Rāmāyaṇa · Uttarakāṇḍa
Sarga 42: Lokāpavāda-Kathanam
Der Bericht vom Gerede des Volkes
tatropaviṣṭaṃ rājānamupāsante vicakṣaṇāḥ .
kathānāṃ bahurūpāṇāṃ hāsya kārāḥ samantataḥ ..1..
Dort saßen kluge Männer bei dem sitzenden König und unterhielten ihn ringsum mit vielgestaltigen, scherzhaften Geschichten.
Wort für Wort tatra upaviṣṭam rājānam dort bei dem sitzenden König upāsante vicakṣaṇāḥ warteten auf, die klugen Männer kathānām bahurūpāṇām mit vielgestaltigen Geschichten hāsyakārāḥ samantataḥ Scherzmacher, ringsum vijayo madhumattaśca kāśyapaḥ piṅgalaḥ kuśaḥ .
surājiḥ kāliyo bhadro dantavakraḥ samāgadhaḥ ..2..
Vijaya, Madhumatta, Kāśyapa, Piṅgala, Kuśa, Surāji, Kāliya, Bhadra, Dantavakra und Samāgadha waren unter ihnen.
Wort für Wort vijayaḥ madhumattaḥ ca Vijaya und Madhumatta kāśyapaḥ piṅgalaḥ kuśaḥ Kāśyapa, Piṅgala, Kuśa surājiḥ kāliyaḥ bhadraḥ Surāji, Kāliya, Bhadra dantavakraḥ samāgadhaḥ Dantavakra, Samāgadha ete kathā bahuvidhā parihāsasamanvitāḥ .
kathayanti sma saṃhṛṣṭā rāghavasya mahātmanaḥ ..3..
Diese erzählten, hocherfreut, dem hochgesinnten Rāghava mannigfaltige, mit Scherz verbundene Geschichten.
Wort für Wort ete kathāḥ bahuvidhāḥ diese Geschichten mannigfaltige parihāsa-samanvitāḥ mit Scherz verbunden kathayanti sma saṃhṛṣṭāḥ erzählten, hocherfreut rāghavasya mahātmanaḥ dem hochgesinnten Rāghava tataḥ kathāyāṃ kasyāṃ cidrāghavaḥ samabhāṣata .
kāḥ kathā nagare bhadra vartante viṣayeṣu ca ..4..
Da sprach der Rāghava während einer der Geschichten: 'Bhadra, was für Reden gibt es in der Stadt und im Lande?'
Wort für Wort tataḥ kathāyām kasyām cit dann, während irgendeiner Geschichte rāghavaḥ samabhāṣata sprach der Rāghava kāḥ kathāḥ nagare bhadra was für Reden gibt es in der Stadt, Bhadra vartante viṣayeṣu ca bestehen auch im Lande māmāśritāni kānyāhuḥ paurajānapadā janāḥ .
kiṃ ca sītāṃ samāśritya bharataṃ kiṃ nu lakṣmaṇam ..5..
Was sagen die Bürger und Landbewohner über mich, und was über Sītā, was über Bharata, was über Lakṣmaṇa?
Wort für Wort mām āśritāni kāni āhuḥ was sagen sie, das mich betreffend paurajānapadā janāḥ die Bürger- und Landbewohner-Leute kiṃ ca sītām samāśritya und was, Sītā betreffend bharatam kiṃ nu lakṣmaṇam Bharata, was auch Lakṣmaṇa kiṃ nu śatrughnamāśritya kaikeyīṃ mātaraṃ ca me .
vaktavyatāṃ ca rājāno nave rājye vrajanti hi ..6..
Was auch über Śatrughna und meine Mutter Kaikeyī? Denn Könige unterliegen zu Beginn ihrer Herrschaft der Nachrede.
Wort für Wort kiṃ nu śatrughnam āśritya was auch, Śatrughna betreffend kaikeyīm mātaram ca me und meine Mutter Kaikeyī vaktavyatām ca rājānaḥ und der Nachrede unterliegen Könige nave rājye vrajanti hi in einer neuen Herrschaft, fürwahr evamukte tu rāmeṇa bhadraḥ prāñjalirabravīt .
sthitāḥ kathāḥ śubhā rājanvartante puravāsinām ..7..
Als Rāma so gesprochen hatte, sagte Bhadra mit gefalteten Händen: 'O König, bestehende, gute Reden gibt es unter den Stadtbewohnern.'
Wort für Wort evam ukte tu rāmeṇa als so gesprochen war von Rāma bhadraḥ prāñjaliḥ abravīt sprach Bhadra mit gefalteten Händen sthitāḥ kathāḥ śubhāḥ rājan bestehende, gute Reden, o König vartante puravāsinām gibt es unter den Stadtbewohnern ayaṃ tu vijayaḥ saumya daśagrīvavadhāśritaḥ .
bhūyiṣṭhaṃ svapure pauraiḥ kathyate puruṣarṣabha ..8..
Dieser Sieg, o Sanftmütiger, betreffend die Tötung des Zehnhälsigen, wird meist von den Bürgern in deiner eigenen Stadt erzählt, o Stier unter den Männern.
Wort für Wort ayaṃ tu vijayaḥ saumya dieser Sieg aber, o Sanftmütiger daśagrīva-vadha-āśritaḥ die Tötung des Zehnhälsigen betreffend bhūyiṣṭham svapure pauraiḥ meist in der eigenen Stadt von den Bürgern kathyate puruṣarṣabha wird erzählt, o Stier unter den Männern evamuktastu bhadreṇa rāghavo vākyamabravīt .
kathayasva yathā tathyaṃ sarvaṃ niravaśeṣataḥ ..9..
So von Bhadra angesprochen, sagte der Rāghava dieses Wort: 'Erzähle alles wahrheitsgemäß, ohne etwas auszulassen.'
Wort für Wort evam uktaḥ tu bhadreṇa so angesprochen aber von Bhadra rāghavaḥ vākyam abravīt sagte der Rāghava das Wort kathayasva yathā tathyam erzähle, wie es wahr ist sarvam niravaśeṣataḥ alles, ohne Rest śubhāśubhāni vākyāni yānyāhuḥ puravāsinaḥ .
śrutvedānīṃ śubhaṃ kuryāṃ na kuryāmaśubhāni ca ..10..
Welche guten und schlechten Reden auch die Stadtbewohner führen — wenn ich sie nun höre, will ich das Gute tun und das Schlechte unterlassen.
Wort für Wort śubha-aśubhāni vākyāni die guten und schlechten Reden yāni āhuḥ puravāsinaḥ die die Stadtbewohner führen śrutvā idānīṃ śubham kuryām hörend, will ich nun das Gute tun na kuryām aśubhāni ca und das Schlechte nicht tun kathayasva ca visrabdho nirbhayo vigatajvaraḥ .
kathayante yathā paurā janā janapadeṣu ca ..11..
Erzähle es unbesorgt, furchtlos, ohne Sorge, wie es die Bürger und die Leute im Lande erzählen.
Wort für Wort kathayasva ca visrabdhaḥ und erzähle unbesorgt nirbhayaḥ vigatajvaraḥ furchtlos, frei von Fieber (Sorge) kathayante yathā paurāḥ wie es die Bürger erzählen janāḥ janapadeṣu ca und die Leute im Lande rāghaveṇaivamuktastu bhadraḥ suruciraṃ vacaḥ .
pratyuvāca mahābāhuṃ prāñjaliḥ susamāhitaḥ ..12..
So vom Rāghava angesprochen, erwiderte Bhadra dem Starkarmigen mit gefalteten Händen, wohlgesammelt, ein sehr wohlgeformtes Wort.
Wort für Wort rāghaveṇa evam uktaḥ tu so vom Rāghava angesprochen aber bhadraḥ suruciram vacaḥ Bhadra ein sehr wohlgeformtes Wort pratyuvāca mahābāhum erwiderte dem Starkarmigen prāñjaliḥ susamāhitaḥ mit gefalteten Händen, wohlgesammelt śṛṇu rājanyathā paurāḥ kathayanti śubhāśubham .
catvarāpaṇarathyāsu vaneṣūpavaneṣu ca ..13..
Höre, o König, wie die Bürger Gutes und Schlechtes erzählen, an Plätzen, in Läden, auf Straßen, in Wäldern und Hainen.
Wort für Wort śṛṇu rājan yathā paurāḥ höre, o König, wie die Bürger kathayanti śubhāśubham Gutes und Schlechtes erzählen catvara-āpaṇa-rathyāsu an Plätzen, in Läden, auf Straßen vaneṣu upavaneṣu ca in Wäldern und in Hainen duṣkaraṃ kṛtavānrāmaḥ samudre setubandhanam .
akṛtaṃ pūrvakaiḥ kaiściddevairapi sadānavaiḥ ..14..
'Rāma hat eine schwer zu vollbringende Tat vollbracht, den Bau der Brücke im Meer, unvollbracht von irgendwelchen früheren Wesen, selbst von Göttern samt den Dānavas.'
Wort für Wort duṣkaram kṛtavān rāmaḥ eine schwer zu vollbringende Tat hat Rāma vollbracht samudre setubandhanam den Bau der Brücke im Meer akṛtam pūrvakaiḥ kaiścit unvollbracht von irgendwelchen früheren devaiḥ api sadānavaiḥ selbst von Göttern samt den Dānavas rāvaṇaśca durādharṣo hataḥ sabalavāhanaḥ .
vānarāśca vaśaṃ nītā ṛṣkāśca saha rākṣasaiḥ ..15..
'Und Rāvaṇa, der schwer zu Bezwingende, ist erschlagen samt seinem Heer und seinen Reittieren; die Vānaras und die Ṛkṣas samt den Rākṣasas wurden unterworfen.'
Wort für Wort rāvaṇaḥ ca durādharṣaḥ und Rāvaṇa, der schwer zu Bezwingende hataḥ sabalavāhanaḥ ist erschlagen, samt Heer und Reittieren vānarāḥ ca vaśam nītāḥ und die Vānaras wurden unterworfen ṛkṣāḥ ca saha rākṣasaiḥ die Ṛkṣas samt den Rākṣasas hatvā ca rāvaṇaṃ yuddhe sītāmāhṛtya rāghavaḥ .
amarṣaṃ pṛṣṭhataḥ kṛtvā svaveśma punarānayat ..16..
'Nachdem der Rāghava Rāvaṇa im Kampf erschlagen und Sītā zurückgeholt hatte, brachte er sie, seinen Groll hintanstellend, wieder in sein eigenes Haus.'
Wort für Wort hatvā ca rāvaṇam yuddhe und getötet habend Rāvaṇa im Kampf sītām āhṛtya rāghavaḥ Sītā zurückgeholt habend, der Rāghava amarṣam pṛṣṭhataḥ kṛtvā seinen Groll hintanstellend svaveśma punaḥ ānayat brachte er sie wieder in sein eigenes Haus kīdṛśaṃ hṛdaye tasya sītāsambhogajaṃ sukham .
aṅkamāropya hi purā rāvaṇena balāddhṛtām ..17..
'Was für ein Vergnügen, aus dem Umgang mit Sītā entstanden, kann in seinem Herzen sein, bei einer, die einst von Rāvaṇa mit Gewalt entführt und auf seinen Schoß gehoben wurde,'
Wort für Wort kīdṛśam hṛdaye tasya was für eines ist in seinem Herzen sītā-sambhoga-jam sukham das aus dem Umgang mit Sītā entstandene Vergnügen aṅkam āropya hi purā auf den Schoß gehoben, einst, fürwahr rāvaṇena balāt hṛtām von Rāvaṇa mit Gewalt entführt laṅkāmapi punarnītāmaśokavanikāṃ gatām .
rakṣasāṃ vaśamāpannāṃ kathaṃ rāmo na kutsate ..18..
'die auch nach Laṅkā gebracht, in den Aśoka-Hain versetzt, und in die Gewalt der Rākṣasas geraten war — wie kann Rāma sie nicht verachten?'
Wort für Wort laṅkām api punaḥ nītām die auch wieder nach Laṅkā gebracht wurde aśokavanikām gatām die in den Aśoka-Hain gelangte rakṣasām vaśam āpannām die in die Gewalt der Rākṣasas geriet katham rāmo na kutsate wie verachtet Rāma sie nicht asmākamapi dāreṣu sahanīyaṃ bhaviṣyati .
yathā hi kurute rājā prajā tamanuvartate ..19..
'Auch wir werden dies bei unseren eigenen Ehefrauen ertragen müssen; denn wie der König handelt, so folgt ihm das Volk nach.'
Wort für Wort asmākam api dāreṣu auch bei unseren eigenen Ehefrauen sahanīyam bhaviṣyati wird es zu ertragen sein yathā hi kurute rājā denn wie der König handelt prajā tam anuvartate folgt ihm das Volk nach evaṃ bahuvidhā vāco vadanti puravāsinaḥ .
nagareṣu ca sarveṣu rājañjanapadeṣu ca ..20..
So führen die Stadtbewohner mannigfaltige Reden, o König, in allen Städten und im ganzen Land.
Wort für Wort evam bahuvidhāḥ vācaḥ so mannigfaltige Reden vadanti puravāsinaḥ führen die Stadtbewohner nagareṣu ca sarveṣu in allen Städten rājan janapadeṣu ca o König, und im Lande tasyaitadbhāṣitaṃ śrutvā rāghavaḥ paramārtavat .
uvāca sarvānsuhṛdaḥ kathametannivedyatām ..21..
Als er dessen Rede vernommen hatte, sprach der Rāghava, von höchstem Schmerz erfüllt, zu all seinen Freunden: 'Wie ist dies zu bestätigen?'
Wort für Wort tasya etat bhāṣitam śrutvā dessen Rede vernommen habend rāghavaḥ paramārtavat der Rāghava, von höchstem Schmerz erfüllt uvāca sarvān suhṛdaḥ sprach zu allen Freunden katham etat nivedyatām wie soll dies bestätigt werden sarve tu śirasā bhūmāvabhivādya praṇamya ca .
pratyūcū rāghavaṃ dīnamevametanna saṃśayaḥ ..22..
Alle aber, mit dem Haupt zur Erde sich verneigend und Ehrerbietung erweisend, erwiderten dem betrübten Rāghava: 'So ist es, ohne Zweifel.'
Wort für Wort sarve tu śirasā bhūmau alle aber mit dem Haupt zur Erde abhivādya praṇamya ca sich verneigend und Ehrerbietung erweisend pratyūcuḥ rāghavam dīnam erwiderten dem betrübten Rāghava evam etat na saṃśayaḥ so ist es, kein Zweifel śrutvā tu vākyaṃ kākutsthaḥ sarveṣāṃ samudīritam .
visarjayāmāsa tadā sarvāṃstāñśatrutāpanaḥ ..23..
Nachdem er das von allen ausgesprochene Wort vernommen hatte, entließ der Kākutstha, der Bedränger seiner Feinde, sie da alle.
Wort für Wort śrutvā tu vākyam kākutsthaḥ vernommen habend aber das Wort, der Kākutstha sarveṣām samudīritam das von allen Ausgesprochene visarjayāmāsa tadā entließ er da sarvān tān śatrutāpanaḥ alle jene, der Bedränger seiner Feinde
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