Vaiśaṃpāyana sprach: So wurde durch mannigfache Worte jener Weisen, reich an Askese, der königliche Seher Yudhiṣṭhira, dessen Verwandte erschlagen waren, getröstet.
Wort für Wort
bahuvidhair vākyaiḥ
durch mannigfache Worte (Instr. Pl.)
tapodhanaiḥ
reich an Askese (Instr. Pl., Bahuvrīhi)
samāśvasyata
wurde getröstet (3. Sg. Impf. Pass., ā-śvas)
hatabandhuḥ
dessen Verwandte erschlagen sind (Nom. Sg., Bahuvrīhi)
Rückkehr zur reinen Grundebene (Vaiśaṃpāyana-Erzählung): Vāsudevas gesamte Rede (Kap.11-13) ist mit Kap.13 V021 geschlossen.
[?] 'Viṣṭaraśravas' ('dessen Ruhm den Sitz/Thron einnimmt') ist eigentlich ein Indra-Epitheton, wird hier aber offenbar auf eine der anwesenden Trostspender-Gestalten angewandt (evtl. Vāsudeva/Kṛṣṇa selbst) - Referent nicht eindeutig zu klären; 'abhibhūḥ' ('der Überlegene/Mächtige') als Epitheton Devasthānas eingeordnet.
und von anderen Brahmanen, Tigern unter den Männern, kundig der Lehrschriften - so ließ er ab von dem aus Kummer entstandenen Leid und der seelischen Qual.
Wort für Wort
puruṣavyāghraiḥ
Tiger unter den Männern (Instr. Pl., Kompositum)
śāstradṛṣṭibhiḥ
kundig der Lehrschriften (Instr. Pl., Bahuvrīhi)
vyajahāt
er ließ ab von, gab auf (3. Sg. Impf., vi-hā)
śokajam duḥkham
das aus Kummer entstandene Leid (Akk. Sg., Kompositum)
arcayām āsa devāṃś ca brāhmaṇāṃś ca yudhiṣṭhiraḥ kṛtvātha pretakāryāṇi bandhūnāṃ sa punar nṛpaḥ anvaśāsata dharmātmā pṛthivīṃ sāgarāmbarām
Yudhiṣṭhira verehrte die Götter und die Brahmanen; nachdem er sodann die Totenriten für die Verwandten vollzogen hatte, herrschte der König, der Dharma-gesinnte, wiederum über die Erde, deren Gewand das Weltmeer ist.
Wort für Wort
arcayām āsa
er verehrte (3. Sg. Perf. periphr., arc)
pretakāryāṇi
Totenriten (Akk. Pl., Kompositum)
dharmātmā
der Dharma-gesinnte (Nom. Sg., Bahuvrīhi)
sāgarāmbarām
deren Gewand der Ozean ist (Akk. Sg. Fem., Bahuvrīhi zu pṛthivī)
Und ein sehr großer Reichtum wurde erlangt, mit dem ich den Göttern opfern werde; euch an die Spitze stellend, werden wir hier das Opfer vollbringen.
Wort für Wort
sumahān
sehr groß (Nom. Sg.)
prāptaḥ
erlangt (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
puraskṛtya
an die Spitze stellend (Absolutiv, puras-kṛ)
samāneṣyāmahe makham
wir werden das Opfer zustande bringen (1. Pl. Fut. Ā. + Akk.)
Bezug auf den von Vyāsa zuvor erzählten Marutta-Schatz (Kap.3-10): der 'sehr große Reichtum' ist der am Himavant/Muñjavān verborgene Gold-Überschuss aus Maruttas Opfer.
als rechtschaffen angesehen (Akk. Pl., Kompositum)
Schlussvers von Yudhiṣṭhiras Rede - reale Anführung schließt hier (Tiefe 1→0), bestätigt durch V012 (Erzähler-Rückkehr: 'so von dem König angesprochen...').
evam uktās tu te rājñā sarva eva maharṣayaḥ abhyanujñāpya rājānaṃ tathobhau kṛṣṇaphalgunau paśyatām eva sarveṣāṃ tatraivādarśanaṃ yayuḥ
So von dem König angesprochen, verabschiedeten sich all jene großen Ṛṣis von ihm sowie von den beiden Kṛṣṇas (Vāsudeva und Arjuna) und wurden, während alle noch zusahen, eben dort unsichtbar.
Wort für Wort
evam uktāḥ
so angesprochen (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
abhyanujñāpya
nachdem sie sich verabschiedet/die Erlaubnis geholt hatten (Absolutiv, abhi-anu-jñā)
paśyatām sarveṣām
während alle zusahen (Gen. Pl. Part. Präs., Gen. Abs.)
adarśanaṃ yayuḥ
sie wurden unsichtbar (Akk. + 3. Pl. Perf., yā)
'ubhau kṛṣṇaphalgunau' = die beiden 'Kṛṣṇas', d.h. Vāsudeva-Kṛṣṇa und Arjuna (Phalguna).
sa samāśvāsya pitaraṃ prajñācakṣuṣam īśvaram anvaśād vai sa dharmātmā pṛthivīṃ bhrātṛbhiḥ saha
Er, nachdem er den Vater, den Herrscher, dessen Auge nur die Weisheit ist, getröstet hatte, herrschte, der Dharma-gesinnte, fürwahr über die Erde, zusammen mit seinen Brüdern.
Wort für Wort
samāśvāsya
nachdem getröstet wurde (Absolutiv, sam-ā-śvas)
prajñācakṣuṣam
dessen Auge die Weisheit ist (Akk. Sg., Bahuvrīhi)
anvaśāt
er herrschte (3. Sg. Impf., anu-śās)
'prajñācakṣuṣam' = 'dessen Auge die Weisheit/Einsicht ist' - Epitheton des blinden Dhṛtarāṣṭra.