅkhye
ihr eigenes Heer in der Schlacht überblickend
varuṇasya sutāḥ tadā
Varuṇas Söhne da
arditāḥ śara-jālena
von einem Netz von Pfeilen gequält
nivṛttāḥ raṇa-karmaṇaḥ
wandten sie sich von der Kampfhandlung ab

mahītalagatāste tu rāvaṇaṃ dṛśya puṣpake . ākāśamāśu viviśuḥ syandanaiḥ śīghragāmibhiḥ .. 28..

Sie aber, auf der Erde stehend, als sie Rāvaṇa im Puṣpaka erblickten, drangen rasch mit ihren schnellfahrenden Wagen in den Himmel ein.

Wort für Wort
mahītala-gatāḥ te tu
sie aber, auf der Erde stehend
rāvaṇaṃ dṛśya puṣpake
Rāvaṇa im Puṣpaka erblickend
ākāśam āśu viviśuḥ
drangen rasch in den Himmel ein
syandanaiḥ śīghra-gāmibhiḥ
mit schnellfahrenden Wagen

mahadāsīttatasteṣāṃ tulyaṃ sthānamavāpya tat . ākāśayuddhaṃ tumulaṃ devadānavayoriva .. 29..

Da entstand, nachdem sie den gleichen Ort erreicht hatten, ein gewaltiger, tumultartiger Kampf am Himmel zwischen ihnen, wie zwischen Göttern und Dānavas.

Wort für Wort
mahat āsīt tataḥ teṣāṃ
gewaltig war es dann zwischen ihnen
tulyaṃ sthānam avāpya tat
nachdem sie den gleichen Ort erreicht hatten
ākāśa-yuddhaṃ tumulaṃ
ein tumultartiger Himmelskampf
deva-dānavayoḥ iva
wie zwischen Göttern und Dānavas

tataste rāvaṇaṃ yudhe śaraiḥ pāvakasaṃnibhaiḥ . vimukhīkṛtya saṃhṛṣṭā vinedurvividhānravān .. 30..

Da, nachdem sie Rāvaṇa im Kampf mit feuergleichen Pfeilen zum Rückzug gezwungen hatten, stießen sie hocherfreut mancherlei Rufe aus.

Wort für Wort
tataḥ te rāvaṇaṃ yudhe
da sie Rāvaṇa im Kampf
śaraiḥ pāvaka-saṃnibhaiḥ
mit feuergleichen Pfeilen
vimukhī-kṛtya saṃhṛṣṭāḥ
zum Rückzug zwingend, hocherfreut
vineduḥ vividhān ravān
stießen sie mancherlei Rufe aus

tato mahodaraḥ kruddho rājānaṃ dṛśya dharṣitam . tyaktvā mṛtyubhayaṃ vīro yuddhakāṅkṣī vyalokayat .. 31..

Da, als er den König bedrängt sah, blickte Mahodara zornig, die Todesfurcht ablegend, der Held, nach Kampf begehrend, umher.

Wort für Wort
tataḥ mahodaraḥ kruddhaḥ
da Mahodara zornig
rājānaṃ dṛśya dharṣitam
den König bedrängt sehend
tyaktvā mṛtyu-bhayaṃ vīraḥ
die Todesfurcht ablegend, der Held
yuddha-kāṅkṣī vyalokayat
nach Kampf begehrend blickte er umher

tena teṣāṃ hayā ye ca kāmagāḥ pavanopamāḥ . mahodareṇa gadayā hatāste prayayuḥ kṣitim .. 32..

Deren nach Belieben fliegende, dem Wind gleiche Pferde wurden von Mahodara mit der Keule geschlagen und stürzten zur Erde.

Wort für Wort
tena teṣāṃ hayāḥ ye ca
deren Pferde, die
kāmagāḥ pavana-upamāḥ
nach Belieben fliegend, dem Wind gleich
mahodareṇa gadayā hatāḥ
von Mahodara mit der Keule geschlagen
te prayayuḥ kṣitim
stürzten sie zur Erde

teṣāṃ varuṇasūnūnāṃ hatvā yodhānhayāṃśca tān . mumocāśu mahānādaṃ virathānprekṣya tānsthitān .. 33..

Nachdem er die Krieger und Pferde jener Söhne Varuṇas erschlagen hatte, stieß er, als er sie wagenlos dastehen sah, sogleich ein gewaltiges Gebrüll aus.

Wort für Wort
teṣāṃ varuṇa-sūnūnāṃ
jener Söhne Varuṇas
hatvā yodhān hayān ca tān
die Krieger und jene Pferde erschlagend
mumoca āśu mahānādaṃ
stieß er sogleich ein gewaltiges Gebrüll aus
virathān prekṣya tān sthitān
sie wagenlos dastehen sehend

te tu teṣāṃ rathāḥ sāśvāḥ saha sārathibhirvaraiḥ . mahodareṇa nihatāḥ patitāḥ pṛthivītale .. 34..

Deren Wagen samt Pferden und den trefflichen Wagenlenkern wurden von Mahodara zerschlagen und fielen auf die Erde.

Wort für Wort
te tu teṣāṃ rathāḥ sāśvāḥ
jene aber ihre Wagen samt Pferden
saha sārathibhiḥ varaiḥ
zusammen mit den trefflichen Wagenlenkern
mahodareṇa nihatāḥ
von Mahodara zerschlagen
patitāḥ pṛthivītale
fielen sie auf die Erde

te tu tyaktvā rathānputrā varuṇasya mahātmanaḥ . ākāśe viṣṭhitāḥ śūrāḥ svaprabhāvānna vivyathuḥ .. 35..

Sie aber, die Söhne des großherzigen Varuṇa, ließen die Wagen zurück, standen als Helden im Himmel und wichen kraft ihrer eigenen Macht nicht.

Wort für Wort
te tu tyaktvā rathān putrāḥ
sie aber, die Wagen verlassend, die Söhne
varuṇasya mahātmanaḥ
des großherzigen Varuṇa
ākāśe viṣṭhitāḥ śūrāḥ
im Himmel stehend, die Helden
sva-prabhāvāt na vivyathuḥ
wichen kraft ihrer eigenen Macht nicht

dhanūṃṣi kṛtvā sajyāni vinirbhidya mahodaram . rāvaṇaṃ samare kruddhāḥ sahitāḥ samabhidravan .. 36..

Ihre Bögen mit Sehnen versehend, Mahodara durchbohrend, stürmten sie zornig vereint auf Rāvaṇa in der Schlacht los.

Wort für Wort
dhanūṃṣi kṛtvā sajyāni
die Bögen mit Sehnen versehend
vinirbhidya mahodaram
Mahodara durchbohrend
rāvaṇaṃ samare kruddhāḥ
auf Rāvaṇa in der Schlacht, zornig
sahitāḥ samabhidravan
stürmten sie vereint los

tataḥ kruddho daśagrīvaḥ kālāgniriva viṣṭhitaḥ . śaravarṣaṃ mahāvegaṃ teṣāṃ marmasvapātayat .. 37..

Da ließ der zornige Daśagrīva, wie das Feuer der Zeit dastehend, einen überaus heftigen Pfeilregen auf ihre empfindlichen Stellen niedergehen.

Wort für Wort
tataḥ kruddhaḥ daśagrīvaḥ
da der zornige Daśagrīva
kāla-agniḥ iva viṣṭhitaḥ
wie das Feuer der Zeit dastehend
śara-varṣaṃ mahāvegaṃ
einen überaus heftigen Pfeilregen
teṣāṃ marmasu apātayat
ließ er auf ihre empfindlichen Stellen niedergehen

musalāni vicitrāṇi tato bhallaśatāni ca . paṭṭasāṃścaiva śaktīśca śataghnīstomarāṃstathā . pātayāmāsa durdharṣasteṣāmupari viṣṭhitaḥ .. 38.. atha viddhāstu te vīrā viniṣpetuḥ padātayaḥ .. 39..

Bunte Stößel, dann Hunderte von Pfeilen mit breiter Spitze, Streitäxte, Speere, Śataghnī-Waffen und Lanzen ließ der Unbezwingbare, über ihnen stehend, niedergehen; da fielen die verwundeten Helden als Fußgänger nieder.

Wort für Wort
musalāni vicitrāṇi
bunte Stößel
tataḥ bhalla-śatāni ca
dann Hunderte von Pfeilen mit breiter Spitze
paṭṭasān ca eva śaktīḥ ca
Streitäxte und Speere
śataghnīḥ tomarān tathā
Śataghnī-Waffen und ebenso Lanzen
pātayāmāsa durdharṣaḥ
ließ der Unbezwingbare niedergehen
teṣām upari viṣṭhitaḥ
über ihnen stehend
atha viddhāḥ tu te vīrāḥ
da fielen die verwundeten Helden
viniṣpetuḥ padātayaḥ
als Fußgänger nieder

tato rakṣo mahānādaṃ muktvā hanti sma vāruṇān . nānāpraharaṇairghorairdhārāpātairivāmbudaḥ .. 40..

Da, ein gewaltiges Gebrüll ausstoßend, schlug der Rākṣasa die Söhne Varuṇas mit mancherlei furchtbaren Waffen, wie eine Wolke mit Regengüssen.

Wort für Wort
tataḥ rakṣaḥ mahānādaṃ
da der Rākṣasa ein gewaltiges Gebrüll
muktvā hanti sma vāruṇān
ausstoßend, schlug er die Söhne Varuṇas
nānā-praharaṇaiḥ ghoraiḥ
mit mancherlei furchtbaren Waffen
dhārā-pātaiḥ iva ambudaḥ
wie eine Wolke mit Regengüssen

tataste vimukhāḥ sarve patitā dharaṇītale . raṇātsvapuruṣaiḥ śīghraṃ gṛhāṇyeva praveśitāḥ .. 41..

Da, alle in die Flucht geschlagen, zur Erde gefallen, wurden sie von ihren eigenen Leuten rasch aus der Schlacht in ihre Häuser gebracht.

Wort für Wort
tataḥ te vimukhāḥ sarve
da sie alle in die Flucht geschlagen
patitāḥ dharaṇītale
zur Erde gefallen
raṇāt svapuruṣaiḥ śīghraṃ
aus der Schlacht von ihren eigenen Leuten rasch
gṛhāṇi eva praveśitāḥ
in ihre Häuser gebracht

tānabravīttato rakṣo varuṇāya nivedyatām . rāvaṇaṃ cābravīnmantrī prabhāso nāma vāruṇaḥ .. 42..

Da sprach der Rākṣasa zu ihnen: „Es soll Varuṇa gemeldet werden“; und der Minister Varuṇas namens Prabhāsa sprach zu Rāvaṇa:

Wort für Wort
tān abravīt tataḥ rakṣaḥ
zu ihnen sprach da der Rākṣasa
varuṇāya nivedyatām
es soll Varuṇa gemeldet werden
rāvaṇaṃ ca abravīt mantrī
und zu Rāvaṇa sprach der Minister
prabhāsaḥ nāma vāruṇaḥ
namens Prabhāsa, der des Varuṇa

gataḥ khalu mahātejā brahmalokaṃ jaleśvaraḥ . gāndharvaṃ varuṇaḥ śrotuṃ yaṃ tvamāhvayase yudhi .. 43..

„Der überaus glanzvolle Herr der Gewässer, Varuṇa, den du zum Kampf herausforderst, ist fürwahr zur Brahmawelt gegangen, um Gandharvamusik zu hören.

Wort für Wort
gataḥ khalu mahātejāḥ
gegangen fürwahr ist der überaus glanzvolle
brahmalokaṃ jaleśvaraḥ
zur Brahmawelt, der Herr der Gewässer
gāndharvaṃ varuṇaḥ śrotuṃ
um Gandharvamusik zu hören, Varuṇa
yaṃ tvam āhvayase yudhi
den du zum Kampf herausforderst

tatkiṃ tava vṛthā vīra pariśrāmya gate nṛpe . ye tu saṃnihitā vīrāḥ kumārāste parājitāḥ .. 44..

Was nützt dir also vergebliches Sich-Abmühen, o Held, da der Fürst fort ist? Die anwesenden Helden, die Prinzen, wurden ja besiegt.

Wort für Wort
tat kim tava vṛthā vīra
was also nützt dir vergeblich, o Held
pariśrāmya gate nṛpe
dich abmühen, da der Fürst fort ist
ye tu saṃnihitāḥ vīrāḥ
die aber anwesenden Helden
kumārāḥ te parājitāḥ
die Prinzen, sie wurden besiegt

rākṣasendrastu tacchrutvā nāma viśrāvya cātmanaḥ . harṣānnādaṃ vimuñcanvai niṣkrānto varuṇālayāt .. 45..

Der Herr der Rākṣasas aber, dies hörend und seinen eigenen Namen verkündend, zog, vor Freude ein Gebrüll ausstoßend, aus Varuṇas Wohnsitz aus.

Wort für Wort
rākṣasendraḥ tu tat śrutvā
der Herr der Rākṣasas aber, dies hörend
nāma viśrāvya ca ātmanaḥ
und seinen eigenen Namen verkündend
harṣāt nādaṃ vimuñcan vai
vor Freude fürwahr ein Gebrüll ausstoßend
niṣkrāntaḥ varuṇa-ālayāt
zog er aus Varuṇas Wohnsitz aus

āgatastu pathā yena tenaiva vinivṛtya saḥ . laṅkāmabhimukho rakṣo nabhastalagato yayau .. 46..

Auf demselben Weg, auf dem er gekommen war, kehrte er um, und der Rākṣasa zog, auf Laṅkā zusteuernd, durch den Himmelsraum dahin.

Wort für Wort
āgataḥ tu pathā yena
auf dem Weg aber, auf dem er gekommen war
tena eva vinivṛtya saḥ
auf demselben umkehrend, er
laṅkām abhimukhaḥ rakṣaḥ
auf Laṅkā zusteuernd, der Rākṣasa
nabhastala-gataḥ yayau
zog er durch den Himmelsraum dahin

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